Herzlich willkommen im Jahr 2026! Es fehlt noch an guten Vorsätzen? Wir hätten da einige Ideen. Die Stadtverordneten im Frankfurter Rathaus zum Beispiel. Sie dürfen sich gerne vornehmen, den Schwung aus der letzten Sitzung des alten Jahres mit ihren vielen Beschlüssen beizubehalten und sich in den nächsten Wochen über einen wirklich geeigneten Standort für die Europäische Schule zu verständigen. Diese Entscheidung ist lange überfällig. Die Bundesregierung wiederum darf sich gerne vornehmen, dem Frankfurter Flughafen weitere Entlastungen zu gönnen, sie werden dringend erwartet. Autofahrer könnten sich vornehmen, wirklich immer bei Rot an der Ampel zu halten, was jedenfalls in Frankfurt aus der Mode zu kommen scheint. Und ja, wenn sich Fahrradfahrer das Gleiche vornähmen, wäre es auch nicht ganz falsch, die Hoffnung stirbt ja zuletzt. Die Kommunalpolitiker in ganz Hessen dürfen sich gerne vornehmen, weder vor noch nach den Wahlen am 15. März zu viel zu versprechen. Niemand erwartet von ihnen, dass sie das Rad neu erfinden und gar die Welt retten. Sie sollen einfach ihren Kreis oder Ort gut verwalten und klug weiterentwickeln. Es geht um eine Kommunalwahl, nicht um das Weltgericht Die Bürger dürfen sich dafür gerne vornehmen, dass sie sich gut überlegen, wen sie am 15. März wählen und nicht den Kandidaten vom äußersten linken und rechten Rand verfallen. Auch für die Wähler gilt schließlich: Es geht um die Gemeindevertretungen und nicht darum, dem Zorn über die Zeitläufte auf der ganzen Welt einfach mal freien Lauf zu lassen. Generell dürfen sich gerne alle vornehmen, etwas weniger zornig zu sein. Wir leben auch an dieser Jahreswende in einem tollen Land mit großem Wohlstand und hoher Lebenserwartung, und über alles, was nicht ganz so gut läuft, lässt sich auch mit kühlem Kopf reden. Wir hier in der Redaktion im Frankfurter Europaviertel fassen für 2026 jedenfalls den Vorsatz, wie bisher schon über alle wichtigen Ereignisse und Diskussionen, die vor uns liegen, mit der gebotenen Wahrhaftigkeit, Ernsthaftigkeit und Gelassenheit zu berichten und sie abgewogen einzuordnen. Allen Leserinnen und Lesern ein frohes neues Jahr!
