FAZ 11.02.2026
10:25 Uhr

Business-Ticker: Lufthansa kritisiert Gewerkschaften für plötzliche Streikaufrufe


Kurzfristige Ankündigung treffe Fluggäste unverhältnismäßig +++ TKMS erhöht Prognose +++ Siemens Energy verzeichnet Rekordaufträge und steigert Gewinn +++ alle Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.

Business-Ticker: Lufthansa kritisiert Gewerkschaften für plötzliche Streikaufrufe

Unterschiedlicher kann es für Schwesterunternehmen kaum laufen: Thyssenkrupps ausgegliederte Marinesparte TKMS profitiert vom allgemeinen Aufrüsten und meldet fulminante Zahlen fürs erste Quartal. Ihre Umsatzprognose hat TKMS angehoben. Gleichzeitig leidet die ebenfalls ausgegliederte Wasserstoff-Tochtergesellschaft Nucera darunter, dass Klimaschutz und Wasserstoffhochlauf immer weniger Priorität haben. Sie ist noch schwächer ins Jahr gestartet als ohnehin schon erwartet.Die geopolitische Lage gibt TKMS weiter Rückenwind, denn die Sparte ist auf U-Boote und Kriegsschiffe spezialisiert. Die sowieso schon prall gefüllten Orderbücher füllen sich angesichts der Spannungen auf der ganzen Welt weiter und lassen das in Kiel ansässige Unternehmen einen neuen Auftragsrekord verkünden: 18,7 Milliarden Euro umfasst mittlerweile der Auftragsbestand und da sind zwei kürzlich von Norwegen bestellte U-Boote noch gar nicht dabei. TKMS erwartet nun, dass die Erlöse gegenüber dem Vorjahr um zwei ‌bis fünf Prozent steigen werden; bislang war im laufenden Geschäftsjahr ein Wachstum von ein bis zwei Prozent angepeilt. ‌Im ersten Quartal erwirtschaftete der Marineschiffbauer mit 26 Millionen Euro ein stabiles bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit). Die Wasserstoffwirtschaft hingegen will und will nicht in Schwung kommen, was die Geschäfte von Nucera, das Elektrolyseanlagen für die Erzeugung von Wasserstoff baut, äußerst schleppend verlaufen lässt. Projekte verschieben sich vor allem, wenn es um klimaneutral erzeugten Wasserstoff geht. Der Auftragseingang des Dortmunder Unternehmens ist daher im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 21 Prozent auf 75 Millionen Euro geschrumpft. Auch der Umsatz ging zurück und das Ebit lag in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahrs bei minus vier ⁠Millionen Euro nach zuvor plus acht Millionen Euro.  Die Essener Muttergesellschaft Thyssenkrupp AG will morgen darüber Bilanz ziehen, wie das erste Quartal für den Gesamtkonzern verlaufen ist, der als großer Gemischtwarenladen im Umbruch steht und sich stärker entflechten will. TKMS und Nucera nennt das Management dafür immer wieder als Vorbilder.

