FAZ 09.09.2026
10:16 Uhr

Business-Ticker: Anthropic-Forscher warnt: KI könnte uns bis 2030 „alle töten“


„Keine andere menschliche Tätigkeit birgt dieses Ausmaß an Gefahr“ +++ US-Start-up plant Massenproduktion von Marschflugkörpern in Sachsen +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.

Business-Ticker: Anthropic-Forscher warnt: KI könnte uns bis 2030 „alle töten“

Ausschreibung für neue Gaskraftwerke deutlich überzeichnet An der ersten Runde des Gebotsverfahrens des Bundes für neue Gaskraftwerke nach dem Strom VKG hat es nach Angaben der Bundesnetzagentur eine rege Beteiligung gegeben. Die Ausschreibung sei „deutlich überzeichnet“, hieß es von der Behörde. Sie wolle die Zuschläge spätestens am 3. November 2026 bekanntgeben. Weil durch den immer höheren Anteil an Erneuerbaren Erzeugungsanlagen im Stromsystem die Versorgungssicherheit auch dann gewährleistet bleiben soll, wenn Wind und Sonne über längere Zeit ausbleiben, sollen in Zukunft die neuen Kraftwerke zum Ausgleich solcher Lücken einspringen. Geplant sind in den kommenden Jahren Ausschreibungen in mehreren Schritten. Die Netzagentur beginne an diesem Mittwoch mit der Prüfung der Gebote, teilte sie weiter mit. Dabei gehe es insbesondere darum, „ob die Bieter alle Teilnahmevoraussetzungen erfüllen und keine Ausschlussgründe vorliegen“. Ausgeschlossen würde ein Gebot für eine Erzeugungsanlage beispielsweise, wenn sie nicht das sogenannte Langzeitkriterium erfüllt, also technisch nicht in der Lage ist, ohne Unterbrechung für mindestens zehn aufeinanderfolgende Stunden Strom in Höhe von mindestens 80 Prozent der installierten Leistung in das Netz der allgemeinen Versorgung einzuspeisen. 

US-Start-up plant Massenproduktion von Marschflugkörpern in SachsenDas amerikanische Rüstungs-Start-up Covenant will ab Anfang 2027 in Sachsen mit der Massenproduktion eines ​günstigen Marschflugkörpers beginnen. Mit dem „Anthem\" genannten Flugkörper als preiswerte Alternative zu schweren Waffen wie der US-Tomahawk ⁠wolle man die Lücke bei Langstreckenwaffen in Europa schließen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der Nachrichtenagentur Reuters von Ende August. „Unsere anfängliche Produktionsrate bei Betriebsstart liegt bei 1000 Anthem-Flugkörpern pro Jahr\", ‌sagte Abby Denburg, Präsidentin und Chief Growth Officer von Covenant in einem Interview mit Reuters.Ausgelegt sei die Anlage für 5000 Stück. „Unser Ziel ist es, bis 2028 die Marke von 5000 zu ‌erreichen oder zumindest im Laufe ‌des Jahres 2028 eine entsprechende Produktionsrate zu erzielen\", ergänzte Mitgründer und Firmenchef Michael Kaufman. Ein erster europäischer Auftrag liege schon vor.

Fast 80 Euro: Europäischer Gaspreis erreicht höchsten Stand seit Ende 2022Der Preis für europäisches Erdgas hat am Mittwoch angesichts der Zuspitzung der Lage im Nahen Osten seinen Höhenflug fortgesetzt. Erstmals seit Ende 2022 stieg der richtungsweisende Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat an der Börse in Amsterdam bis auf 79,11 Euro je Megawattstunde (MWh). Das waren 1,22 Prozent mehr als am Vortag.Der Konflikt zwischen den USA und Iran um die Kontrolle der Straße von Hormus ist zuletzt weiter eskaliert. Mit dem jüngsten Preissprung ist Erdgas im Großhandel teurer als zu Beginn des Iran-Kriegs, als die Notierung im März kurz über 70 Euro je MWh gestiegen war. Höher war der Preis zuletzt 2022, als er nach einem russischen Lieferstopp infolge des Ukraine-Kriegs zeitweise über 300 Euro gestiegen war.Aktueller Preistreiber ist die Sorge, dass Lieferungen von Flüssigerdgas (LNG) aus den Fördergebieten am Persischen Golf dauerhaft blockiert sein könnten. Eine nachhaltige Öffnung der Straße von Hormus ist nicht in Sicht. An den Finanzmärkten gibt es kaum noch Hoffnung auf eine Verhandlungslösung. Der Gaspreis steigt seit Anfang Juli. Damals hatte er noch bei gut 40 Euro gelegen. 

