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11.02.2026
17:06 Uhr
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BASF-Standort Berlin mit 2800 Menschen betroffen +++ Lufthansa sieht Streikaufruf als „unnötige Eskalation“ +++ TKMS erhöht Prognose +++ alle Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.

In der „Gläsernen Manufaktur“ in Dresden werden seit Ende vergangenen Jahres keine Autos mehr gebaut – auch das einstige Prestigeprojekt fiel den Sparplänen von Volkswagen zum Opfer. (Foto: Sebastian Kahnert/dpa)
Die Bundesregierung befürwortet offenbar, der Gesellschaft Emirates aus Dubai Flüge nach Berlin zu ermöglichen. Bislang sieht das Luftverkehrsabkommen zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten vor, dass nur vier Städte in Deutschland angesteuert werden dürfen. Emirates bedient schon Frankfurt, München, Hamburg und Düsseldorf und will für Berlin kein anderes Ziel aufgeben. Die Regierung arbeite intensiv daran, die Möglichkeiten internationaler Flugverbindungen von und nach Deutschland zu erweitern, teilte ein Sprecher mit. In Bezug auf die kürzlich beendete Reise von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in die Golfregion sagte er: „Die Vereinigten Arabischen Emirate wünschen sich einen Ausbau der Verbindungen von und nach Deutschland, weshalb auch das Thema Landerechte - neben vielen anderen Themen - angesprochen wurde.“ Eine Entscheidung in der Frage ist bislang aber nicht gefallen. Die Lufthansa steht weiteren Verkehrsrechten für Airlines vom Persischen Golf ablehnend gegenüber. Gleichzeitig weist die Flugbranche seit langem darauf hin, dass sich der Luftverkehr in Deutschland seit der Corona-Pandemie schwächer als im Rest Europas entwickelt habe. Flughäfen beklagen fehlende Verbindungen. Vor allem für den Hauptstadtflughafen BER ist der Ruf nach weiteren Langstreckenflügen laut. Nach Dubai fliegt von dort allerdings auch die Lufthansa-Tochtergesellschaft Eurowings. Condor hat jüngst bestätigt, die eigenen Berlin-Dubai-Flüge im Sommer wegen geringer Nachfrage auszusetzen.
Das Engagement von Finanzinvestoren treibt die Branche der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater um. Was halten Unternehmen, die Prüfungs- und Beratungsdienstleistungen in Anspruch nehmen, von dem Trend? Das ist Thema einer Umfrage, durchgeführt von der mittelständischen Prüfungs- und Beratungsgesellschaft dhpg und dem Marktforschungsdienstleister YouGov. Befragt wurden 359 Führungskräfte aus dem Vorstand und Management von Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern. Die Umfrage fand Ende November bis Anfang Dezember 2025 statt.Das Ergebnis: Der Mittelstand vertraut eher Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, die durch Partner geführt werden. Diese erhalten mit Blick auf Stabilität, Verantwortung, Mandantennähe, Objektivität oder Professionalität mehr Zustimmung als Wirtschaftsprüfungen mit Private-Equity-Beteiligung.Allerdings: In Sachen Innovation und Wandlungsfähigkeit haben Wirtschaftsprüfungen mit einem Finanzinvestor an Bord in den Augen mittelständischer Entscheider die Nase vorn. „Partnergeführte Gesellschaften stehen mit ihrem eigenen Namen für die Qualität ihrer Arbeit und treffen Entscheidungen ohne Einfluss externer Kapitalgeber\", sagt Andreas Blum, Managing Partner von dhpg.