 Der Energietechnikkonzern Siemens Energy hat im ersten Quartal seines Geschäftsjahres 2025/26 (per 30. September) seinen Gewinn gesteigert und die Prognosen für das Gesamtjahr bestätigt. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis habe sich ‌auf 1,16 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Der Gewinn nach Steuern hat sich mit 746 Millionen Euro fast verdreifacht. Um 88 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro erhöhte sich der freie Mittelzufluss vor Steuern (Free Cashflow). „Der Start ​in das Geschäftsjahr ist für uns sehr erfolgreich verlaufen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Christian Bruch. Besonders die anhaltend hohe Nachfrage ⁠im Geschäft mit ‌Gasturbinen und Netztechnik habe einen wesentlichen Beitrag zur positiven Entwicklung geleistet. Auch im Windgeschäft zeichne sich eine leichte Verbesserung ab. Dafür ist das Sorgenkind Gamesa verantwortlich, das den Verlust vor Sondereffekten um 88 Prozent auf 46 Millionen Euro reduzierte. Dies führte  Bruch hauptsächlich auf Produktivitätssteigerungen und Fortschritte im Servicegeschäft zurück. In diesem Jahr soll Gamesa ein ausgeglichenes Ergebnis erzielen.Für das Geschäftsjahr erwartet der Vorstand eine Fortsetzung der gegenwärtigen positiven Trends im Energiesektor. Die Stromnachfrage und der Bedarf an Modernisierung und Ausbau der elektrischen Infrastruktur dürften weiter steigen. Treiber dieser Entwicklung seien voraussichtlich ein zunehmender Primärenergiebedarf, ein höherer Elektrifizierungsgrad, die fortschreitende Digitalisierung der Industrie und der Anteil Erneuerbarer Energien sowie insbesondere auch das starke Wachstum von Rechenzentren im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Der Gewinn nach Steuern soll im Gesamtjahr drei bis vier Milliarden Euro erreichen nach 1,7 Milliarden Euro im Jahr 2024/2025.Der Auftragseingang fiel im ersten Quartal mit 17,6 Milliarden Euro so hoch ⁠wie noch nie ⁠aus. Die kräftige Nachfrage habe über alle Regionen und Technologien hinweg auf einer breiten Basis gestanden, ⁠unterstützt durch ​den ⁠starken Ausbau von Rechenzentren. Abermals erreichte der Auftragsbestand Ende Dezember mit 146 Milliarden Euro einen Höchstwert. Der Umsatz stieg ​um 13 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro.

 Die schwache Nachfrage nach Bier ​veranlasst die Brauerei Heineken zu einem drastischen Stellenabbau. Weltweit ⁠sollen bis zu 6000 Arbeitsplätze wegfallen, wie der niederländische Konzern der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch mitteilte. Zudem schraubte die Nummer ‌zwei der Branche ihre Gewinnerwartungen für das Jahr 2026 herunter.Der Stellenabbau solle in den kommenden zwei Jahren stattfinden ‌und sei ‌Teil einer neuen Strategie bis zum Jahr 2030. Ziel sei es, mit weniger Ressourcen ein höheres Wachstum zu erzielen. ​Davon erhofft sich der ⁠Konzern, zu dem unter anderem Marken wie Tiger, Amstel und Desperados gehören, deutliche ​Einsparungen.Im abgelaufenen Jahr 2025 übertraf Heineken die Erwartungen noch. ⁠Der Betriebsgewinn legte ‌organisch um 4,4 Prozent zu, Analysten hatten mit einem Plus von vier Prozent gerechnet. Für 2026 zeigte ⁠sich das Management ⁠jedoch zurückhaltender: Der Betriebsgewinn soll nur noch um zwei ⁠bis ​sechs ⁠Prozent zulegen, zuvor hatte Heineken eine ​Spanne von vier bis acht ‌Prozent in Aussicht gestellt. 

Das Wolfsburger Stammwerk des Volkswagen-Konzerns muss nach Informationen unseres Korrespondenten Christian Müssgens kurzfristig einen wesentlichen Teil der Produktion stoppen. Wie aus einer internen Information an die Mitarbeiter hervorgeht, hat VW wegen eines Schadens an der Großpresse die Spät- und Nachtschicht auf einer Produktionslinie am Mittwoch abgesagt. Auf der Linie laufen die Modelle Tiguan, Tayron und Touran vom Band. Für diese Modelle fehlen nun wohl Bauteile aus dem Presswerk. Die Standorte Emden, Hannover, Osnabrück und Ingolstadt sollen nun einspringen und die Teile produzieren, die der Konzern dann mit Lastwagen nach Wolfsburg bringen will. Ziel sei es, dass die Produktion am Donnerstag wieder anlaufen könne, heißt es in der Information an die Belegschaft weiter. Ein Sprecher des Konzerns bestätigte den Produktionsstopp gegenüber der F.A.Z. Die Arbeit in anderen Teilen des Werks, vor allem in der Golf-Produktion, soll dem Vernehmen nach nicht beeinträchtigt sein. 

