FAZ 09.02.2026
08:37 Uhr

Business-Ticker: Trumps Finanzminister macht künftigem Notenbankchef klare Ansage


Unicredit erzielt Milliarden-Gewinn +++ Batterie-Unternehmen ACC begräbt Pläne für Gigafabrik in Kaiserslautern +++ Dow Jones erreicht neuen Rekordstand  +++ alle Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.

Business-Ticker: Trumps Finanzminister macht künftigem Notenbankchef klare Ansage

Unicredit mit starken Zahlen: Die italienische Großbank hebt nach ​einem überraschend starken Schlussspurt im Geschäftsjahr 2025 ihr Gewinnziel für das laufende Jahr 2026 auf elf Milliarden Euro an. Im vierten Quartal 2025 erzielte die Bank ​einen Nettogewinn von 2,17 Milliarden Euro und lag damit über den Analystenprognosen von 1,96 Milliarden Euro, wie das ​Institut am Montagmorgen mitteilte. Dabei profitierte die um die Frankfurter Commerzbank werbende Unicredit von Steuergutschriften aus früheren Verlusten in Höhe von 336 Millionen ⁠Euro.Das Management um den Vorstandschef ​Andrea Orcel, das bislang für 2027 einen Nettogewinn von zehn Milliarden Euro prognostiziert ⁠hatte, strebt nun bis 2028 13 Milliarden Euro an, mit ‍einem \"außergewöhnlichen\" durchschnittlichen Wachstum ‍von sieben Prozent pro Jahr zwischen 2026 und 2028. Hinter dem Erfolg steht die Expansionsstrategie von Orcel. Der Investmentbanker hat Milliarden ⁠aus den hohen überschüssigen Barreserven der Bank investiert, um sich an ​Konkurrenten ​zu beteiligen. Unicredit will in den kommenden Jahren Milliardensummen an ihre Aktionäre ausschütten.Nach dieser starken Vorlage aus Mailand richten sich die Augen nun auf die Commerzbank, die am Mittwoch ihre Zahlen vorlegen wird. Das Management um Vorstandschefin Bettina Orlopp steht dem Übernahmeversuch aus Mailand ablehnend gegenüber und will eigenständig bleiben.

Der amerikanische Finanzminister Scott Bessent macht dem designierten neuen Notenbankchef Kevin Warsh schon eine Ansage, bevor der überhaupt seinen Job angetreten hat. Bessent sagte öffentlich, er rechne auch unter Warsh nicht mit einem raschen Abbau der Bilanzsumme der Federal Reserve (Fed). Er fügte gegenüber dem Sender \"Fox News\"  hinzu, die Entscheidung über die Bilanz liege in Händen der Währungshüter, konkretisierte aber: \"Ich denke, sie werden sich wahrscheinlich zurücklehnen ​und sich mindestens ein Jahr Zeit nehmen, um zu entscheiden, was sie tun wollen.\" Bessent betonte, Warsh werde als Fed-Chef sehr unabhängig agieren.Die Bilanzsumme ​umfasst das Gesamtvermögen der Fed, hauptsächlich US-Staatsanleihen und hypothekenbesicherte Wertpapiere. Warsh, der von 2006 bis 2011 im Direktorium der Fed saß, gilt eigentlich als Kritiker der Anleihekäufe. Er hatte in der Vergangenheit argumentiert, dass ⁠die großen Bestände der Fed die Finanzmärkte ​verzerrten und drastisch reduziert werden sollten. Dies könnte jedoch im Widerspruch zu den Zielen von Präsident Donald ⁠Trump stehen. Dieser fordert deutlich niedrigere Hypothekenzinsen. Fachleuten zufolge gefährdet eine Verkleinerung der Fed-Bilanz dieses ‍Ziel.Die Notenbank in Washington hatte ihre Bilanzsumme während der globalen Finanzkrise und der Corona-Pandemie massiv ausgeweitet, um die langfristigen Zinsen zu drücken. Im Sommer des Jahres 2022 erreichte sie einen ⁠Höchststand von neun Billionen Dollar. Anschließend ließ die Fed Anleihen auslaufen – ein Prozess, der ​als \"Quantitative Tightening\" bekannt ist –, ​wodurch das Volumen bis Ende ‌2025 auf 6,6 Billionen Dollar sank. Im Dezember begann ‍die Notenbank jedoch wieder, ihren Bestand durch den Kauf von kurzlaufenden Staatsanleihen technisch zu ‍erhöhen, um genügend Liquidität im Finanzsystem sicherzustellen.

