FAZ 09.02.2026
17:10 Uhr

Business-Ticker: Musk verschiebt Reise zum Mars


Prozess gegen Meta und Google wegen Suchtgefahr beginnt +++ Novo Nordisk klagt gegen US-Anbieter wegen Abnehmpillen-Kopie +++  EU-Kommission droht Whatsapp +++ alle Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.

Business-Ticker: Musk verschiebt Reise zum Mars

 Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk hat im Streit um eine günstigere Kopie seiner Abnehmpille Wegovy eine Patentklage gegen das US-Telemedizin-Unternehmen Hims & Hers Health eingereicht. Auslöser war ein von Hims angebotenes Nachahmerpräparat für 49 Dollar im Monat, das das Unternehmen nach Intervention der US-Arzneimittelbehörde FDA ​jedoch wieder zurückzog. Die Aktie von Novo Nordisk sprang am Montag um fast sieben Prozent in die Höhe.In der vergangenen Woche waren die Papiere von Novo und des Rivalen Eli Lilly noch deutlich unter Druck ​geraten, nachdem Hims die Billig-Pille vorgestellt und damit Sorgen vor einem Preiskampf geschürt hatte. Das Einschreiten der FDA werteten Anleger als Signal für einen schärferen regulatorischen Kurs gegen Nachahmerprodukte. Die Arzneimittelbehörde hatte am Freitag angekündigt, dass sie die Verwendung von Wirkstoffen für nicht zugelassene, individuell angemischte Medikamente einschränken will. Solche ⁠sogenannten „Compounded Drugs“ waren von Telemedizin-Firmen wie Hims als günstigere ​Alternativen zu den teuren Markenmedikamenten vermarktet worden.Hims erklärte am Samstag, das Angebot nach „konstruktiven Gesprächen mit Interessengruppen“ einzustellen. Novo will gerichtlich ein dauerhaftes Verbot des ⁠Verkaufs von nicht genehmigten Nachahmermedikamenten durch Hims erwirken und fordert zudem Schadenersatz.Die Aktie von Hims brach im vorbörslichen Handel um rund 20 Prozent ein, ‍während die Papiere ‍von Eli Lilly um etwa zwei Prozent zulegten. Für Novo ist die Entwicklung ein seltener Erfolg im Kampf gegen Nachahmerprodukte. Der Konzern steht trotz seiner Pionierrolle im Markt für Abnehmmedikamente unter starkem Wettbewerbsdruck. Seit dem Hoch im Juni 2024 hat der Börsenwert ⁠des Unternehmens fast zwei Drittel eingebüßt. Im April wird zudem mit der Markteinführung der GLP-1-Abnehmpille Orforglipron von Eli Lilly gerechnet. Erst vergangene Woche hatte Novo einen düsteren Ausblick für das laufende Jahr, das von „beispiellosem Preisdruck“ geprägt sei, gegeben.

In Kalifornien beginnt heute der Prozess gegen die Internet-Riesen Meta und Google ​wegen Suchtgefahr von sozialen Medien mit der Eröffnungserklärung der Staatsanwaltschaft. Das Verfahren könnte die Haftung von Tech-Konzernen für die psychische Gesundheit von Jugendlichen neu definieren. Eine zwanzigjährige Klägerin wirft den Unternehmen vor, sie durch suchtfördernde Plattformen wie Instagram und Youtube krank gemacht zu haben. Die Apps hätten ​schon in jungen Jahren zu Depressionen und Suizidgedanken geführt, heißt es in der Klageschrift. Die Anwälte der Frau wollen nachweisen, dass die Konzerne fahrlässig handelten, vor Risiken nicht ​warnten und die Konzeption der Apps ein wesentlicher Faktor für das Leiden der Klägerin war.Der Fall gilt als erster großer Test für die Verteidigungsstrategie der Branche vor Gericht. Ein Urteil gegen die Unternehmen könnte Tausenden ähnlichen Klagen den Weg ebnen. Bislang ⁠berufen sich Internetkonzerne in den USA meist erfolgreich ​auf Gesetze, die sie von der Haftung für Inhalte Dritter freistellen. In diesem Verfahren steht jedoch das eigene Produktdesign im ⁠Fokus. Meta-Gründer Mark Zuckerberg wird im Laufe des womöglich bis März gehenden Verfahrens als Zeuge erwartet. Die ebenfalls ursprünglich verklagten ‍Betreiber von ‍Tiktok und Snapchat hatten sich im Vorfeld mit der Klägerin auf einen Vergleich geeinigt.Der Prozess ist Teil einer juristischen Offensive gegen soziale Medien in den USA. Auf Bundesebene sind mehr als 2300 ähnliche Klagen von Eltern, Schulbezirken ⁠und Staatsanwälten anhängig. Parallel beginnt im Bundesstaat New Mexico ein weiteres Verfahren gegen Meta, in ​dem es um den ​Vorwurf der sexuellen Ausbeutung von Kindern auf dessen ‌Plattformen geht. Auch international wächst der Druck auf die Branche: Länder ‍wie Australien und Spanien haben den Zugang zu sozialen Medien für Jugendliche unter 16 Jahren untersagt, andere Staaten prüfen ähnliche Verbote.Unser Korrespondent Roland Linder hat die Hintergründe zum heute beginnenden Verfahren hier ausführlicher analysiert: 