Worthington geht bei Klöco-Übernahme den nächsten Schritt Auf dem Weg zur Übernahme des Düsseldorfer Metallverarbeiters Klöckner und Co (Klöco) stellt der amerikanische Konzern Worthington Steel weitere Weichen: Das Unternehmen teilte am Mittwoch mit, einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag (BGAV) mit Klöco unterzeichnet zu haben. Ein solcher Vertrag würde Klöco künftig verpflichten, als Tochtergesellschaft seine Gewinne an die Amerikaner weiterzureichen, zugleich müsste die neue Muttergesellschaft für die Verluste von Klöco einstehen. Der BGAV braucht allerdings noch die Zustimmung der Klöckner-Aktionäre. Die Hauptversammlung von Klöckner muss dem Vertrag mit mindestens 75 Prozent des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals zustimmen. Eine außerordentliche Hauptversammlung werde für den 23. Oktober 2026 erwartet, wie Worthington weiter mitteilte. Die Fusion von Worthington und Klöco, bei dem der etwas kleinere Stahlkonzern aus Ohio den etwas größeren Wettbewerber aus Deutschland schluckt, verlief bislang nicht ohne Stolpersteine, obwohl sich die Unternehmen eigentlich schon lange über den Zusammenschluss einig sind. Mitte Januar, als Worthington das Übernahmeangebot unterbreitete, sah es noch aus als würde alles glatt gehen. Weil aber die Klöckner-Aktie kurz vor Ablauf der Annahmefrist im Rahmen des freiwilligen Übernahmeangebots nachhaltig über den Angebotspreis von 11 Euro gestiegen war, senkte Worthington die Mindestannahmeschwelle von 65 Prozent auf 57,5 Prozent. Als Klöco in diesem August von der Börse verschwand, hielt Worthington rund 62 Prozent des Grundkapitals. 

EU-Gericht bestätigt: Booking darf eTraveli nicht übernehmenDer Reiseanbieter Booking.com darf das Flugportal eTraveli nicht übernehmen. Das Gericht der Europäischen Union in Luxemburg bestätigte am Mittwoch die entsprechende Entscheidung der EU-Kommission von 2023. Eine Fusion der beiden Firmen würde den Wettbewerb deutlich behindern, entschied es. Die europäische Wettbewerbsaufsicht befürchtet, dass Booking mit einer Übernahme von eTraveli seine dominante Position auf dem Markt der Online-Reisevermittlungen zu stark ausbauen würde. Das könne zu steigenden Kosten für Hotels und Touristen führen, erklärte die Kommission 2023. Booking argumentierte vor Gericht dagegen. Der Zusammenschluss werde zu mehr Effizienz führen, gab das Unternehmen an. Das Gericht ging aber davon aus, dass das die negativen Folgen nicht ausgleichen könne. Gegen das Urteil kann Booking noch vor dem Europäischen Gerichtshof als nächsthöherer Instanz vorgehen. 

USA werfen Deepseek & Co Kopieren von KI-Technologie vorIm Vorfeld des ​Besuchs des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in den USA ⁠werfen die USA chinesischen Firmen wie Alibaba und Deepseek böswilliges Abschöpfen von KI-Technologie aus den USA vor. Die ‌chinesischen Firmen nutzten Varianten von US-Modellen, um ihre eigenen KI-Produkte zu trainieren, teilten die Nationale Sicherheitsbehörde (NSA), die Agentur für Cybersicherheit (CISA) sowie ‌die Bundespolizei ‌FBI am Dienstag mit. Dies geschehe „wahrscheinlich mit Wissen der chinesischen Regierung“. In China ansässige KI-Firmen betrieben „aggressive, böswillige und gezielte Destillationsaktivitäten ​im industriellen Maßstab“ und nutzten ⁠dabei eine als „Destillation“ bekannte Methode. Konkret wurden die chinesischen Firmen DeepSeek, Moonshot ​AI, Alibaba, MiniMax und StepFun genannt.Bei der sogenannten Destillation werden ⁠kleinere KI-Modelle mit den ‌Ergebnissen größerer, teurerer Modelle trainiert, um die Entwicklungskosten für neue KI-Werkzeuge zu senken. Die Vorwürfe werden zu einem Zeitpunkt ⁠laut, an ⁠dem sich die Regierung von US-Präsident Donald Trump auf einen ⁠Besuch ​des ⁠chinesischen Präsidenten Xi Ende September in ​den USA vorbereitet. Zudem planen beide Staaten ‌der Nachrichtenagentur Reuters zufolge für Mitte September einen Dialog ​über KI-Sicherheitsrisiken.

