Die sechs beliebtesten FAZ+ Artikel 2025: Der hohe Preis für die RuheWie Höchstbegabte mit dem Neid der anderen umgehenDer falsch verstandene Lieblings-ETF der DeutschenWarum lohnen sich Affären?Dieses Junkfood sollten Sie nicht essen„Selbst ein Spaziergang ist nur unter Qualen möglich“ 1. Der hohe Preis für die Ruhe Ablenkung: Eltern lieben diesen Trick. Beim Restaurantbesuch, beim Warten auf den Ferienflieger am Flughafen oder bei einer längeren Autofahrt – gerne wird dem Nachwuchs das Smartphone in die Hand gedrückt, um die Kinder zu beschäftigen oder zu beruhigen. Doch Fachleute sehen diese „Handy-Hypnose“ kritisch. Reizüberflutung: Was Kinder heute auf Bildschirmen sehen, unterscheidet sich stark von den Fernsehserien, mit denen ihre Eltern aufgewachsen sind. Die Inhalte sind extrem rasant, ein Beispiel dafür ist die beliebte kanadische Animationsserie „Paw Patrol“. Nicht nur optisch, auch akustisch setzt die Serie auf maximale Reizüberflutung. Die Szenen wechseln rasant, alles ist bunt, ständig wird aufgeregte, actiongeladene Musik eingesetzt. Während das Kind äußerlich durch das Handygucken ruhiggestellt scheint, herrscht gerade bei kleinen Kindern innerlich großer Stress, weil sie mit den starken Reizen noch nicht umgehen können. Medienkonsum: Die Empfehlungen sind klar. Kinder unter drei Jahren sollten gar keine Medien konsumieren. Auch sogenannte Lerninhalte – Apps oder Serien, die damit beworben werden, dass sie das Lernen der Kinder fördern – sind für die frühkindliche Entwicklung eigentlich ungeeignet. „Passives Konsumieren von inhaltslosem Geflimmer ist nicht gut“, sagt die Psychologin Margarete Bolten. Eltern sollten den eigenen Smartphone-Gebrauch hinterfragen und lernen, Langeweile gemeinsam mit ihren Kindern auszuhalten. Kinder vor dem Bildschirm: Teuer erkaufte Ruhe Schwierige Kindheit: Woran erkennt man toxische Eltern? Mutterschaft früher und heute: Warum sind Mütter heute so gestresst? 2. Wie Höchstbegabte mit dem Neid der anderen umgehen Einer von Tausend: Hochbegabung beginnt offiziell bei einem IQ von 130 – und dann gibt es noch Höchstbegabte, das sind Menschen, deren IQ über 145 liegt. Auf einen von tausend Menschen trifft diese Beschreibung zu. Viele Höchstbegabte erfassen die Welt intuitiver; sie sehen eine Matheaufgabe und wissen das Ergebnis einfach, können den Weg dahin jedoch nicht benennen. Betroffene: Die Psychologin Frauke Niehues ist selbst höchstbegabt und weiß viel über Hoch- und Höchstbegabte zu berichten. So gibt es körperliche Merkmale (Hochbegabte sind im Schnitt etwas größer und öfter kurzsichtig) und Korrelationen mit Erkrankungen wie Allergien sowie Schnittmengen mit Autismus und Hochsensibilität. Niehues, die in ihrer Praxis mit Höchstbegabten arbeitet, sagt, dass sie mit diesen Menschen oft schneller spricht als mit Normalbegabten. Sie denke weniger linear, sondern netzwerkartig. Neid: Im Alltag sind Hochbegabte oft dem Neid der Normalbegabten ausgesetzt. Häufig spüren sie etwa, dass andere sich über ihre Misserfolge freuen. Dabei, so Niehues, gehe es Hochintelligenten gar nicht darum, über den anderen zu stehen, sie hätten vor allem ein großes inhaltliches Interesse. Bei ihr selbst führt dieses Interesse dazu, dass sie sich immer wieder neue Themengebiete aneignen und neue gedankliche Verknüpfungen schaffen will: „Es ist eine Lebensaufgabe, die Balance zu finden zwischen angeregt und nicht überfordert sein.