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12.02.2026
10:00 Uhr
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Thyssenkrupp erzielt mit Stahlsparte einen Millionen-Verlust +++ BASF verlagert Stellen von Berlin nach Indien +++ Gewinn von Mercedes bricht ein +++ alle Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.

Österreichs größter Baukonzern Strabag verteidigt seinen Wachstumskurs. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen erstmals die 20-Milliarden-Euro-Marke bei der Bauleistung übertroffen. Strabag gehört zur Riege der führenden Branchenspezialisten in Europa. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Bauleistung auch wegen einer Firmenübernahme um sechs Prozent auf 20,4 Milliarden Euro, wie das börsennotierte Unternehmen mit gut 80.000 Beschäftigten am Donnerstag mitteilte. Der Auftragsbestand erhöhte sich um 24 Prozent auf 31,4 Milliarden Euro. Operativ verbesserte sich der Ertrag von 6,1 Prozent auf voraussichtlich mindestens 6,5 Prozent – auch dank des florierenden Geschäfts in Deutschland. Die Erwartungen an das laufende Jahr schraubte das Management aber deutlich zurück: In diesem Jahr dürfte die operative Marge aus heutiger Sicht auf 5 bis 5,5 Prozent spürbar sinken.
Der Essener Industriekonzern Thyssenkrupp steckt in einem Radikalumbau, der sich jetzt auch konkret in den Zahlen bemerkbar macht. Vor allem die Kosten für den Umbau der Stahlsparte zeigen sich deutlich in der Bilanz zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 (per Ende September). Im ersten Jahresviertel steht nach Anteilen Dritter ein Nettoverlust von 353 Millionen Euro in den Büchern - im Vorjahreszeitraum waren es minus 51 Millionen Euro. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag in Essen mit. Der Konzern will nach und nach alle seine Sparten verselbständigen. Für das Stahlsegment ist er in Verhandlungen über einen Verkauf an den indischen Konzern Jindal Steel. Um die Sparte für die potentiellen Käufer attraktiv zu machen, muss Thyssenkrupp jetzt schon hohe Restrukturierungskosten aufwenden. Allein im ersten Quartal steckte das Unternehmen 401 Millionen Euro in die Stahl-Sanierung. Thyssenkrupp bestätigte seine Gesamtjahresprognose und erwartet auch hier einen Verlust. Das Unternehmen rechnet mit einem Defizit zwischen 400 und 800 Millionen Euro. Die Restrukturierung wird unter anderem deshalb so teuer, weil im Stahlbereich bis zum Jahr 2030 insgesamt 11.000 Stellen abgebaut werden sollen und Beschäftigten Abfindungen gezahlt werden müssen. Außerdem hat Thyssenkrupp einen dreistelligen Millionenbetrag zurückgestellt, um sich von seinem Anteil an den ebenfalls sanierungsbedürftigen Hüttenwerken Krupp Mannesmann zu lösen, die im Sommer der Konkurrent Salzgitter als alleiniger Gesellschafter übernehmen will.
