Rund 100 Seiten umfasst das Strategiepapier zum Bahnhofsviertel, in das Vorschläge von rund 50 Vertretern aus der Stadtverwaltung, sozialen Einrichtungen und der Zivilgesellschaft eingeflossen sind. Eine Idee ist ein sogenanntes Rauschmuseum. Laut dem Strategiepapier, das einen Zeithorizont bis 2040 hat, könnte ein solches Museum in einem mehrgeschossigen Bau auf dem Karlsplatz im Bahnhofsviertel entstehen. In Dauerausstellungen sollen die „jahrhundertealte Kulturgeschichte der Drogen“ sowie der Umgang damit gezeigt werden. Daneben könnten „Einflüsse von Drogen auf moderne und zeitgenössische Kunst und Musik“ thematisiert werden, heißt es in der Strategie. Präventionsangebote sollen sich vor allem an Jugendliche richten. „Drogen prägen das Frankfurter Bahnhofsviertel seit vielen Jahren und der Rausch ist seit Urzeiten Teil der menschlichen Kulturgeschichte“, heißt es in der Beschreibung des Projekts. Der Großteil der Menschen konsumiere Drogen auf eine sozial integrierte Art und Weise. Nur einem sehr kleinen Teil gelinge das nicht. Die Idee eines Museums wird so begründet: „Frankfurt braucht einen Ort, an dem die Geschichte und die Entwicklung des Umgangs mit Drogen und Suchterkrankten dokumentiert und immer wieder neu verhandelt wird.“ Ausstrahlung „über die Stadtgrenzen hinaus“ Auch Aufklärung und Prävention solle an diesem Ort betrieben werden. Das Museum solle einen „Beitrag zur Bildung und Aufklärung leisten“, dabei „neue Maßstäbe setzen“ und „weit über die Stadtgrenzen hinaus ausstrahlen“. Es soll außerdem zur Stärkung des Viertels und zur Verbesserung der Lebensqualität im Bahnhofsviertel beitragen, indem mehr Tagesbesucher zu einer stärkeren sozialen Durchmischung beitragen. Ziel des Strategiepapiers ist es unter anderem, das Sicherheitsgefühl im Bahnhofsviertel zu erhöhen und Konflikte im öffentlichen Raum einzudämmen. Geplant ist zum Beispiel, attraktive und sichere Orte für Kinder und Jugendliche sowie Rückzugsräume für Obdachlose zu entwickeln. Auch Verbesserungen im öffentlichen Raum sind geplant, zum Beispiel durch eine Fußgängerzone in der Kaiserstraße oder eine bessere Beleuchtung. Das Strategiepapier, dessen Erstellung rund 250.000 Euro gekostet haben soll, wird federführend von Sozialdezernentin Elke Voitl (Die Grünen) und Ordnungsdezernentin Anette Rinn (FDP) verantwortet. Beteiligt waren aber auch Planungsdezernent Marcus Gwechenberger (SPD) und Verkehrsdezernent Wolfgang Siefert (Die Grünen). Zusammengestellt wurde es von dem Hamburger Stadtentwicklungsbüro Urbanista. „Jetzt wissen alle Beteiligten, was noch zu tun ist, um das Bahnhofsviertel zu einem Viertel für alle zu machen“, sagte Voitl. Der Magistrat hat dem bereits im vergangenen Jahr erstellten Strategiepapier erst vor wenigen Tagen zugestimmt. Konkrete Beschlüsse zu einem Rauschmuseum gibt es allerdings noch nicht.
