FAZ 06.02.2026
08:37 Uhr

Business-Ticker: 650 Milliarden Dollar Investitionen in KI – die Angst vor einer Blase wächst


US-Tech-Konzerne stecken gewaltige Summen in neue Rechenzentren +++ Stellantis schockt Börse mit Milliardenabschreibung +++ Amazon-Aktienkurs fällt um 11 Prozent +++ alle Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.

Business-Ticker: 650 Milliarden Dollar Investitionen in KI – die Angst vor einer Blase wächst

Der österreichisch-kanadische Milliardär Frank Stronach muss sich wegen Missbrauchsvorwürfen vor Gericht verantworten. Der Strafprozess in Toronto dürfte am kommenden Donnerstag offiziell starten. Das meldete die kanadische Nachrichtenagentur \"The Canadian Press\" nach einem Gerichtstermin am gestrigen Donnerstag. Stronachs Anwältin hatte angekündigt, einen Antrag auf Aussetzung des Verfahrens stellen zu wollen. Sie vermutet, dass Klägerinnen durch die Staatsanwaltschaft beeinflusst wurden. Die Vorwürfe von mehr als einem Dutzend Frauen gehen bis in die 1970er Jahre zurück.Stronach hat in Nordamerika den Magna-Konzern aufgebaut, der zur Riege der großen Autozulieferkonzerne gehört. In Österreich wurde der heute 93-Jährige durch sein Sport-Investment im Fußball und Pferdesport sowie als Gründer der kurzzeitig auch im Nationalrat vertretenen Partei Team Stronach einer breiten Öffentlichkeit bekannt.

Die Fluggesellschaft Condor stellt ihre Flüge zwischen Berlin und Dubai  ein. Diese Strecke war zuletzt in Diskussionen in den Vordergrund gerückt, da die Gesellschaft Emirates aus Dubai sie auch bedienen will, es wegen Beschränkungen im Luftverkehrsabkommen zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten bislang aber nicht darf. Im Bund gibt es aber Stimmen, die diese Regelung lockern wollen.Condor begründet die Streichung, die schon zum April wirkt, mit der mangelnden Wirtschaftlichkeit der Strecke. Einen Zusammenhang mit der Emirates-Debatte gebe es nicht. Im Sommer sei die Urlaubernachfrage wegen der hohen Temperaturen am Golf geringer, zudem würden Kreuzfahrten von den Emiraten aus, für die Passagiere zum Starthafen gebracht werden, vornehmlich im Winter starten. Im Winter will Condor weiterhin Dubai ansteuern. Mit der Sommerverbindung hatte Condor Hoffnungen verbunden. Es sollten Passagiere gewonnen werden, die in Dubai zur Weiterreise umsteigen. Dafür hatte die Gesellschaft Abkommen mit Emirates geschlossen. Mitglieder des Emirates-Kundenbindungsprogramms konnten auch auf den Condor-Dubai-Flügen Bonusmeilen sammeln. 

 Der Autokonzern Stellantis zieht die Reißleine bei seiner Elektrostrategie ​und verbucht milliardenschwere Abschreibungen. Wegen der Drosselung der Entwicklungspläne für Elektroautos fielen in der zweiten Jahreshälfte 2025 Belastungen von rund 22,2 Milliarden Euro an, teilte der französisch-italienische Hersteller am Freitag mit. Unter dem Strich entstehe dadurch für diesen Zeitraum ​ein vorläufiger Verlust von 19 bis 21 Milliarden Euro. Die Aktionäre sollen leer ausgehen: Eine Dividende werde in diesem Jahr nicht gezahlt. „Das Unternehmen hat ​die überwiegende Mehrheit der Entscheidungen getroffen, die zur Korrektur der Richtung erforderlich sind“, hieß es in der Mitteilung. Dabei gehe es vor allem darum, das Produktportfolio an die Marktnachfrage anzupassen.Die Hiobsbotschaft riss ⁠die Stellantis-Aktien um mehr als ​14 Prozent nach unten und belastete auch andere französische Branchenwerte: Die Aktien von Valeo, Renault und Forvia gaben ⁠zwischen 2,1 und 2,5 Prozent nach. Auch in Deutschland zählten Autowerte zu den größten ‍Verlierern: Volkswagen verloren im ‍Dax 2,3 Prozent, BMW 1,5 Prozent und Porsche im M-Dax sogar 3,2 Prozent. 

