FAZ 18.02.2026
07:48 Uhr

Business-Ticker: Berkshire Hathaway steigt bei New York Times ein


Humanoide Roboter tanzen beim chinesischen Neujahrsfest +++ Deutsche Industrie streicht mehr als 120.000 Stellen +++ Ottobock erzielt Rekordgewinn +++ alle Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.

Business-Ticker: Berkshire Hathaway steigt bei New York Times ein

Deutscher Flugverkehr bleibt hinter Vor-Corona-Zahlen zurück219,6 Millionen Passagiere sind im vergangenen Jahr an deutschen Flughäfen ein-, aus- oder umgestiegen. Das waren 3,6 Prozent mehr als 2024, aber 11,5 Prozent weniger als im Vor-Corona-Jahr 2019, als 248,1 Millionen Passagiere gezählt wurden. Das teilte der  Luftfahrtverband BDL am Mittwoch mit. Im Rest Europas übersteigt das Platzangebot auf Flügen die Vorkrisenwerte um acht Prozent. „Während in Europa so viel geflogen wird wie nie zuvor, bleibt Deutschland weiter abgekoppelt vom Luftfahrt-Boom“, sagte BDL-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang.Der Urlaubsflugverkehr von Deutschland aus mit Ferienfliegern wie Condor, Tuifly, Eurowings und Sun Express überstieg das Vor-Corona-Niveau um ein Drittel, das Inlandsflugangebot hat sich halbiert. Bei - nicht über Drehkreuze führenden - Direktverbindungen zu Städten im europäischen Ausland bleibt ein Minus von 18 Prozent gegenüber 2019. Dieses Marktsegment, in dem Billigflieger wie Ryanair, Easyjet und Wizzair stark sind, übertraf im Rest Europas frühere Werte um 31 Prozent. Als Hauptursache macht der BDL hohe Standortkosten in Deutschland aus. „Unter diesen Bedingungen gelingt es dem deutschen Luftverkehr nicht, schneller zu wachsen als der europäische Durchschnitt – das wäre aber notwendig, um die Lücke zu schließen“, sagte Dr. Lang. Die angekündigte Senkung der Luftverkehrsteuer genüge nicht für eine Belebung, es müssten „weitere Schritte folgen“. Der Zollstreit mit den USA hat den Luftfrachtverkehr 2025 angetrieben. 4,86 Millionen Tonnen wurden an hiesigen Airports umgeschlagen - ein Plus sowohl gegenüber dem Vorjahr als auch gegenüber 2019. Treiber dieser Entwicklung seien vor allem temporäre Nachfragespitzen infolge der US-Zollpolitik gewesen, teilte der BDL mit. „Parallel zur Androhung neuer Zollschranken füllten Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks kurzfristig ihre Lagerflächen mit Vorprodukten und Ersatzteilen.\"

Der Bayer-Konzern schließt im Glyphosat-Streit einen weiteren Milliardenvergleich und setzt darauf, damit auch weitere Klagen aus der Welt zu schaffen. Die Börse reagiert erleichtert, berichtet F.A.Z.-Korrespondent Roland Lindner aus New York: 

Ergo baut 1000 Arbeitsplätze abDer Erstversicherer der Munich-Re-Gruppe, die Ergo, will bis zum Jahr 2030 rund 1000 der derzeit 15.000 Stellen in Deutschland einsparen. Das bestätigte ein Ergo-Sprecher am Dienstag. Das „Handelsblatt“ hatte zuvor darüber berichtet. Der Abbau von 200 Stellen im Jahr in Deutschland erfolgt ohne betriebsbedingte Kündigungen, so wie es der neue Vorstandsvorsitzende der Munich Re, Christoph Jurecka, vor wenigen Wochen angekündigt hatte. Einem Ergo-Sprecher zufolge sollen Fluktuation und Abgänge in die Rente, Altersteilzeit und Abfindungen genutzt werden. In der Ergo, nach der Allianz der zweitgrößte Erstversicherer in Deutschland, sollen in diesem und im nächsten Jahr rund 500 Mitarbeiter in einer sogenannten Reskilling Academy umgeschult werden, weil deren Aufgaben wegen der Nutzung Künstlicher Intelligenz (KI) wegfallen. Vor allem die KI-Möglichkeiten sorgen in der Ergo für eine technologische Umwälzung. Durch den verstärkten KI-Einsatz sollen Effizienzpotentiale gehoben werden. Die KI werde einfache und standardisierte Aufgaben übernehmen, sagte der Ergo-Sprecher. Insgesamt beschäftigt die Ergo rund 28.000 Mitarbeiter. Die Munich Re, einer der größten Rückversicherer der Welt, hatte auf dem Kapitalmarkttag im Dezember angekündigt, in diesem Jahr Kosten in Höhe von 200 Millionen Euro einsparen zu wollen. Bis zum Jahr 2030 sollen die jährlichen Einsparungen 600 Millionen Euro ausmachen, um damit den inflationsbedingten Kostenanstieg abzufedern. In der Rückversicherung setzt die Munich Re auf natürliche Abgänge. „Wird eine Stelle frei, dann überlegen wir, ob wir sie in München, woanders oder gar nicht nachbesetzen“, hatte Jurecka Mitte Januar auf dem Neujahrsempfang gegenüber Journalisten gesagt. 