“ Höchstbegabte Psychologin: „Hochintelligente stellen oft eine Herausforderung für das Selbstwertgefühl von anderen dar“ Unsicher und verletzlich: Wie sich Narzissmus bei Frauen zeigt Kritik an Studierenden: „Die Selbstüberschätzer sind die Hölle“ 3. Der falsch verstandene Lieblings-ETF der Deutschen Trugschluss: Viele Privatanleger investieren in Indexfonds, besser bekannt unter dem Kürzel ETF. Und der beliebteste Aktien-ETF ist der MSCI World, der – so verspricht es sein Name – Anlegern die Möglichkeit gibt, ihr Geld in Aktien aus Ländern in der ganzen Welt anzulegen. Doch das ist ein Trugschluss: Wer in die Inhaltsangaben eines ETF auf den MSCI World schaut, stellt fest: Mehr als 70 Prozent der im Index enthaltenen Unternehmen stammen aus den USA. Populär: „Der MSCI World ist eine Mogelpackung“, sagt der Verhaltensökonom Hartmut Walz von der Hochschule Ludwigshafen am Rhein. Er will Privatanleger dafür gewinnen, ihre Geldanlage auf breitere Füße zu stellen. Der MSCI World sei kein Weltindex und nur deshalb so populär, „weil ihn Millionen von Menschen falsch verstanden haben und er auch falsch beworben wurde“. Ein alternativer ETF wie der MSCI All Country World setzt sich aus den gleichen 23 Industrienationen wie der MSCI World zusammen, deckt aber zusätzlich noch 24 Schwellenländer mit ab. Alternativen: Neben dem Marktführer MSCI gibt es noch andere Anbieter, aber auch bei ihnen vereinen Unternehmen aus den USA häufig den Löwenanteil auf sich. Wer diese Dominanz der Vereinigten Staaten weiter reduzieren will, kommt oft nicht umhin, mehrere ETF zu kaufen – also bei dem passiven Produkt ETF selbst etwas aktiv zu werden. Aktiv gemanagte Fonds sind für den Fachmann hingegen keine Alternative: „Aktives Management lohnt sich nicht“, glaubt Walz. ETF: „Der MSCI World ist eine Mogelpackung“ Geldanlage: Die zehn Lieblings-ETF der Vermögensverwalter Vermögensaufbau mit Aktien: Wie viel Geld brauche ich, um nicht mehr arbeiten zu müssen? 4. Warum lohnen sich Affären? Affären: 90 Prozent der Bevölkerung in Deutschland halten Fremdgehen für falsch. Aber ungefähr ein Viertel der Menschen in monogamen Zweierbeziehungen hat Affären. Julia Bellabarba, Diplompsychologin und Paar- und Sexualtherapeutin mit Praxis in Berlin, spricht im Interview über dieses Spannungsverhältnis und was Menschen dazu bringt, etwas zu tun, das sie moralisch fragwürdig finden. Und warum andere es nicht tun. Monogamie: Ist der Mensch überhaupt dafür gemacht, nur mit einer Person Sex zu haben oder widerspricht Monogamie unserer Natur? Bellabarba meint: Der Mensch ist dafür gemacht und gleichzeitig nicht. „Wir sind Bindungswesen: Bis wir uns selbst Schuhe anziehen können, ist eine kleine Giraffe längst in der Welt unterwegs. Deshalb bleibt unser Bedürfnis nach Bindung zeitlebens stark. Gleichzeitig ist auch unser Wunsch nach Autonomie existenziell. Weil wir beide Bedürfnisse haben, trägt die Idee der Treue einen Widerspruch in sich.“ Unsere romantische Idee von Liebe tue so, als würde der Wunsch nach Autonomie nicht existieren. Kosten: Affären haben ihren Preis, sie sorgen für Verletzungen und geben dem Betrogenen möglicherweise für lange Zeit die moralische Oberhand. Sollte man es dann nicht einfach bleiben lassen? Die Paartherapeutin sagt dazu: „Eine Affäre ist ein begnadeter Zustand, der mit großen narzisstischen Aufwertungen verbunden ist. Man sieht sich in den Augen der anderen Person als das phantastischste Wesen der Welt. Wer würde das nicht wollen? Ich muss also sehr gute Gründe haben, die es für mich, mit allen meinen Anteilen, erstrebenswert machen, darauf zu verzichten.“ Das Paradox der Untreue: „Treu zu bleiben, ist weder selbstverständlich noch leicht“ So läuft Sugardating: „Ich gebe im Monat 1600 bis 3000 Euro für Sugarbabes aus“ Warum Begehren erlischt: Ehe ohne Sex: Kann das funktionieren? 5. Dieses Junkfood sollten Sie nicht essen Experiment: Der britische Arzt Chris van Tulleken aß in einem Selbstexperiment über einen Monat lang zu 80 Prozent industriell hochverarbeitete Nahrung. Am Ende hatte er Schlafstörungen, Sodbrennen, Pickel, ein aufgedunsenes Gesicht, Kopfschmerzen, Ängste, depressive Verstimmungen, eine gesunkene Libido sowie 6,5 Kilogramm an Gewicht zugenommen. Sein Fazit nach einem Monat: „Ich fühle mich zehn Jahre älter.