 Der erste E-Ferrari lässt die Aktien des Luxuswagenherstellers steigen, berichtet unser Italien-Korrespondent Christian Schubert. Am 25. Mai ist es endlich so weit: Der erste vollelektrische Ferrari wird an diesem Tag in Rom vorgestellt. Das kündigte der Luxuswagenhersteller am Dienstag an seinem Stammsitz in Maranello an. Den italienischen Namen „Luce“ („Licht“) werde der Wagen tragen. Damit beginne „ein neues Kapitel in der Geschichte von Ferrari“, teilt das Unternehmen anlässlich der jüngsten Bilanzzahlen-Veröffentlichung an. Zusammen mit fünf anderen Modellen, die 2025 auf den Weg gebracht wurden, werde der erste E-Ferrari „die Auslieferungen in diesem Jahr und darüber hinaus“ bestimmen. Im vergangenen Oktober hatte Ferrari bereits wichtige Komponenten des Fahrzeugs präsentiert, doch anders als zuvor angekündigt nicht das ganze Fahrzeug. Der Hersteller brauchte mehr Zeit als geplant. An jenem 13. Oktober fiel die Ferrari-Aktie um mehr als 13 Prozent. Das Unternehmen hatte zudem verschiedene Umsatzziele und die Verkaufsprognosen für sein E-Modell deutlich gesenkt. Das kam bei den Anlegern nicht gut an: Zwischen dem historischen Hoch der Ferrari-Aktie im vergangenen Februar und den Beginn dieser Woche verlor das Papier mehr als 40 Prozent an Boden verloren.Nun aber beginnt der Hersteller sich wieder mit seinen Anlegern zu versöhnen. Zeitweise um 7 Prozent legte die Aktie am Dienstag zu. Zuvor hatte Ferrari Bilder vom Inneren des „Luce“ veröffentlicht. Es wurde in Zusammenarbeit mit dem Design‑Studio „LoveFrom“ gestaltet, das der  ehemalige Apple-Chefdesigner Jony Ive und der australische Designer Marc Newson führen.Laut der Bilanzzahlen vom Dienstag hat Ferrari im vergangenen Jahr zwar weniger Autos verkauft als im Vorjahr, doch dabei den Umsatz um 10 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro erhöht. Der Betriebsgewinn legte um 12 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro zu, der Gewinn nach Steuern um 5 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Der Vorstandsvorsitzende Benedetto Vigna sprach von einer „vorsichtig geführten Volumen-Strategie“, mit der Ferrari vor allem auf Profit setze. Stärkere Verkäufe von teureren Modellen, zudem das Sponsoring der Rennsport-Abteilung sowie der Absatz  von Lifestyle-Produkten beflügelten den Umsatz. Der Vorstandsvorsitzende Vigna betonte, dass die operative Umsatzrendite um 1,2 Prozentpunkte auf 29,5 Prozent kletterte. Der Auftragsbestand reiche bis Ende 2027.13.640 Fahrzeuge hat Ferrari im vergangenen Jahr verkauft, das waren 112 weniger als im Vorjahr. Der Auto-Umsatz legte dabei um 5 Prozent und im vierten Quartal nur um 1 Prozent zu. Dagegen verzeichnete der Geschäftsbereich Rennsport und Lifestyle-Produkte im Gesamtjahr einen Umsatzzuwachs von 22 Prozent auf 820 Millionen Euro.  

Die Zahl der Insolvenzen ist im Jahresvergleich leicht gestiegen, berichtet die dpa. Zwar seien im Januar mit 1391 Insolvenzen acht Prozent weniger als noch im Dezember gezählt worden, teilte das  ​IWH mit. Zugleich waren es aber vier Prozent mehr als im Januar 2025.  Laut IWH waren im vergangenen Monat in den größten 10 Prozent der insolventen Unternehmen fast 17.000 Arbeitsplätze betroffen. Das seien 10 Prozent mehr betroffene Beschäftigte als im Dezember 2025 und 18 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. 