Nicht viele Menschen bringen solche Akrobatik zustande. Salti vorwärts und rückwärts, komplexe Kungfu-Sprünge und sogar Kampfsport-Einlagen mit zwei Meter langen Stangen, über die dann echte lebendige Kinder sprangen. Die Bewegungen der humanoiden Roboter erinnerten an die Kampf-Szenen aus asiatischen Action-Filmen, berichtet F.A.Z.-Korrespondent Gustav Theile aus China.Die Gala des Staatsfernsehens zum chinesischen Neujahrsfest wurde auch in diesem Jahr wieder zu einer Demonstration technischer Errungenschaften und Leistungsfähigkeit. Die Fortschritte der humanoiden Roboter waren unübersehbar. Vor einem Jahr fuchtelten die Roboter aus dem Hause Unitree auf der Gala noch unbeholfen mit ihren Armen, jetzt zeigten sich echte Akrobatik in unmittelbarer Nähe zu Kindern. Roboter von Noetix, einem Pekinger Start-up, traten in einem Sketch auf und sahen Schauspielern auf der Bühne zum Verwechseln ähnlich. Roboter von Magiclab tanzten während eines Liedes namens „We are made in China“. Die Neujahrsgala erreicht den Großteil der chinesischen Bevölkerung, zählt damit zu den meistgesehenen Fernsehsendungen der Welt und ist für viele Unternehmen eine wichtige Werbebühne, gerade auch für die Gunst von Beamten.Chinas humanoide Roboter haben sich mit ihren Auftritten ins Herz der Bevölkerung und der Pekinger Industriepolitik getanzt. Dutzende Start-ups im ganzen Land entwickeln humanoide Roboter, darunter auch Autohersteller wie Xpeng. Bisher dienen die Roboter vor allem der Unterhaltung und treten auf Messen und anderen Veranstaltungen auf oder grüßen in Foyers von Unternehmen. Viele Unternehmen loten aber aus, wie Roboter in Fabriken die Produktivität steigern können. Als größte technische Hürde gilt neben der Feinfühligkeit der Hände derzeit die Wahrnehmung der Welt und ihre Interpretation mithilfe von Künstlicher Intelligenz.Klar ist, dass China aktuell die Nase vorn hat. Marktforscher schätzen die Zahl der verkauften humanoiden Roboter im vergangenen Jahr auf 13.000 bis 16.000. 80 bis 90 Prozent davon sind „Made in China“.

Übernahmekampf: Warner spricht noch einmal mit ParamountIn den seit Monaten dauernden Bieterkampf um den Unterhaltungskonzern Warner Bros. Discovery kommt Bewegung, berichtet F.A.Z.-Korrespondent Roland Lindner. Warner kündigte an, noch einmal Gespräche mit dem Wettbewerber Paramount Skydance zu führen, um dessen „bestes und endgültiges Angebot“ einzuholen. Damit geht der Konzern nun einen Schritt auf Paramount zu. Anfang Dezember hatte Warner seinen Verkauf an den Streamingdienst Netflix für 72,0 Milliarden Dollar oder 27,75 Dollar je Aktie verkündet. Wenige Tage später funkte Paramount mit einem feindlichen Übernahmeangebot in Höhe von 77,9 Milliarden Dollar oder 30 Dollar je Aktie dazwischen. Die Angebote sind nicht völlig vergleichbar. Paramount will Warner vollständig kaufen, Netflix nur den größeren Teil wie das Filmstudio Warner Bros. und den Streamingdienst HBO Max, nicht aber eine Gruppe von Fernsehsendern. Sowohl Netflix als auch Paramount haben in der Zwischenzeit einige Konditionen in ihren Offerten nachgebessert, ohne aber den Preis an sich zu erhöhen. Warner teilte jetzt mit, ein Vertreter von Paramount habe „mündlich“ Bereitschaft signalisiert, das Angebot auf 31 Dollar oder mehr zu erhöhen. Von den nun angestoßenen Gesprächen erhofft sich das Unternehmen nach eigenen Angaben Klarheit darüber. Warner teilte aber auch mit, sich der Kaufvereinbarung mit Netflix weiter „voll verpflichtet“ zu fühlen, der Verwaltungsrat empfehle den Aktionären „einstimmig“, für diese Transaktion zu stimmen. Diese Abstimmung ist für den 20. März angesetzt.

