FAZ 24.01.2026
08:58 Uhr

Das Beste lesen mit FAZ+: Kündigen ohne Job und Abschied vom Alkohol


Mit unserem Angebot FAZ+ erhalten Sie jeden Monat Zugriff auf mehr als 1000 exklusive Beiträge auf FAZ.NET. Unter anderem auf diese beliebtesten Stücke der Woche.

Das Beste lesen mit FAZ+: Kündigen ohne Job und Abschied vom Alkohol

Liebe Leserin, lieber Leser, dieser Newsletter kommt zwar noch aus Davos. Und es waren spannende Tage auf dem Weltwirtschaftsforum. Unsere umfangreiche Berichterstattung dazu finden Sie jederzeit auf FAZ.NET zum Nachlesen. Aber irgendwann am Wochenende ist es nun einmal gut mit Donald Trump. Und deshalb war es für mich auch aus den Bergen abermals sehr interessant zu sehen, welche Texte Sie in dieser Woche jenseits der großen politischen Aufregungen interessiert haben. Ich stelle sie hier gerne vor. Dabei ging es zum Beispiel um die Tatsache, dass viele Menschen kündigen, ohne dass sie schon eine neue Stelle haben. Der Text befasst sich mit der Frage, wie man herausfindet, ob der Sprung ins Ungewisse eine gute Idee ist. Diesen Schritt gehen derzeit immer mehr Arbeitnehmer. Laut einer aktuellen Arbeitsmarktstudie des Beratungsunternehmens EY ist die Wechselbereitschaft hierzulande auf einem Rekordhoch. Jede vierte befragte Person schaue nach einer neuen Stelle. Gedanklich spielen mehr als zwei Drittel der Beschäftigten monatlich mit einem Wechsel, ergab eine Stepstone-Umfrage. Hinzu kommt, dass Beschäftigte zunehmend selbst kündigen. Laut einem Bericht des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) ging das Beschäftigungsende im Jahr 2009 noch in 34 Prozent der Fälle vom Arbeitnehmer aus. Im Jahr 2022 waren es bereits 52 Prozent. 16 Prozent taten das, ohne einen neuen Job in der Tasche zu haben. In den sozialen Netzwerken trendet diese Form der Kündigung unter den Hashtags #nakedquitting oder #nakedresignation. Und dann gibt es noch dieses Stück eines unserer Kollegen, der sich vom Alkohol verabschiedet hat – zum zweiten Mal. Was ist anders geworden als beim ersten Mal, und wie reagieren die, die weiter trinken? Er hat eine nüchterne Bilanz gezogen. Am 18. Mai vergangenen Jahres, als er zum zweiten Mal beschloss, den Alkohol aus seinem Leben zu verbannen, musste er an den Brief eines Lesers denken, den er nie beantwortet hatte. Denn schon zwei Jahre zuvor war es dem Autor gelungen, über mehrere Monate abstinent zu leben; darüber hatte er ebenfalls geschrieben: „Für mich war damals klar: Ich würde wieder trinken, nur diesmal bedachter, weniger, kontrollierter. Denn, so hieß es am Ende meines ersten Textes, ich hatte ja alles unter Kontrolle.“ „Für die Wahrnehmung des gewohnheitsmäßigen Alkoholkonsums ist Ihr Beitrag hilfreich“, schrieb der Leser seinerzeit, fügte aber hinzu: „Ich bin mir nicht sicher, ob Sie – wie am Schluss ‚richtig‘ angemerkt – diese ‚vernünftige‘ Handhabung längerfristig aufrechterhalten können. Für Menschen mit Alkoholproblem – wie mich – ist der Beitrag eher kontraproduktiv.“ Ob mein Kollege Jannis Holl das nun besser hinbekommen hat? Lesen Sie gerne selbst. Späte Vaterschaft und was sie für das Kind bedeutet Noch ein ganz anderes Thema: Viele Männer wollen spät Vater werden. Das kann Gefahren für die Gesundheit des Kindes bergen. Wie groß ist das Problem wirklich? Es ist schon lange nichts Ungewöhnliches mehr, auf Spielplätzen, vor Kitas oder bei Elternabenden viele Männer mit grauen Schöpfen zu sehen. Immer mehr werden spät Vater. Prominente demonstrieren, dass Männer problemlos noch im Rentenalter Kinder zeugen können. Al Pacino war bei der Geburt seines jüngsten Kindes 83 Jahre alt. Der selbst erklärte älteste Vater der Welt, der Inder Ramjit Raghav, wurde mit 94 Jahren angeblich zum ersten Mal Vater. Am Ende des Stücks steht die Erkenntnis: Wer gesund lebt, kann auch noch spät im Leben Kinder zeugen. Und die Chance, auf der Abiturfeier des Sprösslings ausgelassen zu tanzen, ist auch für die Grauhaarigen auf dem Spielplatz gut. So, ich hoffe, das Durchatmen nach Davos ist mit diesen Texten gut gelungen. Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende und danke herzlich für Ihr Interesse. Wenn Sie eine Frage haben, schreiben Sie mir gerne eine E-Mail an c.knop@faz.de. Viele Grüße Ihr Carsten KnopHerausgeberFrankfurter Allgemeine Zeitung