FAZ 25.11.2025
16:35 Uhr

Doping-Verfahren: Keine Olympischen Spiele für Victoria Carl


Während eine Entscheidung über eine mögliche Sperre im Doping-Verfahren gegen Victoria Carl weiter aussteht, hat der DSV schon klar gestellt, dass die Langlauf-Olympiasiegerin nicht am Wettkampfwinter teilnehmen wird.

Doping-Verfahren: Keine Olympischen Spiele für Victoria Carl

Victoria Carl hatte bis zuletzt trainiert, alleine, in Oberhof und Davos. Die 30 Jahre alte Sportlerin ist Skilanglauf-Olympiasiegerin, aber die kommenden Olympischen Spiele wird sie nach ihrem positivem Dopingtest im März verpassen. Eine Teilnahme sei „nach aktuellem Verfahrensstand ausgeschlossen“, teilte der Deutsche Skiverband (DSV) am Dienstag mit. Ein offizielles Urteil der Nationalen Anti-Doping Agentur (NADA) steht zwar auch wenige Tage vor Beginn der Weltcupsaison noch aus. Doch Carl darf nicht am Wettkampfbetrieb teilnehmen und weiterhin nicht mit dem deutschen Team trainieren. Im September hatte die NADA einen Sanktionsbescheid mit einer Zwei-Jahres-Sperre erlassen und anschließend mit Victoria Carl über eine einvernehmliche Beendigung des Verfahrens verhandelt. Wie die NADA am Dienstag mitteilte, hat die Welt Anti-Doping Agentur einer Vereinbarung zur Streitbeilegung nicht zugestimmt. Somit steht die Frage im Raum, ob die Zwei-Jahres-Sperre akzeptiert oder ein Disziplinarverfahren vor dem Deutschen Sportschiedsgericht eingeleitet wird. Carl war nach der vergangenen Weltcupsaison, die sie auf Platz zwei der Gesamtwertung abgeschlossen hatte, bei einer Probe im Rahmen der Militär-WM positiv auf den Wirkstoff Clenbuterol getestet worden. Nach Darstellung von Carl und dem DSV war der Wirkstoff in einem Hustensaft enthalten, welcher der Athletin von einem Bundeswehr-Arzt verabreicht worden war. „Aber Fehler anderer oder Unwissenheit schützen nicht vor Strafen“, hatte zuletzt Bundestrainer Peter Schlickenrieder geäußert. Carl hatte 2022 in Peking gemeinsam mit Katharina Hennig überraschend Gold im Teamsprint gewonnen. In Mailand wäre sie die Läuferin gewesen, die „am ehesten eine Einzelmedaille hätte gewinnen können“, sagt Schlickenrieder. Im schlimmsten Fall muss Carl für vier Jahre pausieren. Sie hoffe nun auf eine „zeitnahe angemessene Entscheidung, die mir zumindest eine realistische Fortsetzung meiner Karriere ermöglicht“, sagte sie am Dienstag.