FAZ 13.05.2026
09:27 Uhr

Business-Ticker: VW-Dachgesellschaft macht fast eine Milliarde Euro Verlust


Trump lädt Nvidia-Chef kurzfristig zu China-Reise ein +++ Eon wächst, investiert aber weniger +++ TUI-Chef erwartet keinen Kerosin-Engpass +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.

Business-Ticker: VW-Dachgesellschaft macht fast eine Milliarde Euro Verlust

Trump lädt Nvidia-Chef kurzfristig zu China-Reise ein Nvidia-Chef Jensen Huang hat sich kurzfristig der China-Reise von US-Präsident Donald Trump angeschlossen. Trump rief Huang am Dienstag persönlich an, nachdem Medien berichtet hatten, er ‌sei nicht eingeladen worden, wie ein Insider mitteilte. Der Chef des Chip-Konzerns wurde von Reportern ‌beim Boarding ‌der Air Force One in Alaska gesehen. Auf der ursprünglichen Gästeliste des Weißen Hauses standen unter anderem Tesla-Chef Elon Musk und Apples Tim Cook. Die späte Einladung deutet darauf hin, dass Nvidias H200-Chips auf der Gipfel-Agenda stehen könnten. Diese wurden bislang ‌nicht nach China verkauft, obwohl die Trump-Regierung im Januar grünes Licht mit Auflagen gegeben hatte. Viele der mitreisenden Unternehmen sehen den Gipfel als politische Öffnung, um regulatorische Hürden in China zu überwinden. 

Allianz erzielt Rekordgewinn Der Versicherungskonzern Allianz ist mit einem Rekordgewinn in das neue Jahr gestartet. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, stieg der operative Gewinn im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,6 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro. Das Rekordergebnis wertete der Vorstandsvorsitzende Oliver Bäte als Beweis des starken Fundaments und der Wirksamkeit der kundenzentrierten Strategie. Das gesamte Geschäftsvolumen, also die Summe aus Versicherungsprämien und Fondsgebühren, erhöhte sich um 3,5 Prozent auf 53 Milliarden Euro.Für Claire-Marie Coste-Lepoutre, die im Vorstand Finanzen verantwortet, hat die Allianz in den ersten drei Monaten 2026 an die Dynamik eines hervorragenden Jahres 2025 angeknüpft. Sie verwies auf das starke Wachstum in der Schaden-Unfallversicherung und in der Vermögensverwaltung. Im Schaden-Unfall-Geschäft legte der operative Gewinn um elf Prozent auf 2,4 Milliarden Euro zu. Das lag auch an den geringeren Schäden sowie niedrigeren Kosten. In der Vermögensverwaltung flossen den Fonds von Pimco und Allianz Global Investors 45,2 Milliarden Euro zu. Das waren 58 Prozent mehr als im Vorjahresquartal und so viel wie noch nie zuvor in einem ersten Quartal. Das verwaltete Vermögen stieg über die Marke von zwei Billionen Euro. Der Versicherer ‌sieht sich auf Kurs, seine Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen. Die Allianz hat sich für das Gesamtjahr einen Gewinn von 17,4 Milliarden Euro vorgenommen, mit einer Abweichung nach unten und nach oben von jeweils einer Milliarde Euro. 

RWE startet mit Gewinnsprung ins JahrWeil mittlerweile ein so hoher Anteil erneuerbarer Energien im System steckt, wird das Wetter zu einem entscheidenden Faktor für die Geschäfte der Stromunternehmen. So verhalfen verbesserte Windverhältnisse in Europa dem in Essen ansässigen Energiekonzern RWE im ersten Vierteljahr 2026 zu einem deutlich gesteigerten Ergebnis im Vergleich zum Vorjahresquartal. Zu dem höheren Gewinn trug auch bei, dass RWE seit Ende März 2025 neue Windkraftanlagen, Solarparks und Batteriespeicher mit einer Gesamtkapazität von 2,3 Gigawatt in Betrieb genommen, sowie eine Entschädigungszahlung des niederländischen Staates erhalten hat. Nur im Energiehandel liefen die Geschäfte schwächer.Finanzchef Michael Müller hob in einer Mitteilung am Mittwoch hervor, dass nach dem ersten Quartal schon ein Drittel des  prognostizierten Gewinns erreicht sei. RWE kam im ersten Vierteljahr auf ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 1,6 Milliarden Euro; im Vorjahresquartal waren es 1,3 Milliarden Euro gewesen. Das bereinigte Nettoergebnis stieg von 0,5 Milliarden Euro im Vorjahresquartal auf nun 0,6 Milliarden Euro. Je Aktie waren das 85 Cent. „Nach einem guten Start ins Jahr bekräftigen wir unsere Ergebnisprognose\", sagte Müller.  Konzernweit erwartet RWE im laufenden Jahr ein Wachstum des operativen Ergebnisses von 5,1 auf 5,2 bis 5,8 Milliarden Euro. Der bereinigte Nettogewinn soll 1,55 bis 2,05 Milliarden Euro erreichen.  

