Liebe Freunde der kuratierten Straußen-Anus-Gourmetküche, heute muss ich unglücklicherweise eine bedauerliche Information mit Ihnen teilen. Ich darf die weiteren Folgen IBES nicht mehr kommentieren. Ich musste eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben. Nein, kleiner Spaß auf Kosten von Gil Ofarim. Und seinem Anwalt. Selbstverständlich habe ich auch Tag drei im Dschungelcamp einer wissenschaftlichen Fachprüfung unterzogen, wie es sie seit Dr. Michael Wendlers spektakulärem Forschungsergebnis „Im September 2021 sind alle Corona-Geimpften tot“ nicht mehr gab. Hier also die exklusive Peer-Review aus dem Debattiercamp für scheinprominente Selektivbegabungen in Menschengestalt: Der Tag beginnt mit der Einführung eines weiteren Schlüsselbuchstabens. Nach G wie gelogen widmet sich das Bürgergeld-Vermeidungs-Geschwader Down Under in seinem Themen-ABC heute dem Buchstaben E wie Ehebruch: Als Samira Yavuz endlich in den von Boulevardredakteurinnen bereits herbeigesehnten Konfrontationsmodus schaltet und Eva Benetatou zur Rede stellt, können wir der Erschöpfung der Moral durch exzessiven Reality-TV-Konsum in Echtzeit zusehen. Eva Benetatous Umgang damit, ausgerechnet mit der Frau, mit deren Gatten sie kürzlich Fremdgehsex hatte, im vermeintlichen Karriere-Katalysator „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“ isoliert zu sein, zeigt anschaulich, wie Trash-TV als industrieller Charakterzerkleinerer wirken kann. Noch schlimmer als ein Seitensprung? Eine Instagram-Nachricht Geleitet von der unterkomplexen Annahme, im Zeitalter der Konfrontationsökonomie würde jeder hochemotionale Streit automatisch mit Popularitätsschüben einhergehen, stürzt sich die gehörnte Ex-Ehefrau Samira auf das Seitensprung-Crash-Test-Dummie Eva. Schon nach wenigen Sekunden geht es weniger um Evas Seitensprung mit Samiras damaligem Ehemann, sondern um eine Instagram-Nachricht. Bevor Benetatou per Social-Media-Selbstanzeige offenbarte, selbst zu den außerehelichen Aktivistinnen von Samiras Ex-Mann zu gehören, hatte sie Samira eine Supportnachricht gesendet, in der sie ihre Bestürzung über die Trennung zum Ausdruck brachte und Samira ihre volle Unterstützung anbot. Diese Instagram-Nachricht bringt Samira nun als Beweisstück im öffentlichen Lagerfeuer-Indizienprozess gegen Eva Benetatou ein. Emotional durchechauffiert, feuert sie verbale Molotowcocktails wie diesen ab: „Für mich hast du offene Ohren, für ihn offene Beine!“ Das klingt ein bisschen wie aus dem Tagebuch von Katja Krasavice, bringt aber selbst Eva Benetatou ins Grübeln. Deren Verteidigungslinie bestand bislang aus „Samiras Ehe-Aus ist nicht meine Schuld“. Beinahe bekam man den Eindruck, sie sei ein wenig neidisch, nicht auf die Gil-Idee gekommen zu sein, jeden Diskussionsansatz über ihr Fehlverhalten mit einer angeblichen Verschwiegenheitsvereinbarung zu ersticken. „Es war wie Live-Kino“ Wie einst Statler und Waldorf in der Muppet-Show chillen die ehebruchunbeteiligten Ariel Hediger, Umut Tekin, Patrick Romer, Simone Ballack und Hardy Krüger Junior derweil in der Ehrenloge und lassen das verbale D-Promiboxen genüsslich auf sich wirken. Von der Außenwelt ohne Fernsehen, Streamen, Smartphones oder Internet vollkommen abgeschnitten, fühlt man sich plötzlich auch von einer Folge „Schlechte Zeiten, noch schlechtere Zeiten“ unterhaltungsdidaktisch abgeholt. Besonders beeindruckt zeigt sich Ariel: „Es war wie Live-Kino.“ Live-Kino, oder wie unsere Großeltern es nennen: Theaterstück. Ariel gehört augenscheinlich zur im Trash-TV-Kosmos eher seltenen Spezies der kognitiven Raketenstarterin und liefert schon Sekunden nach dem Fremdgeh-Prolog ansatzlos eine vollständige Verhaltensanalyse: „Eva entschuldigt sich nicht, weil sie die Story noch in die Länge ziehen möchte. Es ist ihre größte Angst, dass das Thema abgeschlossen ist, weil sie dann nicht mehr im Gespräch ist.“ Unglücklicherweise ist das auch die größte Angst von RTL. Daher ist der Sendezeitalgorithmus für die kommenden Tage recht eindeutig vorhersehbar. Naturgemäß völlig anders sieht das: Eva. Die hält sich unbeirrt für das eigentliche Opfer ihres Ehe-Zerstörungs-Beischlafs. Sie fühlt sich auf ein paar Minuten bedeutungslosem Fremdgehsex mit einem untreuen Ehemann reduziert – dabei hat sie doch „so viel mehr zu bieten als das“. Und tatsächlich! Exklusiv liegt mir eine vollständige Liste aller Dinge vor, die Eva Benetatou zu bieten hat, die über professionell vermarkteten Ehebruch hinausgehen:1.2.3. Um empörten Leserbriefen aus der verteidigungsroutinierten Benetatou-Bubble zuvorzukommen, möchte ich betonen, dass ich mir diese Liste selbstverständlich von Deutschlands einziger echten Trash-TV und Dschungel-Koryphäe habe absegnen lassen: Turban-Legende Julian F. M. Stoeckel. Der nächste Buchstabe: K wie Kohldampf Zum krönenden Abschluss müssen an dieser Stelle noch zwei weitere Highlights dokumentiert werden. Zum einen Mirja du Mont, die der offiziellen IBES-Zitate-Vitrine ein weiteres Kleinod für die Ewigkeit spendiert: „2018 habe ich gedacht, mein Leben ist zu Ende, und 2026 sitze ich im Dschungelcamp.“ Zum anderen gehört zur protokollarischen Vollständigkeit des Abends auch, dass Trash-Analytikerin Ariel wie erwartet mit null von zwölf Sternen aus der Dschungelprüfung ins hungrige Camp zurückkehrt. Der zweite Tag, den die vom Leben bereits ausreichend gebeutelten Dschungelstars mit einer Notration Reis und Bohnen verbringen müssen. Wenn morgen nicht endlich wieder Sterne errungen und damit die Dinner-Buffet-Optionen spürbar erweitert werden, könnte das Trash-Alphabet weiter expandieren. Zum Drama-ABC könnte sich dann nach G wie gelogen und E wie Ehebruch bereits an Tag vier ein weiterer Buchstabe gesellen: K wie Kohldampf. Schlechte hygienische Grundvoraussetzungen, streng limitierter Zugang zu Zigaretten, australisches Outbackklima und zwangsdiätischer Kalorienmangel sind erfahrungsgemäß eine ziemlich toxische Kombination. Und im Dschungelcamp befinden sich aktuell durchaus einige Kandidaten, denen man hungergetriebene, spontane Totalausraster jederzeit zutrauen würde. Grüße an Stephen Dürr an dieser Stelle. Bis morgen!
