FAZ 03.03.2026
08:36 Uhr

Business-Ticker: Trump zieht im Streit mit US-Kanzleien zurück


Lieferdienst Flink erhält frisches Kapital +++ EZB-Chefvolkswirt warnt vor Inflationsschub +++ Open AI überarbeitet Vereinbarung mit dem US-Verteidigungsministerium +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.

Business-Ticker: Trump zieht im Streit mit US-Kanzleien zurück

Lieferdienst Flink erhält frisches KapitalDer 2021 in Berlin gegründete Lebensmittellieferdienst Flink erhält von Investoren 100 Millionen Dollar frisches Wachstumskapital. Die Finanzierungsrunde wird vom Bestandsinvestor Prosus angeführt. Die südafrikanische Beteiligungsgesellschaft hat im vergangenen Jahr den Restaurantlieferdienst Lieferando übernommen und war zuvor schon am M-Dax-Konzern Delivery Hero beteiligt, musste diese Beteiligung aber im Zuge der Lieferando-Übernahme aus regulatorischen Gründen reduzieren. Als neuer Flink-Investor ist der Wagniskapitalarm des Tabakkonzerns BAT an Bord. Insgesamt hat Flink seit Gründung mehr als 1,3 Milliarden Dollar an Investorengeldern eingesammelt. Die Bewertung nach der neuen Runde soll laut Bloomberg bei 900 Millionen Dollar liegen. Das wäre weniger als zu Coronazeiten, aber mehr als in den vergangenen Jahren, als das Unternehmen darunter litt, dass viele Menschen Lebensmittel wieder lieber vor Ort einkauften.Mit dem neuen Geld will Flink 2026 unter anderem in neue deutsche Märkte expandieren. Aktuell betreibt Flink 160 sogenannte Hubs in Deutschland und den Niederlanden. Nach Gründung in der Coronazeit war das Geschäft mit dem schnellen Ausliefern von Supermarktprodukten über Fahrradkuriere in Städten von einem harten Wettbewerb geprägt und hochdefizitär. Die einstigen Flink-Rivalen Gorillas und Getir sind inzwischen nach einer zwischenzeitlichen Fusion vom deutschen Markt verschwunden. Flink hatte sich stärker darauf konzentriert, profitabel zu arbeiten, seine Expansionspläne begraben und ist auch vom alten Versprechen abgerückt, innerhalb von 10 Minuten zu liefern. Die durchschnittliche Lieferzeit beträgt laut Flink inzwischen 30 Minuten, der durchschnittliche Warenkorb sei 45 Euro groß. Durch den harten Sparkurs der vergangenen Jahre wirtschafte Flink inzwischen zumindest vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen profitabel. 

EZB-Chefvolkswirt warnt vor InflationsschubEin längerer Krieg im Nahen Osten kann nach den Worten von EZB-Chefvolkswirt ​Philip Lane die Inflation in der Europäische Währungsunion anheizen und die Wirtschaft ausbremsen. \"Ein Anstieg der Energiepreise übt ⁠tendenziell Inflationsdruck aus, insbesondere kurzfristig\", sagte Lane der \"Financial Times\" in einem am Dienstag veröffentlichten Interview, aus dem der Finanzdienst Reuters zitiert. Das könne sich auch negativ auf die Konjunktur auswirken.Am Montag hatte sich der Krieg der USA und Israels ‌gegen den Iran ausgeweitet. Israel griff den Libanon an, während der Iran seine Attacken auf die ölreichen Golfstaaten fortsetzte. Dies trieb die Ölpreise um mehr als zehn Prozent in die Höhe.Die Folgen ‌für die Inflation hängen von ‌der Dauer des Konflikts ab, sagte der Notenbanker weiter. Die Europäische Zentralbank (EZB) werde die Lage beobachten. Lane verwies auf frühere Analysen der Währungshüter. Diesen zufolge würde ein längerer Krieg zu einem \"deutlichen Anstieg\" der energiepreisbedingten Inflation und einem \"starken Rückgang\" ​der Wirtschaftsleistung führen, sollte es zu einem dauerhaften Rückgang ⁠der Energielieferungen aus der Region kommen. Eine separate Analyse der EZB vom Dezember deutet darauf hin, dass ein dauerhafter Ölpreisanstieg in ​dieser Größenordnung die Inflation um 0,5 Prozentpunkte anheben und das Wachstum um 0,1 Prozentpunkte dämpfen könnte.

