FAZ 05.03.2026
11:29 Uhr

Business-Ticker: Google eröffnet KI-Zentrum in Berlin


US-Gericht: Unternehmen haben Anspruch auf Zoll-Rückzahlung +++ Medienbericht: Morgan Stanley streicht 2500 Stellen +++ Nach Börsenbeben: Südkoreas Leitindex steigt um zwölf Prozent +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.

Business-Ticker: Google eröffnet KI-Zentrum in Berlin

Gewinne bei Merck brechen ein Der Darmstädter Pharma- und Technologiekonzern Merck stellt sich wegen harter Konkurrenz und des schwachen US-Dollars auf schwierige Zeiten ein. Dieses Jahr dürfte der Umsatz mit 20,0 bis 21,1 Milliarden Euro bestenfalls das Vorjahresniveau erreichen, teilte der Dax-Konzern mit. Im Tagesgeschäft erwartet das Unternehmen vor Sondereffekten mit 5,5 bis 6,0 Milliarden Euro einen Ergebnisrückgang. Erheblichen Gegenwind erwartet Merck vom schwachen Dollar, der unter US-Präsident Donald Trump deutlich an Wert verloren hat. Wegen seiner aggressiven Zollpolitik hat das Vertrauen in die Vereinigten Staaten an den Finanzmärkten gelitten, der Dollar ist zum Euro so schwach wie seit Jahren nicht. Da Merck rund ein Viertel seines globalen Jahresumsatzes in den USA macht, trifft das die Darmstädter spürbar. Dort beschäftigt der Konzern rund 14.000 Menschen - mehr als am Hauptsitz in Darmstadt. Zudem stellt sich Merck darauf ein, dass ab März US-Umsätze mit dem Multiple-Sklerose-Mittel Mavenclad wegfallen wegen des Wettbewerbs durch Nachahmerarzneien.Schon im vergangenen Jahr hatten der schwache Dollar und Effekte bei asiatischen Währungen Merck belastet. 2025 ging der Umsatz um 0,3 Prozent auf 21,1 Milliarden Euro zurück, während der Gewinn im Tagesgeschäft nur leicht wuchs. Einem robusten Pharma- und Laborgeschäft stand ein starkes Minus in der Elektroniksparte gegenüber. Nach Steuern musste Merck einen Gewinnrückgang um rund 6 Prozent auf gut 2,6 Milliarden hinnehmen. 

DHL trotzt den schweren Zeiten, bleibt aber vorsichtigDer Bonner Logistikkonzern DHL muss für das Jahr 2025 sinkende Umsätze vermelden, hat aber trotzdem – auch Dank der Effekte seines Sparprogramms – Gewinn gemacht. Das teilte DHL am Donnerstag anlässlich der Veröffentlichung seiner Jahresbilanz mit. In einem Umfeld, in dem das Unternehmen mit der US-Zollpolitik und nun auch mit dem Iran-Krieg konfrontiert ist, äußert sich Konzernchef Tobias Meyer vorsichtig für die Zukunft: „Die Volatilität der Weltwirtschaft wird uns auch 2026 begleiten“, sagte der Manager, dessen Vertrag der DHL-Aufsichtsrat am Mittwoch bis zum März 2031 verlängert hatte.Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag im abgelaufenen Jahr bei 6,1 Milliarden Euro; der Umsatz sank hingegen um 1,6 Prozent auf 82,9 Milliarden Euro. Obwohl DHL im Expressgeschäft mit schrumpfenden Sendungsvolumina in Richtung USA zurechtkommen musste, konnte der Konzern in dieser Sparte ein Ergebniswachstum verbuchen. Die Lieferkettensparte Supply Chain wuchs ebenfalls. Das internationale Frachtgeschäft lief hingegen nicht gut – wegen schwacher Konjunktur und niedriger Preise für Frachttransporte. Recht positiv fielen die Zahlen in der Sorgenkind-Sparte Post und Paket Deutschland aus. Dort zeigt anscheinend das im vergangenen Jahr verkündete Sparprogramm Wirkung; das Betriebsergebnis verbesserte sich. 

