FAZ 05.06.2026
18:22 Uhr

Business-Ticker: US-Schnellrestaurantkette Taco Bell kommt nach Deutschland


Kein Durchstarten für SpaceX im S&P 500 +++ C.H.Beck-Verlag übernimmt Mehrheit an dtv +++ Starke US-Jobdaten kurbeln Wetten auf steigende Zinsen im Dezember an +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.

Business-Ticker: US-Schnellrestaurantkette Taco Bell kommt nach Deutschland

C.H.Beck-Verlag übernimmt Mehrheit an dtvDer Münchener Verlag C.H.Beck wird Mehrheitseigentümer der dtv-Verlagsgesellschaft. Bislang gehören C.H.Beck schon rund 21 Prozent an dtv, zum 1. Juli übernehmen die Münchener zusätzlich die Anteile der Hamburger Ganske Verlagsgruppe. Ganske war bislang mit 41 Prozent der größte Gesellschafter des Deutschen Taschenbuchverlags dtv, will nun aber seine Ressourcen gezielt auf „zukünftige Wachstumsfelder der in der Hamburger Mediengruppe geführten Unternehmen“ konzentrieren. Die Kartellbehörden müssen der Übernahme noch zustimmen. „Für C.H.Beck ergibt sich dadurch die erfreuliche Möglichkeit, unser langjähriges Engagement als Gesellschafter des dtv auszubauen und die erfolgreiche Entwicklung des dtv weiter konstruktiv zu begleiten“, lässt sich der Verleger Jonathan Beck in der Mitteilung des Verlages zitieren. Das Familienunternehmen C.H.Beck hält damit künftig mehr als 62 Prozent an dtv.  Zählt man auch noch die Anteile der OTB Beteiligungsgesellschaft an dtv hinzu, die gemeinsam von den Verlagen Hanser und C.H.Beck gehalten wird, kommt C.H.Beck sogar auf rund 70 Prozent der Anteile. Der dtv wurde 1960 von elf Verlagen ursprünglich als reiner Taschenbuchverlag für Zweitveröffentlichungen gegründet, später wurde das Verlagsprogramm aber erheblich erweitert. Heute gehört dtv zu den größten unabhängigen Publikumsverlagen in Deutschland. Jährlich erscheinen in dem Verlag rund 400 Titel, 70 Prozent davon als Erstveröffentlichungen.

Starke US-Jobdaten kurbeln Wetten auf steigende Zinsen im Dezember anEin überraschend starker US-Stellenaufbau hat die ​Spekulationen auf steigende Zinsen zum Jahresende angetrieben. An den Anleihemärkten ⁠kletterten die Renditen der zehnjährigen US-Treasuries im Zuge dessen auf 4,53 Prozent von zuvor 4,471 Prozent. Die Verzinsung der Papiere mit ‌zweijähriger Laufzeit zog um 5,6 Basispunkte auf 4,105 Prozent an. Der Euro sank auf 1,1610 Dollar von zuvor 1,1640 ‌Dollar. Die US-Aktienfutures ‌und der Goldpreis weiteten ihre Verluste aus.Am US-Arbeitsmarkt sind im Mai trotz der Unsicherheit durch den Irankrieg doppelt so viele Jobs ​entstanden wie erwartet. Unter dem Strich ⁠wurden 172.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen, wie aus dem am Freitag vorgelegten Bericht ​der Regierung hervorgeht. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten nur ⁠einen Anstieg um ‌85.000 erwartet.An den Terminmärkten wurde die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der US-Notenbank Fed im Dezember nach der Datenveröffentlichung bei 63 Prozent gesehen, ⁠nach zuvor ⁠48 Prozent. Die Fed, die Vollbeschäftigung fördern und Preisstabilität sichern soll, hat ⁠den ​Leitzins jüngst ⁠in einer Spanne von 3,50 ​bis 3,75 Prozent konstant gehalten. Für ‌den Juni-Entscheid gingen die Börsianer nach wie vor von einer anhaltenden Zinspause ​aus. 

