FAZ 06.12.2025
10:51 Uhr

Effektive Zeitarbeit im Sport: Was Tuchel und Hoeneß von Sargiunas lernen können


Mit sieben Punkten liegt Litauen im WM-Qualifikationsspiel des Basketballs zwölf Sekunden vor dem Ende zurück. Dann spielte Ignas Sargiunas groß auf.

Effektive Zeitarbeit im Sport: Was Tuchel und Hoeneß von Sargiunas lernen können

In zwölf Sekunden kann man so manches auf den Kopf stellen. Fußballtrainer Thomas Tuchel könnte in der Zeit zwölf Spieler seines Klubs kleinreden. Fußballmanager Uli Hoeneß konnte dreizehn Mal den Trainer Tuchel schlechtreden. Über den FC Bayern wird noch zu reden sein. Davor soll’s um den Basketballprofi Ignas Sargiunas gehen, der den Beweis erbracht hat, dass er in derselben Zeit ein eigentlich verlorenes Spiel gewinnen kann. Es waren nur noch zwölf Sekunden zu spielen, als Sargiunas, der mit der litauischen Auswahl im WM-Qualifikationsspiel in Großbritannien 80:87 zurücklag, an der Dreipunktelinie einen Schritt zur Seite machte, den Ball warf, traf: 83:87. Die Litauer foulten, die Spieluhr stoppte, die Briten verwandelten einen von zwei Freiwürfen: 88:83. Es waren dann nur noch fünf Sekunden zu spielen, als Sargiunas wieder warf, wieder traf: 86:88. Die Litauer wollten wieder foulen, mussten aber nicht, weil die Briten nach dem Einwurf unter Druck der Verteidigung so ungenau passten, dass Sargiunas den Ball schnappte, über die Mittellinie dribbelte, warf – und mit Ablauf der Spielzeit traf: 89:88. Als das der weltbekannte Basketballspieler Reggie Miller, der in der NBA einmal in den finalen neun Sekunden neun Punkte gemacht und das Spiel gedreht hatte, das sah, schrieb er: „Welcome Ignas“.