Eon wächst, investiert aber im ersten Quartal wenigerDer Energiekonzern Eon hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahrs Zuwächse erreicht, aber weniger in den Netzausbau investiert als im ersten Vierteljahr 2025. Insgesamt nahm das in Essen ansässige Unternehmen 1,4 Milliarden Euro in die Hand, wobei der Schwerpunkt auf dem Ausbau, der Modernisierung und der Digitalisierung der Energieinfrastruktur, sowie auf Wachstumsinvestitionen gelegen habe, wie Eon am Mittwoch mitteilte. Wegen des kalten und nassen Wetters im Januar habe Eon jedoch manche Arbeiten an der Netzinfrastruktur verschieben müssen, weshalb die Investitionen in diesem Bereich neun Prozent unter dem Vorjahresniveau lagen. Die Investitionsziele des Konzerns für die kommenden Jahre sind ehrgeizig; zuletzt hatte sie Eon für den Zeitraum 2026 bis 2030 auf 48 Milliarden Euro hochgeschraubt.  Die Energiewende macht es nötig, dass viele neue Photovoltaikmodule und Windräder Netzanschlüsse brauchen; hinzu kommt, dass immer mehr stromfressende Rechenzentren entstehen und Industrieunternehmen häufiger auf elektrische Prozesse umstellen. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) des Konzerns ⁠legte im ersten Quartal um zwei Prozent auf 3,3 Milliarden Euro zu, der bereinigte Gewinn sogar um sieben Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Eons Strategie greife und die Investitionen wirkten, sagte Finanzchefin Nadia Jakobi. „Entsprechend bestätigen wir unsere Jahresprognose und unsere mittelfristigen Ziele bis 2030 vollumfänglich.“ Der Konzern ​erwartet im laufenden Jahr weiter ein bereinigtes Ebitda von 9,4 bis 9,6 ⁠Milliarden Euro ‌und einen bereinigten Konzernüberschuss zwischen 2,7 und 2,9 Milliarden Euro.    

RTL mit stabilem Umsatz dank Streaming-Wachstum Dem Medienkonzern RTL machte die anhaltende TV-Werbeflaute auch im ersten Quartal zu schaffen. Rückenwind kam aber vom Streaming-Geschäft. Die Prognose für 2026 bestätigte der Konzern. Der Umsatz lag mit rund 1,3 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau, wie das im MDax notierte Unternehmen am Mittwoch in Luxemburg mitteilte. Dies lag auch im Rahmen der Erwartungen von Analysten. Dabei konnten geringere Umsätze aus der TV-Werbung vor allem durch höhere Erlöse im Streaming ausgeglichen werden.Insgesamt verringerten sich die Werbeumsätze um 3,2 Prozent auf 663 Millionen Euro. Der TV-Werbeumsatz sank dabei deutlich um 6,5 Prozent auf 474 Millionen Euro. Die Erlöse mit digitaler Werbung stiegen indessen um 14,6 Prozent auf 118 Millionen Euro. Gut lief es bei den Streaming-Diensten. Hier kletterte der Umsatz um 27 Prozent auf 141 Millionen Euro. 