OpenAI schränkt Militär-Kooperation mit USA einOpenAI-Chef Sam ​Altman hat am Montag angekündigt, dass ⁠sein Unternehmen die Vereinbarung mit dem US-Verteidigungsministerium überarbeitet. \"Wir haben mit dem ‌Kriegsministerium daran gearbeitet, einige Ergänzungen in unsere Vereinbarung aufzunehmen, um unsere Prinzipien sehr ‌deutlich ‌zu machen\", erklärte Altman auf der Plattform X. Eine der Ergänzungen besage, ​dass das Pentagon zugesichert ⁠habe, OpenAI-Dienste würden nicht von militärischen Geheimdiensten wie der ​NSA genutzt. Jegliche Dienste für ⁠diese Behörden würden eine ‌gesonderte Vertragsänderung erfordern, betonte der ChatGPT-Entwickler. In der vergangenen Woche ⁠hatte das KI-Unternehmen eine ⁠Vereinbarung über den Einsatz seiner Technologie ⁠im ​klassifizierten ⁠Netzwerk des Verteidigungsministeriums bekannt ​gegeben. 

SAP-Cloudvorstand Saueressig wird zusätzlich Vertriebschef  Der Softwarekonzern SAP regelt die Zuständigkeiten ​im Vorstand neu. Der Cloud-Chef Thomas Saueressig erhalte zusätzliche ⁠Aufgaben, teilte das Unternehmen am Montag mit. Dem „Handelsblatt“ und der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge übernimmt er den Vertrieb, den bislang Firmenchef Christian ‌Klein verantwortete. Saueressig gehört dem SAP-Vorstand seit 2019 an und leitet den Bereich „Customer Services & Delivery“, der das Geschäft ‌rund um Cloud-Angebote ‌umfasst.Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete darüber hinaus unter Berufung auf ein internes Rundschreiben, dass sich Klein künftig verstärkt dem Thema Künstliche Intelligenz (KI) ​widmen will. Anbieter von Unternehmenssoftware ⁠stehen weltweit unter Druck. Anleger befürchten, dass KI-Modelle diese Programme überflüssig machen könnten. In ​den vergangenen Wochen hatten die Ankündigungen neuer Funktionen für die KI „Claude“ ⁠von Anthropic an den ‌Börsen mehrfach Kursturbulenzen ausgelöst. Im Vergleich zu ihrem Rekordhoch vom Februar 2025 hat die SAP-Aktie rund 40 Prozent ihres ⁠Wertes eingebüßt.SAP teilte ⁠am Montag zudem mit, dass Produktchef Muhammad Alam seinen Vertrag ⁠aus ​persönlichen Gründen ⁠nicht verlängern werde. Er werde ​bis zum Ende seiner Amtszeit 2027 ‌im Unternehmen bleiben. Alam ist seit 2024 Mitglied im SAP-Vorstand. 

Kräftige Kursgewinne an der Börse von Tel Aviv  Die Unternehmen an der Börse von Tel Aviv haben zum Wochenauftakt deutliche Kursgewinne verbucht. 1212 Kursgewinner standen lediglich elf Kursverlieren gegenüber. Dabei standen Aktien der Finanz-, Technologie- und Rüstungsindustrie ganz oben auf den Kauflisten der Anleger. Während sich der Irankrieg in der Region am Montag ausweitete und sich die geopolitische Lage weiter zu verschlechtern schien, zeigte sich der Schekel in einem robusten Zustand. An der Aktienbörse legte der richtungsweisende TA-125-Aktienindex 5,9 Prozent zu und notierte auf einem Rekordwert von 4249 Zählern. Banken und Versicherungsunternehmen standen bei den Kursgewinnern ganz oben. Der Kurs der Aktie des Finanz- und Versicherungshauses Harel Insurance erhöhte sich um 8,6 Prozent, der Preis für einen Anteilsschein von Clal Insurance zog 7,9 Prozent an. Die First International Bank of Israel Fibi sah ihren Kurs um 3,9 Prozent steigen.  Die Aktie des Sicherheitsspezialisten Elbit Systems, der unter anderem das heimische Militär mit Elektronik beliefert, stieg knapp 3,5 Prozent an. Die Papiere des Kameraunternehmens Next Vision erhöhten sich um etwa 8,3 Prozent. Der Anteilsschein der Bau- und Immobiliengesellschaft Azrieli Group verbuchte ein Plus von 3,8 Prozent, der von Airport City legte knapp 5,3 Prozent zu. 