Piloten stoßen weitere Streik-Urabstimmung im Lufthansa-Konzern anIm Lufthansa-Konzern drohen nach den Ausständen von Piloten und Flugbegleitern in der vergangenen Woche Streiks in einem weiteren Konflikt. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) teilte am Dienstag mit, dass die Verhandlungen über einen neuen Vergütungstarifvertrag für Piloten der Tochtergesellschaft Lufthansa Cityline gescheitert seien. Die Tarifkommission habe beantragt, eine Urabstimmung über einen Arbeitskampf einzuleiten. Wie schon zu den übrigen Konflikten im Konzern hieß es auch diesmal von Gewerkschaftsseite, dass bis zuletzt kein verhandlungsfähiges Angebot der Arbeitgeberseite vorgelegen habe. „Statt konkreter Verbesserungen beharrte ‌die Arbeitgeberseite darauf, dass ‌jede Erhöhung der Vergütung an anderer Stelle kompensiert werden müsse“, sagte VC-Verhandlungsführerin Tanja Viehl.Der Konflikt bei Lufthansa Cityline ist speziell, da das Ende dieser Betriebseinheit so gut wie besiegelt ist. Der Konzern hat schon die neue fast namensgleiche Tochtergesellschaft Lufthansa City Airlines geschaffen, die mit niedrigeren Betriebskosten arbeiten soll. Ein Grund für die Ausstände in der vergangenen Woche war zudem, dass die Flugbegleitergewerkschaft UFO ihrer Forderung nach einen tariflichen Sozialplan für bisheriges Cityline-Personal Nachdruck verleihen wollte. Die VC erklärte nun, selbst wenn der Konzern unternehmerische Entscheidungen ⁠über ⁠einzelne Flugbetriebe treffe, entbinde ihn dies nicht von der Verantwortung, laufende Tarifverhandlungen ernsthaft ⁠und ​konstruktiv zu ⁠führen. Am vergangenen Donnerstag waren wegen Ausstände rund 800 Flüge ausgefallen. Piloten der Lufthansa-Kernmarke und der Frachtgesellschaft Lufthansa Cargo hatten für ihre Forderung nach höheren Arbeitgebereinzahlungen in die Betriebsrentenkasse gestreikt. UFO hatte parallel zum Warnstreik wegen des Konflikts über Arbeitzeit- und Urlaubsregelungen im Manteltarifvertrag der Kernmarke sowie wegen der Sozialplanforderung bei Cityline aufgerufen. 

