FAZ 13.02.2026
13:35 Uhr

Business-Ticker: Volkswagen muss in Frankreich wegen Dieselskandal vor Gericht


Jungheinrich schließt Produktion in Lüneburg +++ Deutsch-ukrainische Drohnenproduktion für die Front startet +++ Pfandbriefbank macht hohen Verlust  ++++  alle Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.

Business-Ticker: Volkswagen muss in Frankreich wegen Dieselskandal vor Gericht

 Jungheinrich schließt Produktion in Lüneburg  Der Gabelstaplerhersteller Jungheinrich stellt seine Produktion in Lüneburg bis Ende März 2027 ein. Für die 160 Beschäftigen, deren Jobs wegfallen, einigten sich Unternehmen und die IG Metall nach langem Ringen auf einen Interessenausgleich, einen Sozialplan und einen Sozialtarifvertrag, teilte die Gewerkschaft mit. Das Unternehmen bestätigte die Einigung. Geregelt sind unter anderem Abfindungen sowie die Einrichtung einer Transfergesellschaft. Die IG Metall bezeichnete das Ergebnis als substanziell, hält die Schließung des Werks jedoch weiterhin für einen Fehler. Erst vergangene Woche hatten Gespräche über Interessenausgleich, Sozialplan und Sozialtarifvertrag begonnen. Nach einer \"viertägigen, intensiven Verhandlungsphase\" stand die Einigung. Nach Angaben der IG Metall hat das Paket ein Volumen im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Vorgesehen ist den Angaben zufolge auch eine Transfergesellschaft, die den Übergang in neue Beschäftigung erleichtern soll. Am Standort selbst sollen Konstruktion und Verwaltung mit zusammen 125 Stellen erhalten bleiben. Die eigentliche Produktion solle jedoch vollständig eingestellt werden.Der Einigung war ein ungewöhnlich langer Arbeitskampf vorausgegangen. Seit dem 20. November befanden sich die Produktionsbeschäftigten nach Gewerkschaftsangaben in einem unbefristeten Streik, nachdem sich zuvor eine Mehrheit in einer Urabstimmung dafür ausgesprochen hatte. Die Fertigung stand in den mehr als 80 Tagen immer wieder still.Die IG Metall sprach von einem der längsten Arbeitskämpfe in Niedersachsen seit Jahrzehnten. Laut Unternehmen werden die Beschäftigten am Montag die Arbeit wieder aufnehmen.

Deutsch-ukrainische Drohnenproduktion für die Front startetEin erstes gemeinsames deutsch-ukrainisches Rüstungsunternehmen will bis Jahresende mindestens 10.000 Drohnen für die gegen die russische Invasion kämpfenden Streitkräfte der Ukraine liefern, schreibt die Nachrichtenagentur dpa. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nahm vor Beginn der Münchner Sicherheitskonferenz eine frisch produzierte Drohne aus der in Süddeutschland gelegenen Anlage entgegen - die Örtlichkeit soll geheim bleiben. \"Wir unterstützen damit die Ukraine in ihrem Kampf\", sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) bei der kurzen Zeremonie. \"Wir profitieren aber auch selbst.\" Weitere gemeinsame Rüstungsprojekte von Nato-Ländern mit der Ukraine werden folgen. Das neue Unternehmen heißt Quantum Frontline Industries. Der bayerische Hersteller Quantum Systems liefert seit 2022 Aufklärungsdrohnen an die Ukraine, derzeit sind nach Firmenangeben 1500 der unbemannten Kleinflugzeuge im Einsatz. Das Joint Venture fertigt nun in Lizenz die \"Linza\" genannten Drohnen des ukrainischen Unternehmens Frontline Robotics. Da die Rüstungsindustrie der Ukraine unter den russischen Angriffen leidet, soll die Auslagerung nach Deutschland höhere Produktionszahlen möglich machen. \"Linza\" ist keine Waffe, kann aber als solche eingesetzt werden. Die Transportdrohne kann bis zu zwei Kilogramm schwere Lasten tragen, einschließlich Bomben und Granaten. Im nächsten Jahr soll die Produktion ausgeweitet werden. \"Nach oben gibt es keine wirklichen Begrenzungen am Ende, außer den Kapazitäten der Firma\", sagte Pistorius. Das Vorhaben sei in \"Lichtgeschwindigkeit\" umgesetzt worden. Selenskyj dankte der Bundesregierung für die Unterstützung. \"Unsere Leute werden Wissen, Technologie und Ausbildung teilen\", sagte der ukrainische Präsident.

