FAZ 02.01.2026
11:03 Uhr

Clooneys französischer Pass: „Das ist nicht die richtige Botschaft“


George Clooney hat nun die französische Staatsbürgerschaft – zur Empörung der beigeordneten Innenministerin Frankreichs. Der Innenminister spricht dagegen von der „Strahlkraft“ Clooneys. Und auch Trump mischt sich ein.

Clooneys französischer Pass: „Das ist nicht die richtige Botschaft“

Für den offiziellen französischen Einbürgerungstest reichten seine Sprachkenntnisse auch nach „mehr als 400 Unterrichtstagen“ nicht. Das hat der amerikanische Schauspieler George Clooney kürzlich im Radiosender RTL zugegeben. Aber der 64 Jahre alte Weltstar kann 2026 dennoch mit einem französischen Pass in sein Anwesen in der Provence bei Brignoles reisen. Per Dekret wurden ihm, seiner Ehefrau Amal und den acht Jahre alten Zwillingen die französische Staatsbürgerschaft verliehen. Die beigeordnete Innenministerin Marie-Pierre Vedrenne empörte sich in Paris darüber, bei der Einbürgerung werde „mit zweierlei Maß gemessen“. Für weniger prominente Ausländer wurden die Sprachtests zur Einbürgerung gerade verschärft. „Das ist nicht die richtige Botschaft“, sagte die beigeordnete Ministerin im Radiosender Franceinfo. Es sei eine Frage der Gerechtigkeit, dass die Regeln für alle gelten. Sie werde sich genau ansehen, ob Clooney nicht eine Sonderbehandlung erfahren habe. „Eine große Chance für Frankreich“ Von ihrem Vorgesetzten, Innenminister Laurent Nuñez, wurde sie daraufhin gemaßregelt. Clooney Einbürgerung sei „eine große Chance für Frankreich“, da er „mit seinem herausragenden Wirken zum Ansehen Frankreichs beiträgt“, belehrte der Innenminister die Kritikerin. Die Strahlkraft Clooneys komme dem Land zugute. Außerdem verbringe die Familie Clooney viel Zeit in Frankreich, die beiden Kinder würden sogar die Schule besuchen. Clooney hatte das Anwesen in der Provence 2021 erworben. Der französische Pass erregte bis ins Weiße Haus Aufsehen. „Gute Nachrichten! George und Amal Clooney, zwei der schlechtesten politischen Prognostiker aller Zeiten, sind nun offiziell französische Staatsbürger“, schrieb Donald Trump und warf den französischen Behörden „eine absolut katastrophale Einwanderungspolitik“ vor. Clooney sei „überhaupt kein Filmstar“, sondern nur ein „Durchschnittstyp, der sich unentwegt über gesunden Menschenverstand in der Politik beschwerte“. Clooney reagierte auf die Äußerungen von Trump und nahm Bezug auf die „Midterms“ in diesem Jahr. „Ich gebe dem aktuellen Präsidenten vollkommen recht. Wir müssen Amerika wieder großartig machen. Wir fangen im November damit an“, hieß es in einem Statement des Schauspielers von Donnerstag, das mehreren US-Medien vorlag.