VW erwägt Verkauf von Motorradhersteller Ducati Volkswagen erwägt im Zuge einer Umstrukturierung seines Produktportfolios den Verkauf des Motorradherstellers Ducati, berichtet Bloomberg. Die italienische Marke gehöre zu den 600 von insgesamt 2.000 Geschäftsbereichen des Volkswagen-Konzerns, die derzeit überprüft würden, sagte Audi-Vorstandsvorsitzender Gernot Döllner in einem Interview. Der traditionsreiche Hersteller von Hochleistungsmotorrädern gehört zur Audi-Gruppe beim Volkswagen-Konzern.„Innerhalb des Volkswagen-Konzerns setzen wir auf ein diszipliniertes und verantwortungsvolles Portfoliomanagement“, sagte Döllner. „Es ist Teil des Evaluierungsprozesses, dass wir auch über Ducati sprechen werden, aber es ist noch nichts entschieden.“Das in Bologna ansässige Unternehmen ist für „Superbikes“ wie die Panigale bekannt. Auf Basis der Bewertungen vergleichbarer Unternehmen könnte Ducati laut Bloomberg-Intelligence-Analyst Michael Dean rund 1,25 Milliarden Euro wert sein.Volkswagen versucht, sich zu verschlanken, um als Europas größter Autohersteller wettbewerbsfähiger zu werden. Der Aufsichtsrat genehmigte in der vergangenen Woche ein Restrukturierungspaket, das eine Reduzierung des Unternehmens- und Beteiligungsportfolios um rund ein Drittel vorsieht. Im Juni vereinbarte der Konzern den Verkauf von 51 Prozent der Everllence-Schiffsmotorensparte, der voraussichtlich rund 7,4 Milliarden Euro einbringen wird.Audi übernahm Ducati im Jahr 2012. Im Jahr 2017 prüfte das Unternehmen einen Verkauf des 100 Jahre alten Herstellers, gab den Prozess jedoch wegen des Widerstands deutscher Arbeitnehmervertreter auf. Ducati verkauft jährlich rund 50.000 Einheiten. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 925 Millionen Euro und einen operativen Gewinn von 52 Millionen Euro. 

Betreiber der Preisvergleichsapp Smhaggle schlittert in die InsolvenzDie My-Valueshopping Germany GmbH aus dem hessischen Idstein hat einen Antrag gestellt, um ein Insolvenzverfahren zu starten. Der Preisvergleichsapp Smhaggle droht damit das Aus. Darüber hat als Erstes bild.de berichtet. Mithilfe der Plattform konnten Nutzerinnen und Nutzer gegen hochgeladene Kassenbons bares Geld in Form von Cashback sparen. Die Kassenbons wiederum waren die Grundlage für Preisvergleiche. Auf diese Daten hat in der Vergangenheit auch die F.A.Z. zurückgegriffen.In jüngster Vergangenheit kam es immer wieder zu Beschwerden von Nutzern über Smhaggle, manche sprachen von ausbleibenden Cashback-Zahlungen. Vor zwei Monaten schaltete Smhaggle-Chef Sven Reuter die Website nach eigenen Angaben wegen eines Hackerangriffs ab. Dieser habe ihm klargemacht, dass sein Geschäftsmodell keine Zukunft mehr habe. „Es ist mir nicht gelungen, Investoren zu gewinnen, daher habe ich vor ein paar Tagen Insolvenz angemeldet\", sagte Reuter bild.de. 