 Das für Dübel und Befestigungstechnik bekannte baden-württembergische Unternehmen Fischer hat trotz des schwierigen Marktumfelds sein Geschäft stabil gehalten. Im ersten vollständigen Geschäftsjahr nach dem Verkauf der Autosparte 2024 erwirtschafte Fischer einen Umsatz von 1,05 Milliarden Euro. Das Jahr 2024 hatte das Traditionsunternehmen noch mit Erlösen von 1,11 Milliarden Euro abgeschlossen. Der größte Bereich Befestigungssysteme legte nach Unternehmensangaben währungsbereinigt um drei Prozent zu. Angaben zum Gewinn machte Fischer nicht.  Im Juni 2024 hatte das Unternehmen mit Sitz in Waldachtal (Kreis Freudenstadt) den Geschäftsbereich Automotive, der vor allem Lüftungsdüsen, Ablagefächer, Cupholder und Ladeklappen aus Kunststoff für Elektro- und Verbrennerautos produzierte und einen Umsatz von 166 Millionen Euro erwirtschaftete, an die Beteiligungsgesellschaft Mutares mit Sitz in München abgegeben. Als Grund gab das Unternehmen damals die sinkenden Absätze und die schwierige Situation in der Automobilwirtschaft an, ein Sanierungsfall sei die Sparte aber nicht gewesen.  Für das laufende Jahr strebt das Unternehmen ein Umsatzwachstum an. Eine genaue Prognose wagte es nicht. Voraussichtlich werde 2026 das Wachstum von geopolitischen Rahmenbedingungen geprägt sein, die sich der unmittelbaren Einflussnahme der Industrie entzögen. Herausforderungen in Deutschland seien weiterhin die hohen Energiekosten und hohe bürokratische Hürden in der Europäischen Union. Die breite internationale Aufstellung habe es der Unternehmensgruppe 2025 ermöglicht, weitgehend unabhängig von negativen geopolitischen Einflüssen zu agieren. Es werde in rund 120 Länder exportiert. Weltweit beschäftigt Fischer 4.800 Männer und Frauen. 

Die Zugtechniksparte des Technologiekonzerns Siemens hat einen Großauftrag für die S-Bahn in Kopenhagen erhalten. Das Konsortium aus Siemens Mobility und dem Schweizer Zughersteller Stadler wird für die Dänischen Staatsbahnen 226 vollautomatisierte vierteilige Triebzüge liefern. Der Vertrag beinhaltet darüber hinaus eine Option auf bis zu 100 weitere Züge. Das Gesamtvertragsvolumen für das Siemens-Konsortium beträgt rund drei Milliarden Euro. Die Flotte wird nach Angaben von Siemens das weltweit größte offene Bahnsystem mit automatisiertem Zugbetrieb (Automatic Train Operation, ATO) schaffen. Siemens Mobility übernimmt als Konsortialführer die elektrische Ausrüstung, einschließlich Antriebs- und Bremstechnik, Bordstromversorgung, Fahrzeug- und Zugsteuerung, Fahrgastinformationssystem sowie Drehgestelle. Stadler liefert die Wagenkästen, die Kupplungen, die gesamte Innenausstattung mit Sitzen, Klimaanlagen sowie Türen und übernimmt zudem die Endmontage der Züge.Für die Dänischen Staatsbahnen stellt der Auftrag die größte Investition in der 90-jährigen Geschichte der S-Bahn Kopenhagen dar. Mit dem Übergang zum vollautomatischen Zugbetrieb soll die Taktfrequenz der Kopenhagener S‑Bahn deutlich erhöht werden. 