Siemens ist der Auftakt in das Geschäftsjahr 2025/26 gelungen. Der Vorstand hebt den Ausblick. Besonders künstliche Intelligenz schiebt das Wachstum an:
Die Bundesregierung befürwortet offenbar, der Gesellschaft Emirates aus Dubai Flüge nach Berlin zu ermöglichen. Bislang sieht das Luftverkehrsabkommen zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten vor, dass nur vier Städte in Deutschland angesteuert werden dürfen. Emirates bedient schon Frankfurt, München, Hamburg und Düsseldorf und will für Berlin kein anderes Ziel aufgeben. Die Regierung arbeite intensiv daran, die Möglichkeiten internationaler Flugverbindungen von und nach Deutschland zu erweitern, teilte ein Sprecher mit. In Bezug auf die kürzlich beendete Reise von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in die Golfregion sagte er: „Die Vereinigten Arabischen Emirate wünschen sich einen Ausbau der Verbindungen von und nach Deutschland, weshalb auch das Thema Landerechte - neben vielen anderen Themen - angesprochen wurde.“ Eine Entscheidung in der Frage ist bislang aber nicht gefallen. Die Lufthansa steht weiteren Verkehrsrechten für Airlines vom Persischen Golf ablehnend gegenüber. Gleichzeitig weist die Flugbranche seit langem darauf hin, dass sich der Luftverkehr in Deutschland seit der Corona-Pandemie schwächer als im Rest Europas entwickelt habe. Flughäfen beklagen fehlende Verbindungen. Vor allem für den Hauptstadtflughafen BER ist der Ruf nach weiteren Langstreckenflügen laut. Nach Dubai fliegt von dort allerdings auch die Lufthansa-Tochtergesellschaft Eurowings. Condor hat jüngst bestätigt, die eigenen Berlin-Dubai-Flüge im Sommer wegen geringer Nachfrage auszusetzen.
Der Chemiekonzern BASF verlagert Arbeitsplätze von Berlin nach Indien. Konkret will der Konzern in Indien einen neuen Standort aufbauen, um dort Finanz- und Personaldienstleistungen zu bündeln, berichtet F.A.Z.-Korrespondent Bernd Freytag. Davon betroffen sein dürfte vor allem sein Standort in Berlin, wo 2.800 Menschen arbeiten. Heftige Kritik dafür gibt es von der Chemiegewerkschaft IGBCE. Sie hatte 2005 nach eigenen Angaben einen eigenen Tarifvertrag mit „spürbar niedrigeren Gehältern“ und längeren Arbeitszeiten akzeptiert, um damals eine angedachte Verlagerung in die Slowakei zu verhindern. Der IGBCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis, selbst Aufsichtsratsmitglied der BASF, sprach am Mittwoch von einem beschäftigungspolitischen Schlag, der zum Ende eines tariflichen Vorzeigeprojekt führe, „mit dem wir Tausende gute Arbeitsplätze in der Bundeshauptstadt geschaffen haben.“ Die Karawane ziehe weiter, „hinterlässt Enttäuschung und beendet Karrieren“, sagte er und kündigte an, den Tarifvertrag nicht weiterzuführen. Wie viele Arbeitsplätze am Ende betroffen sind, teilt der Konzern noch nicht mit. Aktuell beschäftigt BASF im Globalen Service 8.500 Personen. Neben Berlin, wo bisher der Service für Europa erbracht wird, gibt es zwei weitere Zentren in Kuala Lumpur für Asien und Montevideo für Amerika. Ziel der Verlagerung sei, die Kosteneffizienz zu steigern und resilienter zu werden.
Das Engagement von Finanzinvestoren treibt die Branche der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater um. Was halten Unternehmen, die Prüfungs- und Beratungsdienstleistungen in Anspruch nehmen, von dem Trend? Das ist Thema einer Umfrage, durchgeführt von der mittelständischen Prüfungs- und Beratungsgesellschaft dhpg und dem Marktforschungsdienstleister YouGov. Befragt wurden 359 Führungskräfte aus dem Vorstand und Management von Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern. Die Umfrage fand Ende November bis Anfang Dezember 2025 statt.Das Ergebnis: Der Mittelstand vertraut eher Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, die durch Partner geführt werden. Diese erhalten mit Blick auf Stabilität, Verantwortung, Mandantennähe, Objektivität oder Professionalität mehr Zustimmung als Wirtschaftsprüfungen mit Private-Equity-Beteiligung.Allerdings: In Sachen Innovation und Wandlungsfähigkeit haben Wirtschaftsprüfungen mit einem Finanzinvestor an Bord in den Augen mittelständischer Entscheider die Nase vorn. „Partnergeführte Gesellschaften stehen mit ihrem eigenen Namen für die Qualität ihrer Arbeit und treffen Entscheidungen ohne Einfluss externer Kapitalgeber\", sagt Andreas Blum, Managing Partner von dhpg.