Spotify verdient mehr als zwei Milliarden EuroDer Musikstreaming-Marktführer hat das Jahr 2025 mit einem deutlichen Plus abgeschlossen. Unter dem Strich stand ein Gewinn in Höhe von 2,2 Milliarden Euro. Es ist erst das zweite Jahr überhaupt, dass das schwedische Unternehmen Gewinn macht. 2024 hatte ein Plus in Höhe von gut 1,1 Milliarden Euro zu Buche gestanden. Zuvor konnte Spotify lediglich in einzelnen Quartalen schwarze Zahlen vermelden.Der Dienst hat im vierten Quartal neun Millionen Abonnenten und 38 Millionen monatlich aktive Nutzer hinzugewonnen. Beide Werte übertrafen die zuvor abgegebene Prognose. Insgesamt steht Spotify damit nun bei 290 Millionen Abonnenten und 751 Nutzern – jene der werbebasierten Gratis-Version miteinbegriffen. Der Jahresumsatz beläuft sich auf  17,2 Milliarden Euro. Die Aktie notierte vorbörslich zeitweise rund 15 Prozent im Plus. Seit Jahresbeginn hatte sie rund 28 Prozent verloren.Seit dem 1. Januar führen Gustav Söderström und Alex Norström als Ko-CEOs die Geschäfte von Spotify. Der langjährige Chef und Ko-Gründer Daniel Ek fungiert nun als geschäftsführender Vorsitzender des Verwaltungsrats. Mehr zu Söderström und Norström, wie sie ticken, warum Spotify lange Verlust gemacht hat, und woran der Dienst für die Zukunft arbeitet, erfahren Sie hier:

Der Kampf um die Kaffeekunden wird in nächster Zeit wohl munter weiter gehen. Sogar wenn im Discounter Röstkaffee angeboten wird, der billiger ist als die grünen Kaffeebohnen an der Börse, ist das rechtlich in Ordnung. So jedenfalls urteilte das Oberlandesgericht Düsseldorf in einem Rechtsstreit zwischen Tchibo und Aldi. Der Discounter habe seinen Kaffee seit Ende 2023 immer wieder unter Einstandspreis verkauft, was auch Aldi Süd nicht bestritten hat. Das ginge zulasten des Wettbewerbs, hatte Tchibo argumentiert und auf Unterlassung geklagt.  Damit hatte der Hamburger Kaffeeröster auch in der zweiten Instanz keinen Erfolg. Das hatte sich schon in einer mündlichen Verhandlung im Dezember abgezeichnet, als der 6. Kartellsenat unter dem Vorsitz von Ulrich Egger vergeblich konkrete Umsatzeinbußen durch die Aldi-Kampfpreise erfragte. Zudem ließ der Senat erkennen, dass man tendenziell der Ansicht des Landgerichts folge, wonach die Preisgestaltung von Aldi kaufmännisch vertretbar sei. Der Discounter verfolge den „dauerhaften, nachvollziehbaren Zweck der Förderung des eignen Absatzes im Rahmen einer Mischkalkulation“, hieß es damals in der schriftlichen Begründung.     Tchibo will das aber nicht zwangsläufig hinnehmen, wie in einer Stellungnahme des Unternehmens zu lesen ist: „Wir werden jetzt die schriftliche Urteilsbegründung bewerten und weitere Schritte prüfen.“ Revision hat das Oberlandesgericht ausdrücklich zugelassen, sodass Tchibo der Gang in die nächste Instanz offensteht. (Aktenzeichen VI-6 U 1/25) „Bedauerlicherweise hat das Gericht die Chance verpasst, einer strukturellen Fehlentwicklung im deutschen Lebensmittelhandel Einhalt zu gebieten“, heißt es bei Tchibo weiter. Damit spielt der Hamburger Kaffeeröster auf die seit langem zunehmende Machtfülle der großen deutschen Einzelhändler an. Allein Edeka, Rewe, die Schwarz-Gruppe (Lidl und Kaufland) und Aldi kontrollieren 85 Prozent des Lebensmitteleinzelhandels. Dadurch wird die Verhandlungsmacht gegenüber Lieferanten gestärkt, letztlich zu Lasten von Verbrauchern und Primärproduzenten, mahnte im November schon die Monopolkommission in einem Sondergutachten zum Wettbewerb in der Lebensmittel-Lieferkette. Die Experten fordern strengere Fusionskontrollen entlang der gesamten Lieferkette und bessere Durchsetzung gegen unfaire Handelspraktiken. Bezogen auf das Geschäft mit Kaffee sind die Machtverhältnis allerdings andere: Tchibo ist in Deutschland Marktführer, Aldi einer unter vielen weiteren Anbietern. Aldi Süd reagierte am Dienstag zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme auf das Urteil des OLG Düsseldorf. 