US-Schnellrestaurantkette Taco Bell kommt nach DeutschlandEin bayerischer Gastronom will die ersten frei zugänglichen Schnellrestaurants der US-Kette Taco Bell in Deutschland eröffnen. Pachtverträge für zwei Restaurants in München sind unterschrieben, wie der Unternehmer Christian Lehmann mitteilte. Insgesamt seien in den nächsten fünf Jahren 15 Standorte in München, Nürnberg und Passau geplant. Zuvor berichteten mehrere Medien.Taco Bell ist mit gut 8.000 Restaurants und „Tex Mex“-Küche – kurz für Texas/Mexiko – in den Vereinigten Staaten eine etablierte Größe, außerhalb der Vereinigten Staaten betreibt die Kette bisher rund 1.000 Restaurants. Zum Mutterkonzern Yum Brands gehören neben Taco Bell auch Pizza Hut und KFC, besser bekannt unter dem früheren Namen Kentucky Fried Chicken.Europa ist ein Schwerpunkt der Expansion für Taco Bell, doch in Deutschland haben sich die Pläne verzögert. So ist die Kette nach Angaben auf der LinkedIn-Seite des Unternehmens bereits in Großbritannien, Rumänien, Griechenland und Schweden vertreten, aber nicht in Deutschland – obwohl die Eröffnung der ersten Filiale bereits für den Sommer 2025 angekündigt war. 

Kein Raketenstart für SpaceX im S&P 500Der Indexanbieter S&P Global hält nach eigenen ​Angaben an seinen strengen Aufnahmeregeln fest und dämpft damit die ⁠Pläne zum Börsengang von Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX. „Ausnahmen von den Anforderungen an die wirtschaftliche Tragfähigkeit, die Mindestdauer der Börsennotierung und den Streubesitzfaktor sollten ‌nicht allein aufgrund der Marktkapitalisierung gewährt werden“, teilte das Unternehmen mit. Damit ist eine schnelle Aufnahme von SpaceX ‌in den Leitindex ‌S&P 500 nach dem geplanten Börsengang faktisch vom Tisch. Unternehmen müssen mindestens zwölf Monate an einer anerkannten Börse notiert sein, bevor ​sie für den S&P 500 infrage ⁠kommen.SpaceX strebt bei seinem Börsendebüt einen Erlös von 75 Milliarden Dollar an, was ​einer Bewertung des Unternehmens mit 1,75 Billionen Dollar entspräche und es ⁠sofort in die ‌Riege der zehn wertvollsten US-Konzerne katapultieren würde. Während der Konkurrent FTSE Russell neue Regeln für eine beschleunigte Indexaufnahme angekündigt hat, für ⁠die SpaceX ⁠infrage kommt, pocht S&P auf nachweisliche Profitabilität und eine längere Börsenhistorie.Eine rasche ⁠Indexaufnahme ​nach einem ⁠Börsengang kann Liquidität und Sichtbarkeit ​einer Aktie erhöhen und Mittel passiver Fonds ‌anziehen. Die zusätzliche Nachfrage kann den Kurs stützen. 

Nvidia-Chef sieht Robotik als nächstes Wachstumsfeld in Südkorea Der Chef des US-Chipkonzerns Nvidia sieht ​in der Robotik den nächsten großen Wachstumsmarkt in Südkorea. „Südkorea ⁠hat viele Sektoren, in die man investieren kann“, sagte Jensen Huang nach seiner Landung aus Taiwan am Flughafen ‌Gimpo in Südkorea am Freitag vor Journalisten. „Die Robotik wird hier in Korea der nächste große Sektor sein.“ Auf ‌seiner Reise stünden ‌Treffen mit Vertretern von Hyundai, LG, SK, Samsung und Naver auf dem Programm. Auf die Frage, ob er Geschenke ​mitgebracht habe, sagte er, er ⁠habe viele Geschäfte für das Land dabei. „Ich habe einige Überraschungen parat.“Nvidia werde mit ​südkoreanischen Unternehmen in den Bereichen Robotik und künstliche Intelligenz (KI) zusammenarbeiten, erklärte ⁠Huang weiter. Da ‌Südkorea ein weltweites Produktionszentrum sei, könne man die Robotik-Technologie und die physische KI-Technologie hier für die Industrie anwenden. Auch ⁠die Herstellung ⁠von Halbleitern werde in Zukunft zunehmend von Robotik und KI ⁠gesteuert ​werden. „Daher haben ⁠wir die große Chance, ​auch mit den hiesigen Halbleiterunternehmen zusammenzuarbeiten.“ 