Kabelspezialist Lapp als Seismograf der Wirtschaft: In den Zahlen des Stuttgarter Unternehmens spiegelt sich die Verfassung der Industrie im Südwesten. Geht es den Unternehmen gut und investieren sie in ihre deutschen Fabriken und Werke, läuft das Geschäft bei Lapp, weil die Kunden Stromkabel und Datenleitungen brauchen. Ist das nicht der Fall, sinken die Umsätze des Familienunternehmens. „Die Deindustrialisierung, die ich bei uns wahrnehme, ist eine große Herausforderung“, sagt Lapp-Chef Matthias Lapp im F.A.Z.-Interview. Die Bilanz, die das Unternehmen am Mittwoch vorgelegt hat, zeigt dementsprechend eine zweigeteilte Welt. Nach einem Umsatzrückgang im Jahr zuvor sind die Erlöse im Ende Oktober zu Ende gegangenen Geschäftsjahr 2024/25 wieder gestiegen – und zwar um sechs Prozent auf 1,93 Milliarden Euro. Während vor allem das Geschäft im Heimatmarkt schwächelt, hat Lapp sowohl in Amerika als auch in Asien zweistellig zugelegt. „Unser Wachstum dort hilft durch schwierige Zeiten in den europäischen Märkten“, sagt Lapp. In den Vereinigten Staaten produziert Lapp seit mehr als 50 Jahren in einer eigenen Fabrik und ist so nur in geringem Maße bei der Einfuhr von Spezialkabeln in die USA von US-Zöllen betroffen. Auch in Asien unterhält Lapp eigene Werke – unter anderem in Indien, China, Korea und Indonesien – und hat Marktanteile hinzugewonnen. Dabei profitiert das Unternehmen von innerasiatischen Freihandelsverträgen, wie Lapp erläutert. In Indien eröffnete Lapp eine neue Fabrik, in China und in den USA liefen neue Produktionslinien an Auch wenn Matthias Lapp nicht zuletzt aufgrund der Freihandelsgespräche der EU mit Indien und Lateinamerika in den Auslandsmärkten von Lapp eine zunehmende Dynamik erwartet, blickt er mit Sorgen auf die heimische Industrie. „Die Reformen der Bundesregierung bleiben bisher hinter den Erwartungen zurück“, sagt Lapp. „Jetzt gilt es parteipolitische Individualinteressen beiseitezulegen und Ergebnisse zu liefern. Vor uns liegen Jahre der Transformation, für die es Pragmatismus, Innovationsoffenheit und Mut braucht.“ Vor allem fordert er mehr Vertrauen in die Unternehmer. „Der Staat entmündigt die Unternehmer teilweise und versucht, alles vorzugeben“, sagt Lapp. „Aber ich glaube, wir wissen schon, was wir tun.“ Mit dem Gewinn seines Unternehmens, den er nicht beziffert, ist der Lapp-Chef nicht zufrieden. Man mache keine Verluste, das Ergebnis sei positiv, gut, aber eben nicht gut genug. Auf die nächsten Monate blickt der 43-Jährige „vorsichtig optimistisch“, weil für Datencenter und Energieinfrastruktur Kabel gebraucht werden.
Zukäufe in Deutschland und in den Niederlanden stärken die Ertragskraft der Wiener Bank Bawag. Der Nettogewinn legte um 13 Prozent auf fast 860 Millionen Euro zu. Für dieses Jahr erwartet der viertgrößte Finanzdienstleister Österreichs eine weitere Steigerung beim Überschuss auf mehr als 960 Millionen Euro.Einschließlich des Zukaufs des Barclays-Kartengeschäfts in Deutschland habe es ein Kreditwachstum von zwölf Prozent gegeben. Die Integration der niederländischen Knab Bank sowie des deutschen Privatkundengeschäfts von Barclays gehe gut voran, teilte das Institut am Mittwoch mit. Im Zuge der Zukäufe im Ausland der vergangenen Jahre entwickelt sich Bawag zu mehr als einer rein österreichischen Bank. In den vergangenen Jahren wurden mehr als ein Dutzend Übernahmen durchgeführt und neue Märkte erschlossen.