Angesichts neuer Enthüllungen hat die Deutsche Bank ihre Geschäftsbeziehung zu dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein abermals als Fehler bezeichnet. „Wie seit dem Jahr 2020 immer wieder betont, erkennt die Bank ihren Fehler an, Jeffrey Epstein 2013 als Kunden aufgenommen zu haben“, teilte ein Sprecher des Geldhauses in Frankfurt auf Anfrage mit. Epstein war nach Angaben der Deutschen Bank im August 2013 Kunde des Instituts geworden, im Dezember 2018 leitete die Bank demnach den „Prozess der Beendigung“ der Kundenbeziehung ein.Der verurteilte Sexualstraftäter Epstein starb im Jahr 2019 im Alter von 66 Jahren in Haft. In den jüngst vom US-Justizministerium veröffentlichten Dokumente aus den Epstein-Akten finden sich Berichten mehrerer Medien zufolge Hinweise darauf, dass Epstein zwischenzeitlich mehr als 40 Konten bei der Deutschen Bank führte und einen Großteil seines Vermögens dort verwahrte. Die „Bild“-Zeitung zitierte am Samstag den Vizepräsidenten der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), den Frankfurter Rechtsanwalt Klaus Nieding, mit der Forderung an die Deutsche Bank, Finanzunterlagen zur Geschäftsverbindung mit Epstein offenzulegen: „Die Vorlage dieser Unterlagen und eine eindeutige und schonungslose Offenlegung der seinerzeitigen Geschäftsverbindung ist auch eindeutig vor der Präsenz-Hauptversammlung der Bank am 28. Mai 2026 erforderlich, um einen Reputationsschaden durch die Gerüchteküche zu vermeiden.“Die Deutsche Bank betonte ihrerseits auf Anfrage der Nachrichtenagentur DPA, unmittelbar nach Epsteins Verhaftung im Juli 2019 habe das Institut die zuständigen Behörden kontaktiert und ihre volle Unterstützung bei den Ermittlungen angeboten. „Die Deutsche Bank hat das Thema in Absprache mit den Aufsichtsbehörden aufgearbeitet und ist die Probleme systematisch angegangen“, sagte der Sprecher. Seither habe die Bank „substanziell in Schulungen, Kontrollen und in die Verbesserung ihrer operativen Prozesse investiert und ihre Kontrollen zur Bekämpfung von Finanzkriminalität erheblich verstärkt“.Der Deutsche-Bank-Sprecher bekräftigte: „Wir bedauern unsere damalige Geschäftsbeziehung zu Epstein zutiefst. Die Deutsche Bank hat aus diesem Fehler gelernt.“ Ähnlich hatte sich im Juli 2020 der seit April 2018 amtierende Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing in einem CNBC-Interview geäußert: Die Bank habe „ihre Lektion gelernt“ und es seien „natürlich auch personelle Konsequenzen gezogen worden“, sagte Sewing in dem Interview des amerikanischen Fernsehsenders.