Ottobock erzielt RekordgewinnNeue Produkte und vorteilhaftere Erstattungsregeln etwa in ​den Vereinigten Staaten haben dem Prothesenhersteller Ottobock 2025 einen Rekordgewinn beschert. Das bereinigte ⁠operative Ergebnis (Ebitda) legte nach ersten Berechnungen um fast 30 Prozent auf 415 Millionen Euro zu, während der Umsatz im Kerngeschäft um knapp ‌zwölf Prozent auf 1,6 Milliarden Euro stieg, wie das seit Herbst börsennotierte Unternehmen am Dienstag mitteilte. Die entsprechende Marge verbesserte sich auf 26 ‌Prozent und erreichte damit ‌die eigene Prognose. \"Wir haben unsere Position als Marktführer mit zweistelligen organischen Wachstumsraten weiter ausgebaut und einen Profitabilitätssprung erreicht\", kommentierte Firmenchef Oliver Jakobi die Jahresbilanz gegenüber dem Finanzdienst Reuters. Die ​im Kleinwertesegment SDax gelisteten Ottobock-Aktien legten ⁠im vorbörslichen Handel bei Lang & Schwarz 2,2 Prozent zu.Zum Wachstum trugen neue Produkte wie etwa ​die Weiterentwicklung eines künstlichen Kniegelenks bei sowie neue Erstattungsregeln für Prothesen in den ⁠USA, Frankreich und Japan. ‌Zudem trieb das Unternehmen den Ausbau seines Versorgungsnetzwerks mit Zukäufen in Belgien und Australien voran. Für das laufende Jahr rechnet Ottobock mit einem weiteren Umsatzplus ⁠von fünf ⁠bis acht Prozent und einem Anstieg der bereinigten Ebitda-Marge auf mehr als ⁠26,5 ​Prozent. Darüber hinaus ⁠bestätigte der Konzern seine Mittelfristprognose ​bis 2029. \"Auf Basis der starken Finanzzahlen des Jahres ‌2025 sind wir hervorragend gerüstet für weiteres deutliches Umsatzwachstum und überproportionale Ertragssteigerungen\", ​erklärte Finanzchef Arne Kreitz.

In der Wirtschaftskrise hat die deutsche Industrie 2025 im großen Stil Jobs gestrichen. Ende vergangenen Jahres arbeiteten dort rund 5,38 Millionen Menschen – gut 124.000 oder 2,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Das zeigt eine Analyse der Beratungsgesellschaft EY, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Der Stellenabbau in der Industrie fiel damit fast doppelt so hoch aus wie 2024, so die Studie, die auf Daten des Statistischen Bundesamts basiert und Firmen mit mindestens 50 Beschäftigten erfasst.Am härtesten traf es 2025 die kriselnde Autobranche, wo allein rund 50.000 Jobs verloren gingen, während die Chemie- und Pharmaindustrie mit einem Minus von rund 2.000 Stellen glimpflich davonkam.„Die deutsche Industrie steckt in einer tiefen Krise“, sagte Jan Brorhilker, Managing Partner bei EY. Seit 2023 seien die Industrieumsätze um fast fünf Prozent geschrumpft. Der Stellenabbau sei daher noch moderat. Klar sei aber: „Es bräuchte schon einen echten und deutlichen Aufschwung, um ein weiteres Abschmelzen der Beschäftigung zu verhindern.“Allein im vergangenen Jahr sank der Umsatz der Industrie laut Studie um 1,1 Prozent, das vierte Quartal 2025 war bereits das zehnte in Folge mit Rückgängen. Während besonders die Auto-, Papier- und Textilbranche Umsatz verloren, legten Metallindustrie und Elektrotechnik zu.

Lufthansa bewältigt ein Allegris-ProblemErleichterung bei der Deutschen Lufthansa: Für die Fluggesellschaft geht eine Posse um Business-Class-Sitze in neuen Flugzeugen des Boeing-Typs 787 zu Ende. Über Monate hatte Lufthansa 24 der 28 Business-Class-Plätze leer lassen müssen. Für die Sitze der über Jahre entwickelten Allegris-Einrichtung fehlten Genehmigungen und Zertifizierungen. Nun ist das Problem weitgehend gelöst. Für Flüge von 15. April an können die Allegris-Business-Sitze auch in den 787-Fliegern gebucht werden. Er freue sich, \"ab heute deutlich mehr Fluggästen\" die Plätze zur Buchung ab Frankfurt anbieten zu können, sagte Jens Ritter, der Chef der Lufthansa-Kernmarke am Montag. Zunächst geht es um Flüge nach Austin, Rio de Janeiro, Bogotá, Kapstadt, Shanghai, Hyderabad und Hong Kong. \"Weitere wichtige Meilensteine im Zertifizierungsprozess\" seien  erreicht, erklärte Lufthansa. Die unbenutzbaren Sitze waren für die Airline  auch ein wirtschaftliches Problem. Denn auf den 787-Flügen betraf es gerade die teureren Business-Class-Sitze, die fast gar nicht nicht verkauft werden konnten. Zudem sieht das Allegris-Konzept Aufpreise vor - für die Reservierung spezieller Sitze, die mal mehr Arbeitsfläche für Geschäftsreisende, mal mehr Privatsphäre, mal mehr Liegefläche für besonders große Menschen bietet. Auch auf diese Aufpreise musste Lufthansa bislang in ihren - mittlerweile acht - neuen 787-Fliegern verzichten.Ganz scheint das Allegris-Problem immer noch nicht behoben. Drei Sitze bleiben weiter von der Buchung ausgeschlossen. Ein schwieriger Punkt im Zulassungsverfahren waren die Befestigungen der Module mit mehreren Sitzen im Flugzeug, veränderte Zulassungsregeln kamen noch dazu. 