Die Marine soll bis zum Jahr 2029 kriegstüchtig sein, lautet die Ansage des Marine-Inspekteurs Jan Christian Kaack – aber die bestellten Fregatten F126 werden absehbar vier bis fünf Jahre zu spät geliefert. Nun macht der Werftkonzern TKMS Tempo und bringt seine erprobte Mehrzweckfregatte Meko A200 ins Spiel, um die Lücke zu schließen. „Wir springen in die Bresche. Wir können das erste Schiff 2029 liefern“, erklärte TKMS-Vorstandschef Oliver Burkhard gegenüber Journalisten. Einen Vorvertrag mit dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr gibt es seit einigen Tagen. TKMS hat sogar schon mit dem Stahlschnitt begonnen und Zulieferer an Bord genommen. Gebaut werden sollen die Mehrzweckfregatten bei der Rönner-Werft in Bremerhaven. Jedes Schiff dürfte zwischen 500 Millionen Euro und einer Milliarde Euro kosten. Dass der Auftrag kommt, daran zweifelt Burkhard gar nicht. Falls nicht, müsste der Bund Schadensersatz für die vorbereitenden Arbeiten zahlen: 50 Millionen Euro nach aktuellem Stand, womöglich auch mehr, falls sich der endgültige Vertrag weiter verzögert. Jetzt gehe es erst einmal darum, keine Zeit zu verlieren, sagte Burkhard. Dass man pünktlich werde liefern könne, habe man zuletzt mit Meko-Fregatten für Ägypten bewiesen, die 37 Monate nach Vertragsunterzeichnung ausgeliefert worden seien. Im Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ hatte Oliver Burkhard im November noch vorgeschlagen, den Abbruch des Fregatten-Projekts F126 ergebnisoffen zu prüfen. „Als Unternehmer sagt man ja, man sollte schlechtem Geld kein gutes hinterherwerfen“, sagte Burkhard damals mit Blick auf die rund 1,5 Milliarden Euro, die schon für die F126 ausgegeben waren. Mittlerweile geht der TKMS-Chef aber davon aus, dass sowohl die F126 als auch Meko A200 realisiert werden, weil man beide braucht – die Bedrohungslage habe sich schließlich auch geändert. Die dynamische Aufrüstung spielt dem Werftkonzern in die Karten, wie Oliver Burkhard während der Präsentation der Quartalszahlen aufzeigte. Für einen großen U-Boot-Auftrag aus Indien ist TKMS nach Burkhards Worten „in finalen Verhandlungen“. In Kanada, wo es um einen Auftrag im deutlich zweistelligen Milliardenvolumen geht, sieht Burkhard den Werftkonzern aus Kiel auch in einer guten Position. Technisch hat er ohnehin keinen Zweifel an dem U-Boot-Konzept 212CD. Unter strategischen Aspekten hat TKMS auch Vorteile gegenüber dem einzigen verbliebenen Wettbewerber Hanwha aus Korea. Denn, so erklärte Burkhard: „Interoperabilität“, also die Fähigkeit der Seestreitkräfte, mit Verbündeten nahtlos zu kommunizieren und Ausrüstung auszutauschen, werde immer wichtiger – das klappe mit Schiffen aus einem Nato-Land besser.Im aktuellen Zahlenwerk geht es noch stärker um Projekte, die in Zeiten abgeschlossen wurden, als die Verteidigungsetats schmaler waren und der Druck auf die Preise höher. Trotz Rekord-Auftragseingängen und einigen Optionen blieben die Anleger vorsichtig. Im Laufe des Vormittags ging der Kurs des mittlerweile im M-Dax notierten Unternehmens um drei Prozent auf unter 92 Euro zurück. Details zu den Zahlen, die schon vor der Pressekonferenz veröffentlicht worden waren, finden Sie weiter unten im Blog.