Universal Music darf Downtown übernehmenDie EU-Wettbewerbshüter haben die geplante, 775 Millionen Dollar schwere Übernahme des US-Musikunternehmens Downtown durch den Weltmarktführer Universal Music Group unter Auflagen genehmigt. Ihre Bedingung ist, dass die Downtown-Tochtergesellschaft Curve vollständig veräußert wird. Über Curve werden Lizenzkosten abgerechnet. Durch die Veräußerung soll verhindert werden, dass Universal durch das Geschäft Zugang zu sensiblen Geschäftsdaten von Konkurrenten erhalten könnte, wie die Europäische Kommission mitteilte. „Die Musikindustrie ist ein wichtiger Produzent von Kunstwerken, und daher ist es sehr wichtig, dass den Verbrauchern konkurrierende Anbieter zur Verfügung stehen. Unsere eingehende Untersuchung hat bestätigt, dass auch nach der Übernahme eine große Zahl von Unternehmen Vertriebsdienstleistungen für europäische Musiklabels und Künstler anbieten wird“, teilte EU-Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis mit. Downtown übernimmt unter anderem den Vertrieb für Indie-Labels und Künstler, Universal stärkt mit dem Deal seine Servicesparte Virgin. Universal ist vor Sony und Warner Music der größte der drei Majors genannten Musikkonzernen. Die Kommission hatte im Juli 2025 eine Untersuchung eingeleitet, Vertreter von Indie-Labels hatten zuvor Bedenken ob der Marktmacht Universals geäußert. Im Gespräch mit der F.A.Z. hatte Universal-Europachef Frank Briegmann unter anderem über die geplante Übernahme von Downtown und die Kritik daran gesprochen. Zudem ging es um den Umgang der Musikindustrie mit KI. Das Interview lesen Sie hier: 

  Pfandbriefbank macht hohen Verlust - Aktie fällt um 6 Prozent Der Rückzug aus dem US-Geschäft hat die Deutsche Pfandbriefbank 2025 noch tiefer in die Verlustzone gerissen als von Analysten erwartet. Für 2026 erwartet Vorstandschef Kay Wolf zwar wieder schwarze Zahlen, aber keine Rückkehr in frühere Gewinnhöhen. Vor Steuern verbuchte die Pfandbriefbank 2025 ein Minus von 250 Millionen Euro nach einem Gewinn von 104 Millionen ein Jahr zuvor, wie sie überraschend am Freitag in Garching mitteilte.  Für das laufende Jahr peilt Wolf einen Vorsteuergewinn von 30 bis 40 Millionen Euro an. Analysten hatten deutlich mehr auf dem Zettel. Die Aktie verlor um die Mittagszeit rund 7,5 Prozent.„Die Transformation der Bank erfordert aufgrund des US-Exits und der schleppenden Markterholung mehr Zeit, als wir ursprünglich erwartet haben“, sagte Wolf. Der Wegfall von Erträgen aus dem US-Geschäft könne aufgrund der schleppenden Erholung an den Immobilienmärkten voraussichtlich nur sukzessive mit wachsendem Neugeschäft in Europa kompensiert werden.  Die Entwicklung an den gewerblichen Immobilienmärkten sei im neuen Geschäftsjahr weiterhin verhalten. Mit einem deutlichen Anstieg der Transaktionsvolumina im Gesamtmarkt rechnet der gewerbliche Immobilienfinanzierer nicht. Die Pfandbriefbank hält an ihren strategischen Ambitionen fest, wird die wesentlichen finanziellen Zielgrößen aber aller Voraussicht nach erst im Jahr 2028 und damit ein Jahr später als ursprünglich geplant erreichen. 