Der Schweizer Pharmakonzern Roche hat mit ​seinem Multiple-Sklerose-Hoffnungsträger Fenebrutinib einen weiteren Studienerfolg erzielt. In einer Phase-III-Studie bei einer speziellen Form der Multiplen Sklerose (PPMS) senkte das Medikament das Risiko einer fortschreitenden Behinderung um zwölf Prozent im Vergleich zu Ocrevus, ​der bislang einzigen zugelassenen Therapie für diese Verlaufsform und ebenfalls ein Roche-Produkt, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Die Trennung der Behandlungskurven habe sich bereits ​nach 24 Wochen gezeigt, zusätzliche Analysen deuteten auf Vorteile bei der Funktion der oberen Extremitäten hin, wie Roche am Samstag mitteilte. PPMS ist die seltenste ⁠Form der Multiplen Sklerose, bei ​der die Behinderung von Beginn an kontinuierlich fortschreitet und keine Schübe auftreten.Roche hatte schon im November positive Phase-III-Daten bei schubförmiger MS vorgelegt und dabei erste ‍Hinweise auf eine Wirksamkeit ‍von Fenebrutinib bei PPMS gemeldet. Die nun präsentierten Daten wurden auf dem Fachkongress ACTRIMS vorgestellt. Laut Roche ist Fenebrutinib der erste experimentelle Wirkstoff ⁠seit über einem Jahrzehnt, der in einer Studie eine Reduktion der Behinderungsprogression ​bei PPMS zeigen ​konnte. Eine Zulassungseinreichung ist geplant, ‌sobald weitere Phase-III-Daten aus einer Studie zur ‍schubförmigen MS vorliegen, die für das erste Halbjahr 2026 erwartet werden. 

 Das Batterie-Gemeinschaftsunternehmen ACC hat seine Pläne für den Bau von ​Gigafactories in Deutschland und Italien endgültig aufgegeben. Das Management der Firma, an der neben Hauptinvestor Stellantis auch Mercedes-Benz und Total Energies beteiligt sind, habe die Arbeitnehmervertreter darüber informiert, dass die Projekte in Kaiserslautern und im italienischen Termoli „definitiv zu den Akten gelegt“ worden ​seien, teilte die italienische Metallarbeitergewerkschaft UILM am Samstag mit. ACC bestätigte in einer eigenen Mitteilung, dass die Voraussetzungen für einen Neustart der seit Mai 2024 ruhenden Vorhaben ​voraussichtlich nicht erfüllt würden. Man habe einen „konstruktiven Dialog“ mit den Betriebsräten in Deutschland und den Gewerkschaften in Italien über eine mögliche Einstellung der Projekte begonnen.Hintergrund der Entscheidung ist die anhaltend schwache Nachfrage ⁠nach Elektroautos in Europa. Ursprünglich waren ​drei Fabriken geplant. Während das erste ACC-Werk in Frankreich bereits produziert, hatte das Konsortium die Erweiterungspläne für Deutschland ⁠und Italien angesichts der Marktlage bereits im vergangenen Jahr auf Eis gelegt. Die Absage folgt ⁠auf einen historischen Kurssturz bei Stellantis. Die Aktien des französisch-italienischen Autobauers waren am Freitag um ​25,2 Prozent eingebrochen – ​der größte Tagesverlust in der Geschichte des ‌Unternehmens. Zuvor hatte der Konzern Abschreibungen in Höhe von ‍rund 22,2 Milliarden Euro verbucht und angekündigt, seine Pläne für die Entwicklung von Elektrofahrzeugen ‍deutlich zurückzufahren. 