Der Lufthansa-Vorstand hat die für Donnerstag angekündigten Crew-Streiks als „völlig unnötige Eskalation“ kritisiert. Die jeweiligen Forderungen der Gewerkschaften würden weitere starke Kostensteigerungen für die Lufthansa-Kerngesellschaft bedeuten, sagte Personalvorstand und Arbeitsdirektor Michael Niggemann in Berlin. Dort bestehe aber keinerlei Spielraum. Die Piloten gingen schon heute mit monatlichen Bezügen von durchschnittlich 8400 Euro einschließlich der gesetzlichen Rente in den Ruhestand, erklärte Niggemann. Die Forderungen der Vereinigung Cockpit gingen weit darüber hinaus. „Wir können eine Top-Versorgung nicht einfach noch mal verdoppeln.\" Den Kabinenbeschäftigten bei der perspektivisch auslaufenden Cityline habe man großzügige Angebote zur Übernahme bei anderen Gesellschaften gemacht, sagte der Manager. Die Ufo-Forderungen zum Manteltarif bei der Lufthansa Classic liefen auf weitere Kostensteigerungen von rund 10 Prozent hinaus. Schon heute liege die Produktivität der Besatzungen bei der Kerngesellschaft 10 bis 20 Prozent hinter dem Wettbewerb.Niggemann setzt nach eigenen Angaben auf weitere Gespräche. „Ich bin fest überzeugt, dass es den Beschäftigten um Perspektiven geht. Da ist eine Erhöhung der Kosten genau kontraproduktiv.“
Kabelspezialist Lapp als Seismograf der Wirtschaft: In den Zahlen des Stuttgarter Unternehmens spiegelt sich die Verfassung der Industrie im Südwesten. Geht es den Unternehmen gut und investieren sie in ihre deutschen Fabriken und Werke, läuft das Geschäft bei Lapp, weil die Kunden Stromkabel und Datenleitungen brauchen. Ist das nicht der Fall, sinken die Umsätze des Familienunternehmens. „Die Deindustrialisierung, die ich bei uns wahrnehme, ist eine große Herausforderung“, sagt Lapp-Chef Matthias Lapp im F.A.Z.-Interview. Die Bilanz, die das Unternehmen am Mittwoch vorgelegt hat, zeigt dementsprechend eine zweigeteilte Welt. Nach einem Umsatzrückgang im Jahr zuvor sind die Erlöse im Ende Oktober zu Ende gegangenen Geschäftsjahr 2024/25 wieder gestiegen – und zwar um sechs Prozent auf 1,93 Milliarden Euro. Während vor allem das Geschäft im Heimatmarkt schwächelt, hat Lapp sowohl in Amerika als auch in Asien zweistellig zugelegt. „Unser Wachstum dort hilft durch schwierige Zeiten in den europäischen Märkten“, sagt Lapp. In den Vereinigten Staaten produziert Lapp seit mehr als 50 Jahren in einer eigenen Fabrik und ist so nur in geringem Maße bei der Einfuhr von Spezialkabeln in die USA von US-Zöllen betroffen. Auch in Asien unterhält Lapp eigene Werke – unter anderem in Indien, China, Korea und Indonesien – und hat Marktanteile hinzugewonnen. Dabei profitiert das Unternehmen von innerasiatischen Freihandelsverträgen, wie Lapp erläutert. In Indien eröffnete Lapp eine neue Fabrik, in China und in den USA liefen neue Produktionslinien an Auch wenn Matthias Lapp nicht zuletzt aufgrund der Freihandelsgespräche der EU mit Indien und Lateinamerika in den Auslandsmärkten von Lapp eine zunehmende Dynamik erwartet, blickt er mit Sorgen auf die heimische Industrie. „Die Reformen der Bundesregierung bleiben bisher hinter den Erwartungen zurück“, sagt Lapp. „Jetzt gilt es parteipolitische Individualinteressen beiseitezulegen und Ergebnisse zu liefern. Vor uns liegen Jahre der Transformation, für die es Pragmatismus, Innovationsoffenheit und Mut braucht.“ Vor allem fordert er mehr Vertrauen in die Unternehmer. „Der Staat entmündigt die Unternehmer teilweise und versucht, alles vorzugeben“, sagt Lapp. „Aber ich glaube, wir wissen schon, was wir tun.“ Mit dem Gewinn seines Unternehmens, den er nicht beziffert, ist der Lapp-Chef nicht zufrieden. Man mache keine Verluste, das Ergebnis sei positiv, gut, aber eben nicht gut genug. Auf die nächsten Monate blickt der 43-Jährige „vorsichtig optimistisch“, weil für Datencenter und Energieinfrastruktur Kabel gebraucht werden.
