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10.02.2026
11:40 Uhr
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Deutschland produziert so viele E-Autos wie noch nie – nur China fertigt mehr +++ Autoverband VDA legt neue Zahlen vor +++ Philips leidet unter Trumps Zöllen +++ Neuer deutscher Senkrechtstarter +++ alle Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.

Spotify verdient mehr als zwei Milliarden EuroDer Musikstreaming-Marktführer hat das Jahr 2025 mit einem deutlichen Plus abgeschlossen. Unter dem Strich stand ein Gewinn in Höhe von 2,2 Milliarden Euro. Es ist erst das zweite Jahr überhaupt, dass das schwedische Unternehmen Gewinn macht. 2024 hatte ein Plus in Höhe von gut 1,1 Milliarden Euro zu Buche gestanden. Zuvor konnte Spotify lediglich in einzelnen Quartalen schwarze Zahlen vermelden.Der Dienst hat im vierten Quartal neun Millionen Abonnenten und 38 Millionen monatlich aktive Nutzer hinzugewonnen. Beide Werte übertrafen die zuvor abgegebene Prognose. Insgesamt steht Spotify damit nun bei 290 Millionen Abonnenten und 751 Nutzern – jene der werbebasierten Gratis-Version miteinbegriffen. Der Jahresumsatz beläuft sich auf 17,1 Milliarden Euro. Die Aktie notierte vorbörslich zeitweise rund 15 Prozent im Plus. Seit Jahresbeginn hatte sie rund 28 Prozent verloren.Seit dem 1. Januar führen Gustav Söderström und Alex Norström als Ko-CEOs die Geschäfte von Spotify. Der langjährige Chef und Ko-Gründer Daniel Ek fungiert nun als geschäftsführender Vorsitzender des Verwaltungsrats. Mehr zu Söderström und Norström, wie sie ticken, warum Spotify lange Verlust gemacht hat, und woran der Dienst für die Zukunft arbeitet, erfahren Sie hier:
Deutschland produziert so viele E-Autos wie noch nie – Zweiter hinter ChinaTrotz des politischen Tauziehens um die Elektromobilität in Europa hat die Produktion von E-Autos in Deutschland im vergangenen Jahr ein Rekordhoch erreicht. Die Fertigung der reinen Batterie-Pkw (BEV) stieg um 15 Prozent auf 1,22 Millionen Fahrzeuge, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) der Nachrichtenagentur Reuters mitteilte. Noch stärker legten Plug-in-Hybride (PHEV) zu, die Verbrennungsmotor und elektrischen Antrieb vereinen. Die Autokonzerne produzierten mit rund 450.000 PHEV 54 Prozent mehr als im Vorjahr. Zusammen waren es 1,67 Millionen Fahrzeuge mit elektrifiziertem Antrieb, die von den Bändern der Hersteller in Deutschland rollten – ein Wachstum von 23 Prozent.Deutschland war damit abermals der zweitwichtigste Produktionsstandort für E-Autos weltweit, hinter China (16,1 Millionen) und vor den USA (1,04 Millionen). \"Die inländische Produktion von E-Autos liegt auf Rekordniveau, das zeigt eindrucksvoll und deutlich: Die deutsche Autoindustrie geht bei der E-Mobilität und klimaneutraler Mobilität entschlossen voran\", sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller. Damit die neue Kaufprämie kein Strohfeuer werde, müsse die Politik die Rahmenbedingungen mit Blick auf Ladeinfrastruktur, Stromnetzausbau und Strompreise verbessern. Für das laufende Jahr rechnet der VDA mit einem weiteren Zuwachs um sechs Prozent. Auch auf Drängen der deutschen Autoindustrie will die Europäische Union das für 2035 angestrebte Verbrenner-Aus lockern; der VDA hatte den Vorschlag der EU-Kommission als unzureichend kritisiert.Die gesamte Inlandsproduktion von Pkw stieg im Jahr 2025 nach VDA-Daten nur um zwei Prozent auf 4,15 Millionen Einheiten, weil die Zahl neuer Autos mit Verbrennungsmotor um neun Prozent auf 2,48 Millionen sank. Der E-Auto-Anteil erreichte so einen neuen Höchstwert von 40 Prozent (BEV: 29 Prozent). Da es mit Benzin- und Dieselautos weiter abwärts geht, prognostiziert der Verband einen Rückgang der Produktion 2026 um ein Prozent. Im Januar schrumpfte, auch wegen eines Arbeitstages weniger als im Vorjahresmonat, die Fertigung um neun Prozent.