VW-Betriebsrat: Mit uns wird es keine Werksschließungen gebenNach Medienberichten über ein neues Sparprogramm bei Volkswagen mit einem Volumen von rund 60 Milliarden Euro meldet sich der Betriebsrat zu Wort, berichtet die dpa. Der Artikel erscheine „eher als eine Zustandsbeschreibung der längst laufenden Effizienzprogramme“, heißt es demnach im VW-Intranet in einer Betriebsrats-Stellungnahme für die Belegschaft. Betriebsratschefin Daniela Cavallo sprach sich im Intranet erneut klar gegen Standortschließungen aus. „Mit uns wird es keine Werksschließungen geben.“Ihr sei bewusst, dass sich der Konzern nach wie vor in einer schwierigen Lage befinde, wird Cavallo weiter zitiert. „Deshalb haben wir in der Volkswagen AG bereits Ende 2024 mit dem Dezember-Kompromiss alles in die Wege geleitet, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und die Auswirkungen für die Belegschaft sozialverträglich zu gestalten. Mit dieser Einigung haben wir Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen ausdrücklich ausgeschlossen.“Unternehmen und Gewerkschaft hatten sich Ende 2024 nach langem Ringen auf ein Sanierungsprogramm geeinigt, das den Abbau von 35.000 Arbeitsplätzen in Deutschland bis 2030 vorsieht. Werkschließungen und betriebsbedingte Kündigungen wurden im Gegenzug ausgeschlossen. Der Stellenabbau erfolgt vor allem über Altersteilzeit, Vorruhestand und AbfindungenDer VW-Konzern plant einem Pressebericht zufolge ein neues Sparprogramm mit einem Volumen von rund 60 Milliarden Euro. Laut „Manager Magazin“ sollen die Kosten bis 2028 um 20 Prozent sinken, wie das Blatt unter Berufung auf interne Informationen berichtet. So komme man auf den genannten Betrag. Grund für den Schritt seien die schleppenden Verkäufe in China und die US-Zölle. Daher reichten die bisherigen Sparbemühungen nicht aus, hieß es. Werksschließungen könnten nicht ausgeschlossen werden, ebenso wenig ein weiterer Stellenabbau über die bereits angekündigten 35.000 Stellen hinaus. Details nannte das Blatt nicht.VW reagierte zurückhaltend und verwies auf die bereits laufenden Sparprogramme bei allen Marken. Dadurch habe man bereits Einsparungen in zweistelliger Milliarden-Euro-Höhe erreicht, sagte ein Sprecher. „Damit konnte der Konzern die geopolitischen Gegenläufer - wie die Zölle in den USA – abfedern und bleibt auf Kurs.“ Einen Zwischenstand werde Konzernchef Oliver Blume am 10. März bei der Jahrespressekonferenz geben.B.

VW plant neues Sparprogramm​Bis Ende 2028 sollen die Kosten konzernweit um 20 Prozent gesenkt werden, berichtet Reuters nach einer Recherche des „Manager Magazins“. Konzernchef Oliver Blume und Finanzvorstand Arno Antlitz hätten dies Mitte Januar vor den 120 obersten Führungskräften des Wolfsburger Autobauers angekündigt. Dabei könnten auch ‌Werksschließungen zur Debatte stehen. Das Unternehmen wollte sich dazu nicht äußern. Blume werde zur Vorlage der Bilanz 2025 am 10. März über den aktuellen Stand der seit Jahren laufenden ‌Bemühungen um niedrigere Kosten informieren. ‌Seit dem 2023 beschlossenen Plan zu mehr Profitabilität seien konzernweit Einsparungen in zweistelliger Milliardenhöhe realisiert worden.Grund für den nächsten Schritt seien die Renditesorgen angesichts der Flaute in China, der US-Zollpolitik und des schwierigen Wettbewerbsumfelds, ​wie das „Manager Magazin“ berichtete. Blume wurde mit ⁠den Worten zitiert: „Wir müssen die Gewinnschwelle senken.“ Das Sparziel von 20 Prozent sei „die Ambition“ und gelte für alle Marken und ​Kostenarten. Dies entspräche einem Volumen von rund 60 Milliarden Euro.Dem Bericht zufolge steht der Dax-Konzern finanziell unter Druck. ⁠Die Ratingagentur S&P ‌habe den Ausblick für Volkswagen kurz vor Weihnachten auf „negativ“ gesenkt und auf das Risiko verwiesen, dass der Autobauer die für sein Rating relevanten Finanzkennziffern verfehlen könnte. Finanzchef Antlitz habe deshalb die kürzlich bekannt ⁠gegebenen sechs ⁠Milliarden Euro liquide Mittel aufgetrieben, unter anderem durch den Verkauf von Forderungen.