Taiwan und USA besiegeln HandelsabkommenNach monatelangen Zollverhandlungen hat Taiwan mit den Vereinigten Staaten ein Handelsabkommen festgezurrt. „Dies ist ein neues Kapitel für Taiwans Außenhandel“, sagte Präsident Lai Ching-te in Taipeh. Das Abkommen werde die wirtschaftliche und technologische Zusammenarbeit zwischen Taiwan und den USA vertiefen, erklärte er. Die Vereinbarung muss noch durch das taiwanische Parlament. Vor dem für April angedachten China-Besuch des amerikanischen Präsidenten Donald Trump soll das Abkommen den USA helfen, Handelsungleichgewichte zu beseitigen, zuverlässige Lieferketten außerhalb Chinas sicherzustellen und die wirtschaftlichen Beziehungen zu einem wichtigen Partner im indopazifischen Raum zu stärken.Das Abkommen sieht eine Obergrenze von US-Zöllen auf taiwanische Produkte von bis zu 15 Prozent vor und gewährt den USA bevorzugten Zugang, um Industrie- und Agrarwaren wie Autos oder Rindfleisch nach Taiwan zu exportieren. Der ostasiatische Inselstaat, dessen Energieversorgung maßgeblich von Importen abhängt, soll den USA außerdem Flüssigerdgas und Rohöl im Wert von mehr als 44 Milliarden Dollar (etwa 37 Milliarden Euro) abkaufen. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer erklärte, das Abkommen werde die Widerstandsfähigkeit der US-Lieferketten, vor allem im Hightech-Bereich, „erheblich verbessern“. Lai kündigte an, sein Land werde ein „Taiwan-Modell“ für die technologische Zusammenarbeit in den USA etablieren, indem es seine Halbleiter- sowie Informations- und Kommunikationstechnik-Branche mit dem KI-Sektor in den USA integriere. Taiwanische Halbleiter und verwandte Produkte erhalten mit dem Deal eine „bevorzugte Behandlung“, erklärte das Büro des US-Handelsbeauftragten.

Die Mega-Investition von Microsoft & Co Die vier großen US-Techkonzerne wollen in diesem Jahr 650 Milliarden Dollar in KI-Rechenzentren investieren. Hat es ähnlich hohe Infrastrukturinvestitionen schon mal gegeben? Eine Spurensuche.

Airbnb sagt noch höhere Einnahmen vorausAirbnb hat dank einer starken Nachfrage nach ​teureren Unterkünften seine Umsatzprognose für das erste Quartal angehoben. Erwartet ⁠würden in dem Zeitraum nun Erlöse zwischen 2,59 und 2,63 Milliarden Dollar, teilte der Vermittler von Ferienwohnungen mit. Vom Finanzdienst Reuters zuvor befragte Analysten hatten im ‌Schnitt mit 2,53 Milliarden gerechnet. Airbnb setzt verstärkt auf Reisende im oberen Preissegment, um eine schwächelnde Nachfrage von preisbewussteren Kunden auszugleichen. Die Aktie ‌legte im nachbörslichen ‌Handel um rund fünf Prozent zu.Airbnb folgt mit seiner Strategie einem Trend in der Reisebranche. Auch der Hotelbetreiber Marriott und die Fluggesellschaft United Airlines hatten ​darauf verwiesen, dass wohlhabende Reisende die ⁠Ergebnisse stützen.Auch im abgelaufenen vierten Quartal übertraf Airbnb mit einem Umsatz von 2,78 Milliarden Dollar ​die Erwartungen. Der Gewinn je Aktie ging jedoch von 73 auf 56 ⁠Cent zurück. Für ‌das Jahr 2026 rechnet das in San Francisco ansässige Unternehmen mit einem Umsatzwachstum \"mindestens im niedrigen zweistelligen Bereich\". Allerdings werde kein Wachstum der bereinigten Kerngewinnmarge erwartet, ⁠da Airbnb weiter ⁠in Marketing, Produkte und Technologie investiert. Zudem treibt der Konzern die Expansion in ⁠das ​Hotelgeschäft ⁠voran und kooperiert mit Boutique-Hotels in ​Städten wie New York und Madrid, wo Vorschriften ‌das Angebot an Ferienwohnungen einschränken. \"Wir glauben, dass die Aufnahme von mehr Hotels ​auf die Plattform unseren gesamten Zielmarkt ​vergrößern kann\", hieß es. 

