FAZ 25.01.2026
11:13 Uhr

Donald Trumps Botschaft: Grausame Verachtung von Transathletinnen


Eine Turmspringerin wurde als Junge geboren. Die Politik des US-Präsidenten, die kaum zählbaren Transathletinnen in Frauenteams ächten und aus den Wettbewerben nehmen zu lassen, überlebt sie nicht.

Donald Trumps Botschaft: Grausame Verachtung von Transathletinnen

Mit Blick auf die Fußball-WM dürfen sich die Fragen nicht nur darauf beschränken, wie es denen ergehen wird, die wenige Wochen in Trumps Amerika sein werden. Sie müssen darum erweitert werden, wie es denen ergeht, die da sind. Und wie es denen ergangen ist, die da waren. In der „New York Times“ ist gerade die Geschichte der Turmspringerin Lia erzählt worden, die als Junge auf die Welt gekommen ist, dann jedoch herausfand, dass sie sich als Mädchen identifiziert. Sie bewarb sich beim Trainer des Middlebury College für das Turmspring-Team der Frauen, mit Erfolg. Damals sahen die Regeln der College-Sport-Vereinigung NCAA das noch vor. Nach Trumps zweiter Amtseinführung wurden sie verändert. Kurz davor ist auf der Plattform X ein Foto von Lia mit ihrem Geburtsnamen geteilt worden, von einer Website, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Transathletinnen in Frauenteams zu suchen und das Ergebnis zu veröffentlichen. Im Bericht steht, dass die Kommentare im Internet „brutal“ gewesen seien. Ihr Vater sagte der „New York Times“, seine Tochter habe daraufhin ihren Fokus verloren. Und erzählte, dass Lia ihn wegen einer Aussage des NCAA-Präsidenten, dass es unter 510.000 Sportlerinnen und Sportlern „weniger als zehn“ Transathletinnen gebe, gefragt habe: „Wo ist hier der nationale Notstand?“ Diese Frage bleibt, auch wenn Lia nicht mehr da ist. Im Oktober nahm sie sich das Leben. Lia wurde 21 Jahre alt.