Der Aktienindex Dow Jones hat zum ersten Mal die 50.000-Punkte-Marke übersprungen. Das US-Börsenbarometer der ​Standardwerte legte am Freitag im Verlauf um bis zu 2,3 Prozent auf 50.015 Zähler zu und markierte damit ein Allzeithoch.Nach dem brutalen Ausverkauf im Technologiesektor sammelten Schnäppchenjäger die gefallenen Titel auf und trieben so die Erholungsrally an. Aktien von Broadcom, Nvidia und AMD legten um jeweils etwa sieben Prozent zu. Super Micro sprangen ​um 9,6 Prozent nach oben. Auch die Aktien von Software- und Datendienstleistern gewannen nach tagelanger Talfahrt wieder an Boden.Anleger sehen Geschäftsmodelle klassischer Software- und Datenunternehmen durch den rasanten Siegeszug der Künstlichen Intelligenz (KI) zunehmend bedroht. ​Konkreter Auslöser der Kursverluste der vergangenen Tage war die Einführung eines Zusatzmoduls für den Chatbot Claude des KI-Unternehmens Anthropic, das spezialisierte juristische Aufgaben ermöglicht.Auch die explodierenden Kosten für Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) beschäftigten die Anleger. Am Freitag wurde Amazon dafür abgestraft, die Aktien rutschten um 7,4 ⁠Prozent ab. „Wir werden weiterhin dieses Auf und Ab erleben, ​weil die Bedenken, die die Märkte umtreiben, nicht kurzfristig waren“, sagte Ben Falcone, Investmentexperte bei Kayne Anderson Rudnick. „Diese Probleme sind eher langfristiger Natur ⁠und ich glaube nicht, dass sie in absehbarer Zeit verschwinden werden.“Dennoch könnte das Überwinden der ‍50.000 Punkte ‍allein dafür sorgen, dass weitere Investoren auf den fahrenden Zug aufspringen wollen. Die letzte große Hürde hatte der Index mit den 40.000 Punkten im Mai 2024 genommen. Für den Sprung über die 10.000 Punkte hatte der Dow Jones noch gut 100 Jahre ⁠benötigt. Diese Marke erreichte er 1999 inmitten der Dotcom-Euphorie. In der Finanzkrise 2009 fiel der Index bis auf ​6547,05 Punkte zurück und lag damit ​auf dem Niveau von 1997.

Das Weltwirtschaftsforum (WEF) im Epstein-Sumpf: Das Forum hat gegenüber der FAZ bestätigt, dass der Prüfungs- und Risikoausschuss des Kuratoriums nach den jüngsten Enthüllungen über den Präsidenten und CEO des WEF, Borge Brende, im Zusammenhang mit den Kontakten zum verstorbenen Sexualstraftäter eine unabhängige Überprüfung durch einen externen Rechtsberater eingeleitet hat. Diese Überprüfung soll gründlich und unparteiisch sein, und es ist wichtig, dass alle Parteien während ihrer Dauer von Spekulationen Abstand nehmen, heißt es. \"Herr Brende hat das WEF durch eine Phase des Führungswechsels begleitet, und wir schätzen sein Engagement für die Organisation.\"Das Forum verpflichtet sich zu Transparenz und einem ordnungsgemäßen Verfahren und wird nach Abschluss der unabhängigen Untersuchung über den aktuellen Stand informieren. Im Umfeld des WEF wird mit einem Ergebnis schon in den kommenden Wochen gerechnet.Der 60 Jahre alte frühere norwegische Außenminister Brende hat laut den vom amerikanischen Justizministerium veröffentlichten Epstein-Akten in den Jahren 2018 und 2019 an mehreren Abendessen mit Epstein teilgenommen. Diese hat er nun als Fehler bezeichnet und sein Bedauern ausgedrückt. Zudem habe er 2019 seine Vorgesetzten darüber informiert. Gegenüber der FAZ hat allerdings sein damaliger Chef, der WEF-Gründer Klaus Schwab, bestritten, darüber informiert worden zu sein. Wegen Epstein: WEF-Chef Børge Brende im Clinch mit Klaus Schwab | FAZ 