Unterschiedlicher kann es für Schwesterunternehmen kaum laufen: Thyssenkrupps ausgegliederte Marinesparte TKMS profitiert vom allgemeinen Aufrüsten und meldet fulminante Zahlen fürs erste Quartal. Ihre Umsatzprognose hat TKMS angehoben. Gleichzeitig leidet die ebenfalls ausgegliederte Wasserstoff-Tochtergesellschaft Nucera darunter, dass Klimaschutz und Wasserstoffhochlauf immer weniger Priorität haben. Sie ist noch schwächer ins Jahr gestartet als ohnehin schon erwartet.Die geopolitische Lage gibt TKMS weiter Rückenwind, denn die Sparte ist auf U-Boote und Kriegsschiffe spezialisiert. Die sowieso schon prall gefüllten Orderbücher füllen sich angesichts der Spannungen auf der ganzen Welt weiter und lassen das in Kiel ansässige Unternehmen einen neuen Auftragsrekord verkünden: 18,7 Milliarden Euro umfasst mittlerweile der Auftragsbestand und da sind zwei kürzlich von Norwegen bestellte U-Boote noch gar nicht dabei. TKMS erwartet nun, dass die Erlöse gegenüber dem Vorjahr um zwei bis fünf Prozent steigen werden; bislang war im laufenden Geschäftsjahr ein Wachstum von ein bis zwei Prozent angepeilt. Im ersten Quartal erwirtschaftete der Marineschiffbauer mit 26 Millionen Euro ein stabiles bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit). Die Wasserstoffwirtschaft hingegen will und will nicht in Schwung kommen, was die Geschäfte von Nucera, das Elektrolyseanlagen für die Erzeugung von Wasserstoff baut, äußerst schleppend verlaufen lässt. Projekte verschieben sich vor allem, wenn es um klimaneutral erzeugten Wasserstoff geht. Der Auftragseingang des Dortmunder Unternehmens ist daher im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 21 Prozent auf 75 Millionen Euro geschrumpft. Auch der Umsatz ging zurück und das Ebit lag in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahrs bei minus vier Millionen Euro nach zuvor plus acht Millionen Euro. Die Essener Muttergesellschaft Thyssenkrupp AG will morgen darüber Bilanz ziehen, wie das erste Quartal für den Gesamtkonzern verlaufen ist, der als großer Gemischtwarenladen im Umbruch steht und sich stärker entflechten will. TKMS und Nucera nennt das Management dafür immer wieder als Vorbilder.
Der Energietechnikkonzern Siemens Energy hat im ersten Quartal seines Geschäftsjahres 2025/26 (per 30. September) seinen Gewinn gesteigert und die Prognosen für das Gesamtjahr bestätigt. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis habe sich auf 1,16 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Der Gewinn nach Steuern hat sich mit 746 Millionen Euro fast verdreifacht. Um 88 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro erhöhte sich der freie Mittelzufluss vor Steuern (Free Cashflow). „Der Start in das Geschäftsjahr ist für uns sehr erfolgreich verlaufen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Christian Bruch. Besonders die anhaltend hohe Nachfrage im Geschäft mit Gasturbinen und Netztechnik habe einen wesentlichen Beitrag zur positiven Entwicklung geleistet. Auch im Windgeschäft zeichne sich eine leichte Verbesserung ab. Dafür ist das Sorgenkind Gamesa verantwortlich, das den Verlust vor Sondereffekten um 88 Prozent auf 46 Millionen Euro reduzierte. Dies führte Bruch hauptsächlich auf Produktivitätssteigerungen und Fortschritte im Servicegeschäft zurück. In diesem Jahr soll Gamesa ein ausgeglichenes Ergebnis erzielen.Für das Geschäftsjahr erwartet der Vorstand eine Fortsetzung der gegenwärtigen positiven Trends im Energiesektor. Die Stromnachfrage und der Bedarf an Modernisierung und Ausbau der elektrischen Infrastruktur dürften weiter steigen. Treiber dieser Entwicklung seien voraussichtlich ein zunehmender Primärenergiebedarf, ein höherer Elektrifizierungsgrad, die fortschreitende Digitalisierung der Industrie und der Anteil Erneuerbarer Energien sowie insbesondere auch das starke Wachstum von Rechenzentren im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Der Gewinn nach Steuern soll im Gesamtjahr drei bis vier Milliarden Euro erreichen nach 1,7 Milliarden Euro im Jahr 2024/2025.Der Auftragseingang fiel im ersten Quartal mit 17,6 Milliarden Euro so hoch wie noch nie aus. Die kräftige Nachfrage habe über alle Regionen und Technologien hinweg auf einer breiten Basis gestanden, unterstützt durch den starken Ausbau von Rechenzentren. Abermals erreichte der Auftragsbestand Ende Dezember mit 146 Milliarden Euro einen Höchstwert. Der Umsatz stieg um 13 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro.