Etappensieg für Alt-Aktionäre von YukosEhemalige Aktionäre des zerschlagenen Ölkonzerns Yukos können Ansprüche gegen Russland von inzwischen mehr als 65 Milliarden Dollar aus einem Schiedsspruch in Großbritannien vollstrecken. Das entschied der Londoner High Court am Montag und gab damit den Klägern die Möglichkeit, die Forderung in England durchzusetzen. Russland hatte argumentiert, der Schiedsspruch dürfe nicht anerkannt oder vollstreckt werden. Die Regierung in Moskau verwies dabei unter anderem auf angeblichen Betrug seitens der früheren Yukos-Eigentümer. Richter Robert Bright wies dies jedoch zurück.„Die von der Russischen Föderation angeführten moralischen Verfehlungen (...) eignen sich schlichtweg nicht als Verteidigungsgrund“, erklärte er am Montag in seiner Urteilsbegründung. Eine Bitte um Stellungnahme bei der russischen Botschaft in London blieb zunächst unbeantwortet. Der Prozess der Vollstreckung dürfte sich über mehrere Jahre hinziehen. Es wird erwartet, dass Russland gegen das Urteil vom Montag Berufung einlegt. Bislang konnten die ehemaligen Investoren jedoch nur 1,6 Millionen Euro durch die Versteigerung von 18 russischen Wodkamarken, darunter Stolichnaya und Moskovskaya, eintreiben.Ein Schiedsgericht in Den Haag hatte den drei ehemaligen Yukos-Aktionären Hulley Enterprises, Yukos Universal und Veteran Petroleum im Jahr 2014 bereits gut 50 Milliarden Dollar zugesprochen. Seitdem kämpfen die Kläger in Großbritannien, den USA und den Niederlanden um die Vollstreckung des Schiedsspruchs, der durch Zinsen auf mehr als 65 Milliarden Dollar angewachsen ist. Yukos war 2006 zerschlagen worden, nachdem der Ölmagnat Chodorkowski sich mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin überworfen hatte (Reuters).

Rheinmetall schließt Kauf der Lürssen-Marinetochter ab Deutschlands größter Rüstungskonzern Rheinmetall baut künftig auch Schiffe. Der Hersteller von Panzern, Artillerie und Munition gab in Düsseldorf bekannt, dass die Übernahme des Bremer Marineunternehmens NVL abgeschlossen sei. Man habe alle kartellrechtlichen Freigaben erhalten, und der Firmenübergang sei schon zum 1. März erfolgt. Verkäufer ist die Bremer Werftengruppe Lürssen, die künftig nur noch Yachten verkauft und sich von ihrer Marinetochter trennt. Zum Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.Das Kürzel NVL steht für Naval Vessels Lürssen, das Unternehmen mit 2100 Beschäftigten hatte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro angepeilt, circa zehn Prozent davon sollten auf den Betriebsgewinn (Ebit) entfallen. Rheinmetall hat rund 40.000 Beschäftigte, 2025 wollte die Firma deutlich mehr als zwölf Milliarden Euro Umsatz machen. Ihre Jahreszahlen publiziert die größte deutsche Waffenschmiede erst Mitte dieses Monats. 

Feuer in AWS-Rechenzentrum in Arabischen Emiraten Nach einem Einschlag mehrerer „Objekte“ sind ​einige Rechenzentren von Amazon Web Services (AWS) in den Vereinigten ⁠Arabischen Emiraten (VAE) ausgefallen. In den Anlagen seien wegen eines Feuers die Stromversorgung und die Datenverbindungen gestört, teilte ‌der Betreiber AWS am Montag mit. Davon betroffen seien neben Standorten in den VAE auch Server in ‌Bahrain. Der ‌Brand brach am Sonntag aus.Der weltgrößte Cloud-Anbieter wollte sich nicht dazu äußern, ob der Vorfall im Zusammenhang mit den ​iranischen Angriffen auf Ziele in ⁠arabischen Nachbarstaaten stehe. Auslöser des aktuellen Konflikts sind Militärschläge Israels und der ​USA gegen Iran. Die dortige Regierung reagiert mit ⁠Vergeltungsschlägen gegen US-Stützpunkte in ‌der Region. Dabei wurde unter anderem der Flughafen von Dubai beschädigt.Es werde noch viele Stunden dauern, ⁠bis der ⁠Betrieb in den betroffenen Rechenzentren wieder anlaufen könne, teilte AWS weiter ⁠mit. ​Kunden ⁠sollten bis dahin auf ​Rechenzentren in anderen Regionen ausweichen. 