Die französische Großbank Société Générale blickt nach einem ​überraschend starken Schlussquartal optimistischer in die Zukunft. Als Zeichen des Vertrauens verlängerte der Verwaltungsrat den Vertrag von Bankchef Slawomir Krupa ab dem Jahr 2027 um weitere vier Jahre, wie die zweitgrößte börsennotierte Bank Frankreichs am ​Freitag mitteilte. Im vierten Quartal kletterte der Nettogewinn dank Sparmaßnahmen und eines starken Privatkundengeschäfts um 36 Prozent auf 1,42 Milliarden Euro. Damit übertraf ​die Bank die Erwartungen der Analysten deutlich. Für 2026 peilt das Management nun eine Eigenkapitalrendite (ROTE) von mehr als zehn Prozent an, nachdem zuvor eine Spanne von neun bis ⁠zehn Prozent in Aussicht gestellt worden ​war.Während das französische Privatkundengeschäft sowie die Versicherungs- und Vermögensverwaltungssparten glänzten, schwächelte das Investmentbanking. Die Erträge in ⁠diesem Bereich sanken um 2,3 Prozent. Besonders der Handel mit Anleihen, Währungen und ‍Rohstoffen (FICC) brach um ‍gut 13 Prozent ein – ein deutlicher Kontrast zu Konkurrenten wie BNP Paribas oder der Deutschen Bank, die hier Zuwächse verzeichneten.Société Générale-Chef Krupa, der einen strikten Sparkurs fährt, hat das ⁠Vertrauen der Investoren zurückgewonnen: Die Aktie legte in den vergangenen zwölf Monaten ​um rund ​140 Prozent zu und entwickelte sich ‌damit deutlich besser als der europäische Bankensektor. Die ‍Aktionäre sollen zudem von einem neuen Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 1,46 Milliarden ‍Euro profitieren.

Die deutschen Unternehmen haben ihre Produktion trotz verbesserter Auftragslage ​im Dezember spürbar gedrosselt. Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 1,9 Prozent weniger her als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Zuvor vom Finanzdienst Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Rückgang von 0,3 Prozent ​gerechnet, nach einem Zuwachs von revidiert 0,2 (vorläufiger Wert: 0,8) Prozent im November. Mit den vorliegenden Produktionszahlen habe sich die Industriekonjunktur zum Jahresende wieder etwas eingetrübt, konstatierte ​das Wirtschaftsministerium. Angesichts der spürbaren Produktionsausweitung in den Vormonaten sei der Rückgang im Dezember jedoch eher als Pause zu sehen.\"Der zuletzt kräftige, vor allem vom Inland getragene Anstieg der Auftragseingänge deutet auf ⁠eine fortgesetzte Erholung der Industrieproduktion in ​den kommenden Monaten hin\", teilte das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie weiter mit. Gut gefüllte Auftragsbücher sprechen ⁠nach Ansicht des Chefvolkswirts Alexander Krüger von der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank für eine \"nur kurze ‍Atempause\". Sollten die ‍Aufträge zügig abgearbeitet werden, dürften sich demnach belebende Impulse durchsetzen.Im Gesamtjahr 2025 schrumpfte die Produktion hierzulande um 1,1 Prozent. Die Industrie allein stellte im Dezember 3 Prozent weniger her als ⁠im Vormonat. Sie hatte zuvor vier Monate in Folge mehr Neuaufträge an Land gezogen, ​begünstigt zuletzt auch durch ​Großaufträge für die Aufrüstung. In ‌der Automobilindustrie ging die Produktion im Dezember um 8,9 ‍Prozent zurück, im Maschinenbau um 6,8 Prozent. Die Energieerzeugung verringerte sich im Dezember um ‍1,8 Prozent. Die Baubranche erhöhte ihre Produktion ⁠um 3 Prozent.

Beim weltgrößten Autobauer Toyota steht ein Führungswechsel an: Konzernchef ​Koji Sato trete nach nur drei Jahren an der Spitze ab und werde durch Finanzvorstand Kenta Kon ersetzt, teilte das japanische Unternehmen am Freitag mit. Sato solle Vize-Verwaltungsratschef werden und sich auf übergreifende Industriethemen konzentrieren, während Kon das interne Management verantworte. ​Mit dem Umbau wolle der Konzern Entscheidungsprozesse beschleunigen, um besser auf den tiefgreifenden Wandel in der Branche reagieren zu können. Zuletzt hatte sich die Kritik von Investoren ​an der geplanten Übernahme der Tochtergesellschaft Toyota Industries gehäuft. Minderheitsaktionäre hatten den Deal als intransparent und den Preis als zu niedrig bemängelt.Sato hatte das Ruder erst im April 2023 vom Enkel des Firmengründers, Akio Toyoda, ⁠übernommen. Unter seiner Ägide hielt Toyota ​an Hybrid-Antrieben fest – eine Strategie, die sich angesichts der abflauenden Elektro-Euphorie zunächst auszahlte und Rekordverkäufe sicherte. Der Toyota-Aktienkurs ⁠stieg in Satos Zeit auf dem Chefposten inklusive Dividenden um 111 Prozent. Allerdings verlor der Konzern zuletzt ‍in Regionen ‍wie Südostasien Marktanteile an chinesische Rivalen wie BYD. Analyst James Hong von Macquarie sprach von einem \"Regimewechsel\". Während Sato eher für die Produktentwicklung stehe, bringe Kon mehr Erfahrung bei finanziellen Themen mit. Er gilt ⁠als treibende Kraft hinter dem umstrittenen Toyota-Industries-Deal.Bekanntgegeben wurde die Personalie zeitgleich mit den Geschäftszahlen zum ​dritten Quartal. Dank ​des schwachen Yen und Sparmaßnahmen hob Toyota ‌seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr (per Ende März) an. ‍Der Betriebsgewinn soll nun 3,8 Billionen Yen (rund 23 Milliarden Euro) erreichen. Bislang war das Unternehmen ‍von 3,4 Billionen Yen ausgegangen.Mehr zum neuen Toyota-Chef lesen Sie bei unserem Tokio-Korrespondenten Tim Kanning. 

