FAZ 28.01.2026
16:50 Uhr

Champions League: Die wichtigsten Fragen und Antworten zur „XXL-Konferenz“


Am letzten Spieltag in der Ligaphase der Champions League finden 18 Partien parallel statt. Für wen geht es noch um etwas? Wo stehen die deutschen Klubs? Und wie lässt sich das Spektakel verfolgen?

Champions League: Die wichtigsten Fragen und Antworten zur „XXL-Konferenz“

In welchem Tabellenbereich sind die größten Dramen zu erwarten? Vor dem letzten Spieltag der Ligaphase an diesem Mittwoch (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League und bei DAZN) liegen in dem riesengroßen Segment zwischen Galatasaray Istanbul auf Rang 17 und Club Brügge auf Platz 27 nur drei Punkte. Jedes Führungstor, jeder Ausgleich führt hier automatisch zu Verschiebungen, die oft mehrere Mannschaften betreffen werden. Weil die fünf Vereine dahinter ebenfalls noch theoretische Chancen auf den Sprung unter die 24 besten Teams und damit auf die Teilnahme an der Play-off-Runde haben, ist so gut wie sicher, dass der Modus bis zur letzten Minute der letzten Partien Hochspannung erzeugt. Kurios ist, dass der Spielplan nur zwei direkte Duelle der um die Play-off-Teilnahme kämpfenden Vereine hergibt: Club Brügge gegen Olympique Marseille und Ajax Amsterdam gegen Olympiakos Piräus. Interessant ist außerdem, welche der vielen Champions-League-Giganten zwischen Platz zwei und 16 sich neben Bayern München und dem FC Arsenal direkt für das Achtelfinale qualifizieren. Dass aber oberhalb von Platz 16 niemand mehr direkt ausscheiden kann, entschärft die Lage. Wie ist es um die deutschen Klubs in diesem Tabellenbereich bestellt? Rein rechnerisch kann zwar auch Borussia Dortmund rausfliegen (siehe Frage zum BVB), aber sehr wahrscheinlich wird Bayer Leverkusen der einzige Bundesligaverein sein, der Teil des großen Play-off-Teilnahme-Spektakels wird. Die Rheinländer spielen gegen die bereits ausgeschiedenen Spanier vom FC Villarreal und sind mit einem Sieg sicher durch. Bei einem Unentschieden muss gerechnet werden. Ist das Spiel für den FC Bayern in Eindhoven noch von Bedeutung? Eher nicht. Vielleicht wollen die Münchner ihre Chance auf Platz eins in der Abschlusstabelle wahren. Wichtig ist es auch, unter die ersten vier zu kommen, weil das eine günstigere Position in dem Turnierbaum garantiert, der am Freitag (12.00 Uhr) ausgelost wird. Aber auch Platz vier ist den Münchnern bereits sicher. Allerdings kann der FC Bayern der Bundesliga einen Gefallen tun, die noch Chancen hat, einen fünften Teilnehmer in die kommende Champions-League-Saison entsenden zu dürfen. Deutschland steht im dafür ausschlaggebenden Ranking hinter England und Polen auf Platz drei – vor Spanien, Frankreich und Italien. Wahrscheinlich werden die Italiener und die Engländer die größten Konkurrenten um einen der beiden Plätze, die einem weiteren Klub Zugang zur Königsklasse verschaffen. Worum geht es für Borussia Dortmund gegen Inter Mailand? Rein rechnerisch ist Borussia Dortmund mit elf Punkten der 17. Kandidat, der um die Teilnahme an den Play-offs bangen muss. Aber nur, wenn in mindestens zehn der 18 noch zu spielenden Partien ungünstige Ergebnisse herauskommen. Das ist noch unwahrscheinlicher als der für den BVB ebenfalls mögliche Sprung unter die ersten acht Mannschaften. Wichtig ist das Duell aber trotzdem, weil es darum geht, in den Topf der acht gesetzten Play-off-Teams zu kommen (Rang neun bis 16). Denn die Gesetzten dürfen das Play-off-Rückspiel vor eigenem Publikum austragen. Anders als im vorigen Jahr zeichnet sich außerdem ab, dass die ungesetzten Klubs auf Platz 17 bis 24 weniger stark sein werden. Daher wäre ein Erfolg viel wert für das Team von Niko Kovač. Zumal es sich um ein direktes Duell mit den Italienern handelt, die ebenfalls auf den fünften Teilnehmer im kommenden Jahr hoffen. Wie lässt sich das Spektakel mit 18 zeitgleich stattfindenden Spielen am unterhaltsamsten verfolgen? Der Streamingdienst DAZN bietet seine opulent präsentierte „XXL-Konferenz“ an. Für Zuschauer war das Format im vergangenen Jahr jedoch nicht ganz leicht verdaulich. Weil die Tore teilweise im Sekundentakt fielen und die Kommentatoren vor der kaum lösbaren Herausforderung standen, die sich ständig verändernde Lage klar zu erfassen und verständlich zu vermitteln. Ein „Second Screen“ – zum Beispiel auf dem Smartphone – ist unverzichtbar, denn mehr noch als um den eigentlichen Sport geht es zumindest in der medialen Präsentation um Zahlen, Konstellationen und Eventualitäten. Es ist die Nacht der Blitztabelle. Was passiert anschließend? Am Freitag wird es ein komplexes Auslosungsverfahren geben, in dessen Verlauf zunächst die Play-off-Partien ermittelt werden. Grundlage ist ein strenges Muster, demzufolge für jeden Play-off-Teilnehmer genau zwei Gegner infrage kommen. Die Teams von Platz neun und zehn treffen auf den 23. oder den 24., der Elfte und Zwölfte auf den 21. oder 22. und so weiter. Außerdem wird für den weiteren Wettbewerbsverlauf ein Turnierbaum ausgelost, der bis zum Finale alle weiteren Begegnungen vorgibt. Vorab festgelegt ist, dass jene Vereine, die sich wie Bayern München direkt für das Achtelfinale qualifiziert haben, in der Runde der besten 16 auf ein Gewinnerteam aus der Play-off-Runde treffen. Und dass diese acht besten Teams der Ligaphase das Achtelfinal-Rückspiel im eigenen Stadion austragen dürfen.