 Die EU-Kommission hat den Meta-Konzern angewiesen, in seiner Messenger-App Whatsapp neben dem hauseigenen Chatbot auch die KI-Anbieter der Konkurrenz zuzulassen. Die Kommission drohte Meta am Montag mit Konsequenzen, sollte der US-Konzern anderen Anbietern weiter den Zugang versperren. Kleinere Wettbewerber könnten durch den Ausschluss von Whatsapp aus dem Markt verdrängt werden, begründete die Kommission ihr Vorgehen. Meta wies die Forderungen zurück.Die meisten Nutzerinnen und Nutzer kennen Whatsapp als Messenger-Dienst für private Chats mit Freunden oder der Familie. Inzwischen nutzen allerdings auch Unternehmen den Dienst: Verbraucherinnen und Verbraucher können über Whatsapp den Kundendienst kontaktieren oder sogar Bestellungen in Onlineshops aufgeben. Dahinter steckt dann meistens ein KI-Chatbot, der den Kunden antwortet. Meta hat daraus ein Geschäftsmodell gemacht und kassiert Gebühren von den Unternehmen. Nach Konzernangaben hat sich allerdings noch ein anderes Phänomen entwickelt: reine KI-Anbieter, die ihre allgemeinen Chatbots – nach dem Vorbild von ChatGPT oder Google Gemini – über den Whatsapp-Dienst laufen lassen und sich so die Reichweite und die Server von Meta zunutze machen.Eine solche Nutzung ist nicht im Sinne der Whatsapp-Mutter, die einen eigenen KI-Chatbot in die App eingebaut hat. Meta änderte im Oktober deshalb die Geschäftsbedigungen für die Whatsapp-Unternehmensfunktionen und schloss alle Firmen davon aus, deren Hauptgeschäft die Künstliche Intelligenz selbst ist. Mitte Januar lief auch eine Übergangsfrist für Firmen aus, welche die Funktion bereits nutzen.Nach Einschätzung der EU-Kommission verstößt Meta damit gegen die EU-Wettbewerbsregeln und könnte kleineren Konkurrenten einen „irreparablen Schaden“ zufügen. „Wir können nicht zulassen, dass die dominanten Technologiekonzerne ihre Marktmacht ausnutzen, um sich einen unfairen Vorteil zu verschaffen“, erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera.Meta wies die Vorwürfe zurück. „Es gibt keinen Grund für die EU, einzugreifen“, teilte eine Konzernsprecherin mit. Die Kommission gehe „fälschlicherweise“ davon aus, dass Whatsapp ein wichtiger Vertriebskanal für KI-Chatbots sei.Der Konzern kann nun formal auf die Drohung aus Brüssel reagieren. Bleibt die Kommission danach bei ihren Vorwürfen, kann sie sogenannte einstweilige Maßnahmen verhängen und formal anordnen, dass Meta seine Geschäftsbedingungen ändert. Ansonsten droht ein Bußgeld. 

Unicredit mit starken Zahlen: Die italienische Großbank hebt nach ​einem überraschend starken Schlussspurt im Geschäftsjahr 2025 ihr Gewinnziel für das laufende Jahr 2026 auf elf Milliarden Euro an. Im vierten Quartal 2025 erzielte die Bank ​einen Nettogewinn von 2,17 Milliarden Euro und lag damit über den Analystenprognosen von 1,96 Milliarden Euro, wie das ​Institut am Montagmorgen mitteilte. Dabei profitierte die um die Frankfurter Commerzbank werbende Unicredit von Steuergutschriften aus früheren Verlusten in Höhe von 336 Millionen ⁠Euro.Das Management um den Vorstandschef ​Andrea Orcel, das bislang für 2027 einen Nettogewinn von zehn Milliarden Euro prognostiziert ⁠hatte, strebt nun bis 2028 13 Milliarden Euro an, mit ‍einem \"außergewöhnlichen\" durchschnittlichen Wachstum ‍von sieben Prozent pro Jahr zwischen 2026 und 2028. Hinter dem Erfolg steht die Expansionsstrategie von Orcel. Der Investmentbanker hat Milliarden ⁠aus den hohen überschüssigen Barreserven der Bank investiert, um sich an ​Konkurrenten ​zu beteiligen. Unicredit will in den kommenden Jahren Milliardensummen an ihre Aktionäre ausschütten.Nach dieser starken Vorlage aus Mailand richten sich die Augen nun auf die Commerzbank, die am Mittwoch ihre Zahlen vorlegen wird. Das Management um Vorstandschefin Bettina Orlopp steht dem Übernahmeversuch aus Mailand ablehnend gegenüber und will eigenständig bleiben.