EU genehmigt Millionen für Insulinfabrik von Sanofi Um die Versorgung mit Insulin zu stärken, darf Deutschland den Arzneimittelhersteller Sanofi mit 400 Millionen Euro unterstützen. Das Unternehmen mit Sitz in Frankfurt könne damit für seine Nettokosten entschädigt werden, teilte die EU-Kommission mit. Sie prüft staatliche Beihilfen wie diese, um Wettbewerbsverzerrung zu vermeiden.Die Sanofi-Aventis Deutschland GmbH verpflichtet sich nach Angaben der Brüsseler Behörde im Gegenzug dazu, bis Ende 2032 eine neue Insulinfabrik an ihrem Standort im Frankfurter Stadtteil Höchst aufzubauen. Dort sollen demnach bis Ende 2042 jährlich mindestens 1,1 Tonnen Insulin hergestellt werden. Der Arzneimittelhersteller muss zudem eine Tonne pharmazeutischer Insulinwirkstoffe bevorraten und im Fall eines Engpasses bei der Insulinversorgung die europäischen Märkte bevorzugt versorgen.Ohne die Gelder würde Sanofi laut Mitteilung der EU-Kommission seinen deutschen Standort schließen. Es sei die einzige Produktionsstätte für Humaninsulin im Europäischen Wirtschaftsraum und eine von nur zwei Insulin-Produktionsstätten im Gebiet. „Da einige Produkte wie menschliches Insulin nicht mehr im EWR hergestellt würden, wäre Europa von Einfuhren aus Drittländern abhängig“, so die Behörde.Humaninsulin wird zur Behandlung von Diabetes mellitus verwendet. Die Stoffwechselstörung führt zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel. Insulin sorgt dafür, dass Glukose aus dem Blut in die Körperzellen aufgenommen werden kann. Der französische Pharmakonzern Sanofi hatte 2024 angekündigt, bis 2029 rund 1,3 Milliarden Euro in den Bau einer modernen Insulinproduktionsanlage an seinem Standort in Frankfurt zu investieren. Mehrere hundert Fachkräfte sollen dort künftig arbeiten. Die Investition von Sanofi wird demnach durch die Unterstützung der Bundesregierung, der hessischen Landesregierung sowie der Stadt Frankfurt ermöglicht. Das grüne Licht aus Brüssel war die letzte Hürde. Am Standort in Frankfurt arbeiteten nach Unternehmensangaben zuletzt etwa 6.500 Menschen. 

Französisches KI-Startup Mistral erhält Milliarden-FinanzspritzeDer französische KI-Entwickler Mistral hat bei einer ​Finanzierungsrunde drei Milliarden Euro eingesammelt. Damit steige die Bewertung auf etwa 21 ⁠Milliarden Euro, teilte das auf Künstliche Intelligenz (KI) spezialisierte Start-up am Dienstag mit. Zu den neuen Investoren zählten der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung ‌und der Scaleup Europe Fund der Europäischen Union (EU).Das Geld solle unter anderem zur Weiterentwicklung von KI-Modellen genutzt werden, sagte Mistral-Finanzchef Johan Bergqvist ‌der Nachrichtenagentur Reuters. ‌Die vor drei Jahren gegründete Firma gilt als europäische Antwort auf OpenAI und Anthropic, deren Bewertungen jedoch bei umgerechnet jeweils rund 900 Milliarden Euro liegen. ​Beide US-Start-ups wollen in ⁠den kommenden Monaten an der Wall Street debütieren. Für Mistral sei ein Börsengang zwar prinzipiell eine ​Option, der Zeitpunkt hierfür jedoch völlig offen, sagte Bergqvist. „Derzeit führen wir keine Gespräche ⁠über dieses Thema.“Mistral ‌sei auf gutem Weg, bis Ende 2026 den jährlich wiederkehrenden Umsatz auf eine Milliarde Euro zu steigern, fügte der Manager hinzu. Die ⁠Kunden kämen ⁠nicht nur aus Europa, sondern verstärkt auch aus Asien und Nordamerika. Die ⁠Anwender können ​die KI-Modelle ⁠des Start-ups auf ihre eigenen ​Server herunterladen und an ihre jeweiligen Bedürfnisse ‌anpassen. 