Ifo: Gut jedes zweite Unternehmen nutzt KI – „In der Breite angekommen“Mehr als jedes zweite Unternehmen in Deutschland setzt auf künstliche Intelligenz (KI). ​54,5 Prozent nutzen diese bereits in ihren Geschäftsprozessen, wie aus der am Freitag veröffentlichten Umfrage des ⁠Münchner Ifo-Instituts hervorgeht. Im vergangenen Jahr lag der Anteil erst bei 40,9 Prozent. Weitere 16 Prozent der Unternehmen planen bereits den Einsatz von KI, 21,6 Prozent diskutieren darüber. „Künstliche Intelligenz ist in der deutschen ‌Wirtschaft endgültig in der Breite angekommen“, sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. „Die Dynamik bei der Einführung ist hoch.“Besonders stark verbreitet ist KI in der Industrie. Dort nutzen bereits 58,7 Prozent ‌der Betriebe KI-Anwendungen. Auch ‌im Dienstleistungssektor ist der Einsatz mit 56,2 Prozent weit verbreitet. Im Handel hat sich die Nutzung ebenfalls deutlich auf nun rund 45 Prozent ausgeweitet. „Besonders dynamisch ist die Entwicklung im Bauhauptgewerbe“, betonten die Ifo-Forscher. Innerhalb von drei Jahren ​stieg der Anteil der Firmen mit KI-Nutzung von ⁠7,1 auf 39,8 Prozent.Unternehmen nutzen KI bislang ⁠vor allem ⁠zur Unterstützung bestehender Arbeitsprozesse. Besonders häufig kommt KI in der Verwaltung, bei der Datenanalyse, beim Programmieren, im Schriftverkehr ⁠sowie zur Informationsrecherche ​zum Einsatz. Viele ⁠Unternehmen verwenden KI zudem für Aufgaben ​in Planung, Controlling oder Kundenkommunikation. In der Industrie gewinnt KI auch in ‌produktionsnahen Bereichen wie Qualitätskontrolle, Produktionsplanung oder Wartung immer mehr an Bedeutung. „Die Unternehmen setzen KI vor allem dort ​ein, wo sie sich konkrete Effizienzgewinne versprechen“, sagte ​Ifo-Experte Wohlrabe. „Besonders bei Routineaufgaben und der Verarbeitung großer Informationsmengen eröffnet KI neue Möglichkeiten.“ 

Studie: Deutsche Autobauer verlieren international den AnschlussDie deutschen Autobauer sind mit einem Gewinneinbruch ins Jahr 2026 gestartet ​und fallen im internationalen Vergleich zurück. Einer am Freitag veröffentlichten Studie der Beratungsgesellschaft EY zufolge sank ⁠der Gewinn der drei deutschen Konzerne Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW im ersten Quartal um 23 Prozent. Zugleich konnten die US-Konzerne ihren Überschuss um 83 Prozent steigern. Auch beim Umsatz verzeichneten die deutschen ‌Autobauer als einzige einen Rückgang von vier Prozent, während etwa die Hersteller aus den USA um fünf Prozent und die japanische Konkurrenz um vier Prozent zulegten.Die Profitabilität der gesamten ‌Branche steht unter Druck. Die durchschnittliche ‌Marge der 19 größten Autokonzerne sank auf 3,5 Prozent und erreichte damit den niedrigsten Wert seit dem Corona-Jahr 2020. „Die Krise ist gerade für die deutschen Autokonzerne längst noch nicht überwunden“, sagte Constantin M. Gall, Branchenexperte ​bei EY. Die deutsche Autoindustrie befinde sich in ⁠einem tiefgreifenden Strukturwandel. „Wegfallende Auslandsmärkte, teure Überkapazitäten, hohe Software-Investitionen und ein langsamer Hochlauf der Elektromobilität belasten die Ergebnisse“, so Gall.Im Ranking der ​profitabelsten Autokonzerne belegt der japanische Hersteller Suzuki der Studie zufolge mit einer Marge von 10,9 Prozent den Spitzenplatz, gefolgt ⁠vom US-Branchenprimus General ‌Motors (9,4 Prozent) und Kia (7,5 Prozent) aus Südkorea. BMW kommt mit 6,5 Prozent auf Rang vier, Mercedes-Benz liegt mit 6,0 Prozent auf Platz sechs, Volkswagen mit 3,3 Prozent auf Rang 13.Als Bremsklotz erweist sich zunehmend ⁠das Geschäft ⁠in China. Dort brach der Absatz der deutschen Konzerne um 16 Prozent ein. „Von der Cashcow zum ⁠Sorgenkind: China bleibt ​eines ⁠der größten Probleme für die deutschen Konzerne“, erklärte ​Gall. Zudem erschwert ein schwieriges globales Umfeld die Lage der Hersteller. „Geopolitische ‌Spannungen, Nationalismus, Handelsschranken und wechselnde politische Präferenzen für die eine oder andere Antriebstechnologie prägen das Umfeld“, sagte Gall. ​Die deutschen Konzerne befänden sich in einer ​sehr schwierigen Lage, da sie nicht mehr von einem freien Welthandel profitieren könnten. 