Wie die Rivalen Google und Microsoft legt auch Amazon bei den Investitionen kräftig nach: Sie würden 2026 voraussichtlich um 50 Prozent auf 200 Milliarden Dollar steigen, kündigte der Online-Händler am Donnerstag an. Das Geld solle in den Bau neuer Rechenzentren sowie die Entwicklung von KI-Chips und Kommunikationssatelliten fließen, sagte Konzernchef Andy Jassy. Analysten ​hatten mit Ausgaben von knapp 145 Milliarden Dollar gerechnet. Der Aktienkurs brach darauf hin ein und fiel im nachbörslichen Handel um 11 Prozent – Anleger sind zunehmen unsicher, ob die hohen Investitionen sich wirklich auszahlen.Amazon Web Services (AWS) ist der weltgrößte Cloud-Anbieter. Die Tochter des Online-Händlers trägt zwar nur etwa 15 bis 20 Prozent zum Konzernumsatz, aber 60 Prozent zum Betriebsgewinn bei. Für den ​Einsatz in den eigenen Rechenzentren entwickelt AWS eigene Spezialprozessoren für Künstliche Intelligenz (KI). Im vierten Quartal haben Rechner mit insgesamt einer halben Million Trainium2-Chips den Betrieb aufgenommen. Diese werden vor allem vom KI-Entwickler und OpenAI-Rivalen Anthropic genutzt. An diesem ist Amazon beteiligt. Daneben baut der Online-Händler mit Leo ein Netzwerk ⁠für Internet-Verbindungen über Satellit auf, das Starlink Konkurrenz machen soll.Die ​Google-Muttergesellschaft Alphabet, der Softwarekonzern Microsoft und der Facebook-Betreiber Meta hatten in den vergangenen Wochen ebenfalls jeweils eine deutliche Ausweitung ihrer Investitionen in KI-Infrastruktur angekündigt. ⁠Anleger reagierten jedoch nur dann positiv, wenn die Unternehmen kräftige Steigerungen bei Umsatz oder Gewinn vorweisen konnten.

Die Deutsche Lufthansa arbeitet zum 100. Jahrestag ihrer Gründung 1926 ihr Geschichte in der NS-Zeit neu auf.  „Lufthansa war kein Unternehmen im Nationalsozialismus, es war ein Unternehmen des Nationalsozialismus“, sagt der vom Konzern beauftragte Historiker Manfred Grieger. Erhard Milch saß im Vorstand der Lufthansa und war zugleich Staatssekretär im Reichsluftfahrtministerium unter Hermann Göring. Für diesen Posten hatte Milch sich selbst empfohlen. 1933 war er der NSDAP beigetreten, rückwirkend zum 1. April 1929 – also noch vor der Machtergreifung 1933. Später stieg er bis zum Befehlshaber der Luftwaffe auf. Das Unternehmen habe der „verdeckten Aufrüstung“ gedient. Die Ju-52 in der Flotte war auch ein \"Behelfsbomber\", ein Dual-Use-Flugzeug. Lufthansa beschäftigte in der NS-Zeit und im Zweiten Weltkrieg zudem Tausende Zwangsarbeiter. Neu sind die Erkenntnisse nicht. Studien dazu hat der Konzern längst angestellt. Doch mit dem schonungslosen Offenlegen der Ergebnisse hat man sich nicht immer leicht getan. Dazu gehörte, dass eine Studie lange nur auf Anfrage herausgegeben wurde und Jahre später als Anhang zu einem anderen Buch herausgegeben wurde. Vorstandschef Carsten Spohr verordnet zum 100. Gründungstag mehr Transparenz. Vorkriegs- und Nachkriegs-Lufthansa werden nun in einer Linie gesehen. Die Erkenntnis sei klar, der der frühere Umgang mit der eigenen Geschichte \"falsch\" war und dem Unternehmen auch geschadet habe, sagt Spohr. „Wir haben sehr klar den Kurs gesetzt, dass wir jetzt mit dem Thema anders umgehen.\" Und noch eine Historiker-Erkenntnis Griegers für die Ewigkeit - basierend auf der Untersuchung der NS-Zeit der Lufthansa, auf die Liquiditation und ein Neustart folgten: Kooperierten Unternehmen mit autoritären Regimen, gehe es für sie meist erst aufwärts, dann aber rapide nach unten. https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/deutsche-lufthansa-vergangenheit-im-nationalsozialismus-200504942.html