Das Ifo-Institut sieht positive Signale aus der Wirtschaft: Die Kapazitätsauslastung ist das dritte Mal in Folge leicht gestiegen. Inzwischen liegt sie bei 83,6 Prozent, wie die Wirtschaftsforscher mitteilten. Das sind 0,3 Prozentpunkte mehr als vor drei Monaten. „Den konjunkturellen Tiefpunkt hat die deutsche Wirtschaft offenbar hinter sich gelassen und steht am Beginn einer Erholung“, sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. „Allerdings liegt der Auslastungsgrad immer noch um über 2 Prozentpunkte unter seinem langfristigen Durchschnitt.“ Ihn gibt das Ifo mit 85,8 Prozent an. Der Auslastungsgrad, den das Ifo alle drei Monate erfragt, ist die letzten drei Male jeweils um wenige Zehntelprozentpunkte gestiegen. Konkret von 82,9 im zweiten Quartal 2025 auf, 83,2 im dritten, 83,3 im vierten und nun 83,6 Prozent. Davor war es fast drei Jahre lang meist nach unten gegangen – von 88 Prozent im dritten Quartal 2022 auf die knapp 83 im zweiten Quartal 2025.Auch wenn die Gesamtzahl derzeit nach oben weist, gibt es große Unterschiede. So liegt die Auslastung in der Industrie mit 77,5 Prozent deutlich stärker unter ihrem langjährigen Durchschnitt von 83,2 Prozent. Hier geht es zudem aktuell sogar leicht nach unten. Im Bauhauptgewerbe liegt sie mit 66,6 Prozent ebenfalls unter dem langjährigen Durchschnitt von 69,4 Prozent, hier spielt laut Ifo aber auch das zuletzt ungünstige Wetter eine Rolle. Deutlich besser sieht es bei den Dienstleistern aus. Ihre Auslastung lag mit 89,5 Prozent über ihrem langjährigen Durchschnitt. „Dies steht im Einklang mit der überwiegend positiven Lageeinschätzung der Dienstleistungsunternehmer“, sagte Wollmershäuser.
Philips leidet unter Trumps ZöllenDer Medizintechnikkonzern Philips leidet unter amerikanischen Zöllen, kompensiert den Effekt aber mit neuen Geräten und höhere Produktivität. Das sagte der Vorstandsvorsitzende Roy Jakobs am Dienstagmorgen während einer Telefonkonferenz vor dem Kapitalmarkttag des Unternehmens, berichtet F.A.Z.-Redakteur Klaus Max Smolka. Die operative Marge im vergangenen Jahr übertraf mit 12,3 Prozent die zuvor ermittelten Schätzungen von Analysten.Die Medizintechnikbranche ist von der US-Zollpolitik unter Präsident Donald Trump getroffen. Nicht nur weil amerikanische Kunden auf Geräte von außerhalb einen Aufschlag zahlen, sondern auch weil Bauteile im Herstellungsprozess teurer werden. Philips kostet das nach früherer Schätzung 150 bis 200 Millionen Euro im bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte (Ebita). Der Konkurrent von Siemens Healthineers steigerte im vergangenen Jahr den Umsatz um zwei Prozent auf 17,8 Milliarden Euro; das vierte Quartal brachte dabei mit plus sieben Prozent einen Schlussspurt. Der Anbieter von MRT-Geräten und Computertomographen veröffentlichte neue Mittelfristziele: Die operative Marge soll demnach bis 2028 auf einen Wert um die Mitte zwischen zehn und 20 Prozent herum („mid-teens“) steigen. In diesem Jahr sind 12,5 bis 13 Prozent zu erwarten, nach 12,3 Prozent im vergangenen Jahr. Die Aktie stieg vorbörslich im Kurs um vier Prozent. Jakobs war im Jahr 2022 dem vorzeitig abgetretenen Frans van Houten an der Spitze des Amsterdamer Unternehmens gefolgt, vorangegangen waren gravierende Produktprobleme mit Beatmungsgeräten. Er kündigte schnell an, Tausende Arbeitsstellen zu streichen, und initiierte andere Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung. Der Aufsichtsrat honoriert die Arbeit: Jakobs Vertrag soll um weitere vier Jahre verlängert werden.
