Dass selbst schwere Unfälle nicht zwingend in schweren Verletzungen münden, ist zunächst das Verdienst der Autohersteller. Die von Béla Barényi, einem Ingenieur in Diensten von Mercedes-Benz, vor 75 Jahren patentierte Sicherheitskarosserie, in weniger fachlichen Kreisen als Knautschzone bekannt, war nur der Beginn einer Entwicklung, die trotz gestiegener Verkehrsleistung zu immer weniger getöteten Autofahrern führte. Ohne den Druck von Verbraucherorganisationen wie Euro NCAP, das Kürzel steht für „New Car Assessment Programme“, hätte es vermutlich länger gedauert, alle Anbieter auf ein hohes Niveau zu verpflichten. Der Verein, der unter anderem ADAC und Dekra zu seinen Mitgliedern zählt, führt Crashtests mit nahezu allen in Europa auf den Markt kommenden Autos durch und bewertet deren Sicherheit mit Sternen und Prozentzahlen. Als uns nun eine von Euro NCAP publizierte Liste der sichersten im vergangenen Jahr getesteten Autos erreichte, rieben wir uns die Augen. Am Mercedes CLA, dem allerbesten, lag das nicht, alles andere wäre Schwabenversagen. Aber dass der Smart #5, ein chinesisches Auto also, unter den großen SUV besser abschneiden soll als ein Porsche Cayenne, mochten wir nicht recht glauben. So wenig wie die Behauptung, dass ein Tesla Y unter den kleinen SUV eine sicherere Wahl wäre als der VW T-Roc oder der Audi Q4 e-tron. Das Rätsel lässt sich mit einem Blick auf die Teilwertungen in verschiedenen Kategorien lösen. Denn die entscheidenden Punkte gewinnen Smart und Tesla mit Assistenzsystemen. Also all jener Elektronik, die im Notfall automatisch bremst und auch ohne Notfall laufend bimmelt und ins Lenkrad greift. Wenn es buchstäblich hart auf hart kommt, ist das Verletzungsrisiko, vor allem am Oberkörper, in einem deutschen Auto mindestens so gering, teilweise gar niedriger. Wer schützt vor solchem Verbraucherschutz?