Die schwache Nachfrage nach Bier veranlasst die Brauerei Heineken zu einem drastischen Stellenabbau. Weltweit sollen bis zu 6000 Arbeitsplätze wegfallen, wie der niederländische Konzern der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch mitteilte. Zudem schraubte die Nummer zwei der Branche ihre Gewinnerwartungen für das Jahr 2026 herunter.Der Stellenabbau solle in den kommenden zwei Jahren stattfinden und sei Teil einer neuen Strategie bis zum Jahr 2030. Ziel sei es, mit weniger Ressourcen ein höheres Wachstum zu erzielen. Davon erhofft sich der Konzern, zu dem unter anderem Marken wie Tiger, Amstel und Desperados gehören, deutliche Einsparungen.Im abgelaufenen Jahr 2025 übertraf Heineken die Erwartungen noch. Der Betriebsgewinn legte organisch um 4,4 Prozent zu, Analysten hatten mit einem Plus von vier Prozent gerechnet. Für 2026 zeigte sich das Management jedoch zurückhaltender: Der Betriebsgewinn soll nur noch um zwei bis sechs Prozent zulegen, zuvor hatte Heineken eine Spanne von vier bis acht Prozent in Aussicht gestellt.
Das Wolfsburger Stammwerk des Volkswagen-Konzerns muss nach Informationen unseres Korrespondenten Christian Müssgens kurzfristig einen wesentlichen Teil der Produktion stoppen. Wie aus einer internen Information an die Mitarbeiter hervorgeht, hat VW wegen eines Schadens an der Großpresse die Spät- und Nachtschicht auf einer Produktionslinie am Mittwoch abgesagt. Auf der Linie laufen die Modelle Tiguan, Tayron und Touran vom Band. Für diese Modelle fehlen nun wohl Bauteile aus dem Presswerk. Die Standorte Emden, Hannover, Osnabrück und Ingolstadt sollen nun einspringen und die Teile produzieren, die der Konzern dann mit Lastwagen nach Wolfsburg bringen will. Ziel sei es, dass die Produktion am Donnerstag wieder anlaufen könne, heißt es in der Information an die Belegschaft weiter. Ein Sprecher des Konzerns bestätigte den Produktionsstopp gegenüber der F.A.Z. Die Arbeit in anderen Teilen des Werks, vor allem in der Golf-Produktion, soll dem Vernehmen nach nicht beeinträchtigt sein.