US-Investor will offenbar mit Reederei MSC die Airline Easyjet übernehmenDer US-Finanzinvestor Castlelake prüft einem Medienbericht zufolge eine Partnerschaft mit der weltgrößten Reederei MSC für eine mögliche Übernahme des britischen Billigfliegers Easyjet. Dies berichtete die italienische Zeitung „Corriere della Sera“ am Donnerstag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Die Aktie der Airline legte daraufhin um 2,3 Prozent zu.Castlelake hatte vorige Woche mitgeteilt, eine ‌Übernahme zu einem Preis von mehr als 403,23 Pence je Aktie zu erwägen. Eine formelle Offerte liegt jedoch noch nicht vor. Nach britischem Übernahmerecht hat die Firma bis ‌zum 26. Juni Zeit, ‌ein verbindliches Angebot vorzulegen oder sich zurückzuziehen. Analysten zufolge machen die niedrige Bewertung, die Start- und Landerechte an wichtigen Flughäfen und die stabile Flotte Easyjet zu einem attraktiven Übernahmeziel. MSC und Easyjet lehnten eine Stellungnahme zu dem Bericht ab. Von Castlelake war zunächst kein Kommentar zu erhalten.

SpaceX setzt Ausgabepreis für BörsengangDie Pläne für den Börsengang von SpaceX konkretisieren sich weiter: Das von Elon Musk gegründete Unternehmen gab am Mittwoch in einer aktualisierten Version seines Börsenprospekts bekannt, einen Ausgabepreis von 135 Dollar je Aktie anzustreben. Bei diesem Preis würde SpaceX mit insgesamt 1,77 Billionen Dollar bewertet. Das Unternehmen will nach eigener Aussage knapp 555,6 Millionen Aktien ausgeben. Beim angestrebten Emissionspreis würde es damit rund 75 Milliarden Dollar einsammeln.Damit bestätigt sich, dass SpaceX mit seinem Börsengang Rekorde brechen dürfte. Noch nie hat ein Börsendebütant auch nur annähernd so viel Geld eingesammelt. Der bisherige Rekordhalter ist der saudische Ölkonzern Saudi Aramco, dessen Börsengang 2019 rund 29 Milliarden Dollar einbrachte.SpaceX will Medienberichten zufolge am 12. Juni an die Börse Nasdaq in New York gehen. Es ist eher ungewöhnlich, dass Unternehmen schon mehr als eine Woche vorher einen exakten Preis vorgeben. Üblicherweise wird zunächst einmal eine Preisspanne genannt, und der genaue Betrag wird dann kurz vor dem Börsengang festgelegt. Es wäre denkbar, dass SpaceX den Preis vor dem Börsengang noch anpasst. Nach einem Bericht der „New York Times“ ist dies aber nicht zu erwarten.Musk ist schon heute der mit Abstand reichste Mensch der Welt. Im „Bloomberg Billionaires Index“ wird sein Vermögen derzeit auf 726 Milliarden Dollar beziffert. Bloomberg zufolge würde sein Vermögen beim jetzt festgelegten Ausgabepreis auf 988 Milliarden Dollar ansteigen. Sollte der Aktienkurs also nach dem Börsendebüt steigen, könnte er zum Billionär werden.