Der amerikanische Finanzminister Scott Bessent macht dem designierten neuen Notenbankchef Kevin Warsh schon eine Ansage, bevor der überhaupt seinen Job angetreten hat. Bessent sagte öffentlich, er rechne auch unter Warsh nicht mit einem raschen Abbau der Bilanzsumme der Federal Reserve (Fed). Er fügte gegenüber dem Sender \"Fox News\"  hinzu, die Entscheidung über die Bilanz liege in Händen der Währungshüter, konkretisierte aber: \"Ich denke, sie werden sich wahrscheinlich zurücklehnen ​und sich mindestens ein Jahr Zeit nehmen, um zu entscheiden, was sie tun wollen.\" Bessent betonte, Warsh werde als Fed-Chef sehr unabhängig agieren.Die Bilanzsumme ​umfasst das Gesamtvermögen der Fed, hauptsächlich US-Staatsanleihen und hypothekenbesicherte Wertpapiere. Warsh, der von 2006 bis 2011 im Direktorium der Fed saß, gilt eigentlich als Kritiker der Anleihekäufe. Er hatte in der Vergangenheit argumentiert, dass ⁠die großen Bestände der Fed die Finanzmärkte ​verzerrten und drastisch reduziert werden sollten. Dies könnte jedoch im Widerspruch zu den Zielen von Präsident Donald ⁠Trump stehen. Dieser fordert deutlich niedrigere Hypothekenzinsen. Fachleuten zufolge gefährdet eine Verkleinerung der Fed-Bilanz dieses ‍Ziel.Die Notenbank in Washington hatte ihre Bilanzsumme während der globalen Finanzkrise und der Corona-Pandemie massiv ausgeweitet, um die langfristigen Zinsen zu drücken. Im Sommer des Jahres 2022 erreichte sie einen ⁠Höchststand von neun Billionen Dollar. Anschließend ließ die Fed Anleihen auslaufen – ein Prozess, der ​als \"Quantitative Tightening\" bekannt ist –, ​wodurch das Volumen bis Ende ‌2025 auf 6,6 Billionen Dollar sank. Im Dezember begann ‍die Notenbank jedoch wieder, ihren Bestand durch den Kauf von kurzlaufenden Staatsanleihen technisch zu ‍erhöhen, um genügend Liquidität im Finanzsystem sicherzustellen.

Der Schweizer Pharmakonzern Roche hat mit ​seinem Multiple-Sklerose-Hoffnungsträger Fenebrutinib einen weiteren Studienerfolg erzielt. In einer Phase-III-Studie bei einer speziellen Form der Multiplen Sklerose (PPMS) senkte das Medikament das Risiko einer fortschreitenden Behinderung um zwölf Prozent im Vergleich zu Ocrevus, ​der bislang einzigen zugelassenen Therapie für diese Verlaufsform und ebenfalls ein Roche-Produkt, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Die Trennung der Behandlungskurven habe sich bereits ​nach 24 Wochen gezeigt, zusätzliche Analysen deuteten auf Vorteile bei der Funktion der oberen Extremitäten hin, wie Roche am Samstag mitteilte. PPMS ist die seltenste ⁠Form der Multiplen Sklerose, bei ​der die Behinderung von Beginn an kontinuierlich fortschreitet und keine Schübe auftreten.Roche hatte schon im November positive Phase-III-Daten bei schubförmiger MS vorgelegt und dabei erste ‍Hinweise auf eine Wirksamkeit ‍von Fenebrutinib bei PPMS gemeldet. Die nun präsentierten Daten wurden auf dem Fachkongress ACTRIMS vorgestellt. Laut Roche ist Fenebrutinib der erste experimentelle Wirkstoff ⁠seit über einem Jahrzehnt, der in einer Studie eine Reduktion der Behinderungsprogression ​bei PPMS zeigen ​konnte. Eine Zulassungseinreichung ist geplant, ‌sobald weitere Phase-III-Daten aus einer Studie zur ‍schubförmigen MS vorliegen, die für das erste Halbjahr 2026 erwartet werden. 