Muss Deutsche Wohnen Millionenbußgeld zahlen?Zum zweiten Mal muss sich das Landgericht Berlin mit dem Streit um ein Bußgeld in Millionenhöhe gegen den Immobilienkonzern Deutsche Wohnen beschäftigen. Im Jahr 2019 hatte Maja Smoltczyk, damals Berliner Datenschutzbeauftragte, wegen eines Verstoßes gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ein Bußgeld in Höhe von 14,5 Millionen Euro gegen das Unternehmen verhängt. Im Kern des Rechtsstreits steht die Frage, welche Informationen die Deutsche Wohnen von ihren Mietern speichern darf und wann solche Daten wieder zu löschen sind.Dass sich die Berliner Richter nun abermals mit dem prominenten Fall beschäftigen müssen, hat in erster Linie mit einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) aus dem Jahr 2023 zu tun. Datenschutzbehörden dürfen auch dann Bußgelder gegen Unternehmen verhängen, wenn keine Ordnungswidrigkeit eines Organs oder Spitzenmanagers festgestellt werden kann, so die damalige Entscheidung des EuGH. Im Fall Deutsche Wohnen stellten die Luxemburger Richter aber auf den Grad der Verursachung ab: Eine Geldstrafe ist nur möglich, wenn der Verstoß „schuldhaft“ begangen wurde. Nach der EuGH-Rechtsprechung muss ein vorsätzliches Handeln oder zumindest eine Fahrlässigkeit vorliegen. Die Deutsche Wohnen hatte bestritten, vorsätzlich gehandelt zu haben. Wie das Landgericht Berlin mit diesen Vorgaben umgeht, dürfte entscheidend für künftige DSGVO-Verfahren gegen Unternehmen in ganz Deutschland sein. Für die Verhandlung hat die Justiz sieben Verhandlungstage angesetzt.

Asien bangt ums ÖlDie allermeisten Lieferungen aus der Straße von Hormus gehen nach Asien. Dort richten sich die Blicke schon auf die Notreserven. Mehrere Regierungen richten Krisenstäbe ein. Lesen Sie den ganzen Artikel der F.A.Z.-Korrespondenten: 

Telekom startet bald KI-Assistenten für Telefonate Die Deutsche Telekom möchte bei Telefonaten den Zugriff auf einen Sprachassistenten mit Künstlicher Intelligenz (KI) bieten. Dieser Service werde „zeitnah“ starten, sagt Telekom-Technologievorstand Abdu Mudesir zum Auftakt der Mobilfunkmesse Mobile World Congress in Barcelona. Anrufer und Angerufene sollen bei Anrufen im Mobilfunknetz der Telekom den KI-Assistenten etwa nach Bahnverbindungen oder Hotels fragen können. Die KI wird mit den Worten „Hey Magenta“ aktiviert. Wie die Technik genau funktioniert und was die Telekom damit bezwecken will, haben die F.A.Z.-Redakteure Thiemo Heeg und Jonas Jansen hier analysiert.