Anthropic sammelt 30 Milliarden Dollar einDas junge amerikanische KI-Unternehmen ​Anthropic hat infolge einer neuen Finanzierungsrunde ⁠30 Milliarden Dollar eingenommen. Damit wird der Entwickler des Chatbots Claude nun ‌mit 380 Milliarden Dollar bewertet, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Die Runde wurde ‌unter ‌anderem von den Investoren D. E. Shaw Ventures, ICONIQ und MGX angeführt, wie der Finanzdienst Reuters meldet.Das ​hohe Interesse von Geldgebern ⁠an KI-Start-ups dauert damit an und beschert Unternehmen wie Anthropic, aber auch dem hinter ChatGPT stehenden Anbieter OpenAI hohe Bewertungen. Die Investoren erwarten, dass das Geschäft mit der KI weiter schnell wächst, weil viele Menschen solche Systeme nutzen – und sich dann auch in der breite zunehmend kommerzielle Chancen ergeben.Anthropic wird von Alphabet und Amazon unterstützt ⁠und entwickelt ⁠die KI-Modellfamilie Claude. In der vergangenen Woche hatte die ⁠Firma ​mit ⁠Opus 4.6 ein ​neues Spitzenmodell vorgestellt, um fortschrittlichere Werkzeuge ‌für Unternehmen und Verbraucher anzubieten.