Deutschland produziert so viele E-Autos wie noch nie – Zweiter hinter ChinaTrotz des politischen Tauziehens um die Elektromobilität in Europa hat ​die Produktion von E-Autos in Deutschland im vergangenen Jahr ein Rekordhoch erreicht. Die Fertigung der reinen Batterie-Pkw (BEV) stieg um 15 Prozent auf 1,22 Millionen Fahrzeuge, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) der Nachrichtenagentur Reuters mitteilte. Noch stärker legten Plug-in-Hybride (PHEV) zu, die Verbrennungsmotor und elektrischen Antrieb ​vereinen. Die Autokonzerne produzierten mit rund 450.000 PHEV 54 Prozent mehr als im Vorjahr. Zusammen waren es 1,67 Millionen Fahrzeuge mit elektrifiziertem Antrieb, die von den Bändern der ​Hersteller in Deutschland rollten – ein Wachstum von 23 Prozent.Deutschland war damit abermals der zweitwichtigste Produktionsstandort für E-Autos weltweit, hinter China (16,1 Millionen) und vor den USA (1,04 Millionen). \"Die inländische Produktion von E-Autos liegt auf Rekordniveau, das zeigt eindrucksvoll und deutlich: Die ⁠deutsche Autoindustrie geht bei der E-Mobilität und ​klimaneutraler Mobilität entschlossen voran\", sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller. Damit die neue Kaufprämie kein Strohfeuer werde, müsse die Politik die Rahmenbedingungen ⁠mit Blick auf Ladeinfrastruktur, Stromnetzausbau und Strompreise verbessern. Für das laufende Jahr rechnet der VDA mit einem weiteren ‍Zuwachs um sechs Prozent. Auch auf Drängen der deutschen Autoindustrie will die Europäische Union das für 2035 angestrebte Verbrenner-Aus lockern; der VDA hatte den Vorschlag der EU-Kommission als unzureichend kritisiert.Die gesamte Inlandsproduktion von Pkw stieg im Jahr 2025 nach VDA-Daten ⁠nur um zwei Prozent auf 4,15 Millionen Einheiten, weil die Zahl neuer Autos mit Verbrennungsmotor ​um neun Prozent auf 2,48 ​Millionen sank. Der E-Auto-Anteil erreichte so ‌einen neuen Höchstwert von 40 Prozent (BEV: 29 Prozent). Da es ‍mit Benzin- und Dieselautos weiter abwärts geht, prognostiziert der Verband einen Rückgang der Produktion 2026 um ‍ein Prozent. Im Januar schrumpfte, auch wegen ⁠eines Arbeitstages weniger als im Vorjahresmonat, die Fertigung um neun Prozent.

Das Ifo-Institut sieht positive Signale aus der Wirtschaft: Die Kapazitätsauslastung ist das dritte Mal in Folge leicht gestiegen. Inzwischen liegt sie bei 83,6 Prozent, wie die Wirtschaftsforscher mitteilten. Das sind 0,3 Prozentpunkte mehr als vor drei Monaten. „Den konjunkturellen Tiefpunkt hat die deutsche Wirtschaft offenbar hinter sich gelassen und steht am Beginn einer Erholung“, sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. „Allerdings liegt der Auslastungsgrad immer noch um über 2 Prozentpunkte unter seinem langfristigen Durchschnitt.“ Ihn gibt das Ifo mit 85,8 Prozent an. Der Auslastungsgrad, den das Ifo alle drei Monate erfragt, ist die letzten drei Male jeweils um wenige Zehntelprozentpunkte gestiegen. Konkret von 82,9 im zweiten Quartal 2025 auf, 83,2 im dritten, 83,3 im vierten und nun 83,6 Prozent. Davor war es fast drei Jahre lang meist nach unten gegangen – von 88 Prozent im dritten Quartal 2022 auf die knapp 83 im zweiten Quartal 2025.Auch wenn die Gesamtzahl derzeit nach oben weist, gibt es große Unterschiede. So liegt die Auslastung in der Industrie mit 77,5 Prozent deutlich stärker unter ihrem langjährigen Durchschnitt von 83,2 Prozent. Hier geht es zudem aktuell sogar leicht nach unten. Im Bauhauptgewerbe liegt sie mit 66,6 Prozent ebenfalls unter dem langjährigen Durchschnitt von 69,4 Prozent,  hier spielt laut Ifo aber auch das zuletzt ungünstige Wetter eine Rolle. Deutlich besser sieht es bei den Dienstleistern aus. Ihre Auslastung lag mit 89,5 Prozent über ihrem langjährigen Durchschnitt. „Dies steht im Einklang mit der überwiegend positiven Lageeinschätzung der Dienstleistungsunternehmer“, sagte Wollmershäuser.