 Der in Essen ansässige Energiekonzern RWE hat im Beisein des Bundeskanzlers Friedrich Merz (CDU) in Abu Dhabi zwei Absichtserklärungen abgeschlossen. Merz ist zu Besuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten, unter anderem, um die Beziehungen im Energiebereich voranzubringen. Während die Bundesregierung bemüht ist, den Rahmen zu schaffen, kommt am Ende Unternehmen die Rolle zu, Verträge abzuschließen. Eine der beiden Vereinbarungen schloss RWE mit der staatlichen Abu Dhabi National Oil Company (Adnoc), heißt es in einer Mitteilung. Hier geht es darum, Möglichkeiten für die Lieferung von Flüssigerdgas (LNG) nach Deutschland und in andere europäische Märkte auszuloten. Die Rede ist davon, dass die Lieferungen bis zu eine Million Tonnen LNG pro Jahr bis zu zehn Jahre umfassen könnten. Deutschland setzt für seine zukünftige Energieversorgung stark auf Erdgas; etliche neue Gaskraftwerke sollen in den kommenden Jahren neu gebaut werden, um Dunkelflauten zu überbrücken, in denen die Erneuerbaren nicht genügend Strom produzieren. RWE und Adnoc hätten neben der Absicht zur langfristigen Zusammenarbeit außerdem erklärt, eine Kooperation bei kurzfristigen LNG-Handelsaktivitäten zwischen ihren jeweiligen globalen LNG-Portfolios zu prüfen. RWE-Chef Markus Krebber sagte, die „strategische Zusammenarbeit“ mit Adnoc unterstreiche „unser gemeinsames Engagement für die Sicherung der Energieversorgung Europas“. Die zweite Vereinbarung schloss RWE mit dem Energieunternehmen Masdar, auch bekannt als Abu Dhabi Future Energy Company. Hier geht es um mögliche gemeinsame Investitionen in Projekte für Batterie-Energiespeichersysteme. Masdar werde bis 2030 Investitionen in bestehende Batteriespeichervorhaben von RWE in Deutschland mit einer Kapazität von bis zu einem Gigawatt prüfen, heißt es in der Mitteilung. Großbatteriespeicher werden unter anderem verwendet, um überschüssigen Erneuerbaren-Strom zwischenzuspeichern und später mit Gewinn wieder zu verkaufen. Krebber verwies hier auf die Bedeutung der flexiblen Energiespeicherung als „Grundlage für Netzstabilität, Versorgungssicherheit und Integration erneuerbarer Energien“. 

Fast totgeglaubt, jetzt doch \"revolutionär\": Ein Medikament des Pharma- und Agrarchemiekonzerns Bayer entwickelt sich zu einem unerwarteten Hoffnungsträger für den Dax-Konzern. Das Leverkusener Unternehmen hat am Donnerstagabend abschließende Studienergebnisse zur Wirksamkeit seines Medikaments \"Asundexian\" veröffentlicht. In der Oceanic-Stroke-Studie, der ersten Phase-III-Studie zu einem Mittel dieser Art, zeigte es deutlich bessere Ergebnisse als ein Placebo  – Asundexian reduziert das Risiko für ischämische Schlaganfälle signifikant, also für Schlaganfälle, die durch verminderte oder fehlende Durchblutung entstehen. Gleichzeitig erhöht es nicht das Risiko schwerer Blutungen, was derzeit in klassischen Therapien ein Problem darstellt. Als \"revolutionär\" bezeichnete das Ko-Studienleiter Ashkan Shoamanesh im Gespräch mit der F.A.Z. Bayer will nun eine beschleunigte Zulassung anstreben. Und das Mittel dürfte doch noch Blockbuster-Status erreichen, also jährliche Umsätze von mindestens einer Milliarde Dollar erzielen. Manche Analysten erwarten gar ein Spitzenumsatzpotential von mehr als drei Milliarden Dollar. Das ist deshalb bemerkenswert, weil Asundexian dem Unternehmen Ende 2023 noch großen Kummer beschert hatte. In der geplanten Ursprungsanwendung konnte der Gerinnungshemmer, der als Nachfolgeprodukt des Kassenschlagers Xarelto geplant war, gegenüber schon existierenden Medikamenten keinen Zusatznutzen beweisen. Der Aktienkurs von Bayer stürzte daraufhin zeitweilig um mehr als ein Fünftel ab. Asundexian galt als gescheitert, wenngleich Bayer betonte, an anderen Indikationen für das Mittel zu arbeiten. Die Oceanic-Stroke-Studie, die jetzt abgeschlossen wurde und die mehr als 12.000 Patienten umfasste, lief zu dem Zeitpunkt auch schon. \"Die Ergebnisse geben Zuversicht, dass Asundexian, wenn zugelassen, eine bedeutende Option für die Sekundärprävention bei einem breiten Spektrum von Schlaganfallpatienten darstellen könnte\", sagte Shoamanesh. Der Aktienkurs von Bayer lag am Freitag mehr als zwei Prozent im Plus. Über die besser als erwartete Wirkung von Asundexian hatte Bayer schon im November erstmals informiert, woraufhin der Aktienkurs schon um zwölf Prozent zulegte. Warum es für die lange Zeit geplagten Aktionäre des Dax-Konzerns derzeit weiteren Grund zum Optimismus gibt, steht hier: 