Passagieren der Deutschen Lufthansa drohen weitere Streiktage mit Flugausfällen. Schon während des laufenden Ausstands am Donnerstag bekräftigten die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) und die Flugbegleitergewerkschaft UFO ihre Bereitschaft zu abermaligen Streikaufrufen. VC-Präsident Andreas Pinheiro forderte den Konzern auf, eine Offerte für Verhandlungen über Betriebsrenten der Piloten der Lufthansa-Kernmarke und der Frachtgesellschaft Lufthansa Cargo vorzulegen. „Wenn es kein Angebot gibt, dreht sich die Eskalationsspirale immer weiter“, sagte Pinheiro. UFO-Chef Joachim Vázquez Bürger sagte, er könne nicht sagen, ob weitere Ausstände im Konflikt über Tarifregelungen zu Arbeitsbedingungen und einen Sozialplan für die vor der Schließung stehende Lufthansa Cityline folgten. „Das kommt darauf an, wie das Management auf diesen Streik reagiert. Sollte da ein Umdenken stattfinden, werden wir jederzeit an den Verhandlungstisch zurückkehren.“ Der Ausstand hatte weitreichende Folgen, auch wenn es nicht zum  Komplettstillstand im Lufthansa-Betrieb kam. Der Konzern erklärte, bei seiner Kernmarke sowie den Tochtergesellschaften Lufthansa Cityline und  Lufthansa Cargo seien rund 800 Flüge abgesagt worden. Davon seien rund 100.000 Passagiere betroffen gewesen. Dass nicht mehr Reisende am Boden blieben, lag daran, dass Lufthansa Passagiere auf Deutschland-Flüge ihrer Auslandsgesellschaften wie Swiss und Austrian Airlines umbuchte. Zudem kamen vier Flugzeuge der lettischen Air Baltic, mit der Lufthansa zusammenarbeitet, zum Einsatz. Die jungen deutschen Betriebseinheiten Discover Airlines und Lufthansa City Airlines waren nicht vom Ausstand betroffen – ebenso die von Köln aus geführte Tochtergesellschaft Eurowings, die auch zusätzlich flog. In Frankfurt fielen nach Flughafenangaben 450 Flüge aus, der Flugplan hatte rund 1100 Flüge von allen dort startenden Gesellschaften vorgesehen. Die Gewerkschaft UFO bezeichnete Erklärungen des Lufthansa-Konzerns zum Streik als „beschämend“. Lufthansa-Personalvorstand Michael Niggemann hatte die Rahmenbedingungen für Flugbegleiter als „sehr gut“ bezeichnet und sich ablehnend zu einem Forderungskatalog der Gewerkschaft geäußert. Dieser würde die Produktivität um zehn Prozent verringern, während sich die zwischenzeitlich defizitäre Lufthansa-Kernmarke auf Sanierungskurs befinde. UFO konterte in einer Mitgliederinformation: „Die Lufthansa-Kabine wird einmal mehr als viel zu teuer und unproduktiv dargestellt und damit erpresst.“ Damit dürfte die Gewerkschaft auch darauf anspielen, dass Lufthansa junge Tochtergesellschaften wie Discover und City Airlines mit niedrigeren Kosten ausbaut und Verkehre dorthin verlagert.   UFO beklagt eine zunehmende Arbeitsbelastung und viele Dienstplanänderungen, die einzuschränken seien. Zudem sollen Nacharbeiten nach Landungen stärker als Arbeitszeit erfasst, Ruhezeiten  zwischen Schichten angepasst und drei zusätzliche Urlaubstage gewährt werden. Während Vorstand Niggemann einen „konstruktiven Dialog“  anmahnte, warf UFO dem Konzern „endlose Hinhaltetaktiken“ vor. Der Manteltarifvertrag sei seit 14 Monaten offen. Seitdem habe es nur zwei Verhandlungstage gegeben, an denen habe sich Lufthansa „geweigert, zu unseren Forderungen Stellung zu beziehen“. Einen dritten Termin hatte UFO abgesagt. Die Gewerkschaft verkündete in dieser Woche auch einen „Durchbruch in den Manteltarif-Verhandlungen“. Dabei ging es aber nicht um Lufthansa, sondern um die Fluggesellschaft Condor. Eine Einigung auf ein Eckpunktepapier sei erreicht. Wenn die zuständigen Gremien von Condor und UFO zustimmten, sollten die Detailverhandlungen beginnen, Termine seien noch für diesen Monat vereinbart. Wie bei Lufthansa geht es auch bei Condor um verlässlichere Dienstpläne mit weniger Änderungen und zusätzliche freie Tage. 

Österreichs größter Baukonzern Strabag verteidigt seinen Wachstumskurs. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen erstmals die 20-Milliarden-Euro-Marke bei der Bauleistung übertroffen. Strabag gehört zur Riege der führenden Branchenspezialisten in Europa. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Bauleistung auch wegen einer Firmenübernahme um sechs Prozent auf 20,4 Milliarden Euro, wie das börsennotierte Unternehmen mit gut 80.000 Beschäftigten am Donnerstag mitteilte. Der Auftragsbestand erhöhte sich um 24 Prozent auf 31,4 Milliarden Euro.  Operativ verbesserte sich der Ertrag von 6,1 Prozent auf voraussichtlich mindestens 6,5 Prozent – auch dank des florierenden Geschäfts in Deutschland. Die Erwartungen an das laufende Jahr schraubte das Management aber deutlich zurück: In diesem Jahr dürfte die operative Marge aus heutiger Sicht auf 5 bis 5,5 Prozent spürbar sinken.

