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08.05.2026
19:59 Uhr
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Festo, Wacker Chemie und drei Porsche-Tochtergesellschaften streichen hunderte Stellen +++ Elon Musk droht französischer Haftbefehl +++ Kupferkonzern Aurubis erwartet besseres Ergebnis +++ Industrieproduktion sinkt +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.

Spritpreise fallen auf tiefsten Stand seit zwei MonatenDie Spritpreise sind auf den niedrigsten Stand seit zwei Monaten gefallen. Ein Liter der Sorte E10 kostete im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Donnerstags 1,984 Euro, wie der ADAC mitteilt. Das waren 1,8 Cent weniger als am Mittwoch. Diesel sank um 3,1 Cent auf 2,025 Euro.Am Vortag war es sogar noch etwas deutlicher nach unten gegangen, sodass sich für beide Spritpreise kräftige Rückgänge ergeben. Für E10 ist es der niedrigste Preis seit dem 8. März, für Diesel der niedrigste seit dem 4. März. E10 hatte seither nur einmal im bundesweiten Tagesschnitt weniger als 2 Euro gekostet – am 1. Mai, dem Start des „Tankrabatts“, danach waren die Preise sukzessive gestiegen, was auch zu Debatten über die Weitergabe des „Tankrabatts“ führte.Zum aktuellen Rückgang dürfte vor allem der sinkende Ölpreis beigetragen haben, der seit einem Hoch am Montag deutlich nachgegeben hat. Dennoch war E10 am Donnerstag nur 14,2 Cent billiger als am 30. April, dem letzten Tag vor Einführung der Steuererleichterung, die pro Liter 16,7 Cent ausmacht. Diesel war 19 Cent billiger.
Porsche gibt Cellforce und zwei weitere Geschäftsbereiche auf – 500 Mitarbeiter verlieren ihren JobDer Sportwagenhersteller Porsche gibt drei nicht zur Autoproduktion gehörende Geschäftsbereiche auf. Es sind die ersten einschneidenden Maßnahmen von Michael Leiters, der die Verantwortung für das Stuttgarter Traditionsunternehmen im Januar übernommen hatte. Betroffen sind rund 500 Mitarbeiter, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Das Unternehmen schließt das Batteriegeschäft der Tochtergesellschaft Cellforce komplett, nachdem die Produktion schon im vergangenen Jahr eingestellt worden war. Zuletzt waren noch rund 50 Mitarbeiter in der Entwicklung beschäftigt. Nachdem Porsche im September angekündigt hatte, sich wieder verstärkt auf Verbrennerfahrzeuge zu konzentrieren, gibt es für den Bereich „keine tragfähige Perspektive“ mehr. Porsche beendet zudem die Entwicklung und Herstellung von Antriebssystemen für Elektrofahrräder „aufgrund grundlegend veränderter Marktbedingungen“. Die Betriebsschließung der Tochtergesellschaft Porsche eBike Performance mit Standorten in Ottobrunn und Zagreb betrifft rund 350 Mitarbeiter. Außerdem schließt Porsche die Tochtergesellschaft Cetitec, die spezialisierte Software für Datenkommunikation entwickelt hatte. Hier verlieren 60 Mitarbeiter in Deutschland und 30 Mitarbeiter in Kroatien ihren Arbeitsplatz. Leiters hat angekündigt, den Autohersteller zu verschlanken, da das Unternehmen mit rückläufigen Auslieferungen in den USA und China sowie einer kostspieligen Umgestaltung seiner überambitionierten Elektrofahrzeugstrategie zu kämpfen hat.
Festo will rund 1.300 Stellen in Deutschland streichenDer Industrieanlagenbauer Festo will in Deutschland rund 1.300 Stellen streichen. Marktveränderungen, zunehmender Wettbewerb aus Asien und geopolitische Krisen forderten Festo stark heraus, teilte das Familienunternehmen aus Esslingen mit. Angesichts der verschärften Marktbedingungen setze man auf ein globales Transformationsprogramm zur Steigerung von Wachstum und Effizienz.Um den finanziellen Spielraum zu erreichen, den der Umbau erfordert, werde Festo in Deutschland seine Strukturen verschlanken, hieß es. Die Stellen sollen über verschiedene Bereiche hinweg abgebaut werden. „In den Abstimmungen sprechen das Unternehmen und der Betriebsrat darüber, wie dieser Stellenabbau möglichst verantwortungsvoll und sozialverträglich gestaltet werden kann. Details stehen noch nicht fest.“Deutliche Kritik an dem geplanten Stellenabbau kam von der IG Metall. „Das hat uns und die Beschäftigten eiskalt erwischt“, sagte Funktionär Max Czipf von der Gewerkschaft in Esslingen. Das Ausmaß der geplanten Maßnahmen sei überraschend und mache große Sorgen über die Auswirkungen auf die Arbeits- und Wirtschaftsregion. Die IG Metall Esslingen halte den Schritt für falsch. „Wer in dieser wirtschaftlichen Krise Jobs abbaut, verantwortet den Schaden am Industriestandort“, warnte er.