Zukäufe in Deutschland und in den Niederlanden stärken die Ertragskraft der Wiener Bank Bawag. Der Nettogewinn legte um 13 Prozent auf fast 860 Millionen Euro zu. Für dieses Jahr erwartet der viertgrößte Finanzdienstleister Österreichs eine weitere Steigerung beim Überschuss auf mehr als 960 Millionen Euro.Einschließlich des Zukaufs des Barclays-Kartengeschäfts in Deutschland habe es ein Kreditwachstum von zwölf Prozent gegeben. Die Integration der niederländischen Knab Bank sowie des deutschen Privatkundengeschäfts von Barclays gehe gut voran, teilte das Institut am Mittwoch mit. Im Zuge der Zukäufe im Ausland der vergangenen Jahre entwickelt sich Bawag zu mehr als einer rein österreichischen Bank. In den vergangenen Jahren wurden mehr als ein Dutzend Übernahmen durchgeführt und neue Märkte erschlossen.
Die Marine soll bis zum Jahr 2029 kriegstüchtig sein, lautet die Ansage des Marine-Inspekteurs Jan Christian Kaack – aber die bestellten Fregatten F126 werden absehbar vier bis fünf Jahre zu spät geliefert. Nun macht der Werftkonzern TKMS Tempo und bringt seine erprobte Mehrzweckfregatte Meko A200 ins Spiel, um die Lücke zu schließen. „Wir springen in die Bresche. Wir können das erste Schiff 2029 liefern“, erklärte TKMS-Vorstandschef Oliver Burkhard gegenüber Journalisten. Einen Vorvertrag mit dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr gibt es seit einigen Tagen. TKMS hat sogar schon mit dem Stahlschnitt begonnen und Zulieferer an Bord genommen. Gebaut werden sollen die Mehrzweckfregatten bei der Rönner-Werft in Bremerhaven. Jedes Schiff dürfte zwischen 500 Millionen Euro und einer Milliarde Euro kosten. Dass der Auftrag kommt, daran zweifelt Burkhard gar nicht. Falls nicht, müsste der Bund Schadensersatz für die vorbereitenden Arbeiten zahlen: 50 Millionen Euro nach aktuellem Stand, womöglich auch mehr, falls sich der endgültige Vertrag weiter verzögert. Jetzt gehe es erst einmal darum, keine Zeit zu verlieren, sagte Burkhard. Dass man pünktlich werde liefern könne, habe man zuletzt mit Meko-Fregatten für Ägypten bewiesen, die 37 Monate nach Vertragsunterzeichnung ausgeliefert worden seien. Im Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ hatte Oliver Burkhard im November noch vorgeschlagen, den Abbruch des Fregatten-Projekts F126 ergebnisoffen zu prüfen. „Als Unternehmer sagt man ja, man sollte schlechtem Geld kein gutes hinterherwerfen“, sagte Burkhard damals mit Blick auf die rund 1,5 Milliarden Euro, die schon für die F126 ausgegeben waren. Mittlerweile geht der TKMS-Chef aber davon aus, dass sowohl die F126 als auch Meko A200 realisiert werden, weil man beide braucht – die Bedrohungslage habe sich schließlich auch geändert. Die dynamische Aufrüstung spielt dem Werftkonzern in die Karten, wie Oliver Burkhard während der Präsentation der Quartalszahlen aufzeigte. Für einen großen U-Boot-Auftrag aus Indien ist TKMS nach Burkhards Worten „in finalen Verhandlungen“. In Kanada, wo es um einen Auftrag im deutlich zweistelligen Milliardenvolumen geht, sieht Burkhard den Werftkonzern aus Kiel auch in einer guten Position. Technisch