Hochtief steigt erstmals in den Dax aufDer Baukonzern Hochtief steigt zum ersten Mal in den deutschen Leitindex Dax auf. Das Essener Unternehmen verdrängt in Deutschlands wichtigstem Börsenindex zum 22. Juni den Volkswagen-Großaktionär Porsche Automobil Holding SE, der in den Nebenwerteindex MDax für mittelgroße Unternehmen absteigt, wie die Deutsche-Börse-Tochter ISS Stoxx im schweizerischen Zug mitteilte. Der Aufstieg von Hochtief kommt nach Ansicht von Experten nach einem starken Lauf der Aktie in den vergangenen Monaten nicht überraschend. Das Unternehmen profitiert demnach unter anderem vom Boom bei Rechenzentren, von Milliarden-Infrastrukturprogrammen sowie steigenden Verteidigungsausgaben in vielen Ländern. 

Volkswagen startet Produktion des Elektro-PoloEuropas größter Autobauer Volkswagen will mit dem elektrischen Polo seine Marktanteile gegen die Angreifer aus China verteidigen. Volkswagen-Markenchef Thomas Schäfer sprach ​am Mittwoch anlässlich des Produktionsstarts im spanischen Martorell von einem Meilenstein für das Unternehmen. Das Fahrzeug, das zusammen mit seinem Schwestermodell von Cupra gebaut wird, zeige, wie ⁠sich Volkswagen die Zukunft der Elektromobilität im Volumensegment vorstelle: „Weniger Komplexität, niedrigere Kosten und klarer Fokus auf die Kundenbedürfnisse.“Konzernchef Oliver Blume sagte, sein Unternehmen investiere mehrere Milliarden Euro, um Spanien zu einem zentralen Knotenpunkt der Elektromobilität zu machen. Neben dem Werk in Martorell spielt dabei insbesondere die Batteriefertigung der Konzerntochter PowerCo in Sevilla eine Rolle. „Auch ‌wenn sich der globale Wettbewerb verschärft, glauben wir an unseren Heimatmarkt Europa“, sagte Blume. Er unterstrich das mit einer Forderung an die Politik: „Jetzt gilt es, diese Dynamik mit einer klaren „Made in Europe“-Strategie zu nutzen. Sie muss gleiche Wettbewerbsbedingungen gewährleisten und die industrielle Basis Europas stärken.“ Seit Ende April können Kunden den ‌elektrischen Polo bestellen, allerdings noch nicht die Variante zum ‌Preis von 25.000 Euro. 

Chinesische KI-Firma Deepseek sichert sich in Finanzierungsrunde offenbar 6,4 Milliarden EuroDer chinesische KI-Entwickler Deepseek sammelt Insidern zufolge erstmals Kapital bei externen ​Investoren ein. Das Startup werde von Technologiekonzernen wie Tencent oder CATL voraussichtlich umgerechnet 6,4 Milliarden ⁠Euro erhalten, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen am Mittwoch. Etwa 2,5 Milliarden Euro steuere Firmengründer Liang Wenfeng bei. Dabei könnte Deepseek insgesamt mit 44,5 bis 50,9 Milliarden Euro bewertet werden. ‌Keines der genannten Unternehmen war zunächst für eine Stellungnahme zu erreichen.Deepseek gilt als der bekannteste KI-Entwickler Chinas. Er sorgte Anfang 2025 mit der Veröffentlichung eines Chatbots weltweit für Schlagzeilen. ‌Das Programm war der ‌westlichen Konkurrenz ebenbürtig, benötigte aber deutlich weniger Rechenleistung. Zudem soll die Entwicklung nur einen Bruchteil der bis dahin üblichen Kosten verursacht haben. Die Leistung der aktuellen Version bleibt Experten zufolge jedoch hinter denen der in- ​und ausländischen Wettbewerber zurück. Bislang finanzierte sich ⁠Deepseek ausschließlich über die Muttergesellschaft, den ebenfalls von Liang gegründeten Vermögensverwalter High-Flyer.