1600 Stellen bei Wacker Chemie fallen weg – aber keine EntlassungenWacker Chemie hat sich mit der Arbeitnehmervertretung auf Details zu dem seit Herbst geplanten Stellenabbau geeinigt. Man habe sich auf einen sozialverträglichen Plan zum Wegfall von rund 1600 Stellen in Deutschland verständigt, teilte der Chemiekonzern am Freitag mit. Der Stellenabbau soll über ein Freiwilligenprogramm mit Altersteilzeitregelungen und Aufhebungsverträgen realisiert werden. Zudem wurde für alle Mitarbeiter in Deutschland bis 2028 als „Solidarbeitrag“ eine Verringerung von Arbeitszeit und Gehalt um vier Prozent vereinbart. Dadurch sollen betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden.Geplant sei, am weltweit größten Wacker-Standort in Burghausen 1300 Arbeitsplätze abzubauen, im sächsischen Nünchritz sind es 200 Stellen, am Unternehmenssitz in München 60 Stellen sowie an weiteren Standorten in Deutschland in Summe 50 Stellen. Ende März beschäftigte Wacker Chemie weltweit knapp 16.200 Menschen, rund 10.600 davon in Deutschland.Der MDax-Konzern hatte das Sparprogramm wegen einer schon lange andauernden Branchenflaute angestrengt. Am Ende sollen die jährlichen Kosten um mehr als 300 Millionen Euro geringer sein.
Kupferkonzern Aurubis erwartet besseres Ergebnis Die Hamburger Aurubis AG, einer der größten Kupferrecycler der Welt, erhöht die Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2025/26, das am 30. September endet. Während bisher ein operatives Vorsteuerergebnis von 375 bis 475 Millionen Euro erwartet wurde, rechnen die Hamburger nun mit bis zu 525 Millionen Euro. Die Gewinnmarge ROCE, die am investierten Kapital gemessen wird, könnte 10 bis 12 Prozent erreichen, während bisher 9 bis 11 Prozent erwartet worden waren. Ausschlaggebend für die Anpassung seien ein verbesserter Marktausblick, anhaltend hohe Metallpreise, verbesserte Erlöserwartungen aus der Verarbeitung von Recyclingmaterialien sowie absehbar höhere Erlöse für Schwefelsäure, die als Nebenprodukt der Metallverarbeitung anfällt, heißt es in einer Aurubis-Mitteilung. Der Kurs der im M-Dax notierten Aurubis-Aktie stieg nach der Veröffentlichung der optimistischeren Prognose zunächst auf einen Rekordwert von mehr als 200 Euro, fiel dann aber wieder zurück. Zu Jahresbeginn hatte die Aurubis-Aktie noch rund 125 Euro gekostet, seither war es kontinuierlich aufwärts gegangen. Im ersten Halbjahr, über das Aurubis auf Basis vorläufiger Zahlen berichtete, ging das operative Vorsteuerergebnis leicht von 229 auf 226 Millionen Euro zurück. Das lag im Rahmen der Erwartungen am Markt. Nach dem Rechnungslegungsstandard IFRS verdoppelte sich der Vorsteuergewinn nahezu auf fast 1,07 Milliarden Euro. Der detaillierte Zwischenbericht wird am 11. Mai veröffentlicht.
Flugzeuge dürfen auch US-Kerosin tankenDie Furcht vor einem Mangel an Kerosin treibt Fluggesellschaften und Urlauber um. Die EU reagiert, indem sie die Regeln für die Herkunft für Kerosin lockert. Dazu meldet die Nachrichtenagentur AFP folgendes: Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) hat angesichts drohender Kerosin-Engpässe den Weg für die Verwendung von Kerosin aus den USA geebnet. „Eine mögliche Einführung von Jet A in Europa oder anderen Teilen der Welt würde keine Sicherheitsbedenken aufwerfen, sofern die Einführung ordnungsgemäß abgewickelt wird“, erklärte die EASA am Freitag. Der Flugzeugtreibstoff Jet A wird in den USA produziert und bisher aus technischen Gründen nicht in Europa verwendet. In Europa tanken Flugzeuge die Sorte Jet A1, die bei besonders tiefen Temperaturen frostbeständiger ist. Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr hatte in dieser Woche die Freigabe von Jet A in Europa gefordert, damit Kerosinimporte aus den USA nicht mehr in Europa in Raffinerien nachbehandelt werden müssen und in den Raffinerien Kapazitäten für eine Zusatzproduktion frei werden.