hat er ohnehin keinen Zweifel an dem U-Boot-Konzept 212CD. Unter strategischen Aspekten hat TKMS auch Vorteile gegenüber dem einzigen verbliebenen Wettbewerber Hanwha aus Korea. Denn, so erklärte Burkhard: „Interoperabilität“, also die Fähigkeit der Seestreitkräfte, mit Verbündeten nahtlos zu kommunizieren und Ausrüstung auszutauschen, werde immer wichtiger – das klappe mit Schiffen aus einem Nato-Land besser.Im aktuellen Zahlenwerk geht es noch stärker um Projekte, die in Zeiten abgeschlossen wurden, als die Verteidigungsetats schmaler waren und der Druck auf die Preise höher. Trotz Rekord-Auftragseingängen und einigen Optionen blieben die Anleger vorsichtig. Im Laufe des Vormittags ging der Kurs des mittlerweile im M-Dax notierten Unternehmens um drei Prozent auf unter 92 Euro zurück. Details zu den Zahlen, die schon vor der Pressekonferenz veröffentlicht worden waren, finden Sie weiter unten im Blog.
Unterschiedlicher kann es für Schwesterunternehmen kaum laufen: Thyssenkrupps ausgegliederte Marinesparte TKMS profitiert vom allgemeinen Aufrüsten und meldet fulminante Zahlen fürs erste Quartal. Ihre Umsatzprognose hat TKMS angehoben. Gleichzeitig leidet die ebenfalls ausgegliederte Wasserstoff-Tochtergesellschaft Nucera darunter, dass Klimaschutz und Wasserstoffhochlauf immer weniger Priorität haben. Sie ist noch schwächer ins Jahr gestartet als ohnehin schon erwartet.Die geopolitische Lage gibt TKMS weiter Rückenwind, denn die Sparte ist auf U-Boote und Kriegsschiffe spezialisiert. Die sowieso schon prall gefüllten Orderbücher füllen sich angesichts der Spannungen auf der ganzen Welt weiter und lassen das in Kiel ansässige Unternehmen einen neuen Auftragsrekord verkünden: 18,7 Milliarden Euro umfasst mittlerweile der Auftragsbestand und da sind zwei kürzlich von Norwegen bestellte U-Boote noch gar nicht dabei. TKMS erwartet nun, dass die Erlöse gegenüber dem Vorjahr um zwei bis fünf Prozent steigen werden; bislang war im laufenden Geschäftsjahr ein Wachstum von ein bis zwei Prozent angepeilt. Im ersten Quartal erwirtschaftete der Marineschiffbauer mit 26 Millionen Euro ein stabiles bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit). Die Wasserstoffwirtschaft hingegen will und will nicht in Schwung kommen, was die Geschäfte von Nucera, das Elektrolyseanlagen für die Erzeugung von Wasserstoff baut, äußerst schleppend verlaufen lässt. Projekte verschieben sich vor allem, wenn es um klimaneutral erzeugten Wasserstoff geht. Der Auftragseingang des Dortmunder Unternehmens ist daher im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 21 Prozent auf 75 Millionen Euro geschrumpft. Auch der Umsatz ging zurück und das Ebit lag in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahrs bei minus vier Millionen Euro nach zuvor plus acht Millionen Euro. Die Essener Muttergesellschaft Thyssenkrupp AG will morgen darüber Bilanz ziehen, wie das erste Quartal für den Gesamtkonzern verlaufen ist, der als großer Gemischtwarenladen im Umbruch steht und sich stärker entflechten will. TKMS und Nucera nennt das Management dafür immer wieder als Vorbilder.
