FAZ 02.12.2025
20:11 Uhr

DFB-Pokal-Achtelfinale: St. Pauli gelingt Coup in Mönchengladbach


In der Bundesliga läuft es nicht, doch im Pokal erkämpfen die Hamburger den lang ersehnten Sieg gegen formstarke Gladbacher. Derweil liefert Hertha BSC gegen Kaiserslautern eine Galavorstellung ab.

DFB-Pokal-Achtelfinale: St. Pauli gelingt Coup in Mönchengladbach

Der FC St. Pauli hat seine lange Misserfolgsserie beendet und steht zum insgesamt siebten Mal im Viertelfinale des DFB-Pokals. Der Tabellen-17. der Fußball-Bundesliga gewann bei Borussia Mönchengladbach mit 2:1 (1:0) und erreichte wie zuletzt vor zwei Jahren wieder die Runde der letzten acht Teams. Damit sind dem Klub im diesjährigen Wettbewerb bereits mehr als drei Millionen zusätzliche Einnahmen sicher. Die Gladbacher, die unter ihrem neuen Cheftrainer Eugen Polanski zuvor fünf Pflichtspiele unbesiegt blieben, erlitten hingegen einen kleinen Rückschlag und verpassten weitere Zusatzeinnahmen im Pokal. Vor 48.104 Zuschauern im Borussia-Park erzielten Martijn Kaars (43. Minute) und Louis Oppie (83.) die Treffer für die Hamburger, die vor einem Monat im Bundesligaspiel am Millerntor den Gladbachern noch mit 0:4 unterlegen waren. Die Gladbacher kamen durch Haris Tabakovic (56.) zum zwischenzeitlichen Ausgleich. Nach den Ausfällen von Florian Neuhaus und Robin Hack sortierte Borussia-Trainer Polanski seine Elf nach dem 0:0 gegen RB Leipzig am vergangenen Freitag auf vier Positionen neu und beorderte in Shuto Machino, Giovanni Reyna, Kevin Stöger und Lukas Ullrich gleich vier neue Spieler ins Team. Dabei wählte Polanski eine durchaus offensive Variante. St. Pauli agiert mutig Schon im Ligaspiel vor einem Monat am Millerntor präsentierte sich die Borussia sehr offensiv. Davon wollte Polanski vor der Partie aber nicht mehr wissen. „Wir müssen dieses Ergebnis komplett aus unseren Köpfen löschen, das Bundesligaspiel hilft uns für Dienstag überhaupt nicht weiter“, sagte der Trainer. In der Tat präsentierten sich die Gäste trotz der langen Negativserie sehr kompakt in der Defensive und mutig in der Offensive. Die späte und unglückliche Niederlage am Wochenende beim FC Bayern hat den „Kiez-Kickern“ durchaus auch Zuversicht gegeben. Trainer Alexander Blessin musste zwar auf seinen schnellen Stürmer Andréas Hountondji verzichten, nahm aber insgesamt nur zwei Veränderungen vor. Auch Stammtorhüter Nikola Vasilj blieb an seinem 30. Geburtstag im Tor. Zuletzt spielte sein Vertreter Ben Voll im Pokal. Kaars trifft nach Sololauf Das erst zweite Aufeinandertreffen beider Teams im Pokal war über weite Strecken ausgeglichen. Die besseren Torchancen hatten die Gastgeber durch Kevin Stögers Distanzschuss (11.) und einem Kopfball von Haris Tabakovic (14.). Die überraschende 1:0-Führung für die Gäste fiel dann nach einem Konter über Kaars, der sich gegen Nico Elvedi und Lukas Ullrich durchsetzen konnte und somit seinen ersten Treffer für St. Pauli erzielte. Die Antwort gaben die Gastgeber nach der Pause. Eine perfekte Flanke von Franck Honorat verwandelte Tabakovic souverän mit dem Kopf gegen die Laufrichtung von Keeper Vasilj. Doch Gladbacher taten sich weiter schwer und mussten in der Schlussphase das 1:2 durch Oppie hinnehmen. Hertha überrennt Kaiserslautern Hertha BSC ist nach einer Galavorstellung in das Viertelfinale des DFB-Pokals eingezogen. In der Runde der letzten 16 besiegten die in der zweiten Liga seit sechs Spielen siegreichen Berliner den 1. FC Kaiserslautern mit 6:1 (3:1). Vor 51.193 Zuschauern im Berliner Olympiastadion erzielten Luca Schuler (6./60.), Marten Winkler (21.), Kennet Eichhorn (31.) sowie die eingewechselten Dawid Kownacki (75.) und Maurice Krattenmacher (80.) die Berliner Treffer. Für die Gäste traf Marlon Ritter (45.+2). Hertha spielte sich in der ersten halben Stunde in einen wahren Spielrausch. Zunächst erlief Schuler einen Rückpass von Gyamfi, umkurvte den Torhüter und schob zur frühen Führung ein (6.). Winkler vollendete zehn Minuten später ein Solo fast von der eigenen Strafraumgrenze. Eichhorn gelang sein erster Pflichtspieltreffer im zwölften Profieinsatz (31.). Hertha lässt nicht nach Lautern war trotzdem bemüht und belohnte sich in der Nachspielzeit der ersten Hälfte durch Kapitän Ritter, der aus der Distanz traf. Für Herthas Schlussmann Tjark Ernst war es der erste Gegentreffer in einem Pflichtspiel seit 615 Minuten ohne Nachspielzeit. Nach dem Seitenwechsel wurde Lautern aktiver, aber es mangelte an Genauigkeit. So entstand auch der vierte Gegentreffer nach einer Tändelei der Gäste im Mittelfeld. Wieder vollendete Schuler den Konter nach Pass von Cuisance (60.). Der eingewechselte Kownacki sorgte eine Viertelstunde vor dem Ende für die endgültige Entscheidung, Krattenmacher für den Endstand (80.).