Musk droht französischer HaftbefehlZum Konflikt zwischen französischen Behörden und dem US-Unternehmer Elon Musk meldet die Nachrichtenagentur Reuters folgendes Update: Die Pariser Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren gegen den Kurznachrichtendienst X von Elon Musk eingeleitet. Dies teilte die Behörde am Donnerstag mit. Der Schritt folgt auf das Nichterscheinen des Tech-Milliardärs zu einer Vorladung am 20. April. Nun übernehmen Ermittlungsrichter den Fall. Die Staatsanwaltschaft beantragte, gegen die Firmen X.AI Holdings Corp, X Corp und xAI sowie gegen Musk selbst und die ehemalige X-Chefin Linda Yaccarino ein förmliches Verfahren zu eröffnen. Dazu sollen die Betroffenen erneut vorgeladen werden. Sollten sie nicht erscheinen, könnten die Richter einen Haftbefehl erlassen. Stellungnahmen von Musk, X oder deren Anwälten lagen zunächst nicht vor.In dem Verfahren geht es laut Reuters um den mutmaßlichen Missbrauch von Algorithmen und betrügerische Datennutzung. In den vergangenen Monaten wurden die Ermittlungen ausgeweitet. Dabei prüfen die Behörden auch den Verdacht der Beihilfe zur Verbreitung von Kinderpornografie sowie die Erstellung sexueller Deepfakes durch das KI-Programm Grok.
Die Industrieproduktion sinkt Die Industrieproduktion in Deutschland bleibt schwach. Im März sank die Produktion des produzierenden Gewerbes preisbereinigt um 0,7 Prozent gegenüber Februar. Im verarbeitenden Gewerbe betrug das Minus sogar 0,9 Prozent. Insgesamt schlägt für das erste Quartal von Januar bis März ein Minus von ein Prozent zu Buche. Im März lag die Produktion 2,8 Prozent niedriger als vor einem Jahr und rund 13 Prozent niedriger als im Nach-Corona-Hoch. Analysten verwiesen darauf, dass der Einfluss des Irankriegs im März nur zum Teil zu spüren gewesen sei. So entwickelte sich die Produktion im energieintensiven verarbeitenden Gewerbe positiv. Für die kommenden Monate sei mit einem Rückgang der Produktion zu rechnen, kommentierte Ralph Solveen von der Commerzbank. Energiepreise und die Verunsicherung der Unternehmen dürften die Nachfrage bremsen. Am Donnerstag hatte der Anstieg des Auftragseingangs viele Beobachter positiv überrascht.Die Statistiker gaben zugleich bekannt, dass der nominale Export im März um 0,5 Prozent gegenüber Februar gestiegen ist. Der Import legte in dieser nicht-preisbereinigten Rechnung um 5,1 Prozent gegenüber dem Vormonat zu.
Contitech baut 1.600 Stellen in Deutschland abDer Reifen- und Kunststofftechnikkonzern Continental will bei der Kunststofftechnik-Tochter Contitech weltweit 3.000 Stellen abbauen, davon 1.600 in Deutschland. Mit der Gewerkschaft IGBCE wurde nun eine Einigung auf die Rahmenbedingungen erzielt, wie beide Seiten mitteilten. Die Gewerkschaft sprach von einem umfassenden Transformationspaket, auf das man sich geeinigt habe.Die Vereinbarung regelt den sozialverantwortlichen Abbau von etwa 1.600 Stellen in Deutschland, hieß es vom Unternehmen. Ein Teil der betroffenen Tätigkeiten werde ins Ausland verlagert. Betriebsbedingte Kündigungen sollen bis mindestens Ende 2030 vermieden werden, hieß es von der IGBCE.Der Abbau ist Teil des Sparprogramms, das Conti im November angekündigt hatte. Von 2028 an sollen jährlich 150 Millionen Euro eingespart werden.
