FAZ 13.02.2026
15:31 Uhr

Drohnen im Krieg: Wingcopter will Drohnen für die Ukraine bauen


Der deutsche Drohnenhersteller Wingcopter und der größte ukrainische Produzent für unbemannte Luftfahrzeuge, TAF Industries, wollen ein Joint Venture gründen.  Wingcopter tritt damit in ein neues Geschäftsfeld ein.

Drohnen im Krieg: Wingcopter will Drohnen für die Ukraine bauen

Der Drohnenhersteller Wingcopter aus Weiterstadt und der größte ukrainische Produzent unbemannter Luftfahrzeuge, TAF Industries, wollen die Produktion ukrainischer Aufklärungsdrohnen in Deutschland massiv ausbauen. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz unterzeichneten beide Unternehmen eine Absichtserklärung zur Gründung eines Joint Ventures. Ziel ist es laut einer Mitteilung, die Versorgungssicherheit der Ukraine im Krieg zu erhöhen, kritische Rüstungsgüter widerstandsfähig bereitzustellen und zugleich industrielle Risiken im Land zu mindern. Die Fertigung soll in einem geschützten Umfeld in Deutschland erfolgen – eingebettet in das Programm „Build with Ukraine“, das die Verzahnung ukrainischer Kriegsproduktion mit europäischen Kapazitäten vorantreibt. Plümmer: Unterstützen den „Freiheitskampf der Ukraine“ Das Vorhaben markiert den Eintritt Wingcopters in den Sicherheits- und Verteidigungsmarkt: Mit der neuen Geschäftseinheit Wingcopter Security & Defence (WSD) erweitert das Unternehmen sein bestehendes Portfolio aus Logistik- und Vermessungsdrohnen um militärische Anwendungen, etwa Aufklärung und Fracht im Einsatzgebiet. Die Partner kündigten zudem die gemeinsame Entwicklung künftiger Plattformen für Drohnen für Europa und den NATO-Markt an. Damit wollen sie die industrielle Basis in der Verteidigung stärken. Bei der Unterzeichnung waren neben den Geschäftsführern Volodymyr Zinovskyi (TAF) und Tom Plümmer (Wingcopter) auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, Außenminister Andrij Sybiha sowie Deutschlands Verteidigungsminister Boris Pistorius anwesend. „Diese Zusammenarbeit steht für Verantwortung, Widerstandsfähigkeit und strategisches Wachstum“, sagte TAF-Chef Zinovskyi. Das Joint Venture verbinde ukrainische Gefechtserfahrung mit deutscher industrieller Stärke. Wingcopter-Gründer Plümmer betont den Brückenschlag zwischen beiden Ländern: Man unterstütze den „Freiheitskampf der Ukraine“ in „industriellem Maßstab“, sichere und schaffe zugleich Arbeitsplätze in Deutschland und leiste einen Beitrag zur europäischen Sicherheit. Wingcopter beschäftigt mehr als 150 Mitarbeiter und hat mehr als 120 Millionen Euro Kapital eingeworben. TAF Industries zählt zu den größten Ausrüstern der ukrainischen Streitkräfte und produziert nach eigenen Angaben mehr als 30 Verteidigungsprodukte, darunter First-Person-View- und Aufklärungsdrohnen.