Freunde der Symmetrie, schaut nach Frankfurt! Dort, bei der Eintracht, endet das Jahr, wie es begonnen hat. Im Januar hatte der hessische Bundesligaklub in Rom verloren. Spätestens nach dem 0:2 aber richteten sich viele Blicke im Olympiastadion weg vom Platz, hin zum hinteren linken Eck. Dort standen die Eintracht-Fans. Es flogen Leuchtraketen von einem Block in den anderen und zurück. Die Frankfurter seien nun, hieß es danach von der UEFA, auf Bewährung. Anfang Januar öffnete sich in Rom also eine Klammer. Im Dezember, vergangene Woche, schloss sie sich in Barcelona. Die Frankfurter spielten nicht mehr in der Europa League, sondern in der Champions League. Auch diesmal flogen Pyro-Fackeln von einem Block in den anderen und zurück. Wer angefangen hat, ist unklar. Wer weitergemacht hat, nicht: Hessische Zuschauer zertrümmerten Plexiglasscheiben und zerlegten Toiletten im neu gebauten Camp Nou. Videos zeigen, wie aus dem Gästeblock Becher fliegen und unbeteiligte spanische Fans treffen. Die UEFA urteilte: Die Eintracht spielt ihre nächsten beiden internationalen Auswärtsspiele ohne Fans. Auch der FC Bayern muss wegen Pyro-Verstößen bei der nächsten Partie, einem vergleichsweise irrelevanten Heimspiel, auf Teile seiner Heimfans verzichten. Die Frankfurter hingegen trifft das Urteil wie ein voller Becher ins Gesicht. Ihr nächstes Spiel in der Champions League ist das wichtigste. In Baku müssen sie gewinnen, um noch eine Chance auf die Play-offs zu haben. Gelingt ihnen das, würden sie in der nächsten Runde, etwa in Liverpool oder Mailand, ohne eigene Fans antreten. Auch sportpolitisch ist die Nacht von Barcelona ärgerlich. In Neapel verboten lokale Behörden den Eintracht-Fans anzureisen, nicht die UEFA. Die Frankfurter finden: Das verzerrt den Wettbewerb und ist ein billiger Gang vorbei an der Sportgerichtsbarkeit. Ob der Verband jetzt gewillt ist, ihre Argumente zu hören, ist zweifelhaft. Drei Ultras stehen zur Wahl Die Symmetrie, die Wiederholung des Immergleichen, geht für die Eintracht weit über das Jahr 2025 hinaus. Es ist das dritte Mal seit 2019, dass die UEFA sie mit Ausschlüssen belegt. Häufig aber ging es dabei um Fehlverhalten in kleinen Stadien, in der kleineren Europa League. Jetzt haben sich hessische Fans im größten Stadion des Kontinents danebenbenommen. Das Rampenlicht der Champions League strahlt auf ihre Widersprüche. Auf eine Kurve, deren Bilder um die Welt gehen, die neue Sponsoren lockt. Wenn Fernsehsender mit den Choreografien der Eintracht Werbung machen, steht der Name eines US-amerikanischen Jobportals auf der Werbebande davor gut. Aber vor allem strahlt das Licht aktuell auf Eintracht-Fans, die das Spiel unterbrechen und sich danebenbenehmen, wie in Barcelona, wie in Rom, wie in Mainz oder Bochum. Die Eintracht versucht schon lange, diese beiden Seiten auszuhandeln. Das Schöne zu nutzen und das Hässliche abzumoderieren. Diese Strafe aber ist auch für sie neu. Ihr Vorstand Philipp Reschke sagte: So geht es nicht weiter. Der Klub werde „deutliche und zielgerichtete Anpassungen vornehmen“. Das sind schärfere Töne als zuletzt, und sie sind überfällig. Geschlossen ist die Klammer damit längst nicht. Im Januar wählt der Verein Teile seiner Gremien neu. Zur Wahl stehen auch: drei Ultras.