Würth profitiert von vollen LagernTrotz steigender Energiekosten, des andauernden Iran-Konflikts und neuer Handelshemmnisse hat die Würth-Gruppe Umsatz und Gewinn in den ersten vier Monaten des Jahres gesteigert. Der Spezialist für Schrauben, Dübel und Werkzeuge profitierte dabei von den vollen Lagerbeständen, die Würth im vergangenen Jahr aufgebaut hat. Kunden ziehen zurzeit bestimmte Verkäufe vor, um sich gegen die immer weniger berechenbare Weltwirtschaft abzusichern, wie Unternehmenschef Robert Friedmann bei der Bilanzvorstellung erläuterte. „Allerdings ist alles, was wir heute verkaufen, noch zu alten Preisen eingekauft“, sagte Friedmann weiter. „Die große Herausforderung, die nun steigenden Preise im Markt durchsetzen zu können, kommt erst noch. Die Erhöhungen, die uns wegen des Iran-Konflikts ins Haus stehen, sind in den aktuellen Ergebnissen noch nicht reflektiert.“ Würth habe die niedrigen Einkaufspreise vor einem Jahr genutzt, um die Lager aufzufüllen. In den ersten vier Monaten des Jahres stieg der Umsatz des baden-württembergischen Traditionsunternehmens im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,2 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro, der Betriebsgewinn legte sogar um acht Prozent auf 294 Millionen Euro zu. Im Gesamtjahr 2025 erzielte Würth einen Rekordumsatz von 20,7 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie der Weltmarktführer für Montage- und Befestigungsmaterial am Donnerstag weiter mitteilte. 2024 war der Umsatz noch leicht zurückgegangen. Auch das Betriebsergebnis liegt mit 970 Millionen Euro um 3,2 Prozent über dem Vorjahr. Würth gilt als Konjunkturindikator, weil das Unternehmen Industrie- und Handwerksunternehmen versorgt. Im Vergleich zum Ausland wuchs das Familienunternehmen im Heimatmarkt nur unterproportional um ein Prozent auf acht Milliarden Euro.
Fünf Minuten Arbeit für einen Liter SpritDie gestiegenen Preise für Benzin und Diesel belasten Arbeitnehmer nach Ansicht von Experten des Dresdner Ifo-Instituts nicht mehr als in vergangenen Jahren. Grund dafür sind die stetig gestiegenen Löhne, teilt das Institut mit. Den Berechnungen zufolge musste ein durchschnittlicher Arbeitnehmer im April etwa fünf Minuten für einen Liter Benzin arbeiten.In den vergangenen 35 Jahren seien es demnach zwischen drei und sechs Minuten gewesen. „Selbst bei Spritpreisen von 240 Cent pro Liter Super oder 250 Cent pro Liter Diesel liegt die benötigte Arbeitszeit meist unter den Werten der Jahre 2006 bis 2013“, sagt Joachim Ragnitz, stellvertretender Leiter der Ifo Niederlassung Dresden.
Commerzbank-Betriebsratschef weist Unicredit-Gesprächsangebot zurück Der stellvertretende Aufsichtsratschef der Commerzbank hat das erneute Gesprächsangebot von Unicredit-Chef Andrea Orcel zurückgewiesen. „Mir reicht es jetzt wirklich! Wo sind wir denn hier? Mitten in einem feindlichen Übernahmeangebot kommt nun die Aufforderung, dass der Vorstand wieder mit ihm sprechen soll, sonst erhöht er sein Angebot nicht?“, sagte Sascha Uebel, der auch Konzernbetriebsratschef des Frankfurter Geldhauses ist, am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. „Das ist der Vorstand eines deutschen Dax-Unternehmens und keine Zirkusponys in einer Manege. Bettina Orlopp und dieser Vorstand können das alleine und besser, und dann schauen wir, was die Zukunft bringt.“Orcel hatte in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit dem Anlegermagazin „Börse Online“ sein Angebot erneuert, nach Gesprächen mit dem Vorstand der Commerzbank unter Umständen mehr für die Bank zu bieten: „Ein solcher Dialog könnte die Transparenz hinsichtlich der Annahmen, der Umsetzungshebel und der Risiken verbessern und möglicherweise den Wert, den wir generieren könnten, optimieren.“ Das vom Commerzbank-Vorstand als feindlich erachtete Übernahmeangebot läuft seit Dienstag. Das Tauschangebot in Unicredit-Aktien liegt unter dem Kurs der Commerzbank-Aktie, soll den Italienern aber primär über die Schwelle von 30 Prozent der Anteile helfen.Uebel stellt sich hinter Überlegungen, den Staatsanteil an der Commerzbank aufzustocken, um Unicredit Einhalt zu gebieten: „Natürlich wäre ich dafür. Ich wäre für fast alles, was uns aus den Fängen der Unicredit befreit. Ich würde mich freuen, wenn die Sozialdemokraten und das Kanzleramt wirklich in Erwägung ziehen, die Fehler der FDP auszubügeln.“ Der Verkauf von 4,5 Prozent der Bundesanteile an der Commerzbank unter Finanzminister Christian Lindner hatte Unicredit im Sommer 2024 erst zum Einstieg ermutigt.