 Das Batterie-Gemeinschaftsunternehmen ACC hat seine Pläne für den Bau von ​Gigafactories in Deutschland und Italien endgültig aufgegeben. Das Management der Firma, an der neben Hauptinvestor Stellantis auch Mercedes-Benz und Total Energies beteiligt sind, habe die Arbeitnehmervertreter darüber informiert, dass die Projekte in Kaiserslautern und im italienischen Termoli „definitiv zu den Akten gelegt“ worden ​seien, teilte die italienische Metallarbeitergewerkschaft UILM am Samstag mit. ACC bestätigte in einer eigenen Mitteilung, dass die Voraussetzungen für einen Neustart der seit Mai 2024 ruhenden Vorhaben ​voraussichtlich nicht erfüllt würden. Man habe einen „konstruktiven Dialog“ mit den Betriebsräten in Deutschland und den Gewerkschaften in Italien über eine mögliche Einstellung der Projekte begonnen.Hintergrund der Entscheidung ist die anhaltend schwache Nachfrage ⁠nach Elektroautos in Europa. Ursprünglich waren ​drei Fabriken geplant. Während das erste ACC-Werk in Frankreich bereits produziert, hatte das Konsortium die Erweiterungspläne für Deutschland ⁠und Italien angesichts der Marktlage bereits im vergangenen Jahr auf Eis gelegt. Die Absage folgt ⁠auf einen historischen Kurssturz bei Stellantis. Die Aktien des französisch-italienischen Autobauers waren am Freitag um ​25,2 Prozent eingebrochen – ​der größte Tagesverlust in der Geschichte des ‌Unternehmens. Zuvor hatte der Konzern Abschreibungen in Höhe von ‍rund 22,2 Milliarden Euro verbucht und angekündigt, seine Pläne für die Entwicklung von Elektrofahrzeugen ‍deutlich zurückzufahren. 

Der Aktienindex Dow Jones hat zum ersten Mal die 50.000-Punkte-Marke übersprungen. Das US-Börsenbarometer der ​Standardwerte legte am Freitag im Verlauf um bis zu 2,3 Prozent auf 50.015 Zähler zu und markierte damit ein Allzeithoch.Nach dem brutalen Ausverkauf im Technologiesektor sammelten Schnäppchenjäger die gefallenen Titel auf und trieben so die Erholungsrally an. Aktien von Broadcom, Nvidia und AMD legten um jeweils etwa sieben Prozent zu. Super Micro sprangen ​um 9,6 Prozent nach oben. Auch die Aktien von Software- und Datendienstleistern gewannen nach tagelanger Talfahrt wieder an Boden.Anleger sehen Geschäftsmodelle klassischer Software- und Datenunternehmen durch den rasanten Siegeszug der Künstlichen Intelligenz (KI) zunehmend bedroht. ​Konkreter Auslöser der Kursverluste der vergangenen Tage war die Einführung eines Zusatzmoduls für den Chatbot Claude des KI-Unternehmens Anthropic, das spezialisierte juristische Aufgaben ermöglicht.Auch die explodierenden Kosten für Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) beschäftigten die Anleger. Am Freitag wurde Amazon dafür abgestraft, die Aktien rutschten um 7,4 ⁠Prozent ab. „Wir werden weiterhin dieses Auf und Ab erleben, ​weil die Bedenken, die die Märkte umtreiben, nicht kurzfristig waren“, sagte Ben Falcone, Investmentexperte bei Kayne Anderson Rudnick. „Diese Probleme sind eher langfristiger Natur ⁠und ich glaube nicht, dass sie in absehbarer Zeit verschwinden werden.“Dennoch könnte das Überwinden der ‍50.000 Punkte ‍allein dafür sorgen, dass weitere Investoren auf den fahrenden Zug aufspringen wollen. Die letzte große Hürde hatte der Index mit den 40.000 Punkten im Mai 2024 genommen. Für den Sprung über die 10.000 Punkte hatte der Dow Jones noch gut 100 Jahre ⁠benötigt. Diese Marke erreichte er 1999 inmitten der Dotcom-Euphorie. In der Finanzkrise 2009 fiel der Index bis auf ​6547,05 Punkte zurück und lag damit ​auf dem Niveau von 1997.