Der österreichisch-kanadische Milliardär Frank Stronach muss sich wegen Missbrauchsvorwürfen vor Gericht verantworten. Der Strafprozess in Toronto dürfte am kommenden Donnerstag offiziell starten. Das meldete die kanadische Nachrichtenagentur \"The Canadian Press\" nach einem Gerichtstermin am gestrigen Donnerstag. Stronachs Anwältin hatte angekündigt, einen Antrag auf Aussetzung des Verfahrens stellen zu wollen. Sie vermutet, dass Klägerinnen durch die Staatsanwaltschaft beeinflusst wurden. Die Vorwürfe von mehr als einem Dutzend Frauen gehen bis in die 1970er Jahre zurück.Stronach hat in Nordamerika den Magna-Konzern aufgebaut, der zur Riege der großen Autozulieferkonzerne gehört. In Österreich wurde der heute 93-Jährige durch sein Sport-Investment im Fußball und Pferdesport sowie als Gründer der kurzzeitig auch im Nationalrat vertretenen Partei Team Stronach einer breiten Öffentlichkeit bekannt.

Der Autokonzern Stellantis zieht die Reißleine bei seiner Elektrostrategie ​und verbucht milliardenschwere Abschreibungen. Wegen der Drosselung der Entwicklungspläne für Elektroautos fielen in der zweiten Jahreshälfte 2025 Belastungen von rund 22,2 Milliarden Euro an, teilte der französisch-italienische Hersteller am Freitag mit. Unter dem Strich entstehe dadurch für diesen Zeitraum ​ein vorläufiger Verlust von 19 bis 21 Milliarden Euro.Die Aktionäre sollen leer ausgehen: Eine Dividende werde in diesem Jahr nicht gezahlt. „Das Unternehmen hat ​die überwiegende Mehrheit der Entscheidungen getroffen, die zur Korrektur der Richtung erforderlich sind“, hieß es in der Mitteilung. Dabei gehe es vor allem darum, das Produktportfolio an die Marktnachfrage anzupassen.Die Hiobsbotschaft riss ⁠die Stellantis-Aktien um mehr als ​14 Prozent nach unten und belastete auch andere französische Branchenwerte: Die Aktien von Valeo, Renault und Forvia gaben ⁠zwischen 2,1 und 2,5 Prozent nach. Auch in Deutschland zählten Autowerte zu den größten ‍Verlierern: Volkswagen verloren im ‍Dax 2,3 Prozent, BMW 1,5 Prozent und Porsche im M-Dax sogar 3,2 Prozent. 

Die Fluggesellschaft Condor stellt ihre Flüge zwischen Berlin und Dubai  ein. Diese Strecke war zuletzt in Diskussionen in den Vordergrund gerückt, da die Gesellschaft Emirates aus Dubai sie auch bedienen will, es wegen Beschränkungen im Luftverkehrsabkommen zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten bislang aber nicht darf. Im Bund gibt es aber Stimmen, die diese Regelung lockern wollen.Condor begründet die Streichung, die schon zum April wirkt, mit der mangelnden Wirtschaftlichkeit der Strecke. Einen Zusammenhang mit der Emirates-Debatte gebe es nicht. Im Sommer sei die Urlaubernachfrage wegen der hohen Temperaturen am Golf geringer, zudem würden Kreuzfahrten von den Emiraten aus, für die Passagiere zum Starthafen gebracht werden, vornehmlich im Winter starten. Im Winter will Condor weiterhin Dubai ansteuern. Mit der Sommerverbindung hatte Condor Hoffnungen verbunden. Es sollten Passagiere gewonnen werden, die in Dubai zur Weiterreise umsteigen. Dafür hatte die Gesellschaft Abkommen mit Emirates geschlossen. Mitglieder des Emirates-Kundenbindungsprogramms konnten auch auf den Condor-Dubai-Flügen Bonusmeilen sammeln. 