TUI-Chef erwartet keinen Kerosin-EngpassDer Reisekonzern TUI geht ​nicht von einem Mangel an ⁠Flugbenzin als Folge des Iran-Kriegs im Sommer aus. „Die Diskussion ist sehr erstaunlich“, sagte ‌TUI-Chef Sebastian Ebel am Mittwoch. „Es gibt gar keine Indikation dafür.“ Andere Lieferländer seien ‌in die ‌Lücke gesprungen, die durch das Ausbleiben von Öllieferungen aus dem Nahen Osten aufgrund ​der Blockade der ⁠Schiffsroute am Persischen Golf gerissen worden sei. Es gebe Lagerbestände. Gleichzeitig ​sei die Ölnachfrage aufgrund der ⁠gestiegenen Preise gesunken. „Wir gehen ‌davon aus, dass wir keinen Engpass haben werden“, betonte Ebel.TUI selbst ⁠habe sich gegen ⁠einen Preisanstieg von Kerosin mit Termingeschäften abgesichert - ⁠im ​Sommer ⁠gelte das für ​85 Prozent des Bedarfs, im ‌Winter für rund 60 Prozent. 

Mercedes-Benz verkauft Autohäuser in Berlin und Brandenburg Der Autobauer Mercedes-Benz verkauft seine Autohäuser in Berlin und Brandenburg. Die konzerneigene Niederlassung Berlin-Brandenburg werde von der im Vereinigten Königreich sitzenden Global Auto Holdings (GAHL) übernommen, teilte der Stuttgarter Dax-Konzern am Dienstagabend auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit. Betroffen seien fünf Autohäuser in Berlin und zwei in Brandenburg, sagte ein Sprecher. Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung berichtet.In der Niederlassung arbeiten den Angaben zufolge mehr als 1.100 Menschen. Die Transaktion stehe unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Freigabe und soll Ende dieses Jahres vollzogen werden. GAHL führe bereits seit Jahren Betriebe von Mercedes-Benz in Großbritannien und in den USA, teilte Mercedes mit. Dass Mercedes seine Autohäuser verkaufen will, ist schon seit 2024 bekannt. Betroffen waren nach damaligen Angaben von Mercedes-Benz etwa 8.000 Menschen in Deutschland, die in rund 80 Betrieben beschäftigt waren. Nach Protesten der Beschäftigten verkündete Mercedes im Sommer 2024 eine Einigung mit dem Gesamtbetriebsrat auf wesentliche Eckpunkte für mögliche Betriebsübergänge zu potenziellen Erwerbern.Mitte des vergangenen Jahres hatte Mercedes mit Neu-Ulm seine erste Niederlassung verkauft. Darüber hinaus habe Mercedes im vergangenen Jahr bereits Niederlassungen in Koblenz, Mainz, Dortmund und Lübeck veräußert, teilte der Autohersteller nun mit. Anfang dieses Jahres seien zudem Verträge zum Verkauf der Niederlassungen in Aachen, Kassel, Würzburg, Wuppertal, Reutlingen und Hannover unterzeichnet worden.Ein Berliner Mercedes-Benz-Mitarbeiter spricht gegenüber der „B.Z.“ von 30.000 Euro Abfindung und „ein paar\" Monatsgehältern, die die Beschäftigten bekämen, wenn sie gehen wollten. Andernfalls sei die Weiterbeschäftigung nur für ein Jahr garantiert. Anschließend sollen die bisherigen Mercedes-Benz-Arbeitsverträge aufgelöst und neue Verträge geschlossen werden. Die Beschäftigten hätten per E-Mail von dem Verkauf an den Investor erfahren. Am Mittwoch findet in Berlin demnach eine außerordentliche Mitarbeiterversammlung statt.