DWS bekommt StrategiechefinDie Fondsgesellschaft DWS bekommt eine neue Lei­terin für Strategie und Fusionen und Übernahmen (Mergers & Acquisi­tions, M&A), erfuhr F.A.Z.-Redakteur Klaus Max Smolka. Der bisherige Spartenchef Florian Stanienda habe beschlossen, DWS mit Wirkung zum 31. März 2026 zu verlassen, heißt es in einer Mitteilung, welche Vorstandsvorsitzender Stefan Hoops diese Woche an Mitarbeiter schickte. Ein DWS-Sprecher bestätigte das Schreiben auf Anfrage. Es sei auch schon eine Nachfolgerin benannt: Michelle Berges, die im Büro des Vorstandschefs arbeitet. Sie trete die neue Funktion am 1. März an. Stanienda arbeitet seit beinahe 20 Jahren für den Investmentfonds, der zur Gruppe der Deutschen Bank gehört, und hatte zuvor sieben Jahre bei der Deutschen Bank verbracht. Für DWS war er maßgeblich am Börsengang beteiligt. Er werde neue Heraus­forderungen suchen, hieß es in der internen Mail weiter. Berges war maßgeblich an der Vorbereitung des DWS-Strategietags 2022 beteiligt.

Die EZB macht den Euro international attraktiverDie Europäische Zentralbank will den Euro rund um die Welt bedeutender machen. Sie öffnet dafür ihre sogenannte Liquiditätslinie für mehr Länder. EZB-Präsidentin Christine Lagarde verwies auf der Münchner Sicherheitskonferenz auf einen jüngst gefassten Beschluss des EZB-Rats, wie der Finanzdienst Reuters berichtet. Ziel der ⁠Öffnung ist es, das Risiko von Störungen auf den Euro-Finanzierungsmärkten außerhalb der Währungsunion zu verringern.Die EZB-Initiative fällt in eine Zeit, in der viele Investoren den Status des Dollar als Weltreservewährung wegen der als sprunghaft empfundenen amerikanischen Handelspolitik neu bewerten. Die EZB müsse sich ‌auf ein volatileres Umfeld einstellen, sagte Lagarde. Mit einer zunehmend aggressiven Industriepolitik, steigenden geopolitischen Spannungen und gestörten Lieferketten dürften Finanzmarktspannungen häufiger auftreten. \"Wir müssen eine Situation vermeiden, in der diese Spannungen zu Notverkäufen von auf Euro lautenden Wertpapieren auf den globalen Finanzierungsmärkten führen“, ‌betonte Lagarde.

Volkswagen muss in Frankreich wegen Dieselskandal vor GerichtIm Zusammenhang mit dem Dieselskandal steht dem deutschen Autohersteller Volkswagen in Frankreich ein Gerichtsverfahren bevor. Die Untersuchungsrichter ordneten einen Prozess wegen Betrugs vor dem Pariser Strafgericht an, wie die Nachrichtenagentur AFP am Freitag aus informierten Kreisen erfuhr. Ein erster Termin zur Planung des Verfahrens sei für den 18. Dezember geplant. Es handelt sich um den ersten bekannten Fall im Zusammenhang mit dem Dieselgate, in dem die französischen Untersuchungsrichter einen Prozess anordnen. Die Staatsanwaltschaft hatte auch Prozesse gegen Peugeot-Citroën, Renault und Fiat Chrysler beantragt.  Bei Volkswagen geht es um etwa eine Million Dieselfahrzeuge aus den Jahren zwischen 2009 bis 2016. Der Autohersteller steht im Verdacht, eine Software eingebaut zu haben, die den Ausstoß von Stickoxid während der Kontrollen senkte, nicht aber im Straßenverkehr. (AFP)