Reederei MSC nimmt keine Buchungen für den Nahen Osten mehr anDie weltweit größte Containerreederei MSC mit Sitz in Genf hat angesichts der angespannten Sicherheitslage im Nahen Osten sämtliche Buchungen für Frachttransporte in die Region bis auf Weiteres ausgesetzt. Zudem habe das Unternehmen Schiffe im Golfgebiet sowie auf dem Weg dorthin angewiesen, sichere Schutzräume anzusteuern, teilte die Mediterranean Shipping Company (MSC) am Sonntag mit.Die Sicherheit der Besatzungen habe oberste Priorität, schrieb MSC. Die Lage werde laufend beobachtet, und man arbeite mit den zuständigen Behörden zusammen, um den sicheren Betrieb zu gewährleisten. Buchungen für den Nahen Osten sollen wieder aufgenommen werden, sobald sich die Sicherheitslage verbessere. Kunden würden informiert, falls alternative Häfen für das Entladen von Fracht bestimmt würden, sollte die Situation weitere operative Anpassungen erfordern.Hintergrund der Maßnahmen sind Einschränkungen für den Schiffsverkehr in den strategisch wichtigen Meerengen von Hormus und Bab al-Mandab, die zentrale Routen für den globalen Handel zwischen Europa und Asien darstellen. Die Reederei betreibt aktuell knapp 1000 Containerschiffe und beschäftigt über 200.000 Personen.Die deutsche Reederei Hapag-Lloyd kündigte an, ihren IMX-Containerdienst, der Indien und den Nahen Osten über das Kap der Guten Hoffnung mit dem Mittelmeer verbindet, aufgrund der Sicherheitslage umzuleiten. Aufgrund der sich verschlechternden Sicherheitslage im Nahen Osten infolge des eskalierenden militärischen Konflikts habe man in enger Abstimmung mit den Sicherheitspartnern beschlossen, künftige Trans-Suez-Fahrten durch die Straße von Bab el-Mandeb vorerst auszusetzen, erklärte das Unternehmen auf seiner Website. Zudem kündigte Hapag-Lloyd wegen der Eskalation in Nahost einen „Kriegsrisikozuschlag“ an. Der „War Risk Surcharge“ betrage 1500 Dollar pro Standardcontainer und 3500 Dollar pro Kühlcontainer und Spezialausrüstung, teilt das Unternehmen auf seiner Website mit. Diese würden für Fracht von und nach dem oberen Golf, dem Arabischen Golf und dem Persischen Golf fällig. „Die dynamische Lage rund um die Straße von Hormus und die notwendigen operativen Anpassungen führen zu Störungen im gesamten Netzwerk, die sich auf die Fahrpläne und die Bereitstellung von Ausrüstung auswirken werden“, heißt es zur Begründung. „Dieser Zuschlag gilt für alle Buchungen, die am oder ​nach dem 2. März 2026 ausgestellt wurden und noch nicht versandt wurden, sowie für Fracht, die sich bereits auf dem Wasser befindet, aber noch nicht entladen oder in den/aus dem oberen Golf, den Persischen Golf und den Arabischen Golf geladen wurde“, so Hapag Lloyd.

„Risiken der Aktion eher politisch als ökonomisch“Die größten wirtschaftlichen Risiken der amerikanisch-israelischen Angriffe auf Iran gründen darin, dass der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zum Erliegen kommen könnte. Während Analysten an Finanzmärkten als Folge der Eskalation einen Ölpreisanstieg auf 100 Dollar je Barrel nicht ausschließen, sehen andere Ökonomen die Risiken eher gelassen, berichtet F.A.Z.-Redakteur Patrick Welter.„Wenn die Lieferungen durch die Straße von Hormus ausfallen, kann es zu gewissen Ölpreissteigerungen kommen“, sagte Clemens Fuest, der Präsident des Ifo-Instituts in München, der F.A.Z. Doch die Welt sei nicht mehr so abhängig vom Persischen Golf wie in den Siebzigerjahren. „Der Ölpreisanstieg wird nicht so gewaltig sein, dass er wie damals eine Rezession auslösen könnte“, sagte Fuest: „Es gibt einen gewissen Unsicherheitsschock, aber solange das regional begrenzt bleibt, werden die Auswirkungen regional begrenzt bleiben.“Mehr zur Öl- und Gasproduktion in der Region und Einschätzungen von Moritz Schularick (Präsident des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel) und Jörg Krämer (Chefvolkswirt der Commerzbank) lesen Sie hier: 

Opec kündigt Ausweitung der Ölförderung anAcht Ölförderländer wollen ihre Produktionsmengen von April an deutlich stärker anheben als von Analysten ursprünglich erwartet. Insgesamt wird die Tagesproduktion um 206.000 Barrel (je 159 Liter) gesteigert, wie die Kerngruppe des Ölkartells Opec+ nach einer Onlinesitzung mitteilte. Das berichtete die Deutsche Presse-Agentur.Die Gruppe, die von Saudi-Arabien und Russland angeführt wird, erwähnte den jüngsten Krieg im Nahen und Mittleren Osten mit keinem Wort. Stattdessen wurde die Produktionserhöhung mit dem stabilen Ausblick der globalen Wirtschaftslage und niedrigen Ölvorräten erklärt.Analysten der Commerzbank hatten eine Erhöhung von etwa 137.000 Barrel erwartet. Zuletzt hatten die acht Staaten ihr Förderziel im Dezember um diese Menge nach oben geschraubt. Im ersten Quartal 2026 sollte die Förderung nicht mehr ausgeweitet werden. Zur Einordnung: Die globale Ölproduktion betrug nach Angaben der Internationalen Energieagentur zu Jahresbeginn 106,6 Millionen Barrel pro Tag.