Stahlkonzern Voestalpine verzeichnet GewinnsprungDer österreichische Stahlkonzern Voestalpine profitiert von Aufträgen für Bahnsysteme und Luftfahrt. Im vergangenen Jahr hat (per Ende März) das Technikflaggschiff dank Umstrukturierungen deutlich verbessert bilanziert. Der Konzerngewinn stieg um fast 138 Prozent auf 424 Millionen Euro, wie das Management am Mittwoch mitteilte. Die seit 4. Juni 2025 geltenden US-Zölle von 50 Prozent auf Stahl hätten das Ergebnis aber um einen hohen zweistelligen Millionenbetrag belastet. Der Umsatz sank von 15,7 Milliarden auf 15,1 Milliarden Euro.„Der Fokus lag weiterhin auf der konsequenten Reorganisation renditeschwacher Geschäftsbereiche und auf der Forcierung internationaler Wachstumsprojekte“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Herbert Eibensteiner. Die bereits im Geschäftsjahr 2024/25 begonnenen Maßnahmen wurden den Konzernangaben zufolge weitergeführt. Der weltweite Personalstand verringerte sich um 1,8 Prozent auf 48.800 Mitarbeiter.Das Segment Automotive Components in Deutschland wird neu aufgestellt. Ziel sei es, den Automobilzulieferbereich der Metal Forming Division (hochentwickelte Profil-, Rohr- und Präzisionsbandstahlprodukte) langfristig abzusichern. Die High Performance Metals Division konzentriere ihr Produktportfolio auf Hochleistungswerkstoffe. Mit der Veräußerung von Buderus Edelstahl in Wetzlar, weltweiten Standortkonsolidierungen, Kapazitätsanpassungen in Mürzzuschlag und dem Verkauf der voestalpine Böhler Profil sei die Portfoliobereinigung innerhalb der Division weitgehend abgeschlossen.In der Weiterverarbeitung sicherte sich das Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr Rekordaufträge für Bahnsysteme, Luftfahrtprodukte und Lagertechnik. Von der Deutschen Bahn (DB) und den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) wurden Aufträge von 500 Millionen Euro für die Lieferung von Schienen- und Weichensystemen bis hin zu Signaltechnik- und Überwachungsleistungen verbucht. In der Luftfahrt gab es Aufträge von rund einer Milliarde Euro für die nächsten fünf Jahre – ein großer Teil stammt vom europäischen Flugzeughersteller Airbus. Den Aktionären wird eine Dividendenerhöhung von 60 auf 75 Cent je Aktie in Aussicht gestellt.

SpaceX peilt für Börsengang offenbar 135 Dollar je Aktie an Das Raumfahrt- und Satellitenunternehmen SpaceX fasst für seinen geplanten Börsengang ​offenbar einen Stückpreis von 135 Dollar ins Auge. Der Konzern wolle nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters 555,6 ⁠Millionen Aktien zu diesem Kurs platzieren. Damit werde die Firma von Elon Musk wie zuvor bekanntwurde 75 ‌Milliarden Dollar einsammeln und auf eine Gesamtbewertung von 1,75 Billionen Dollar kommen. Um die große Fangemeinde des Milliardärs einzubinden, sollen früheren Informationen zufolge bis zu 30 Prozent der ‌Papiere an Privatanleger gehen – ‌eine bemerkenswert hohe Quote.Dass zu diesem frühen Zeitpunkt ein fester Zielpreis genannt wird, ist äußerst ungewöhnlich. Normalerweise rufen Börsenkandidaten vor den Präsentationen für Investoren – der sogenannten Roadshow – zunächst eine Preisspanne aus. Der endgültige ​Ausgabepreis wird dann meist erst am ⁠Tag vor dem Debüt festgelegt. Bei SpaceX soll die Roadshow an diesem Donnerstag beginnen. Die begleitenden Investmentbanker stehen nun vor ​der Aufgabe, ausreichend Nachfrage für das beispiellose Auftragsbuch zu generieren.Die hohe Bewertung stützt sich auf die ⁠Erwartung, dass SpaceX künftige ‌Technologien und Märkte dominieren wird, die heute noch gar nicht existieren. Das Spektrum reicht dabei von Marsmissionen bis hin zu Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) im Weltraum. Der Schritt aufs Parkett ⁠gilt als einer der ⁠bedeutendsten der jüngeren Geschichte und dürfte eine ganze Welle von Emissionen großer Technologiekonzerne einläuten, zu ⁠denen zudem ​die KI-Entwickler ⁠OpenAI und Anthropic gezählt werden. SpaceX gilt ​als die wichtigste Säule im Imperium des reichsten Menschen ‌der Welt. Der für den 12. Juni geplante Börsengang bietet Anlegern die seltene Gelegenheit, direkt ​in Musks Visionen für Raumfahrt, Satellitenkommunikation und ​KI zu investieren.