FAZ 04.03.2026
15:37 Uhr

Einsatz in Südamerika: Die US-Armee bekämpft Drogenbanden nun auch in Ecuador


Bisher zielte die US-Armee mit ihrer „Operation Southern Spear“ gegen Rauschgiftschmuggel in der Karibik. Jetzt weitet sie ihre Aktionen aus – zusammen mit Ecuador.

Einsatz in Südamerika: Die US-Armee bekämpft Drogenbanden nun auch in Ecuador

Die Vereinigten Staaten und Ecuador haben im Kampf gegen Rauschgiftschmuggel eine gemeinsame Militäroperation gegen Drogenbanden in Ecuador ausgeführt. Das teilte das für Lateinamerika zuständige Südliche Kommando Southcom am Dienstag auf der Plattform X mit. Dort hieß es, gemeinsam ergreife man „entschlossene Maßnahmen, um gegen Drogenterroristen vorzugehen, die seit langem Terror, Gewalt und Korruption über die Bürger der gesamten Hemisphäre bringen“. Die Operationen seien ein eindrucksvolles Beispiel für das Engagement der Partner in Lateinamerika und der Karibik „im Kampf gegen die Geißel des Drogenterrorismus“. Dass die Vereinigten Staaten nicht nur angebliche Drogenschmugglerboote angreifen, sondern auch in Partnerländern agieren, ist eine Ausweitung der bisherigen Maßnahmen der „Operation Southern Spear“. Im Falle Ecuadors hatte das amerikanische Außenministerium die zwei größten Rauschgiftkartelle „Los Lobos“ und „Los Choneros“ im vergangenen September zu ausländischen Terrororganisationen erklärt, was ein militärisches Vorgehen rechtfertigen soll. Die Operationen folgten auf einen Besuch des Southcom-Kommandeurs General Francis Donovan in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito am Wochenende. Ein Schlag gegen die Drogenbande „Hernán Ruilova Barzola“ Nach einem Treffen mit Präsident Daniel Noboa hatte Donovan hervorgehoben, Ecuador sei „einer der stärksten Partner“ im Kampf gegen Drogenschmuggel und Banden. Außenminister Marco Rubio sagte dem Land während eines Besuchs im vergangenen September 20 Millionen Dollar für seine Hilfe zu, darunter auch sechs Millionen Dollar für Drohnen für das ecuadorianische Militär. Der frühere Anführer von „Los Lobos“, Fito Macias, war im vergangenen Juni gefangen genommen und später nach New York überstellt worden, wo er vor Gericht gestellt wurde. Ihm werden unter anderem Kokainhandel und Waffenschmuggel vorgeworfen. In der Anklage heißt es, er habe eine „potentiell tödliche Menge Kokain“ geschmuggelt und „seinem eigenen Land und den Vereinigten Staaten“ damit großen Schaden zugefügt. Er plädierte auf nicht schuldig. Die amerikanische Botschaft in Ecuador schrieb am Dienstag auf X, gemeinsam mit Europol und ecuadorianischen Behörden habe man die Drogenbande „Hernán Ruilova Barzola“ zerschlagen, die mit dem Kartell „Los Lobos“ in Verbindung gestanden habe. Man habe 16 Verdächtige festgenommen, unter ihnen eine „ranghohe Zielperson“, große Mengen Kokain und Bargeld beschlagnahmt sowie ein „komplexes System der Geldwäsche und Korruption“ zerschlagen. In Europa waren demnach Belgien, Italien, die Niederlande und Spanien an der Operation beteiligt. Drogenpakete, Geldbündel und Waffen beschlagnahmt In einer Mitteilung Europols hieß es, man habe Strafverfolgungsbehörden aus Belgien, Ecuador und den Niederlanden bei der Zerschlagung eines internationalen Netzwerks für Drogenhandel unterstützt, das mit „Los Lobos“ in Verbindung stand. Die Ermittlungen dafür hätten im Januar 2025 begonnen und an der Aktion seien mehr als 100 Polizeibeamte und vierzig Vertreter der Justizbehörden beteiligt gewesen. Fotos zeigten Stapel mit Drogenpaketen, Geldbündeln und Waffen. Ecuador wird als „Kokain-Highway“ bezeichnet; Präsident Noboa hatte im vergangenen Jahr geschätzt, bis zu siebzig Prozent des Angebots auf der Welt kämen durch Ecuador.