Das deutsche Start-up ERC System geht mit seinem elektrischen Senkrechtstarter nach ersten Flugtests in die Erprobungsphase. Während andere Anbieter wie Volocopter oder Lilium eher von der Reisezukunft mit Flugtaxis sprachen, sieht sich ERC nun in einem anderen Punkt vorn. Der Prototyp \"Romeo\", der Grundlage für das Serienmodell \"Charlie\" wird, ist der schwerste hierzulande entwickelte Senkrechtstarter und weigt 2,7 Tonnen. „Wir streben für die bemannte Variante eine Zulassung bis zum Jahr 2031 an“, sagt ERC-Chef David Löbl im Gespräch mit der F.A.Z.Um einen Flugtaxi-Betrieb geht es ERC zunächst nicht, der Senkrechtstarter soll als erstes für den Patiententransport eingesetzt werden. Als Partner und potentieller Abnehmer ist die DRF Luftrettung in die Entwicklung eingebunden. Der ERC-Senkrechtstarter soll mit acht elektrisch betriebenen Rotoren abheben, für längere Distanzen das Fluggeräts, das auch Flügel hat, soll ein Verbrennungsmotor als \"Range Extender\" wirken, um Distanzen von bis zu 800 Kilometern zu bewältigen. \"Im Segment der elektrisch betriebenen Senkrechtstarter sind wir nicht der ‚First Mover‘ gewesen. Wir sind der smarte Follower und konnten bewerten, welche Technologie für uns am besten ist\", sagt Mitgeschäftsführer Maximilian Oligschläger. Den Hybrid-Antrieb bezeichnet er als \"die ideale Brückentechnologie\". Auf die bemannte Variante für die Patientenbeförderung soll eine unbemannte für Fracht und militärische Logistik folgen. https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/deutscher-senkrechtstarter-geht-in-den-erprobungsbetrieb-accg-200521681.html
Der Start ins Winterhalbjahr war so gut wie noch nie zuvor für den Reisekonzern TUI, der lange Jahre in dieser reisearmen Zeit Verlust eingefahren hat. Im ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2025/2026, das am 1. Oktober begann, hat TUI nun ein operatives Ergebnis (bereinigtes Ebit) von 77 Millionen Euro erwirtschaftet, 26 Millionen Euro mehr als im Vorjahreszeitraum - und mehr denn je. Der Umsatz stagnierte bei knapp 4,9 Milliarden Euro. Der TUI-Vorstand um Sebastian Ebel bleibt optimistisch. Geplant ist fürs Gesamtjahr ein Plus fürs operative Ergebnis um sieben bis zehn Prozent. Das Marktumfeld in Europa sei weiterhin wettbewerbsintensiv und konjunkturell anspruchsvoll, heißt es allerdings auch bei dem größten Touristikkonzern der Welt. TUI hat für den heutigen Dienstag seine Aktionäre zur Hauptversammlung nach Hannover eingeladen. Die im M-Dax notierte Aktie war seit einem Zwischentief knapp unter 7 Euro Anfang November deutlich angestiegen auf zuletzt 9,56 Euro.