Philips leidet unter Trumps ZöllenDer Medizintechnikkonzern Philips leidet unter amerikanischen Zöllen, kompensiert den Effekt aber mit neuen Geräten und höhere Produktivität. Das sagte der Vorstandsvorsitzende Roy Jakobs am Dienstagmorgen während einer Telefonkonferenz vor dem Kapitalmarkttag des Unternehmens, berichtet F.A.Z.-Redakteur Klaus Max Smolka. Die operative Marge im vergangenen Jahr übertraf mit 12,3 Prozent die zuvor ermittelten Schätzungen von Analysten.Die Medizintechnikbranche ist von der US-Zollpolitik unter Präsident Donald Trump getroffen. Nicht nur weil amerikanische Kunden auf Geräte von außerhalb einen Aufschlag zahlen,  sondern auch weil Bauteile im Herstellungsprozess teurer werden. Philips kostet das nach früherer Schätzung 150 bis 200 Millionen Euro im bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte (Ebita). Der Konkurrent von Siemens Healthineers steigerte im vergangenen Jahr den Umsatz um zwei Prozent auf 17,8 Milliarden Euro; das vierte Quartal brachte dabei mit plus sieben Prozent einen Schlussspurt.  Der Anbieter von MRT-Geräten und Computertomographen  veröffentlichte neue Mittelfristziele: Die operative Marge soll demnach bis 2028 auf einen Wert um die Mitte zwischen zehn und 20 Prozent herum („mid-teens“) steigen. In diesem Jahr sind 12,5 bis 13 Prozent zu erwarten, nach 12,3 Prozent im vergangenen Jahr. Die Aktie stieg vorbörslich im Kurs um vier Prozent. Jakobs war im Jahr 2022 dem vorzeitig abgetretenen Frans van Houten an der Spitze des Amsterdamer Unternehmens gefolgt, vorangegangen waren gravierende Produktprobleme mit Beatmungsgeräten. Er kündigte schnell an, Tausende Arbeitsstellen zu streichen, und initiierte andere Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung.  Der Aufsichtsrat honoriert die Arbeit: Jakobs Vertrag soll um weitere vier Jahre verlängert werden.

Das deutsche Start-up ERC System geht mit seinem elektrischen Senkrechtstarter nach ersten Flugtests in die Erprobungsphase. Während andere Anbieter wie Volocopter oder Lilium eher von der Reisezukunft mit Flugtaxis sprachen, sieht sich ERC nun in einem anderen Punkt vorn. Der Prototyp \"Romeo\", der Grundlage für das Serienmodell \"Charlie\" wird, ist der schwerste hierzulande entwickelte Senkrechtstarter und weigt 2,7 Tonnen.   „Wir streben für die bemannte Variante eine Zulassung bis zum Jahr 2031 an“, sagt ERC-Chef David Löbl im Gespräch mit der F.A.Z.Um einen Flugtaxi-Betrieb geht es ERC zunächst nicht, der Senkrechtstarter soll als erstes für den Patiententransport eingesetzt werden. Als Partner und potentieller Abnehmer ist die DRF Luftrettung in die Entwicklung eingebunden. Der ERC-Senkrechtstarter soll mit acht elektrisch betriebenen Rotoren abheben, für längere Distanzen das Fluggeräts, das auch Flügel hat, soll ein Verbrennungsmotor als \"Range Extender\" wirken, um Distanzen von bis zu 800 Kilometern zu bewältigen. \"Im Segment der elektrisch betriebenen Senkrechtstarter sind wir nicht der ‚First Mover‘ gewesen. Wir sind der smarte Follower und konnten bewerten, welche Technologie für uns am besten ist\", sagt Mitgeschäftsführer Maximilian Oligschläger. Den Hybrid-Antrieb bezeichnet er als \"die ideale Brückentechnologie\". Auf die bemannte Variante für die Patientenbeförderung soll eine unbemannte für Fracht und militärische Logistik folgen. https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/deutscher-senkrechtstarter-geht-in-den-erprobungsbetrieb-accg-200521681.html 

