FAZ 19.12.2025
13:23 Uhr

Coldplay-Konzert: Jetzt spricht Kristin Cabot, die Frau aus dem Kiss-Cam-Video


Im Juli besuchte Kristin Cabot mit ihrem Chef Andy Byron ein Coldplay-Konzert. Eine Kiss-Cam-Aufnahme der beiden ging viral – und stellte ihr Leben auf den Kopf. Nun spricht Cabot über Beleidigungen und Morddrohungen.

Coldplay-Konzert: Jetzt spricht Kristin Cabot, die Frau aus dem Kiss-Cam-Video

Chris Martins Hoffnung, mit der sogenannten Kiss Cam während eines Konzerts seiner Band Coldplay „nichts Böses“ angerichtet zu haben, hat sich nicht erfüllt. Wie die frühere Personalmanagerin Kristin Cabot jetzt nach ihrem unfreiwilligen Auftritt im vergangenen Juli sagte, habe die Aufnahme ihr Leben aus der Bahn geworfen. Die auf das Publikum gerichtete Kamera hatte die noch verheiratete, von ihrem Ehemann getrennt lebende Dreiundfünfzigjährige bei Martins Auftritt in Foxborough bei Boston (Massachusetts) in den Armen ihres verheirateten Chefs bei dem amerikanischen Technologieunternehmen Astronomer, Andy Byron, gezeigt. Als Cabot sich damals überrascht die Hände vor das Gesicht schlug und Byron sich hinter Zuschauern versteckte, witzelte Martin auf der Bühne über eine mögliche Affäre der beiden. Wie Cabot die „New York Times“ am Donnerstag wissen ließ, lag der Sänger falsch. Sie sei zwar in ihren Chef verliebt gewesen. Eine sexuelle Beziehung mit Byron hätte sie nicht geführt, sagte sie. „Ich habe eine falsche Entscheidung getroffen und mich unangemessen mit meinem Chef gezeigt“, gab sie zu. Sie besuchte das Konzert mit Freunden – und mit ihrem Chef Das Konzert fand am 16. Juli statt – zu einem Zeitpunkt, als Cabot frisch von ihrem Ehemann Andrew Cabot, einem Rumhersteller, getrennt war. Es sei das erste Mal seit Langem gewesen, dass sie wieder ausgegangen ist. Sie ging mit einer Gruppe von Freunden – und mit Andy Byron, ihrem Chef.  Auf die Frage der „New York Times“, ob sie Bedenken gehabt habe, antwortete sie: „Ein kleiner Teil meines Gehirns ist vielleicht auf und ab gesprungen und hat mit den Armen gewunken und gesagt: Tu das nicht!“, antwortete Cabot. Aber im Großen und Ganzen „nein“. Sie war „begeistert“, Byron ihren Freunden vorstellen zu können. „Ich dachte mir: ‚Ich schaffe das. Ich kann mich verlieben. Ich komme damit klar.‘“ Dann schwenkte die Kiss Cam auf Cabot und Byron, die Aufnahme erzielte innerhalb weniger Tage mehr als 100.000 Aufrufe auf Tiktok – und das hatte Folgen. Wie Cabot nun sagt, habe sie nicht nur bei Astronomer gekündigt und ihre Karriere aufgegeben. Auch die Beziehung zu ihren beiden Kindern habe gelitten. „Sie sind wütend auf mich. Und ich muss akzeptieren, dass sie vielleicht für den Rest ihres Lebens wütend auf mich sind“, sagte sie. Ihren früheren Chef habe sie inzwischen aus den Augen verloren. In sozialen Medien werde sie belächelt, beleidigt und beschimpft. Sie sei als „Schlampe“, „Ehebrecherin“ und „Goldgräberin“ bezeichnet worden. Man habe ihren Körper betrachtet, bestimmte Körperteile bewertet und für nicht hübsch genug befunden. Nach eigener Aussage gingen in den vergangenen Monaten fast 60 Morddrohungen bei ihr ein. Als Cabot ihrer Mutter einen der Anrufe vorspielte, sollen ihre Kinder aus Versehen mitgehört haben. „Sie fühlten sich schon vorher schlecht, aber das war der Moment, in dem alles zusammenbrach“, erinnerte sie sich. Die beiden Schüler würden durch eine Therapeutin betreut. Cabot traut sich inzwischen wieder für gelegentliche Tennisstunden aus dem Haus. Dass viele Verrisse von Frauen stammten, stimmt sie bitter. „Als Frau habe ich wie üblich den Großteil der Beleidigungen abbekommen. Und es waren vor allem Frauen, die mir vorwarfen, mich hochgeschlafen zu haben“, sagte Cabot. Besonders schlecht zu sprechen ist sie auf Gwyneth Paltrow. Die Oscar-Preisträgerin und frühere Ehefrau des Coldplay-Sängers Martin hatte im vergangenen Sommer für Cabots früheren Arbeitgeber Astronomer einen Werbespot aufgenommen, in dem sie auf die Knutschereien vor der Kiss Cam anspielte. „Ich habe Paltrow immer für ihre Marke Goop bewundert, weil sie Frauen etwas Gutes tun wollte. Und dann macht sie so etwas“, wetterte Cabot in der britischen „Times“. Die Produkte, die sie bei Goop bestellt hatte, habe sie inzwischen weggeworfen.