Angeführt von Standardspezialist Vincenzo Grifo hat der SC Freiburg die Hoffnungen des SV Darmstadt 98 auf einen Coup im DFB-Pokal abrupt beendet und souverän das Viertelfinale erreicht. Die favorisierten Südbadener von Trainer Julian Schuster setzten sich mit 2:0 (1:0) gegen den Zweitliga-Klub durch. Grifo traf dabei zunächst mit einem präzise und wuchtig verwandelten Foulelfmeter in den Winkel (42. Minute). Dann bereitete der Flügelspieler den zweiten Treffer von Lucas Höler (69.) und damit die Entscheidung vor. Einen noch deutlicheren Erfolg vergab der 32-Jährige, als er beim zweiten Foulelfmeter an der Latte scheiterte (84.). Mit Spannung wird der aktuelle Europa-League-Teilnehmer und Pokal-Finalist von 2022 auf die Auslosung am Sonntagabend für die nächste Runde blicken, die im Februar 2026 ausgetragen wird. Darmstadt verlor kurz vor Schluss noch Matej Maglica per Gelb-Roter Karte (88.) und muss sich auf das Zweitliga-Geschehen konzentrieren. Als Fünfter zählt die Truppe von Trainer Florian Kohfeldt zur Spitzengruppe. Darmstadt mit Chance zur Führung Im nicht ausverkauften Europa-Park-Stadion geschah vor 30.000 Zuschauern eine knappe halbe Stunde wenig Nennenswertes. Dann wurde es für den „Sport-Club“ plötzlich brenzlig. Torhüter Florian Müller musste sich strecken, um den Schuss von Matthias Bader über die Latte zu lenken (27.) Eindringlich hatte SC-Trainer Schuster davor gewarnt, die Pokal-Aufgabe gegen den Zweitliga-Verein zu unterschätzen. Schließlich war zwei Jahre nacheinander frühzeitig trotz einer Favoritenrolle Schluss gewesen. Grifo fehlen noch drei Treffer zum Rekord Schusters Elf hatte zwar von Beginn an die Spielkontrolle. Drei Tage nach der 4:0-Gala gegen den FSV Mainz 05 konnten die Freiburger ihre Überlegenheit jedoch zunächst nicht in Tore umzumünzen. Erst der Strafstoß kurz vor der Pause ließ Jubel aufbranden. Abgezockt ließ Grifo Darmstadts Nummer eins Marcel Schuhen keine Abwehrchance. Mittelfeld-Kollege Johan Manzambi war zuvor von Patric Pfeiffer per Foul gebremst worden. Der formstarke Freiburger Jungstar hatte kurz zuvor noch die bis dahin größte Chance des SC aus kurzer Distanz nicht nutzen können. Wieder stand Grifo so im Fokus. Wie am Sonntag, als er mit seinem 69. Bundesliga-Treffer mit Freiburgs Rekordschütze Nils Petersen gleichgezogen war. Drei Treffer fehlen der Offensivkraft nun noch, um zu Petersen (105 Tore) auch wettbewerbsübergreifend aufzuschließen. Darmstadt kam etwas agiler aus der Pause. Doch Höler erzielte für die Gastgeber das Tor. Dann musste sich Freiburgs Torwart Müller in seiner zweiten Bewährungschance der Saison als Ersatz für Noah Atubolu mehrmals auszeichnen. Doch dass der zweite Elfmeter nach einem Foul an Philipp Treu und nach einer Video-Entscheidung nicht saß, konnte der SC verkraften. Darmstadt scheiterte wie im Vorjahr im Achtelfinale und stand nur 1986/87 in der Runde der besten Acht. Bochum unglücklich Mit unfreiwilliger Hilfe von Bochums Pechvogel Philipp Strompf ist der VfB Stuttgart ins Viertelfinale des DFB-Pokals eingezogen. Der Titelverteidiger gewann das Achtelfinale beim Zweitliga-Klub mit 2:0 (1:0). VfL-Verteidiger Strompf brachte die Schwaben per Eigentor in der zwölften Minute zunächst in Führung und sah dann in der Nachspielzeit der ersten Hälfte auch noch die Rote Karte. Im stimmungsvollen Ruhrstadion traf vor 25.940 Zuschauern zudem Nationalspieler Deniz Undav (47.) für den VfB. So können die Stuttgarter weiter vom nächsten Endspiel in Berlin träumen. Bochum verpasst seine Chancen Die Gäste, bei denen Trainer Sebastian Hoeneß stark rotierte, erwischten einen Traumstart. Stuttgarts Ramon Hendriks schleuderte einen Einwurf in den Strafraum. Dort wollte Bochum-Verteidiger Strompf klären, verlängerte den Ball aber ganz unglücklich über Torwart Timo Horn ins eigene Tor. Die Bochumer, die schon vor dem Rückstand eigentlich gut im Spiel waren und auch die ersten Chancen hatten, wirkten jedoch keinesfalls geschockt. Zwar überließen sie dem VfB häufig den Ball und ließen die Schwaben im Mittelfeld spielen. Bei Kontern blieb der VfL, der von Trainer Uwe Rösler bei sieben Grad in kurzer Hose nach vorne gepeitscht wurde, jedoch gefährlich. Nach einem langen Ball aus der eigenen Hälfte lief Farid Alfa-Ruprecht alleine Richtung Stuttgarter Tor. Vom weit heraus geeilten Fabian Bredlow, der anstelle von Stammtorwart Alexander Nübel spielte, ließ er sich jedoch aus dem Konzept bringen und schoss vorbei. Francis Onyeka und der umtriebige Kjell Wätjen vergaben weitere Chancen zum Ausgleich. Empörung über Platzverweis Kurz vor der Pause nahm der ohnehin schon bittere Fußballabend für Strompf ein vorzeitiges Ende. Der 27-Jährige nahm den Ball unsauber an und foulte in der Folge Torjäger Undav im Mittelfeld – weil der VfB-Angreifer frei auf das Tor zugelaufen wäre, zeigte Schiedsrichter Florian Badstübner nach Ansicht der Videobilder Strompf die fragwürdige Rote Karte. Bochums Geschäftsführer Ilja Kaenzig nannte den Platzverweis in der ARD „hart und kleinlich“. Simon Zoller, der früher für den VfL stürmte und nun für den Verein arbeitet, bezeichnete ihn als „absoluten Wahnsinn“. Der VfB nutzte die Überzahl schnell aus. Undav verwertete eine Flanke von Nationalspieler Jamie Leweling kurz nach der Pause per Kopf zum 2:0. Damit war die Partie entschieden. Stuttgart kontrollierte das Spiel und ließ beim weiter bemühten VfL keine Hoffnung mehr auf die Wende aufkommen.