Der erste E-Ferrari lässt die Aktien des Luxuswagenherstellers steigen, berichtet unser Italien-Korrespondent Christian Schubert. Am 25. Mai ist es endlich so weit: Der erste vollelektrische Ferrari wird an diesem Tag in Rom vorgestellt. Das kündigte der Luxuswagenhersteller am Dienstag an seinem Stammsitz in Maranello an. Den italienischen Namen „Luce“ („Licht“) werde der Wagen tragen. Damit beginne „ein neues Kapitel in der Geschichte von Ferrari“, teilt das Unternehmen anlässlich der jüngsten Bilanzzahlen-Veröffentlichung an. Zusammen mit fünf anderen Modellen, die 2025 auf den Weg gebracht wurden, werde der erste E-Ferrari „die Auslieferungen in diesem Jahr und darüber hinaus“ bestimmen. Im vergangenen Oktober hatte Ferrari bereits wichtige Komponenten des Fahrzeugs präsentiert, doch anders als zuvor angekündigt nicht das ganze Fahrzeug. Der Hersteller brauchte mehr Zeit als geplant. An jenem 13. Oktober fiel die Ferrari-Aktie um mehr als 13 Prozent. Das Unternehmen hatte zudem verschiedene Umsatzziele und die Verkaufsprognosen für sein E-Modell deutlich gesenkt. Das kam bei den Anlegern nicht gut an: Zwischen dem historischen Hoch der Ferrari-Aktie im vergangenen Februar und den Beginn dieser Woche verlor das Papier mehr als 40 Prozent an Boden verloren.Nun aber beginnt der Hersteller sich wieder mit seinen Anlegern zu versöhnen. Zeitweise um 7 Prozent legte die Aktie am Dienstag zu. Zuvor hatte Ferrari Bilder vom Inneren des „Luce“ veröffentlicht. Es wurde in Zusammenarbeit mit dem Design‑Studio „LoveFrom“ gestaltet, das der ehemalige Apple-Chefdesigner Jony Ive und der australische Designer Marc Newson führen.Laut der Bilanzzahlen vom Dienstag hat Ferrari im vergangenen Jahr zwar weniger Autos verkauft als im Vorjahr, doch dabei den Umsatz um 10 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro erhöht. Der Betriebsgewinn legte um 12 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro zu, der Gewinn nach Steuern um 5 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Der Vorstandsvorsitzende Benedetto Vigna sprach von einer „vorsichtig geführten Volumen-Strategie“, mit der Ferrari vor allem auf Profit setze. Stärkere Verkäufe von teureren Modellen, zudem das Sponsoring der Rennsport-Abteilung sowie der Absatz von Lifestyle-Produkten beflügelten den Umsatz. Der Vorstandsvorsitzende Vigna betonte, dass die operative Umsatzrendite um 1,2 Prozentpunkte auf 29,5 Prozent kletterte. Der Auftragsbestand reiche bis Ende 2027.13.640 Fahrzeuge hat Ferrari im vergangenen Jahr verkauft, das waren 112 weniger als im Vorjahr. Der Auto-Umsatz legte dabei um 5 Prozent und im vierten Quartal nur um 1 Prozent zu. Dagegen verzeichnete der Geschäftsbereich Rennsport und Lifestyle-Produkte im Gesamtjahr einen Umsatzzuwachs von 22 Prozent auf 820 Millionen Euro.
Die Zahl der Insolvenzen ist im Jahresvergleich leicht gestiegen, berichtet die dpa. Zwar seien im Januar mit 1391 Insolvenzen acht Prozent weniger als noch im Dezember gezählt worden, teilte das IWH mit. Zugleich waren es aber vier Prozent mehr als im Januar 2025. Laut IWH waren im vergangenen Monat in den größten 10 Prozent der insolventen Unternehmen fast 17.000 Arbeitsplätze betroffen. Das seien 10 Prozent mehr betroffene Beschäftigte als im Dezember 2025 und 18 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.
