FAZ 01.02.2026
14:57 Uhr

Einen Monat nach Crans-Montana: 18-Jähriger erliegt seinen Verbrennungen


Seit vier Wochen kämpfen die Ärzte darum, dass die teils schwerst verletzten Brandopfer von Crans-Montana überleben. In einem Fall haben sie den Kampf nun verloren. Die Zahl der Toten steigt auf 41.

Einen Monat nach Crans-Montana: 18-Jähriger erliegt seinen Verbrennungen

Einen Monat nach der Brand-Katastrophe von Crans-Montana ist ein 18-jähriger Schweizer in einem Krankenhaus in Zürich gestorben. Das berichtet die Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft im Wallis. Damit steigt die Zahl der Brandopfer auf 41. In der Silvesternacht hatten in einer Bar funkensprühende Partyfontänen einen Brand entfacht. Die Flammen breiteten sich rasant aus, viele Menschen kamen über die enge Treppe aus dem Kellergeschoss nicht mehr rechtzeitig ins Freie. Mehr als 100 Menschen wurden verletzt, rund 80 davon erlitten schwere und schwerste Brandverletzungen. „Tristan wäre in vier Monaten 18 geworden, aber ich bin die Mutter von 155 Opfern“ Am Samstag nahmen Hunderte Menschen an einem Schweigemarsch für die Opfer der Brandkatastrophe teil. Angehörige der Verstorbenen trugen ein weißes Banner mit der Aufschrift „Gedenken an die Opfer von Crans-Montana. Gerechtigkeit und Wahrheit“ durch die Straßen von Lutry. Aus der Kleinstadt bei Lausanne stammten mehrere Opfer des Unglücks. „Tristan wäre in vier Monaten 18 geworden, aber ich bin die Mutter von 155 Opfern“, sagte eine Mutter, deren Sohn bei dem Unglück in der Silvesternacht ums Leben gekommen war, vor den versammelten Menschen. In den Händen hielt sie ein Foto des Jungen. Andere Angehörige und Freunde von Verstorbenen hatten weiße Rosen oder Plakate mit der Aufschrift „Ihr seid nicht allein“ dabei. Schweiz gewährt Italien Rechtshilfe Die Staatsanwaltschaft in der Schweiz ermittelt wegen fahrlässiger Tötung, Körperverletzung sowie Brandstiftung. Wie das Schweizer Bundesamt für Justiz (OFJ) der Nachrichtenagentur AFP am Freitag außerdem mitteilte, entschied die Staatsanwaltschaft, dem Rechtshilfeersuchen der Staatsanwaltschaft Rom stattzugeben. Im Rahmen dieser Unterstützung werde die Staatsanwaltschaft Rom Zugang zu den bereits erhobenen Beweismitteln erhalten, erklärte das Bundesamt. Mitte Februar werde ein erstes technisches Treffen zwischen den Strafbehörden beider Länder stattfinden. Ziel des Treffens sei es, „die Details der Zusammenarbeit zu klären und die Verfahren zu koordinieren“, hieß es weiter. Italien ist das erste Land, dem die Schweiz in dem Fall Rechtshilfe gewährt. Unter den nun 41 teils minderjährigen Todesopfern des Brands in der Bar „Le Constellation“ in der Silvesternacht waren auch sechs junge Menschen aus Italien. Zudem stammen mehr als ein Dutzend der 116 Schwerverletzten aus dem Land. Die italienische Regierung hatte am Montag gemeinsame Ermittlungen mit den Schweizer Behörden gefordert und damit gedroht, dass andernfalls Roms Botschafter nicht in die Schweiz zurückkehren werde. Italien hatte seinen Botschafter Lorenzo Cornado zuvor zurückberufen, um gegen die Freilassung des Barbesitzers aus der Untersuchungshaft zu protestieren.