Für Juden auf der ganzen Welt sind es schwere Zeiten. Chanukka, das jüdische Lichterfest, soll ihnen Hoffnung spenden. Es hat am Sonntag begonnen – allerdings mit einer neuen Hiobsbotschaft. In Australien griffen Terroristen eine Chanukka-Feier an. Bei diesem Fest erinnern sich Juden ebenfalls an eine Zeit der Not vor mehr als 2000 Jahren, als sie vom Seleukidenreich unter Antiochus Epiphanes unterjocht wurden. Während der Okkupation wurde der Tempel von Jerusalem entweiht und für die Religion der Griechen vereinnahmt. Doch einige Juden leisteten Widerstand. Angeführt vom Priester Mattatias, begannen dessen fünf Söhne eine Revolte gegen die griechischen Besatzer. Als Mattatias starb, wurde dessen Sohn Judas, der Makkabi genannt wurde (abgeleitet vom Wort „Makkaba“ – der Hammer), zum neuen Anführer des Aufstands. 164 vor Christus gelang es den Widerstandskämpfern, den sogenannten Makkabäern, schließlich die Seleukiden zu besiegen. Die Juden kehrten zum Tempel zurück, beseitigten die Spuren der fremden Religion und weihten ihr Heiligtum wieder. Nun sollte die Menora, die siebenarmige Öllampe, wieder angezündet werden. Doch die Menge an Öl, die nach der Vertreibung der Griechen übrig geblieben war, hätte bloß für einen Tag gereicht. Der Überlieferung nach geschah jedoch etwas Unerwartetes: Entgegen allen Erwartungen brannte die Menora ganze acht Tage lang. Ins Deutsche übersetzt, bedeutet Chanukka daher auch die „Weihung“. Um dieses Wunder und die damit verbundene Hoffnung nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, zünden die Juden während des Fests, das jeweils am 25. Tag des neunten Monats im jüdischen Kalender beginnt, den Chanukka-Leuchter an. Jeden Abend wird dabei eine weitere Kerze hinzugefügt, bis am achten Abend alle Lichter brennen. Traditionell isst man in dieser Zeit auch in Öl gebackene Speisen wie zum Beispiel Kartoffelpuffer, die Latkes genannt werden, oder Sufganiot, ein mit Marmelade oder Vanillecreme gefülltes frittiertes Gebäck – ähnlich einem Berliner oder Donut. Und so gilt auch das Chanukka-Fest, selbst wenn es an eine Notlage erinnert, als ein fröhliches Fest. Wenn sie Freunde und Familien an den jeweiligen Abenden treffen, gemeinsam essen und die Kinder, ähnlich wie beim Weihnachtsfest, mit kleinen Präsenten und Süßigkeiten beschenkt werden. Das Fest zeigt, wie man – trotz dunkler Zeiten und geleitet vom Licht – Hoffnung für die Zukunft finden kann. In Israel und auf der ganzen Welt werden Juden dies versuchen, den düsteren Nachrichten aus Australien zum Trotz.