Schneider wird Chef des Siemens-Aufsichtsrats nach der Hauptversammlung 2027 Künftiger Vorsitzender des Aufsichtsrats (AR) im Technologiekonzern Siemens wird Ulf Mark Schneider nach der Hauptversammlung (HV) 2027. Das beschloss der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am Dienstag. Dass der frühere Nestle- und Fresenius-Chef den Dänen Jim Hagemann Snabe als Chefkontrolleur ablösen wird, ist schon länger bekannt. Er war auf der HV im Februar 2025 in den Aufsichtsrat gewählt worden und galt seitdem als Nachfolger von Snabe. Nur der Zeitpunkt für den Stabwechsel ist bislang noch nicht mitgeteilt worden.Darüber hinaus beschäftigte sich der Aufsichtsrat am Dienstag mit seiner künftigen Zusammensetzung. Die Anteilseigner im Aufsichtsrat planen, für die HV 2027 Ola Rollén, Marion Helmes und Christoph von Seidel als neue Mitglieder und für die Wiederwahl Regina Dugan, Keryn Lee James und Matthias Zachert vorzuschlagen. Benoît Potier wird sich nicht zur Wiederwahl stellen und mit Ablauf seiner regulären Amtszeit zum Ende der HV im kommenden Jahr aus dem Gremium ausscheiden.Nach mehr als zwölf Jahren Mitgliedschaft im Aufsichtsrat werden nach Ablauf der HV 2027 Jim Hagemann Snabe und Nathalie von Siemens ausscheiden. Nach dem Corporate-Governance-Kodex für gute Unternehmensführung gilt die Unabhängigkeit eines Aufsichtsrats als gefährdet, wenn er dem Gremium länger als zwölf Jahre angehört. 

Siemens vor Übernahme in Italien Siemens will seine Zugsparte einem ⁠Insider zufolge mit der Übernahme des italienischen Signal- und Schienenmesstechnik-Herstellers Mer Mec stärken. Die Transaktion mit einem Volumen von rund einer Milliarde Euro könne noch ‌in dieser Woche bekanntgegeben werden, sagte eine mit den Plänen vertraute Person am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte als erste über ‌das Interesse von Siemens ‌berichtet.Mer Mec mit Sitz in Monopoli bei Bari gehört einer Investmentholding ihres Vorstandschefs Vito Pertosa, der auch an Unternehmen in der Luft- und Raumfahrt beteiligt ist. Ein ​Mer-Mec-Sprecher sagte, das Unternehmen könne ⁠sich erst am Mittwoch zu dem Thema äußern. Derzeit gebe es nichts zu berichten. Siemens wollte ​zu den Informationen keine Stellung nehmen.Mer Mec stand Insidern zufolge seit Längerem zum Verkauf. Das ⁠Kerngeschäft des Unternehmens ‌sind Messzüge, mit denen man den Zustand der Schieneninfrastruktur kontrollieren kann. Mer Mec übernimmt die Messungen auch als Dienstleister selbst. Die Messtechnik wird inzwischen auch in ⁠der Stahlindustrie eingesetzt. Vor ⁠gut zwei Jahren war Mer Mec mit der Übernahme des Signalanlagen-Geschäfts der japanischen ⁠Hitachi ​in Deutschland, ⁠Frankreich und Großbritannien mit 550 Mitarbeitern auch ​in dieses Geschäftsfeld expandiert. Hitachi Rail musste sich ‌auf Geheiß der Kartellbehörden von dem Geschäft nach der Übernahme von Thales GTS ​trennen. 

Agrana leidet unter VerlustAbschreibungen im Zuckergeschäft haben den österreichischen Zuckerspezialisten Agrana im Geschäftsjahr 2025/26 (per Ende Februar) eine verlustreiche Bilanz gebracht. Der Fehlbetrag belief sich auf 35,6 Millionen Euro nach einer schwarzen Null im Vorjahr. Das gut laufende Geschäft mit Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentraten verhinderte höhere Verluste. Der Umsatz sank um 7,9 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Die Dividende soll auf 0,35 Cent je Aktie halbiert werden.Aufgrund niedriger Zuckerpreise schloss das Unternehmen im vergangenen Jahr die Zuckerproduktion an zwei Standorten in Österreich und der Tschechischen Republik. Der Konzern mit Sitz in Wien ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei Fruchtzubereitungen sowie weltweit führender Hersteller (und Anbieter) von Apfelsaft- und Beerensaftkonzentraten. Deutliche Einschnitt gab es im Personaltableau, per Ende Februar waren rund 8.400 Mitarbeiter beschäftigt, ein Rückgang von rund 600 Mitarbeitern zur Vorjahresperiode. Von 2025 bis 2028 hat sich Agrana ein Spar- und Optimierungsprogramm auferlegt.Für das laufende Geschäftsjahr ist das Management zuversichtlich, ein zumindest stabiles operatives Ergebnis zu erreichen. Der Irankrieg werde im laufenden Geschäftsjahr steigende Kosten für Energie, Verpackung, Transport und Chemikalien verursachen, heißt es. 