US-Gericht: Unternehmen haben Anspruch auf Zoll-Rückzahlung Die US-Regierung hat im Rechtsstreit um ihre Zölle eine weitere Niederlage kassiert. Ein Richter am Gericht für internationalen Handel in New York entschied, dass Importeure Anspruch auf Rückzahlungen für bereits entrichtete Zölle haben, die das oberste US-Gericht jüngst für unrechtmäßig erklärt hatte. Kläger war in dem konkreten Fall ein Unternehmen aus dem Bundesstaat Tennessee. Unter Berufung auf ein Notstandsgesetz aus dem Jahr 1977 hatte Präsident Donald Trump seit Beginn seiner zweiten Amtszeit am Kongress vorbei Zölle gegen Dutzende Handelspartner verhängt. Der Supreme Court erklärte diese Zölle in einer wegweisenden Entscheidung im vergangenen Monat für rechtswidrig. Das Gesetz erlaube es dem US-Präsidenten nicht, eigenständig Zölle zu verhängen, urteilten die Richterinnen und Richter. Ob die Regierung Zolleinnahmen an Importeure zurückzahlen muss, entschieden sie dabei nicht. Mehrere Unternehmen, wie beispielsweise auch der US-Logistikkonzern Fedex, hatten daraufhin beim Gericht für internationalen Handel in New York Klagen gegen die Regierung eingereicht, um eine Rückerstattung bereits gezahlter Zölle durchzusetzen. Bereits unmittelbar nach dem Urteil des Supreme Courts wurde mit einer Welle an Rückforderungen solcher Zölle gerechnet. Nach Berechnungen der University of Pennsylvania geht es für den US-Staatshaushalt um etwa 175 Milliarden US-Dollar. Das entspräche etwa 2,5 Prozent des US-Haushalts. 

Nvidia-Chef: Keine 100-Milliarden-Investition in OpenAI wegen Börsengang Nvidia hat einer milliardenschweren Investition in ​den ChatGPT-Entwickler OpenAI eine Absage erteilt. Die Möglichkeit, 100 Milliarden Dollar ⁠in das KI-Unternehmen zu stecken, sei wahrscheinlich vom Tisch, sagte Konzernchef Jensen Huang am Mittwoch auf einer Konferenz der Bank Morgan Stanley. Da ‌OpenAI noch in diesem Jahr an die Börse gehen wolle, sei das Zeitfenster für derartige Einstiege geschlossen.Nvidia hatte Ende Februar eine ‌Investition von 30 Milliarden Dollar ‌zugesagt. Dies sei womöglich das letzte Mal gewesen, dass sich die Gelegenheit geboten habe, „in ein so bedeutendes Unternehmen wie dieses zu investieren“, erklärte Huang. ​Auch die Beteiligung von zehn Milliarden ⁠Dollar am OpenAI-Konkurrenten Anthropic werde wohl die letzte ihrer Art sein. Stellungnahmen von OpenAI und ​Anthropic lagen Reuters zunächst nicht vor.OpenAI hatte sich im Februar in einer ⁠Finanzierungsrunde insgesamt 110 Milliarden ‌Dollar gesichert und kam damit auf eine Bewertung von 840 Milliarden Dollar. Neben Nvidia zählten Amazon mit einer Zusage über 50 Milliarden Dollar ⁠sowie SoftBank mit ⁠30 Milliarden Dollar zu den größten Geldgebern. Die Kapitalspritze dient der Vorbereitung auf ⁠den erwarteten ​Börsengang. ⁠Unklar war bislang geblieben, ob ​die 30 Milliarden Dollar von Nvidia die im ‌Raum stehende Summe von 100 Milliarden ersetzen würden – dies hat Huang nun ​bestätigt. 

Börsen in Japan und Südkorea erholen sich deutlich Die Börsenkurse in Japan und Südkorea haben sich nach den Einbrüchen infolge des neuen Konflikts im Nahen Osten erstmals wieder deutlich erholt. Der japanische Nikkei-Index schaffte bis 10.00 Uhr (Ortszeit) ein Plus von über vier Prozent, der südkoreanische Leitindex KOSPI stieg sogar um knapp zwölf Prozent. Die Markterholung wird von Beobachtern unter anderem mit dem sich stabilisierenden Ölpreis erklärt. Die Börsen in Tokio und Seoul können damit einen Teil der Verluste von Beginn der Woche wieder kompensieren. Wegen des sich ausweitenden Iran-Kriegs kam es zu massiven Verkäufen, der KOSPI erlitt am Mittwoch mit Minus zwölf Prozent den stärksten Kurseinbruch in der Geschichte des Leitindexes.Südkorea und Japan hängen stark von Ölimporten aus dem Nahen Osten ab, die größtenteils über die Straße von Hormus transportiert werden. Derzeit ist der Schiffsverkehr in der Meeresenge wegen des Iran-Kriegs stark eingeschränkt und gilt als sehr riskant. Zudem sind die Preise für Rohöl seit Beginn des Kriegs deutlich gestiegen. 