Deutsche Industrie erhält unerwartet viele neue AufträgeDie deutsche Industrie hat im ersten Monat nach Beginn des Irankriegs unerwartet viele Aufträge gebucht. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamts erhielten die Unternehmen im März fünf Prozent mehr Bestellungen als im Vormonat. Anders als in den Vormonaten spiegelt der starke Anstieg nicht nur Großaufträge, sondern deutet auf eine breitere Aufwärtsbewegung hin. Das zeigt an, dass vor dem Irankrieg eine Belebung der Wirtschaft im Gange gewesen war. Die Inlandsaufträge stiegen um vier Prozent, die Auslandsaufträge um 5,6 Prozent. Besonders stark stiegen die Aufträge für Hersteller von elektrischer Ausrüstung mit einem Plus von 21,5 Prozent, im Maschinenbau mit plus 6,9 Prozent und in der Herstellung von Datenverarbeitung und elektronischen Geräten um 14,4 Prozent. Ökonomen verwiesen in ersten Kommentaren darauf, dass die Stimmung der Unternehmen sich mit dem Irankrieg deutlich verschlechtert habe. Damit ist unklar, inwieweit der gute Auftragseingang aus dem März die Konjunktur in den kommenden Monaten stützen kann.
Siemens Healthineers dämpft die Erwartungen Der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers muss wegen Gegenwind im chinesischen Diagnostikgeschäft seine Prognose für das Gesamtjahr 2025/26 (per 30. September) senken. Wie das in Erlangen ansässige Dax-Unternehmen am Donnerstag mitteilte, wird als Folge der strukturellen Veränderung des chinesischen Diagnostic-Marktes sowie der über das Quartal gestiegenen Inflationserwartung die Prognose für das Umsatzwachstum auf 4,5 bis 5,0 Prozent von zuvor 5,0 bis 6,0 Prozent zurückgenommen. Der Vorstand mit dem Vorsitzenden Bernd Montag erwartet nun ein Ergebnis je Aktie in der Spanne von 2,20 bis 2,30 Euro. Bislang war mit einer Spanne von 2,20 bis 2,40 Euro gerechnet worden. Trotzdem sieht Montag das Unternehmen auf einem guten Kurs. Das Momentum im synergetischen Kern aus Bildgebung und Präzisionstherapie bezeichnete er als gut. „Zudem ergreifen wir Maßnahmen für die Zukunft des Unternehmens: Wir leiten die nächsten Schritte zur Schaffung von Optionen für Diagnostics ein und bringen eine Weiterentwicklung des Führungsteams auf den Weg.“ In einem ersten Schritt soll die Sparte ausgegliedert werden. Die eigenständige Aufstellung schaffe Optionen für ein breites Spektrum vonEntwicklungspfaden, hieß es in der Präsentation. Nach früheren Aussagen von Montag hat das Diagnostikgeschäft mit Laborstraßen und zugehörigen Reagenzien wenig Synergien mit dem Kerngeschäft mit Magnetresonanztomographie (MRT), Röntgengeräten und Operationsrobotern. Finanzvorstand Jochen Schmitz berichtete von ersten Anfragen für die Sparte aus den Reihen der Beteiligungsgesellschaften (Private Equity). Der Umsatz der Diagnostiksparte ging im zweiten Quartal zum Vorjahreszeitraum um 6,5 Prozent auf knapp eine Milliarde Euro zurück. In China wurde ein „erheblicher Umsatzrückgang“ verzeichnet. Montag sprach von einer Halbierung des Marktvolumens. Insgesamt stieg der Umsatz um 3,1 Prozent auf 5,68 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) fiel um 15 Prozent auf 836 Millionen Euro, stärker als von Analysten erwartet. Der Mehrheitsaktionär Siemens bereitet derzeit die Abspaltung von Healthineers vor. Die Aktionäre sollen darüber auf der Hauptversammlung 2027 entscheiden.