 Der österreichische Maschinen- und Anlagenbauer Andritz behauptet seine Ertragskraft. Das zu den führenden Anbietern von Technik- und Produktionssystemen für die Zellstoff- und Papierindustrie, die Wasserkraftindustrie, die Stahlindustrie und andere spezialisierte Wirtschaftszweige gehörende Industrieunternehmen wird in diesem Jahr eine operative Marge zwischen 8,7 und 9,1 Prozent bei steigendem Umsatz auf zumindest acht Milliarden Euro erwirtschaften. Im vergangenen Jahr betrug die Marge 8,9 Prozent, wie Andritz mitteilte. Der Auftragseingang stieg von 8,3 Milliarden Euro auf 8,9 Milliarden, der Umsatz aber sank um gut 5 Prozent auf 7,9 Milliarden. 

 Das für Dübel und Befestigungstechnik bekannte baden-württembergische Unternehmen Fischer hat trotz des schwierigen Marktumfelds sein Geschäft stabil gehalten. Im ersten vollständigen Geschäftsjahr nach dem Verkauf der Autosparte 2024 erwirtschafte Fischer einen Umsatz von 1,05 Milliarden Euro. Das Jahr 2024 hatte das Traditionsunternehmen noch mit Erlösen von 1,11 Milliarden Euro abgeschlossen. Der größte Bereich Befestigungssysteme legte nach Unternehmensangaben währungsbereinigt um drei Prozent zu. Angaben zum Gewinn machte Fischer nicht.  Im Juni 2024 hatte das Unternehmen mit Sitz in Waldachtal (Kreis Freudenstadt) den Geschäftsbereich Automotive, der vor allem Lüftungsdüsen, Ablagefächer, Cupholder und Ladeklappen aus Kunststoff für Elektro- und Verbrennerautos produzierte und einen Umsatz von 166 Millionen Euro erwirtschaftete, an die Beteiligungsgesellschaft Mutares mit Sitz in München abgegeben. Als Grund gab das Unternehmen damals die sinkenden Absätze und die schwierige Situation in der Automobilwirtschaft an, ein Sanierungsfall sei die Sparte aber nicht gewesen.  Für das laufende Jahr strebt das Unternehmen ein Umsatzwachstum an. Eine genaue Prognose wagte es nicht. Voraussichtlich werde 2026 das Wachstum von geopolitischen Rahmenbedingungen geprägt sein, die sich der unmittelbaren Einflussnahme der Industrie entzögen. Herausforderungen in Deutschland seien weiterhin die hohen Energiekosten und hohe bürokratische Hürden in der Europäischen Union. Die breite internationale Aufstellung habe es der Unternehmensgruppe 2025 ermöglicht, weitgehend unabhängig von negativen geopolitischen Einflüssen zu agieren. Es werde in rund 120 Länder exportiert. Weltweit beschäftigt Fischer 4.800 Männer und Frauen. 

Die Zugtechniksparte des Technologiekonzerns Siemens hat einen Großauftrag für die S-Bahn in Kopenhagen erhalten. Das Konsortium aus Siemens Mobility und dem Schweizer Zughersteller Stadler wird für die Dänischen Staatsbahnen 226 vollautomatisierte vierteilige Triebzüge liefern. Der Vertrag beinhaltet darüber hinaus eine Option auf bis zu 100 weitere Züge. Das Gesamtvertragsvolumen für das Siemens-Konsortium beträgt rund drei Milliarden Euro. Die Flotte wird nach Angaben von Siemens das weltweit größte offene Bahnsystem mit automatisiertem Zugbetrieb (Automatic Train Operation, ATO) schaffen. Siemens Mobility übernimmt als Konsortialführer die elektrische Ausrüstung, einschließlich Antriebs- und Bremstechnik, Bordstromversorgung, Fahrzeug- und Zugsteuerung, Fahrgastinformationssystem sowie Drehgestelle. Stadler liefert die Wagenkästen, die Kupplungen, die gesamte Innenausstattung mit Sitzen, Klimaanlagen sowie Türen und übernimmt zudem die Endmontage der Züge.Für die Dänischen Staatsbahnen stellt der Auftrag die größte Investition in der 90-jährigen Geschichte der S-Bahn Kopenhagen dar. Mit dem Übergang zum vollautomatischen Zugbetrieb soll die Taktfrequenz der Kopenhagener S‑Bahn deutlich erhöht werden.