Das Weltwirtschaftsforum (WEF) im Epstein-Sumpf: Das Forum hat gegenüber der FAZ bestätigt, dass der Prüfungs- und Risikoausschuss des Kuratoriums nach den jüngsten Enthüllungen über den Präsidenten und CEO des WEF, Borge Brende, im Zusammenhang mit den Kontakten zum verstorbenen Sexualstraftäter eine unabhängige Überprüfung durch einen externen Rechtsberater eingeleitet hat. Diese Überprüfung soll gründlich und unparteiisch sein, und es ist wichtig, dass alle Parteien während ihrer Dauer von Spekulationen Abstand nehmen, heißt es. \"Herr Brende hat das WEF durch eine Phase des Führungswechsels begleitet, und wir schätzen sein Engagement für die Organisation.\"Das Forum verpflichtet sich zu Transparenz und einem ordnungsgemäßen Verfahren und wird nach Abschluss der unabhängigen Untersuchung über den aktuellen Stand informieren. Im Umfeld des WEF wird mit einem Ergebnis schon in den kommenden Wochen gerechnet.Der 60 Jahre alte frühere norwegische Außenminister Brende hat laut den vom amerikanischen Justizministerium veröffentlichten Epstein-Akten in den Jahren 2018 und 2019 an mehreren Abendessen mit Epstein teilgenommen. Diese hat er nun als Fehler bezeichnet und sein Bedauern ausgedrückt. Zudem habe er 2019 seine Vorgesetzten darüber informiert. Gegenüber der FAZ hat allerdings sein damaliger Chef, der WEF-Gründer Klaus Schwab, bestritten, darüber informiert worden zu sein. Wegen Epstein: WEF-Chef Børge Brende im Clinch mit Klaus Schwab | FAZ 

 Der in Essen ansässige Energiekonzern RWE hat im Beisein des Bundeskanzlers Friedrich Merz (CDU) in Abu Dhabi zwei Absichtserklärungen abgeschlossen. Merz ist zu Besuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten, unter anderem, um die Beziehungen im Energiebereich voranzubringen. Während die Bundesregierung bemüht ist, den Rahmen zu schaffen, kommt am Ende Unternehmen die Rolle zu, Verträge abzuschließen. Eine der beiden Vereinbarungen schloss RWE mit der staatlichen Abu Dhabi National Oil Company (Adnoc), heißt es in einer Mitteilung. Hier geht es darum, Möglichkeiten für die Lieferung von Flüssigerdgas (LNG) nach Deutschland und in andere europäische Märkte auszuloten. Die Rede ist davon, dass die Lieferungen bis zu eine Million Tonnen LNG pro Jahr bis zu zehn Jahre umfassen könnten. Deutschland setzt für seine zukünftige Energieversorgung stark auf Erdgas; etliche neue Gaskraftwerke sollen in den kommenden Jahren neu gebaut werden, um Dunkelflauten zu überbrücken, in denen die Erneuerbaren nicht genügend Strom produzieren. RWE und Adnoc hätten neben der Absicht zur langfristigen Zusammenarbeit außerdem erklärt, eine Kooperation bei kurzfristigen LNG-Handelsaktivitäten zwischen ihren jeweiligen globalen LNG-Portfolios zu prüfen. RWE-Chef Markus Krebber sagte, die „strategische Zusammenarbeit“ mit Adnoc unterstreiche „unser gemeinsames Engagement für die Sicherung der Energieversorgung Europas“. Die zweite Vereinbarung schloss RWE mit dem Energieunternehmen Masdar, auch bekannt als Abu Dhabi Future Energy Company. Hier geht es um mögliche gemeinsame Investitionen in Projekte für Batterie-Energiespeichersysteme. Masdar werde bis 2030 Investitionen in bestehende Batteriespeichervorhaben von RWE in Deutschland mit einer Kapazität von bis zu einem Gigawatt prüfen, heißt es in der Mitteilung. Großbatteriespeicher werden unter anderem verwendet, um überschüssigen Erneuerbaren-Strom zwischenzuspeichern und später mit Gewinn wieder zu verkaufen. Krebber verwies hier auf die Bedeutung der flexiblen Energiespeicherung als „Grundlage für Netzstabilität, Versorgungssicherheit und Integration erneuerbarer Energien“. 