Der Essener Industriekonzern Thyssenkrupp steckt in einem Radikalumbau, der sich jetzt auch konkret in den Zahlen bemerkbar macht. Vor allem die Kosten für ⁠den Umbau der Stahlsparte zeigen sich deutlich in der Bilanz zum ersten Quartal des Geschäftsjahres ‌2025/26 (per Ende September). Im ersten Jahresviertel steht nach Anteilen Dritter ein Nettoverlust ‌von 353 Millionen ‌Euro in den Büchern - im Vorjahreszeitraum waren es minus 51 Millionen Euro. Das teilte das Unternehmen am ​Donnerstag in Essen mit. Der Konzern will nach und nach alle seine Sparten verselbständigen. Für das Stahlsegment ist er in Verhandlungen über einen Verkauf an den indischen Konzern Jindal Steel. Um die Sparte für die potentiellen Käufer attraktiv zu machen, muss Thyssenkrupp jetzt schon hohe Restrukturierungskosten aufwenden. Allein im ersten Quartal steckte das Unternehmen 401 Millionen Euro ​in die Stahl-Sanierung. Thyssenkrupp bestätigte seine Gesamtjahresprognose und erwartet auch hier einen Verlust. Das Unternehmen rechnet mit einem Defizit zwischen 400 und 800 Millionen Euro. Die Restrukturierung wird unter anderem deshalb so teuer, weil im Stahlbereich bis zum Jahr 2030 insgesamt 11.000 Stellen abgebaut werden sollen und Beschäftigten Abfindungen gezahlt werden müssen. Außerdem hat Thyssenkrupp einen dreistelligen Millionenbetrag zurückgestellt, um sich von seinem Anteil an den ebenfalls sanierungsbedürftigen Hüttenwerken Krupp Mannesmann zu lösen, die im Sommer der Konkurrent Salzgitter als alleiniger Gesellschafter übernehmen will.

Siemens ist der Auftakt in das Geschäftsjahr 2025/26 gelungen. Der Vorstand hebt den Ausblick. Besonders künstliche Intelligenz schiebt das Wachstum an:

Der Gewinn von Mercedes sank im vergangenen Jahr um beinah die Hälfte. Vor allem in China hat der Hersteller weniger Autos verkauft. Mercedes-Chef Källenius setzt auf eine Produktoffensive, berichtet F.A.Z.-Wirtschaftskorrespondent Benjamin Wagener:

Die Bundesregierung befürwortet offenbar, der Gesellschaft Emirates aus Dubai Flüge nach Berlin zu ermöglichen. Bislang sieht das Luftverkehrsabkommen zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten vor, dass nur vier Städte in Deutschland angesteuert werden dürfen. Emirates bedient schon Frankfurt, München, Hamburg und Düsseldorf und will für Berlin kein anderes Ziel aufgeben. Die Regierung arbeite intensiv daran, die Möglichkeiten internationaler Flugverbindungen von und nach Deutschland zu erweitern, teilte ein Sprecher mit. In Bezug auf die kürzlich beendete Reise von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in die Golfregion sagte er: „Die Vereinigten Arabischen Emirate wünschen sich einen Ausbau der Verbindungen von und nach Deutschland, weshalb auch das Thema Landerechte - neben vielen anderen Themen - angesprochen wurde.“ Eine Entscheidung in der Frage ist bislang aber nicht gefallen. Die Lufthansa steht weiteren Verkehrsrechten für Airlines vom Persischen Golf ablehnend gegenüber. Gleichzeitig weist die Flugbranche seit langem darauf hin, dass sich der Luftverkehr in Deutschland seit der Corona-Pandemie schwächer als im Rest Europas entwickelt habe. Flughäfen beklagen fehlende Verbindungen. Vor allem für den Hauptstadtflughafen BER ist der Ruf nach weiteren Langstreckenflügen laut. Nach Dubai fliegt von dort allerdings auch die Lufthansa-Tochtergesellschaft Eurowings. Condor hat jüngst bestätigt, die eigenen Berlin-Dubai-Flüge im Sommer wegen geringer Nachfrage auszusetzen.