Wohnungskonzern LEG profitiert von Zukauf und erhöht DividendeDie ungebrochen hohe Nachfrage nach Wohnraum und dadurch steigende Mieten treiben den Düsseldorfer Immobilienkonzern LEG an. Der mit rund 171.000 Wohnungen hinter Vonovia zweitgrößte private Vermieter im Land hat seinen Betriebsgewinn (AFFO) um zehn Prozent steigern können. Die für das Unternehmen wichtigste Ertragskennzahl stieg von 200,4 auf 220,5 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2025. Das lag auch an der Übernahme des Portfolios der Brack Capital Properties. Für das aktuelle Jahr erwartet die LEG, die hauptsächlich Wohnungen in Nordrhein-Westfalen vermietet, einen AFFO zwischen 220 und 240 Millionen Euro. Die Aktionäre sollen vom Wachstum profitieren, LEG will den gesamten AFFO ausschütten und die Dividende um acht Prozent auf 2,92 Euro je Aktie erhöhen. Die Miete erhöhte der Konzern auf den Gesamtbestand gerechnet im Schnitt um 3,5 Prozent auf jetzt 7,04 Euro je Quadratmeter. In diesem Jahr erwartet das Unternehmen Mietsteigerungen zwischen 3,8 und vier Prozent. 

Medienbericht: Morgan Stanley streicht 2500 Stellen Die US-Investmentbank Morgan Stanley ​streicht rund 2500 Stellen. Dies sagte ⁠eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Die Kürzungen entsprechen etwa ‌drei Prozent der Belegschaft. Betroffen seien Mitarbeiter in den drei Hauptsparten Investmentbanking und Handel, Vermögensverwaltung sowie Investmentmanagement. ‌Finanzberater ‌seien von dem Schritt jedoch nicht betroffen, sagte die Person. Das „Wall Street Journal“ hatte zuerst über ​den Stellenabbau berichtet. Die ⁠Kürzungen basierten auf der Strategie und der individuellen Leistung, sagte die ​Person weiter. Die Bank beabsichtige zudem, in anderen ⁠Bereichen Personal ‌aufzustocken. Der Stellenabbau erfolgt, obwohl Morgan Stanley 2025 ein Rekordjahr verzeichnete und auch im vierten ⁠Quartal die Gewinnerwartungen ⁠übertraf. Zu Jahresbeginn haben jedoch zahlreiche US-Unternehmen massive ⁠Entlassungen ​angekündigt. ⁠Sie wollen angesichts des zunehmenden ​Einsatzes von Künstlicher Intelligenz (KI) ihre Betriebsabläufe ‌straffen. 

Deutsche-Bank-Chef fürchtet längere Phase der Volatilität Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank fürchtet in Folge des Irankriegs eine längere Phase der Volatilität an den Märkten.  „Je länger dieser Konflikt andauert, wird das auch die eine oder andere wirtschaftliche und volkswirtschaftliche Auswirkung auf Deutschland und Europa haben“, sagte Christian Sewing auf dem „Finanzplatztag\" der „Börsen-Zeitung\".  Gleichzeitig mache die aktuelle Lage deutlich, wie dringend Deutschland und Europa ihre langfristige Resilienz und ihre wirtschaftliche und finanzielle Souveränität stärken müssten. Mit Blick auf die Regulierung der Finanzbranche in Europa sprach sich Sewing nicht gegen eine Aufweichung aus, aber wandte sich entschieden gegen eine Verschärfung. Es gehe um die Schaffung gleicher Spielregeln in den USA, Großbritannien und der EU, so der Chef der größten Geschäftsbank Deutschlands. 