Fast totgeglaubt, jetzt doch \"revolutionär\": Ein Medikament des Pharma- und Agrarchemiekonzerns Bayer entwickelt sich zu einem unerwarteten Hoffnungsträger für den Dax-Konzern. Das Leverkusener Unternehmen hat am Donnerstagabend abschließende Studienergebnisse zur Wirksamkeit seines Medikaments \"Asundexian\" veröffentlicht. In der Oceanic-Stroke-Studie, der ersten Phase-III-Studie zu einem Mittel dieser Art, zeigte es deutlich bessere Ergebnisse als ein Placebo  – Asundexian reduziert das Risiko für ischämische Schlaganfälle signifikant, also für Schlaganfälle, die durch verminderte oder fehlende Durchblutung entstehen. Gleichzeitig erhöht es nicht das Risiko schwerer Blutungen, was derzeit in klassischen Therapien ein Problem darstellt. Als \"revolutionär\" bezeichnete das Ko-Studienleiter Ashkan Shoamanesh im Gespräch mit der F.A.Z. Bayer will nun eine beschleunigte Zulassung anstreben. Und das Mittel dürfte doch noch Blockbuster-Status erreichen, also jährliche Umsätze von mindestens einer Milliarde Dollar erzielen. Manche Analysten erwarten gar ein Spitzenumsatzpotential von mehr als drei Milliarden Dollar. Das ist deshalb bemerkenswert, weil Asundexian dem Unternehmen Ende 2023 noch großen Kummer beschert hatte. In der geplanten Ursprungsanwendung konnte der Gerinnungshemmer, der als Nachfolgeprodukt des Kassenschlagers Xarelto geplant war, gegenüber schon existierenden Medikamenten keinen Zusatznutzen beweisen. Der Aktienkurs von Bayer stürzte daraufhin zeitweilig um mehr als ein Fünftel ab. Asundexian galt als gescheitert, wenngleich Bayer betonte, an anderen Indikationen für das Mittel zu arbeiten. Die Oceanic-Stroke-Studie, die jetzt abgeschlossen wurde und die mehr als 12.000 Patienten umfasste, lief zu dem Zeitpunkt auch schon. \"Die Ergebnisse geben Zuversicht, dass Asundexian, wenn zugelassen, eine bedeutende Option für die Sekundärprävention bei einem breiten Spektrum von Schlaganfallpatienten darstellen könnte\", sagte Shoamanesh. Der Aktienkurs von Bayer lag am Freitag mehr als zwei Prozent im Plus. Über die besser als erwartete Wirkung von Asundexian hatte Bayer schon im November erstmals informiert, woraufhin der Aktienkurs schon um zwölf Prozent zulegte. Warum es für die lange Zeit geplagten Aktionäre des Dax-Konzerns derzeit weiteren Grund zum Optimismus gibt, steht hier: 

Der österreichisch-kanadische Milliardär Frank Stronach muss sich wegen Missbrauchsvorwürfen vor Gericht verantworten. Der Strafprozess in Toronto dürfte am kommenden Donnerstag offiziell starten. Das meldete die kanadische Nachrichtenagentur \"The Canadian Press\" nach einem Gerichtstermin am gestrigen Donnerstag. Stronachs Anwältin hatte angekündigt, einen Antrag auf Aussetzung des Verfahrens stellen zu wollen. Sie vermutet, dass Klägerinnen durch die Staatsanwaltschaft beeinflusst wurden. Die Vorwürfe von mehr als einem Dutzend Frauen gehen bis in die 1970er Jahre zurück.Stronach hat in Nordamerika den Magna-Konzern aufgebaut, der zur Riege der großen Autozulieferkonzerne gehört. In Österreich wurde der heute 93-Jährige durch sein Sport-Investment im Fußball und Pferdesport sowie als Gründer der kurzzeitig auch im Nationalrat vertretenen Partei Team Stronach einer breiten Öffentlichkeit bekannt.

Der Autokonzern Stellantis zieht die Reißleine bei seiner Elektrostrategie ​und verbucht milliardenschwere Abschreibungen. Wegen der Drosselung der Entwicklungspläne für Elektroautos fielen in der zweiten Jahreshälfte 2025 Belastungen von rund 22,2 Milliarden Euro an, teilte der französisch-italienische Hersteller am Freitag mit. Unter dem Strich entstehe dadurch für diesen Zeitraum ​ein vorläufiger Verlust von 19 bis 21 Milliarden Euro.Die Aktionäre sollen leer ausgehen: Eine Dividende werde in diesem Jahr nicht gezahlt. „Das Unternehmen hat ​die überwiegende Mehrheit der Entscheidungen getroffen, die zur Korrektur der Richtung erforderlich sind“, hieß es in der Mitteilung. Dabei gehe es vor allem darum, das Produktportfolio an die Marktnachfrage anzupassen.Die Hiobsbotschaft riss ⁠die Stellantis-Aktien um mehr als ​14 Prozent nach unten und belastete auch andere französische Branchenwerte: Die Aktien von Valeo, Renault und Forvia gaben ⁠zwischen 2,1 und 2,5 Prozent nach. Auch in Deutschland zählten Autowerte zu den größten ‍Verlierern: Volkswagen verloren im ‍Dax 2,3 Prozent, BMW 1,5 Prozent und Porsche im M-Dax sogar 3,2 Prozent.