Der Start ins Winterhalbjahr war so gut wie noch nie zuvor für den Reisekonzern TUI, der lange Jahre in dieser reisearmen Zeit Verlust eingefahren hat. Im ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2025/2026, das am 1. Oktober begann, hat TUI nun ein operatives Ergebnis (bereinigtes Ebit) von 77 Millionen Euro erwirtschaftet, 26 Millionen Euro mehr als im Vorjahreszeitraum - und mehr denn je. Der Umsatz stagnierte bei knapp 4,9 Milliarden Euro. Der TUI-Vorstand um Sebastian Ebel bleibt optimistisch. Geplant ist fürs Gesamtjahr ein Plus fürs operative Ergebnis um sieben bis zehn Prozent. Das Marktumfeld in Europa sei weiterhin wettbewerbsintensiv und konjunkturell anspruchsvoll, heißt es allerdings auch bei dem größten Touristikkonzern der Welt. TUI hat für den heutigen Dienstag seine Aktionäre zur Hauptversammlung nach Hannover eingeladen. Die im M-Dax notierte Aktie war seit einem Zwischentief knapp unter 7 Euro Anfang November deutlich angestiegen auf zuletzt 9,56 Euro. 

Musk verschiebt Mars-Reise – zuerst soll der Mond drankommenDer Unternehmer Elon Musk will sich mit seiner Raumfahrtfirma SpaceX jetzt auf ​den Bau einer \"selbstwachsenden Stadt\" auf dem Mond konzentrieren. Die bisher für Ende dieses Jahres angekündigte erste unbemannte Mission zum Mars wird damit verschoben. Das langjährige Ziel einer Stadt auf dem Mars solle in fünf bis sieben Jahren in Angriff genommen werden, schrieb Musk auf der ​von ihm betriebenen Social-Media-Plattform X. \"Aber die oberste Priorität ist es, die Zukunft der Zivilisation zu sichern, und der Mond ist schneller.\" Musk zufolge könnte eine Mondbasis in weniger als zehn Jahren ​realisiert werden.Musks Äußerungen folgen auf einen Bericht des \"Wall Street Journal\" vom Freitag. Demzufolge hat SpaceX Investoren mitgeteilt, dass es den Mond priorisieren und eine Reise zum Mars zu einem späteren Zeitpunkt anstreben werde. Als Ziel für eine unbemannte Mondlandung werde ⁠der März 2027 anvisiert. Die USA wiederum stehen in ​einem intensiven Wettbewerb mit China, in diesem Jahrzehnt wieder Menschen auf den Mond zu bringen. Astronauten haben die Mondoberfläche seit ⁠der Apollo-17-Mission im Jahr 1972 nicht mehr betreten. Musk erklärte auf X weiter, dass die US-Raumfahrtbehörde Nasa in diesem Jahr ‍weniger als fünf ‍Prozent des Umsatzes von SpaceX ausmachen werde. \"Die große Mehrheit der SpaceX-Einnahmen stammt aus dem kommerziellen Starlink-System.\" SpaceX ist nach einem Bericht des Finanzdienstes Reuters mit einem Vertrag über vier Milliarden Dollar ein zentraler Partner im Artemis-Mondprogramm der Nasa, um Astronauten mit dem Raumschiff \"Starship\" auf ⁠den Erdtrabanten zu bringen.In der vergangenen Woche gab Musk bekannt, dass SpaceX xAI, die ebenfalls von ihm geleitete Firma ​für Künstliche Intelligenz (KI), übernommen ​hat. Der Raketen- und Satellitenkonzern wird dabei mit ‌einer Billion Dollar bewertet und die KI-Firma mit 250 Milliarden ‍Dollar. Als Vorteil der Verschmelzung beider Unternehmen gilt die Möglichkeit für SpaceX, die Pläne für weltraumgestützte Rechenzentren ‍voranzutreiben, die nach Ansicht von Musk energieeffizienter sind ⁠als Einrichtungen auf der Erde.