Carl Zeiss Meditec will Kosten senken – bis zu 1000 Stellen betroffenDer Medizintechnikkonzern Carl Zeiss Meditec will angesichts der Probleme im wichtigen chinesischen Markt seine Kosten senken. Um künftig wieder bessere Ergebnisse liefern zu können, sollen Teile des Geschäfts in kostengünstigere Länder verlagert werden. Von den Maßnahmen könnten binnen drei Jahren bis zu 1000 Stellen weltweit betroffen sein, teilte das Unternehmen am Dienstag in Jena mit.Für das laufende Jahr stellt sich das Management aber nun auf Umsatz- und Ergebniseinbußen ein, nachdem es seine vormals optimistischeren Prognosen im Januar kassiert hatte. Bereits das erste Halbjahr verlief schwächer, der Gewinn brach ein. An der Börse drehte die Aktie aber nach ersten Verlusten deutlich ins Plus. Barclays-Experte Jonathon Unwin erklärte, der neue Ergebnisausblick liege zwar unter den Markterwartungen. Allerdings dürfte das angekündigte Kostensparprogramm gut ankommen.Der Konzern hatte bereits vor einigen Monaten angekündigt, Verlagerungen zu überprüfen. Carl Zeiss Meditec kämpfte zuletzt immer stärker mit einer schwächelnden Nachfrage und den strengeren Vergaberegeln für Aufträge in der Volksrepublik China. So werden oft einheimische Wettbewerber vorgezogen.Dies belastete etwa stark das Geschäft mit Premiumlinsen, hier mussten zuletzt Produkte gar verschrottet werden.Ein Unternehmenssprecher sagte am Dienstag zu den möglichen Verlagerungen und Stellenstreichungen auf Anfrage: „Konkrete Entscheidungen zu einzelnen Standorten und Funktionen stehen noch aus und werden in Abstimmung mit den relevanten Gremien und Arbeitnehmervertretungen getroffen.“ Ziel sei aber eine stärkere Produktionspräsenz in China, wo der Konzern bereits in zwei Werken in Suzhou und Guangzhou fertigt, sowie mehr kosteneffiziente Aktivitäten in Asien außerhalb der Volksrepublik.

Gründer von Delivery Hero gibt nach Aktionärsdruck Chefposten ab – Aktie steigt um 18 Prozent Der Druck auf Niklas Östberg ist zu groß geworden. Der Mitgründer des Lieferdienstes Delivery Hero hat am Dienstag erklärt, zum 31. März 2027 den Chefposten zu räumen. Bis dahin bleibe Östberg im Amt und werde „eng mit dem Aufsichtsrat zusammenarbeiten, um die Nachfolge zu regeln“, heißt es von Delivery Hero. Bis Ende des Jahres soll ein Nachfolger gefunden sein.Der Schwede Östberg hatte Delivery Hero 2011 mitgegründet und den Dienst vor neun Jahren an die Börse gebracht. „Dies ist der richtige Zeitpunkt, um das Unternehmen in sein nächstes Kapitel zu führen“, sagte Östberg laut Mitteilung. Östberg stand schon länger unter Druck, insbesondere der Großinvestor Aspex Management, ein Hongkonger Vermögensverwalter, drang auf Östbergs Ablösung. Das ging aus mehreren Briefen von Aspex an den Aufsichtsrat hervor.„Delivery Hero liegt in puncto Rentabilität weiterhin hinter wichtigen Wettbewerbern zurück“, hieß es beispielsweise darin. Aspex forderte von Östberg einen Fokus auf bestimmte Geschäftsbereiche und Regionen. Daraufhin hatte Delivery Hero im Dezember mitgeteilt, den Verkauf von Unternehmensteilen zu prüfen. Der Lieferdienst ist in rund 65 Ländern aktiv und hat mit mehreren Tochtergesellschaften Probleme, beispielsweise der Italienischen und Spanischen, wegen der Missachtung der dortigen Arbeitsmarktbestimmungen.Aspex hatte am Montag ⁠die Aufstockung ⁠seines Anteils an Delivery Hero auf 15 Prozent bekannt gegeben. ⁠Der ​Vermögensverwalter ⁠erhält dadurch mehr Gewicht auf ​der Hauptversammlung von Delivery Hero am ‌23. Juni. Anleger reagierten unmittelbar nach Bekanntwerden des Rücktritts von Östberg erfreut – die Aktie des MDax-Unternehmens legte am Dienstagmittag um 18 Prozent auf rund 23,50 Euro zu. 