Musk verschiebt Mars-Reise – zuerst soll der Mond drankommenDer Unternehmer Elon Musk will sich mit seiner Raumfahrtfirma SpaceX jetzt auf den Bau einer \"selbstwachsenden Stadt\" auf dem Mond konzentrieren. Die bisher für Ende dieses Jahres angekündigte erste unbemannte Mission zum Mars wird damit verschoben. Das langjährige Ziel einer Stadt auf dem Mars solle in fünf bis sieben Jahren in Angriff genommen werden, schrieb Musk auf der von ihm betriebenen Social-Media-Plattform X. \"Aber die oberste Priorität ist es, die Zukunft der Zivilisation zu sichern, und der Mond ist schneller.\" Musk zufolge könnte eine Mondbasis in weniger als zehn Jahren realisiert werden.Musks Äußerungen folgen auf einen Bericht des \"Wall Street Journal\" vom Freitag. Demzufolge hat SpaceX Investoren mitgeteilt, dass es den Mond priorisieren und eine Reise zum Mars zu einem späteren Zeitpunkt anstreben werde. Als Ziel für eine unbemannte Mondlandung werde der März 2027 anvisiert. Die USA wiederum stehen in einem intensiven Wettbewerb mit China, in diesem Jahrzehnt wieder Menschen auf den Mond zu bringen. Astronauten haben die Mondoberfläche seit der Apollo-17-Mission im Jahr 1972 nicht mehr betreten. Musk erklärte auf X weiter, dass die US-Raumfahrtbehörde Nasa in diesem Jahr weniger als fünf Prozent des Umsatzes von SpaceX ausmachen werde. \"Die große Mehrheit der SpaceX-Einnahmen stammt aus dem kommerziellen Starlink-System.\" SpaceX ist nach einem Bericht des Finanzdienstes Reuters mit einem Vertrag über vier Milliarden Dollar ein zentraler Partner im Artemis-Mondprogramm der Nasa, um Astronauten mit dem Raumschiff \"Starship\" auf den Erdtrabanten zu bringen.In der vergangenen Woche gab Musk bekannt, dass SpaceX xAI, die ebenfalls von ihm geleitete Firma für Künstliche Intelligenz (KI), übernommen hat. Der Raketen- und Satellitenkonzern wird dabei mit einer Billion Dollar bewertet und die KI-Firma mit 250 Milliarden Dollar. Als Vorteil der Verschmelzung beider Unternehmen gilt die Möglichkeit für SpaceX, die Pläne für weltraumgestützte Rechenzentren voranzutreiben, die nach Ansicht von Musk energieeffizienter sind als Einrichtungen auf der Erde.
Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk hat im Streit um eine günstigere Kopie seiner Abnehmpille Wegovy eine Patentklage gegen das US-Telemedizin-Unternehmen Hims & Hers Health eingereicht. Auslöser war ein von Hims angebotenes Nachahmerpräparat für 49 Dollar im Monat, das das Unternehmen nach Intervention der US-Arzneimittelbehörde FDA jedoch wieder zurückzog. Die Aktie von Novo Nordisk sprang am Montag um fast sieben Prozent in die Höhe.In der vergangenen Woche waren die Papiere von Novo und des Rivalen Eli Lilly noch deutlich unter Druck geraten, nachdem Hims die Billig-Pille vorgestellt und damit Sorgen vor einem Preiskampf geschürt hatte. Das Einschreiten der FDA werteten Anleger als Signal für einen schärferen regulatorischen Kurs gegen Nachahmerprodukte. Die Arzneimittelbehörde hatte am Freitag angekündigt, dass sie die Verwendung von Wirkstoffen für nicht zugelassene, individuell angemischte Medikamente einschränken will. Solche sogenannten „Compounded Drugs“ waren von Telemedizin-Firmen wie Hims als günstigere Alternativen zu den teuren Markenmedikamenten vermarktet worden.Hims erklärte am Samstag, das Angebot nach „konstruktiven Gesprächen mit Interessengruppen“ einzustellen. Novo will gerichtlich ein dauerhaftes Verbot des Verkaufs von nicht genehmigten Nachahmermedikamenten durch Hims erwirken und fordert zudem Schadenersatz.Die Aktie von Hims brach im vorbörslichen Handel um rund 20 Prozent ein, während die Papiere von Eli Lilly um etwa zwei Prozent zulegten. Für Novo ist die Entwicklung ein seltener Erfolg im Kampf gegen Nachahmerprodukte. Der Konzern steht trotz seiner Pionierrolle im Markt für Abnehmmedikamente unter starkem Wettbewerbsdruck. Seit dem Hoch im Juni 2024 hat der Börsenwert des Unternehmens fast zwei Drittel eingebüßt. Im April wird zudem mit der Markteinführung der GLP-1-Abnehmpille Orforglipron von Eli Lilly gerechnet. Erst vergangene Woche hatte Novo einen düsteren Ausblick für das laufende Jahr, das von „beispiellosem Preisdruck“ geprägt sei, gegeben.