“ Auch unser Kolumnist Prof. Dr. med. Andreas Michalsen betreut Patienten, deren angeschlagene Gesundheit auf ihre Ernährung zurückzuführen ist. Klassifikation: Michalsen verweist auf die sogenannte Nova-Klassifikation für Lebensmittel, die über den Verarbeitungsgrad der jeweils enthaltenen Nahrung Auskunft gibt. Aufschlussreich ist hier die Gruppe 4 der hochverarbeiteten Lebensmittel: Sie umfasst etwa Limonaden, Energydrinks, abgepackte Snacks, Wurst, Fertig- und Tiefkühlgerichte, Kekse, Gebäck, Margarine, verarbeitete Milchprodukte, Konservengerichte und Frühstückscerealien. Solche Produkte enthalten meist Zutaten wie Emulgatoren, künstliche Aromen, Süßstoffe, Farbstoffe und Konservierungsstoffe – und es sind häufig jene Produkte, die in der Werbung auftauchen. Junkfood: Gegenstand der Forschung war auch bereits das „beliebteste und schlimmste Junkfood Süddeutschlands“: die Leberkässemmel. Michalsen beschreibt sie so: „Sie besteht aus Weißmehl und einer Art Wurstscheibe mit Fleischresten minderer Qualität, viel Salz und Zusatzstoffen. Als Krönung wird sie oft mit einem Spezi kombiniert.“ Sie ließe sich etwas gesünder herstellen, mit mehr Ballaststoffen, weniger Salz, mehr magerem Fleisch statt Fleischabfällen, weniger Kalorien. Aufgrund der etwas höheren Ausgaben machten die industriellen Hersteller aber nicht mit. Kolumne „Richtig essen“: Auf diese zwei Lebensmittel sollte man ganz verzichten Kolumne „Richtig essen“: Bestimmte Lebensmittel wirken bei Arthrose und Rheuma wie Medizin Gesunde Ernährung: „Mit der richtigen Ernährung kann man mehrere Lebensjahre rausschlagen“ 6. „Selbst ein Spaziergang ist nur unter Qualen möglich“ Hormonumstellung: Etwa neun Millionen Frauen sind hierzulande in den Wechseljahren. Die meisten von ihnen haben Beschwerden wie Hitzewallungen und Schweißausbrüche. Aber die Hormonumstellung kann auch zu Problemen führen, die oft verkannt, unterschätzt und falsch behandelt werden: Muskel- und Skelettbeschwerden. 50 Prozent der Frauen in den Wechseljahren sind schätzungsweise davon betroffen, manche Studien gehen sogar von rund 70 Prozent aus. Auch unsere Autorin Ragnhild Schweitzer gehört zu ihnen, bei ihr begann es, als sie mit 44 Jahren in die Wechseljahre kam. Schmerzen: Schweitzer berichtet, dass die Muskeln in ihren Beinen immer steifer, die Schmerzen in Hüftgelenk, Rücken, Knie und Schulter zunehmend schlimmer wurden. Inzwischen, mit 53 Jahren, bestimmten die Beschwerden ihr Leben: „Ich kann vor Schmerzen kaum schlafen; komme morgens schlecht aus dem Bett, weil ich so steif bin; kann keinen Sport mehr treiben. Selbst ein Spaziergang ist nur unter Qualen möglich.“ Schweitzers Orthopädin war nicht hellhörig geworden, sie selbst kannte den Zusammenhang nicht und ging deshalb nicht zum Frauenarzt, sondern zu einem weiteren Orthopäden. Dabei ist der Zusammenhang von Menopause und Muskel- und Skelettbeschwerden schon lange bekannt. Therapie: Um betroffenen Frauen zu helfen, kann eine Hormonersatztherapie infrage kommen. Studien zeigen, dass Frauen, die wegen Wechseljahressymptomen eine Hormonersatztherapie bekommen, seltener unter Gelenkbeschwerden leiden, seltener ein künstliches Knie- oder Hüftgelenk benötigen und mehr Muskelkraft haben. Ein endgültiger Beweis für die Wirksamkeit bei Muskel- und Skelettsymptomen stehe noch aus, sagt der Gynäkologe Peyman Hadji, aber das Potential der Hormonbehandlung werde „deutlich unterschätzt“. Auch für unsere Autorin steht die Entscheidung fest: „Ich werde eine Hormonersatztherapie beginnen, ich leide einfach sehr stark unter meinen Symptomen.“ Wechseljahre: Wie ich die Ursache für meine Gelenkschmerzen fand Therapie fürs Knie: Die Rettung des Knorpels Herz und Kreislauf: So können Männer mehr als zehn Jahre Lebenszeit gewinnen