61 Prozent der deutschen Unternehmen in China wollen Investitionen ausweitenIn China tätige deutsche Unternehmen wollen ihre Investitionen ​in der Volksrepublik ausweiten. Das geht aus einer Umfrage der Deutschen Handelskammer ⁠in China hervor, die am Dienstag in Peking veröffentlicht wurde. In den nächsten zwei Jahren planen demnach 61 Prozent mit höheren Investitionen. Im ‌Vorjahr waren es nur 53 Prozent. Es ist damit der höchste Stand seit 2023. Elf Prozent rechnen mit sinkenden Investitionen.Die Auslandshandelskammer hat ‌Mitte April 216 ‌ihrer mehr als 1800 Mitgliedsunternehmen befragt, unter anderem aus den Bereichen Maschinenbau, Automobile und Elektronik. Insgesamt sind die Firmen beim Umsatz, beim Gewinn und bei der ​Entwicklung der Mitarbeiterzahl etwas optimistischer als ⁠im Vorjahr. 37 Prozent rechnen in den nächsten sechs Monaten mit einer Verbesserung der chinesischen Wirtschaft. ​Das sind satte 22 Punkte mehr als im Vorjahr. Nur 17 Prozent erwarten eine Verschlechterung. ⁠Für ihre ‌eigene Branche sehen 34 Prozent eine Verbesserung, aber auch 33 Prozent eine Verschlechterung. 42 Prozent prognostizieren höhere Erlöse, 29 Prozent höhere Gewinne.Vom Nahost-Krieg sind drei ⁠von vier Unternehmen ⁠betroffen. Geklagt wird vor allem über gestiegene Logistikkosten. Auch die Zollstreitigkeiten spielen weiterhin ⁠eine ​große Rolle. ⁠69 Prozent der befragten Firmen gaben ​an, negativ von den Handelsspannungen zwischen den USA ‌und China betroffen zu sein. Bei den Spannungen zwischen der EU und ​China sind es 59 Prozent. 

Munich Re macht weniger Neugeschäft Der Rückversicherer Munich Re hat dank geringerer Schadenskosten im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum den Gewinn um mehr als die Hälfte auf 1,7 Milliarden Euro verbessert. Das lag im Wesentlichen an den Schäden aus den Waldbränden in Los Angeles, die das Vorjahresquartal belastet hatten. Finanzvorstand Andrew Buchanan sprach auf der Telefonkonferenz von einem guten Start in das neue Geschäftsjahr. An der Börse kamen die Zahlen allerdings schlecht an. Mit einem Kursverlust von mehr als vier Prozent lag die Munich-Re-Aktie zum Handelsbeginn weit hinten im Dax. Grund dafür war die Erneuerung der Rückversicherungsverträge zum 1. April. Das gezeichnete Geschäftsvolumen sank um 18,5 Prozent auf zwei Milliarden Euro. Munich Re hat nach eigenen Angaben konsequent Geschäft nicht erneuert oder gezeichnet, das nicht den erforderlichen Preisen und Bedingungen entsprach. Daneben hätten Preisrückgänge das Volumen reduziert. Leichte Preisrückgänge bei der April-Erneuerung in der Schaden-Unfall-Rückversicherung trüben für Buchanan das positive Gesamtbild nicht: „Das Preisniveau ist weiterhin gut und die Qualität unseres Portfolios hoch.“ Die Munich Re sei voll auf Kurs, das Gewinnziel 2026 von 6,3 Milliarden Euro zu erreichen. Alle Geschäftsfelder und -segmente hätten sich erfreulich entwickelt und zum hohen Konzernergebnis beigetragen, betonte der Finanzvorstand.