In Kalifornien beginnt heute der Prozess gegen die Internet-Riesen Meta und Google wegen Suchtgefahr von sozialen Medien mit der Eröffnungserklärung der Staatsanwaltschaft. Das Verfahren könnte die Haftung von Tech-Konzernen für die psychische Gesundheit von Jugendlichen neu definieren. Eine zwanzigjährige Klägerin wirft den Unternehmen vor, sie durch suchtfördernde Plattformen wie Instagram und Youtube krank gemacht zu haben. Die Apps hätten schon in jungen Jahren zu Depressionen und Suizidgedanken geführt, heißt es in der Klageschrift. Die Anwälte der Frau wollen nachweisen, dass die Konzerne fahrlässig handelten, vor Risiken nicht warnten und die Konzeption der Apps ein wesentlicher Faktor für das Leiden der Klägerin war.Der Fall gilt als erster großer Test für die Verteidigungsstrategie der Branche vor Gericht. Ein Urteil gegen die Unternehmen könnte Tausenden ähnlichen Klagen den Weg ebnen. Bislang berufen sich Internetkonzerne in den USA meist erfolgreich auf Gesetze, die sie von der Haftung für Inhalte Dritter freistellen. In diesem Verfahren steht jedoch das eigene Produktdesign im Fokus. Meta-Gründer Mark Zuckerberg wird im Laufe des womöglich bis März gehenden Verfahrens als Zeuge erwartet. Die ebenfalls ursprünglich verklagten Betreiber von Tiktok und Snapchat hatten sich im Vorfeld mit der Klägerin auf einen Vergleich geeinigt.Der Prozess ist Teil einer juristischen Offensive gegen soziale Medien in den USA. Auf Bundesebene sind mehr als 2300 ähnliche Klagen von Eltern, Schulbezirken und Staatsanwälten anhängig. Parallel beginnt im Bundesstaat New Mexico ein weiteres Verfahren gegen Meta, in dem es um den Vorwurf der sexuellen Ausbeutung von Kindern auf dessen Plattformen geht. Auch international wächst der Druck auf die Branche: Länder wie Australien und Spanien haben den Zugang zu sozialen Medien für Jugendliche unter 16 Jahren untersagt, andere Staaten prüfen ähnliche Verbote.Unser Korrespondent Roland Linder hat die Hintergründe zum heute beginnenden Verfahren hier ausführlicher analysiert:
Angesichts neuer Enthüllungen hat die Deutsche Bank ihre Geschäftsbeziehung zu dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein abermals als Fehler bezeichnet. „Wie seit dem Jahr 2020 immer wieder betont, erkennt die Bank ihren Fehler an, Jeffrey Epstein 2013 als Kunden aufgenommen zu haben“, teilte ein Sprecher des Geldhauses in Frankfurt auf Anfrage mit. Epstein war nach Angaben der Deutschen Bank im August 2013 Kunde des Instituts geworden, im Dezember 2018 leitete die Bank demnach den „Prozess der Beendigung“ der Kundenbeziehung ein.Der verurteilte Sexualstraftäter Epstein starb im Jahr 2019 im Alter von 66 Jahren in Haft. In den jüngst vom US-Justizministerium veröffentlichten Dokumente aus den Epstein-Akten finden sich Berichten mehrerer Medien zufolge Hinweise darauf, dass Epstein zwischenzeitlich mehr als 40 Konten bei der Deutschen Bank führte und einen Großteil seines Vermögens dort verwahrte. Die „Bild“-Zeitung zitierte am Samstag den Vizepräsidenten der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), den Frankfurter Rechtsanwalt Klaus Nieding, mit der Forderung an die Deutsche Bank, Finanzunterlagen zur Geschäftsverbindung mit Epstein offenzulegen: „Die Vorlage dieser Unterlagen und eine eindeutige und schonungslose Offenlegung der seinerzeitigen Geschäftsverbindung ist auch eindeutig vor der Präsenz-Hauptversammlung der Bank am 28. Mai 2026 erforderlich, um einen Reputationsschaden durch die Gerüchteküche zu vermeiden.“Die Deutsche Bank betonte ihrerseits auf Anfrage der Nachrichtenagentur DPA, unmittelbar nach Epsteins Verhaftung im Juli 2019 habe das Institut die zuständigen Behörden kontaktiert und ihre volle Unterstützung bei den Ermittlungen angeboten. „Die Deutsche Bank hat das Thema in Absprache mit den Aufsichtsbehörden aufgearbeitet und ist die Probleme systematisch angegangen“, sagte der Sprecher. Seither habe die Bank „substanziell in Schulungen, Kontrollen und in die Verbesserung ihrer operativen Prozesse investiert und ihre Kontrollen zur Bekämpfung von Finanzkriminalität erheblich verstärkt“.Der Deutsche-Bank-Sprecher bekräftigte: „Wir bedauern unsere damalige Geschäftsbeziehung zu Epstein zutiefst. Die Deutsche Bank hat aus diesem Fehler gelernt.“ Ähnlich hatte sich im Juli 2020 der seit April 2018 amtierende Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing in einem CNBC-Interview geäußert: Die Bank habe „ihre Lektion gelernt“ und es seien „natürlich auch personelle Konsequenzen gezogen worden“, sagte Sewing in dem Interview des amerikanischen Fernsehsenders.
