FAZ 03.01.2026
08:55 Uhr

Caracas: Venezuela: „Schwerer militärischer Angriff der USA“


In der venezolanischen Hauptstadt Caracas gab es Explosionen. Staatschef Maduro ruft den Ausnahmezustand aus. Reporter berichten von Hubschraubern und Flugzeugen über der Stadt.

Caracas: Venezuela: „Schwerer militärischer Angriff der USA“

Nach mehreren Explosionen in der Hauptstadt Caracas hat Venezuela den USA einen „schweren militärischen Angriff“ vorgeworfen. Der venezolanische Staatschef Nicolás Maduro habe den Ausnahmezustand ausgerufen und die Mobilisierung der Bevölkerung angeordnet, hieß es am Samstag in einer Mitteilung der Regierung. US-Präsident Donald Trump hatte Maduro kürzlich gedroht, dass dessen Tage „gezählt“ seien. In der Erklärung von Maduro ist von Angriffen nicht nur auf Caracas, sondern auch auf weitere Teile des Landes die Rede. Der Sender CBS News berichtete, Präsident Trump habe Militärschlägen gegen Venezuala schon vor Tagen zugestimmt. „Fox News“ beruft sich auf eine Quelle, die bestätigt habe, dass die Angriffe von den USA ausgeführt worden seien. Die „New York Times“ berichtete, ein Sprecher des Pentagons habe alle Fragen zu den Explosionen in Caracas abgewiesen. Auch das Weiße Haus sei zu keinem Kommentar bereit. Zuvor hatten Reporter verschiedener Medien über Explosionen in Caracas berichtet. Auf Bildern waren große Rauchwolken zu sehen. Mehrere Detonationen sollen sich im Gebiet La Carlota ereignet haben, wo ein Stützpunkt der venezolanischen Luftwaffe liegt. Auf einem Video des Senders VPItv war zu sehen, wie mehrere Hubschrauber über die nächtliche Stadt fliegen. Auch mehrere Journalisten vor Ort berichteten von Explosionen und Geräuschen von Flugzeugen oder Hubschraubern. Die Vorfälle begannen gegen 2 Uhr Ortszeit (7 Uhr MEZ). Gegen 2.15 Uhr dauerte der Lärm noch an, um 2.38 Uhr soll es eine weitere Explosion in Caracas gegeben haben. Der amerikanische Fernsehsender CNN meldete, in Teilen von Caracas sei der Strom ausgefallen. Lokalen Medien zufolge gab es auch Explosionen außerhalb der Hauptstadt. Trump hatte Venezuela immer wieder mit Angriffen gedroht Kolumbien Präsident Gustavo Petro schrieb auf der Plattform X: „In diesem Moment wird Caracas bombardiert. Alarm an alle: Venezuela wurde angegriffen. Sie beschießen es mit Raketen“. Der Konflikt zwischen den USA und Venezuela war zuletzt immer weiter eskaliert. Die US-Streitkräfte haben vor der Küste Venezuelas zahlreiche Kriegsschiffe, Kampfflugzeuge und Soldaten zusammengezogen. Das Militär versenkte zuletzt eine Reihe von angeblichen Drogenbooten, die Küstenwache beschlagnahmte mit Sanktionen belegte Öltanker. US-Präsident Donald Trump bestätigte zudem einen Angriff auf ein Hafengebiet in dem südamerikanischen Land. Zuletzt hatte Trump zudem von der Möglichkeit von US-Angriffen auf das venezolanische Festland gesprochen. Darüber hinaus hatte er gesagt, dass die Tage von Venezuelas linksnationalistischem Staatschef Nicolás Maduro „gezählt“ seien. Die USA werfen Venezuela vor, den Drogenschmuggel in die Vereinigten Staaten aktiv zu fördern und damit die Sicherheit der USA und ihrer Bürger zu gefährden. Venezuelas Präsident Maduro vermutet dagegen US-Pläne zu seinem Sturz und ein Bestreben der USA, sich der riesigen venezolanischen Erdölvorkommen zu bemächtigen. Am Donnerstag zeigte sich Maduro jedoch offen für Gespräche mit den USA. „Wo immer sie wollen und wann immer sie wollen“, sagte er im Staatsfernsehen mit Blick auf mögliche Gespräche mit den USA über die Bereiche Drogenhandel, Öl und Migration. Maduro betonte jedoch auch die Wehrhaftigkeit seines Landes: „Das nationale Verteidigungssystem hat die nationale Integrität, den Frieden des Landes und die Nutzung unserer Territorien garantiert und garantiert dies weiterhin“, erklärte er.