Rheinmetall übernimmt Spezialisten für unbemannte Fahrzeuge  Rheinmetall übernimmt die Mehrheit ​an dem kroatischen Robotik-Spezialisten DOK-ING. Rheinmetall erwerbe ⁠51 Prozent des Unternehmens, der Gründer und bisherige Alleineigentümer Vjekoslav Majetic behalte den restlichen ‌Anteil von 49 Prozent, teilte Rheinmetall am Mittwoch mit. Zur Höhe des Kaufpreises vereinbarten ‌beide Seiten Stillschweigen. „Unser ‌Ziel ist es, in dieser neuen Aufstellung eine starke Marktposition im Segment der unbemannten ​Kampf- und Kampfunterstützungsfahrzeuge zu ⁠erreichen“, sagte Björn Bernhard, Chef der Rheinmetall-Division Vehicle Systems Europe. DOK-ING ​habe sich mit der unbemannten Minenräumung an ⁠Land einen Namen ‌gemacht. Die Systeme hätten sich schon in der Ukraine als sehr effektiv erwiesen.Die ⁠Unternehmen betreiben bereits ⁠ein Gemeinschaftsunternehmen für unbemannte Militärfahrzeuge, die etwa Panzer ⁠im ​Kampfeinsatz ⁠begleiten oder Minen räumen. ​Die Fahrzeuge können aber auch ‌Sprengkörper auslegen. 

DHL verlängert Vertrag von Vorstandschef MeyerTobias ​Meyer bleibt an der Spitze ⁠des Logistikriesen DHL. Der Aufsichtsrat habe den Vertrag Meyers bis ‌März 2031 verlängert, teilte DHL am Mittwoch nach einer ‌Sitzung ‌des Kontrollgremiums mit. Mit der Vertragsverlängerung bekräftige der Aufsichtsrat „sein Vertrauen in ​Meyers starke ⁠Führungskompetenz, die strategische Transformation und das Wachstum der ​DHL Group konsequent voranzutreiben“. Meyer, ⁠ehemaliger Chef des ‌deutschen Brief- und Paketgeschäfts, war 2023 als Nachfolger ⁠von Frank ⁠Appel an die Spitze des ⁠Bonner ​Konzerns ⁠gerückt. 

Erster Prozess um „Panama Papers\" in Deutschland Am Landgericht Köln hat der erste Prozess auf deutschem Boden infolge der Veröffentlichung der sogenannten „Panama Papers“ begonnen. Angeklagt ist ein 56-jähriger Schweizer, der auch im Kölner Raum vielen Menschen dabei geholfen haben soll, Steuern zu hinterziehen. Er gestand seine Mitschuld und gab an, diese zu bedauern. Laut Anklage geht es um 13 Millionen Euro, der Tatzeitraum liegt zwischen 2002 und 2019. Für den Prozess sind sieben Verhandlungstage angesetzt, morgen wird er fortgesetzt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem in der Schweiz wohnhaften Angeklagten die Bildung krimineller Vereinigungen und Beihilfe zur Steuerhinterziehung in zwei Fällen vor. Er soll gemeinsam mit weiteren gesondert Verfolgten Mitglied einer Firmengruppe gewesen sein, die gegen Bezahlung weltweit sogenannte Offshore-Gesellschaften mit Sitz in Panama oder anderen als „Steueroasen“ bekannten Staaten an Privatpersonen vermittelt hat. Die Offshore-Gesellschaften sollen als Inhaber von Bank- und Depotkonten fungiert haben, deren Kapitalerträge in Deutschland nicht ordnungsgemäß versteuert worden seien. 2016 hatte ein Netzwerk investigativer Journalisten (ICIJ) die Geschäfte der in Panama gegründeten Briefkastenfirmen offengelegt. Durch ein riesiges Datenleck waren Medien 11,5 Millionen Dokumente zugespielt worden. Dabei tauchten unter anderem die Namen von 140 Politikern und engen Vertrauten auf. In Island führte die Veröffentlichung zum Rücktritt des Ministerpräsidenten Sigmundur Gunnlaugsson. In Pakistan wurde Ministerpräsident Nawaz Sharif des Amtes enthoben. 