Die EU-Kommission hat den Meta-Konzern angewiesen, in seiner Messenger-App Whatsapp neben dem hauseigenen Chatbot auch die KI-Anbieter der Konkurrenz zuzulassen. Die Kommission drohte Meta am Montag mit Konsequenzen, sollte der US-Konzern anderen Anbietern weiter den Zugang versperren. Kleinere Wettbewerber könnten durch den Ausschluss von Whatsapp aus dem Markt verdrängt werden, begründete die Kommission ihr Vorgehen. Meta wies die Forderungen zurück.Die meisten Nutzerinnen und Nutzer kennen Whatsapp als Messenger-Dienst für private Chats mit Freunden oder der Familie. Inzwischen nutzen allerdings auch Unternehmen den Dienst: Verbraucherinnen und Verbraucher können über Whatsapp den Kundendienst kontaktieren oder sogar Bestellungen in Onlineshops aufgeben. Dahinter steckt dann meistens ein KI-Chatbot, der den Kunden antwortet. Meta hat daraus ein Geschäftsmodell gemacht und kassiert Gebühren von den Unternehmen. Nach Konzernangaben hat sich allerdings noch ein anderes Phänomen entwickelt: reine KI-Anbieter, die ihre allgemeinen Chatbots – nach dem Vorbild von ChatGPT oder Google Gemini – über den Whatsapp-Dienst laufen lassen und sich so die Reichweite und die Server von Meta zunutze machen.Eine solche Nutzung ist nicht im Sinne der Whatsapp-Mutter, die einen eigenen KI-Chatbot in die App eingebaut hat. Meta änderte im Oktober deshalb die Geschäftsbedigungen für die Whatsapp-Unternehmensfunktionen und schloss alle Firmen davon aus, deren Hauptgeschäft die Künstliche Intelligenz selbst ist. Mitte Januar lief auch eine Übergangsfrist für Firmen aus, welche die Funktion bereits nutzen.Nach Einschätzung der EU-Kommission verstößt Meta damit gegen die EU-Wettbewerbsregeln und könnte kleineren Konkurrenten einen „irreparablen Schaden“ zufügen. „Wir können nicht zulassen, dass die dominanten Technologiekonzerne ihre Marktmacht ausnutzen, um sich einen unfairen Vorteil zu verschaffen“, erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera.Meta wies die Vorwürfe zurück. „Es gibt keinen Grund für die EU, einzugreifen“, teilte eine Konzernsprecherin mit. Die Kommission gehe „fälschlicherweise“ davon aus, dass Whatsapp ein wichtiger Vertriebskanal für KI-Chatbots sei.Der Konzern kann nun formal auf die Drohung aus Brüssel reagieren. Bleibt die Kommission danach bei ihren Vorwürfen, kann sie sogenannte einstweilige Maßnahmen verhängen und formal anordnen, dass Meta seine Geschäftsbedingungen ändert. Ansonsten droht ein Bußgeld.
Unicredit mit starken Zahlen: Die italienische Großbank hebt nach einem überraschend starken Schlussspurt im Geschäftsjahr 2025 ihr Gewinnziel für das laufende Jahr 2026 auf elf Milliarden Euro an. Im vierten Quartal 2025 erzielte die Bank einen Nettogewinn von 2,17 Milliarden Euro und lag damit über den Analystenprognosen von 1,96 Milliarden Euro, wie das Institut am Montagmorgen mitteilte. Dabei profitierte die um die Frankfurter Commerzbank werbende Unicredit von Steuergutschriften aus früheren Verlusten in Höhe von 336 Millionen Euro.Das Management um den Vorstandschef Andrea Orcel, das bislang für 2027 einen Nettogewinn von zehn Milliarden Euro prognostiziert hatte, strebt nun bis 2028 13 Milliarden Euro an, mit einem \"außergewöhnlichen\" durchschnittlichen Wachstum von sieben Prozent pro Jahr zwischen 2026 und 2028. Hinter dem Erfolg steht die Expansionsstrategie von Orcel. Der Investmentbanker hat Milliarden aus den hohen überschüssigen Barreserven der Bank investiert, um sich an Konkurrenten zu beteiligen. Unicredit will in den kommenden Jahren Milliardensummen an ihre Aktionäre ausschütten.Nach dieser starken Vorlage aus Mailand richten sich die Augen nun auf die Commerzbank, die am Mittwoch ihre Zahlen vorlegen wird. Das Management um Vorstandschefin Bettina Orlopp steht dem Übernahmeversuch aus Mailand ablehnend gegenüber und will eigenständig bleiben.