Deutsche Exporte sinken überraschendDie Erfolgsserie der deutschen Exporteure ist im Juli wegen der schwächeren ​Nachfrage aus Europa und China gerissen. Nach zuvor fünf Anstiegen in Folge sanken die Ausfuhren ⁠erstmals wieder. Sie gaben um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat auf 138,2 Milliarden Euro nach, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten dagegen mit ‌einem Mini-Wachstum vom 0,1 Prozent gerechnet. Verglichen mit Juli 2025 zogen die Exporte aber um 6,1 Prozent an.In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im Juli Waren im Wert ‌von 78 Milliarden Euro ‌und damit 1,6 Prozent weniger als im Vormonat exportiert. Die meisten Ausfuhren in ein einzelnes Land gingen erneut in die USA: Dorthin wurden deutsche Waren im Wert von 14,4 Milliarden Euro geliefert und damit ​19,1 Prozent mehr als im Vormonat. Das deutsche ⁠China-Geschäft brach um 9,5 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro ein.Auch die Importe gingen im Juli zurück, und zwar um ​5,7 Prozent zum Vormonat auf 116,9 Milliarden Euro. Die deutsche Handelsbilanz - Exporte minus Importe - wies ein Plus von 21,3 Milliarden ⁠Euro auf.Für ‌die kommenden Monate zeichnet sich aber eine Belebung ab: Ein starkes Europageschäft und der KI-Boom lassen die deutschen Exporteure so optimistisch nach vorn blicken wie seit viereinhalb Jahren nicht mehr. Das Barometer für ⁠die Exporterwartungen stieg im ⁠August deutlich auf plus 9,6 Punkte, von minus 2,8 Zählern im Juli. Dies ist der höchste ⁠Wert seit Februar ​2022, wie ⁠das Münchner Ifo-Institut bei seiner Unternehmensumfrage herausfand. ​Damals begann der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine. Es ist ‌zugleich der kräftigste Anstieg seit mehr als sechs Jahren. „Die Exportwirtschaft nimmt Fahrt auf“, sagte Ifo-Umfragechef Klaus Wohlrabe. Digitalisierung ​und KI-Boom helfen demnach der heimischen Industrie, da ​für den Bau von Rechenzentren in vielen Bereichen deutsche Technik gefragt ist. 

Stimmung in Elektroindustrie so gut wie seit 2023 nicht mehrDie Stimmung in der deutschen Elektroindustrie ist wegen der starken Auslandsnachfrage so ​gut wie seit über drei Jahren nicht mehr. Das Barometer für das Geschäftsklima stieg ⁠im August auf 16,0 Punkte, von 10,0 Punkten im Juli, wie das Münchner Ifo-Institut am Dienstag zu seiner Unternehmensumfrage mitteilte. Das ist der höchste Wert seit Mai 2023. Ausschlaggebend dafür ‌waren vor allem die Geschäftserwartungen, die deutlich optimistischer ausfielen. Ihre aktuelle Lage bewerteten die Unternehmen zwar etwas zurückhaltender als im Vormonat, aber weiterhin klar positiv.„Die Elektroindustrie gehört derzeit zu den wenigen Bereichen ‌der Industrie, in denen ‌die Geschäfte gut laufen“, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe. „Zuletzt hat sich die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe insgesamt zwar ebenfalls verbessert, die Elektroindustrie war aber bereits vorher deutlich optimistischer.“ Zu der Branche gehören Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen ​und optischen Erzeugnissen.Getragen wird die Zuversicht vom Auslandsgeschäft: ⁠Die Exporterwartungen sprangen in dieser Branche von minus 7,6 auf plus 24,7 Punkte. Generell entwickelt sich die Auftragslage sehr gut: Die ​Zahl der Neuaufträge nimmt den Angaben zufolge kontinuierlich zu. Entsprechend wollen die Unternehmen ihre Produktion ausweiten und ihr ⁠Personal aufstocken. Im Verarbeitenden ‌Gewerbe insgesamt planen die Firmen dagegen weiterhin, Stellen abzubauen.

