Fast genau 30 Jahre nach dem Verschwinden der damals acht Jahre alten Deborah Sassen in Düsseldorf haben die Ermittler einen Verdächtigen im Visier. Die Staatsanwaltschaft bestätigte am Mittwoch entsprechende Medienberichte, machte aber keine weiteren Angaben zu dem Mann. In den vergangenen Tagen hatten Ermittler der zuständigen Mordkommission mit Unterstützung von Spezialisten des Bundeskriminalamts Wohnungen, ein Haus sowie eine Sickergrube im Düsseldorfer Stadtteil Wersten durchsucht. Sterbliche Überreste wurden nicht gefunden, wie es von der Staatsanwaltschaft hieß. Die sichergestellten Beweismittel müssten ausgewertet werden. Der Fall Deborah Sassen zählt zu jenen Cold Cases, die auch die Ermittler besonders bewegen. Das Mädchen war am 13. Februar 1996 auf ihrem nur wenige Hundert Meter langen Heimweg von der Grundschule am Rheindorfer Weg in Düsseldorf-Wersten spurlos verschwunden. Zwei Stunden nach Schulschluss alarmierten die Eltern die Polizei. Eine große Suchaktion mit Spürhunden und Tauchern, die einen nahe gelegenen zugefrorenen See absuchten, blieb ohne Erfolg. Schon lange wird die Causa nicht mehr als Vermissten-, sondern als Mordfall geführt. Weil Mord nicht verjährt, wird die Akte nicht geschlossen. Jedem noch so kleinen Hinweis gehen die Ermittler nach. Dem federführenden Kriminalbeamten wurden zwischenzeitlich zusätzliche Regalböden ins Büro eingebaut, damit er die wachsende Akte stets in Griffnähe hat. Zuletzt hatte die Polizei vor einem Jahr die Bevölkerung in dem Cold Case abermals um Mithilfe und Hinweise gebeten.