Der amerikanische Finanzminister Scott Bessent macht dem designierten neuen Notenbankchef Kevin Warsh schon eine Ansage, bevor der überhaupt seinen Job angetreten hat. Bessent sagte öffentlich, er rechne auch unter Warsh nicht mit einem raschen Abbau der Bilanzsumme der Federal Reserve (Fed). Er fügte gegenüber dem Sender \"Fox News\" hinzu, die Entscheidung über die Bilanz liege in Händen der Währungshüter, konkretisierte aber: \"Ich denke, sie werden sich wahrscheinlich zurücklehnen und sich mindestens ein Jahr Zeit nehmen, um zu entscheiden, was sie tun wollen.\" Bessent betonte, Warsh werde als Fed-Chef sehr unabhängig agieren.Die Bilanzsumme umfasst das Gesamtvermögen der Fed, hauptsächlich US-Staatsanleihen und hypothekenbesicherte Wertpapiere. Warsh, der von 2006 bis 2011 im Direktorium der Fed saß, gilt eigentlich als Kritiker der Anleihekäufe. Er hatte in der Vergangenheit argumentiert, dass die großen Bestände der Fed die Finanzmärkte verzerrten und drastisch reduziert werden sollten. Dies könnte jedoch im Widerspruch zu den Zielen von Präsident Donald Trump stehen. Dieser fordert deutlich niedrigere Hypothekenzinsen. Fachleuten zufolge gefährdet eine Verkleinerung der Fed-Bilanz dieses Ziel.Die Notenbank in Washington hatte ihre Bilanzsumme während der globalen Finanzkrise und der Corona-Pandemie massiv ausgeweitet, um die langfristigen Zinsen zu drücken. Im Sommer des Jahres 2022 erreichte sie einen Höchststand von neun Billionen Dollar. Anschließend ließ die Fed Anleihen auslaufen – ein Prozess, der als \"Quantitative Tightening\" bekannt ist –, wodurch das Volumen bis Ende 2025 auf 6,6 Billionen Dollar sank. Im Dezember begann die Notenbank jedoch wieder, ihren Bestand durch den Kauf von kurzlaufenden Staatsanleihen technisch zu erhöhen, um genügend Liquidität im Finanzsystem sicherzustellen.
Der Schweizer Pharmakonzern Roche hat mit seinem Multiple-Sklerose-Hoffnungsträger Fenebrutinib einen weiteren Studienerfolg erzielt. In einer Phase-III-Studie bei einer speziellen Form der Multiplen Sklerose (PPMS) senkte das Medikament das Risiko einer fortschreitenden Behinderung um zwölf Prozent im Vergleich zu Ocrevus, der bislang einzigen zugelassenen Therapie für diese Verlaufsform und ebenfalls ein Roche-Produkt, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Die Trennung der Behandlungskurven habe sich bereits nach 24 Wochen gezeigt, zusätzliche Analysen deuteten auf Vorteile bei der Funktion der oberen Extremitäten hin, wie Roche am Samstag mitteilte. PPMS ist die seltenste Form der Multiplen Sklerose, bei der die Behinderung von Beginn an kontinuierlich fortschreitet und keine Schübe auftreten.Roche hatte schon im November positive Phase-III-Daten bei schubförmiger MS vorgelegt und dabei erste Hinweise auf eine Wirksamkeit von Fenebrutinib bei PPMS gemeldet. Die nun präsentierten Daten wurden auf dem Fachkongress ACTRIMS vorgestellt. Laut Roche ist Fenebrutinib der erste experimentelle Wirkstoff seit über einem Jahrzehnt, der in einer Studie eine Reduktion der Behinderungsprogression bei PPMS zeigen konnte. Eine Zulassungseinreichung ist geplant, sobald weitere Phase-III-Daten aus einer Studie zur schubförmigen MS vorliegen, die für das erste Halbjahr 2026 erwartet werden.