Rückschlag für Chemiepark LeunaDem Chemiepark Leuna droht die Schließung eines der größten Werke am wichtigsten Chemiestandort in Sachsen-Anhalt. Die Suche nach einem Investor für die insolvente Leuna Polyamid GmbH sei gescheitert, teilte das Unternehmen am Montag mit. „Mit dem heutigen Tag beginnen die Planungen für einen geordneten Abfahrbetrieb der Anlagen“, heißt es weiter. Rund 400 Arbeitsplätze sind direkt betroffen. Das Aus für Leuna Polyamid, die Vorprodukte von anderen Unternehmen am Standort bezieht, schwächt den gesamten Chemiestandort mit insgesamt mehr als 10.000 Beschäftigten.Die für September geplante Produktion werde noch umgesetzt werden, damit alle Vertragskunden die bestellte Ware erhalten, heißt es in der Mitteilung. Mit der für Anfang Oktober erwarteten Eröffnung eines Insolvenzverfahrens würden die Anlagen langsam heruntergefahren. „Anschließend werden umfangreiche Maßnahmen zum Entleeren und Reinigen der Anlagen notwendig. Hierfür werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihrer fachlichen Expertise und dem Engagement weiterhin gebraucht“, heißt es in der Mitteilung.Leuna Polyamid hatte das Werk Anfang April vom insolventen Betreiber Domo Caproleuna übernommen. Die Tochtergesellschaft der belgischen Domo Gruppe hatte über die Weihnachtsfeiertage überraschend Insolvenz angemeldet. Daraufhin war zunächst das Land Sachsen-Anhalt für die Finanzierung eines Notbetriebs der Anlagen eingesprungen, um die Suche nach einem Investor zu ermöglichen. Als diese erfolglos blieb, gründeten der Chemieparkbetreiber Infraleuna und das im Chemiepark ansässige Unternehmen Leuna Harze die Auffanggesellschaft Leuna Polyamid, und übernahmen den Betrieb. Im Juni stellte die Auffanggesellschaft einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung und startete erneut die Investorensuche. „Wir müssen leider akzeptieren, dass die Marktbedingungen eine auskömmliche Produktion am Standort verhindern\", teilte das Unternehmen am Montag mit. Als Grund nennt die Geschäftsführung gestiegene Rohstoffpreise „insbesondere in der Golfregion“, sowie Vorkasseforderungen von Lieferanten, die den Liquiditätsbedarf überstiegen.

Xiaomi und Huaweil präsentieren Falt-Handys vor AppleWenige Tage vor der alljährlichen Vorstellung der ​neuen iPhone-Generation verschärfen Xiaomi und Huawei den Wettbewerb auf dem Smartphone-Markt. Die ⁠beiden chinesischen Hersteller präsentierten mit dem „18 Fold“ und dem „Mate XT2“ am Montag hochpreisige Falt-Handys. Apple wird bei der für Mittwoch geplanten Veranstaltung ‌voraussichtlich das erste faltbare iPhone vorstellen.Das Xiaomi Fold hat im zugeklappten Zustand die Größe eines Reisepasses und kann im geöffneten Zustand ‌drei Apps nebeneinander anzeigen. ‌Angetrieben wird das Gerät von einem selbst entwickelten Prozessor. Die Speicherbausteine stammen vom chinesischen Spezialisten CXMT. Huawei setzt für das doppelt faltbare Mate XT2 ebenfalls ​auf Chips aus eigener Herstellung. ⁠Ausgeklappt erreicht der Bildschirm dieses Smartphones die Größe eines Tablets.Die Preise für die neuen Geräte ​beginnen bei 1540 Dollar (Xiaomi) beziehungsweise 2980 Dollar (Huawei). Beide Unternehmen betonten bei der ⁠Produktvorstellung den hohen ‌Kostendruck durch die in den vergangenen Monaten rasant gestiegenen Preise für Speicherchips. Mit hochpreisigen Falt-Handys wollen Smartphone-Anbieter ihre Gewinnmargen verbessern. Bislang dominiert Samsung mit ⁠Modellen wie ⁠dem Galaxy Z Fold8 und dem Z Flip8 diesen kleinen, aber wachstumsstarken ⁠Markt. ​In China erreicht ⁠Huawei den Experten des Branchendienstes ​Smart Analytics Global zufolge in dieser Produktkategorie ‌jedoch einen Marktanteil von 68 Prozent.