Der Energietechnikkonzern Siemens Energy hat im ersten Quartal seines Geschäftsjahres 2025/26 (per 30. September) seinen Gewinn gesteigert und die Prognosen für das Gesamtjahr bestätigt. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis habe sich auf 1,16 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Der Gewinn nach Steuern hat sich mit 746 Millionen Euro fast verdreifacht. Um 88 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro erhöhte sich der freie Mittelzufluss vor Steuern (Free Cashflow). „Der Start in das Geschäftsjahr ist für uns sehr erfolgreich verlaufen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Christian Bruch. Besonders die anhaltend hohe Nachfrage im Geschäft mit Gasturbinen und Netztechnik habe einen wesentlichen Beitrag zur positiven Entwicklung geleistet. Auch im Windgeschäft zeichne sich eine leichte Verbesserung ab. Dafür ist das Sorgenkind Gamesa verantwortlich, das den Verlust vor Sondereffekten um 88 Prozent auf 46 Millionen Euro reduzierte. Dies führte Bruch hauptsächlich auf Produktivitätssteigerungen und Fortschritte im Servicegeschäft zurück. In diesem Jahr soll Gamesa ein ausgeglichenes Ergebnis erzielen.Für das Geschäftsjahr erwartet der Vorstand eine Fortsetzung der gegenwärtigen positiven Trends im Energiesektor. Die Stromnachfrage und der Bedarf an Modernisierung und Ausbau der elektrischen Infrastruktur dürften weiter steigen. Treiber dieser Entwicklung seien voraussichtlich ein zunehmender Primärenergiebedarf, ein höherer Elektrifizierungsgrad, die fortschreitende Digitalisierung der Industrie und der Anteil Erneuerbarer Energien sowie insbesondere auch das starke Wachstum von Rechenzentren im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Der Gewinn nach Steuern soll im Gesamtjahr drei bis vier Milliarden Euro erreichen nach 1,7 Milliarden Euro im Jahr 2024/2025.Der Auftragseingang fiel im ersten Quartal mit 17,6 Milliarden Euro so hoch wie noch nie aus. Die kräftige Nachfrage habe über alle Regionen und Technologien hinweg auf einer breiten Basis gestanden, unterstützt durch den starken Ausbau von Rechenzentren. Abermals erreichte der Auftragsbestand Ende Dezember mit 146 Milliarden Euro einen Höchstwert. Der Umsatz stieg um 13 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro.
Die schwache Nachfrage nach Bier veranlasst die Brauerei Heineken zu einem drastischen Stellenabbau. Weltweit sollen bis zu 6000 Arbeitsplätze wegfallen, wie der niederländische Konzern der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch mitteilte. Zudem schraubte die Nummer zwei der Branche ihre Gewinnerwartungen für das Jahr 2026 herunter.Der Stellenabbau solle in den kommenden zwei Jahren stattfinden und sei Teil einer neuen Strategie bis zum Jahr 2030. Ziel sei es, mit weniger Ressourcen ein höheres Wachstum zu erzielen. Davon erhofft sich der Konzern, zu dem unter anderem Marken wie Tiger, Amstel und Desperados gehören, deutliche Einsparungen.Im abgelaufenen Jahr 2025 übertraf Heineken die Erwartungen noch. Der Betriebsgewinn legte organisch um 4,4 Prozent zu, Analysten hatten mit einem Plus von vier Prozent gerechnet. Für 2026 zeigte sich das Management jedoch zurückhaltender: Der Betriebsgewinn soll nur noch um zwei bis sechs Prozent zulegen, zuvor hatte Heineken eine Spanne von vier bis acht Prozent in Aussicht gestellt.