Kranhersteller Palfinger baut Indiengeschäft ausDer österreichische Kranhersteller Palfinger investiert in Indien. Geplant sind unter anderem ein Montagewerk von kommendem Jahr an sowie der Ausbau von Vertrieb, Dienstleistung und Entwicklung in dem asiatischen Wachstumsmarkt. Der Ausbruch des Iran-Krieges dürfte sich indes kurzfristig kaum auf das Geschäft auswirken, sagte der Vorstandsvorsitzende, Andreas Klauser, am Mittwoch. Der Spezialist Palfinger gehört zur Riege der führenden Anbieter von Hebelösungen. Bis Juni erwartet das Unternehmen eine etwas bessere Geschäftslage als im vergangenen Jahr. Bis zum Jahr 2030 will das Management mehr als drei Milliarden Euro erlösen und einen operativen Ertrag von zwölf Prozent erwirtschaften. Im Vorjahr betrug die Marge 7,5 Prozent bei einem Umsatz von 2,34 Milliarden Euro. 

Gedeon Richter setzt auf Gynäkologie Die ungarische Pharmaschmiede Gedeon Richter Nyrt. stärkt ihre Kompetenz auf dem Gebiet Gynäkologie. Übernommen wurde das Forschungsportfolio für Frühphasen-Projekte des amerikanischen Biotech-Unternehmens Celmatix, wie Gedeon Richter mitteilte, ohne den Kaufpreis zu nennen. Ziel der Transaktion ist es, die Marktführerschaft bei innovativen Behandlungen für Unfruchtbarkeit und Endometriose weltweit auszubauen. Mit der Übernahme kommt das Unternehmen einen Schritt weiter auf dem Pfad, sich vom Generikaproduzenten zum Spezialisten weiterzuentwickeln. Neben Gynäkologie konzentriert sich Gedeon Richter auf die medikamentöse Therapie von psychischen Krankheiten.Die Weiterentwicklung der neu erworbenen Programme wird künftig im belgischen Forschungs- und Entwicklungszentrum von Gedeon Richter konzentriert. Im vergangenen Jahr steigerte das traditionsreiche ungarische Flaggschiffunternehmen den konsolidierten Umsatz um 8,3 Prozent auf umgerechnet 2,4 Milliarden Euro und bilanzierte mit einem Überschuss von 600 Millionen Euro. 

VW-Betriebsratschefin kritisiert Tochtergesellschaften: „Es mangelt an Disziplin!“ VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo hat den Konzernvorstand aufgefordert, Tochtergesellschaften wie Audi und Porsche an die kürzere Leine zu nehmen. „Wolfsburg muss wieder stärker Dreh- und Angelpunkt für den gesamten Konzernverbund sein“, sagte sie auf der Betriebsversammlung in Wolfsburg laut Redemanuskript, das der dpa in Auszügen vorliegt. „Alleingänge einzelner Marken können wir uns schlicht nicht mehr leisten“, so Cavallo.„Im Moment ist das oft Kraut und Rüben“, kritisierte sie. „Es mangelt an Disziplin!“ Die Konzernspitze um Oliver Blume fordert sie auf, Machtworte zu sprechen, „um Marken-Egoismen einzufangen“. Nur so ließen sich Synergien im Konzern nutzen. „Es braucht gemeinsame Ziele.“ Dafür brauche es klare Vorgaben und den nötigen Durchgriff aus dem Konzernvorstand.Erstmals gezeigt wurde auf der Betriebsversammlung die Silhouette des künftigen Elektro-Golf 9 – als schwarz-weißer Umriss auf der Großbildleinwand. Das Seitenprofil sieht dabei fast genauso aus wie beim derzeitigen Golf 8. VW will die Produktion des aktuellen Modells 2027 nach Mexiko verlagern, um in Wolfsburg Platz zu machen für den Umbau für E-Modelle. Ende des Jahrzehnts soll im Stammwerk dann der vollelektrische Nachfolger anlaufen. Damit, so Cavallo, bleibe der Golf auch in der neunten Generation ein Wolfsburger. Neben Cavallo sprach auch VW-Markenchef Thomas Schäfer zur Belegschaft. Konzernchef Oliver Blume, der eigentlich nicht auf der Rednerliste stand, wandte sich ebenfalls mit einem kurzen Statement an die Mitarbeitenden.