Im Jahr 1997 ist das Wort „Wunderwuzzi“ das erste Mal in ein österreichisches Wörterbuch aufgenommen worden. Damit meint man dort einen Alleskönner. Oder, wie wir Piefkes sagen würden: eine eierlegende Wollmilchsau. Und so kann es eigentlich kein Zufall sein, dass in demselben Jahr in Salzburg ein Junge mit dem Namen Konrad Laimer auf die Welt gekommen ist. Denn aus diesem ist ein Fußballprofi geworden, der heute für den FC Bayern München spielt, aber nicht nur im Mittelfeld, wie in seinen vorherigen Mannschaften, sondern auch als Rechts- oder sogar Linksverteidiger. Die Spöttischsten unter uns Piefkes würden nun anmerken, das wahre Wunder sei, dass er in einem Team Fuß gefasst hat, in dem fast alle Spieler mehr Talent haben als er. Wenn er den Ball am Fuß führt, sieht das nämlich nicht nach Kunst, sondern nach Arbeit aus. Am Samstag aber hat Laimer den Ball im Stadion in Stuttgart zum 1:0 ins Tor gekünstelt, indem er, der Rechtsverteidiger, ihn mit großem Geschick in Mittelstürmerposition mit der hinteren Innenseite des rechten Fußes hinter dem linken Standbein getroffen hat. Im Wörterbuch würde stehen: Hackentor. Und wenn nun schon Konrad Laimer ein Hackentor schießt, dann erlebt die Bundesliga in dieser Saison wirklich ihr rotes Wunder.