Spotify verdient mehr als zwei Milliarden EuroDer Musikstreaming-Marktführer hat das Jahr 2025 mit einem deutlichen Plus abgeschlossen. Unter dem Strich stand ein Gewinn in Höhe von 2,2 Milliarden Euro. Es ist erst das zweite Jahr überhaupt, dass das schwedische Unternehmen Gewinn macht. 2024 hatte ein Plus in Höhe von gut 1,1 Milliarden Euro zu Buche gestanden. Zuvor konnte Spotify lediglich in einzelnen Quartalen schwarze Zahlen vermelden.Der Dienst hat im vierten Quartal neun Millionen Abonnenten und 38 Millionen monatlich aktive Nutzer hinzugewonnen. Beide Werte übertrafen die zuvor abgegebene Prognose. Insgesamt steht Spotify damit nun bei 290 Millionen Abonnenten und 751 Nutzern – jene der werbebasierten Gratis-Version miteinbegriffen. Der Jahresumsatz beläuft sich auf 17,2 Milliarden Euro. Die Aktie notierte vorbörslich zeitweise rund 15 Prozent im Plus. Seit Jahresbeginn hatte sie rund 28 Prozent verloren.Seit dem 1. Januar führen Gustav Söderström und Alex Norström als Ko-CEOs die Geschäfte von Spotify. Der langjährige Chef und Ko-Gründer Daniel Ek fungiert nun als geschäftsführender Vorsitzender des Verwaltungsrats. Mehr zu Söderström und Norström, wie sie ticken, warum Spotify lange Verlust gemacht hat, und woran der Dienst für die Zukunft arbeitet, erfahren Sie hier:
Der Kampf um die Kaffeekunden wird in nächster Zeit wohl munter weiter gehen. Sogar wenn im Discounter Röstkaffee angeboten wird, der billiger ist als die grünen Kaffeebohnen an der Börse, ist das rechtlich in Ordnung. So jedenfalls urteilte das Oberlandesgericht Düsseldorf in einem Rechtsstreit zwischen Tchibo und Aldi. Der Discounter habe seinen Kaffee seit Ende 2023 immer wieder unter Einstandspreis verkauft, was auch Aldi Süd nicht bestritten hat. Das ginge zulasten des Wettbewerbs, hatte Tchibo argumentiert und auf Unterlassung geklagt. Damit hatte der Hamburger Kaffeeröster auch in der zweiten Instanz keinen Erfolg. Das hatte sich schon in einer mündlichen Verhandlung im Dezember abgezeichnet, als der 6. Kartellsenat unter dem Vorsitz von Ulrich Egger vergeblich konkrete Umsatzeinbußen durch die Aldi-Kampfpreise erfragte. Zudem ließ der Senat erkennen, dass man tendenziell der Ansicht des Landgerichts folge, wonach die Preisgestaltung von Aldi kaufmännisch vertretbar sei. Der Discounter verfolge den „dauerhaften, nachvollziehbaren Zweck der Förderung des eignen Absatzes im Rahmen einer Mischkalkulation“, hieß es damals in der schriftlichen Begründung. Tchibo will das aber nicht zwangsläufig hinnehmen, wie in einer Stellungnahme des Unternehmens zu lesen ist: „Wir werden jetzt die schriftliche Urteilsbegründung bewerten und weitere Schritte prüfen.“ Revision hat das Oberlandesgericht ausdrücklich zugelassen, sodass Tchibo der Gang in die nächste Instanz offensteht. (Aktenzeichen VI-6 U 1/25) „Bedauerlicherweise hat das Gericht die Chance verpasst, einer strukturellen Fehlentwicklung im deutschen Lebensmittelhandel Einhalt zu gebieten“, heißt es bei Tchibo weiter. Damit spielt der Hamburger Kaffeeröster auf die seit langem zunehmende Machtfülle der großen deutschen Einzelhändler an. Allein Edeka, Rewe, die Schwarz-Gruppe (Lidl und Kaufland) und Aldi kontrollieren 85 Prozent des Lebensmitteleinzelhandels. Dadurch wird die Verhandlungsmacht gegenüber Lieferanten gestärkt, letztlich zu Lasten von Verbrauchern und Primärproduzenten, mahnte im November schon die Monopolkommission in einem Sondergutachten zum Wettbewerb in der Lebensmittel-Lieferkette. Die Experten fordern strengere Fusionskontrollen entlang der gesamten Lieferkette und bessere Durchsetzung gegen unfaire Handelspraktiken. Bezogen auf das Geschäft mit Kaffee sind die Machtverhältnis allerdings andere: Tchibo ist in Deutschland Marktführer, Aldi einer unter vielen weiteren Anbietern. Aldi Süd reagierte am Dienstag zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme auf das Urteil des OLG Düsseldorf.