Der Energiekonzern RWE zieht sich in Frankreich komplett aus dem Geschäft mit Windenergie auf dem Meer zurück. Das bestätigte eine Unternehmenssprecherin am Mittwoch auf Anfrage. Die entsprechenden französischen Offshore-Aktivitäten seien allesamt noch in einem frühen Stadium, hieß es. Die Beschäftigten des Geschäftsbereichs verlieren ihre Stellen. \"Der Prozess wurde in sozial verantwortlicher Weise und in enger Abstimmung mit den jeweiligen Mitbestimmungsgremien durchgeführt\", teilte RWE dazu mit. Das betroffene Team in Frankreich bestehe \"aus weniger als 50 Mitarbeitern\". Schon länger hielten sich Gerüchte, das Unternehmen wolle auf den abgeflauten Rückenwind für die Erneuerbaren in Frankreich entsprechend reagieren (siehe Link unten). So hatte das in Essen ansässige Unternehmen zwar im im September gemeinsam mit Totalenergies den Zuschlag für  „Centre Manche 2“, das bislang größte Windkraft-Projekt Frankreichs vor der normannischen Küste erhalten - aber dankend abgelehnt und bekanntgegeben, das entsprechende Konsortium verlassen zu wollen. Damals hieß es noch, dies gelte nur für dieses eine Projekt und es gebe hinsichtlich der generellen Offshore-Aktivitäten in Frankreich \"noch keine endgültige Entscheidung\". Mittlerweile ist diese aber gefallen - zu Ungunsten des Bereichs. RWE ist nur ein Akteur unter vielen, die derzeit Zweifel am Geschäft mit Erneuerbaren in Frankreich hegen oder es gleich ganz aufgeben. Schuld ist die politische Instabilität, die besonders mit Blick auf das Energiethema zuletzt zu einem Zickzackkurs geführt hatte. Speziell für RWE kommt hinzu, dass sich der gesamte Konzern schon im vergangenen Jahr entschieden hatte, sein Milliarden-Investitionsprogramm insgesamt zu reduzieren und bis 2030 rund zehn Milliarden Euro weniger zu investieren als geplant. Es gibt seither strengere Vorgaben dafür, welche Rendite Projekte bringen müssen. Indes versicherte die RWE-Sprecherin:  \"Unser Ziel, unser Offshore-Windportfolio weiter auszubauen, bleibt unverändert\" – bloß eben nicht in Frankreich. Anders sieht es etwa in Großbritannien aus, wo sich das Unternehmen kürzlich im Rahmen einer Auktion für erneuerbare Energien mehrere Projekte gesichert hatte.  

  Henkel mit Konsumgütermarken wie Persil oder Schwarzkopf kauft für 2,1 Milliarden das niederländische Spezialbeschichtungsunternehmen Stahl und stärkt damit sein wichtiges Klebstoff-Geschäft. Henkel habe eine Übereinkunft erzielt, die Stahl-Gruppe zu erwerben, teilte der Konzern am Mittwoch in Düsseldorf mit. Sie sei eine „hervorragende strategische Ergänzung für unser Geschäft“.Stahl beschäftigt rund 1700 Menschen, das Geschäft umfasst  „Lederfinish-Beschichtungen, Performance-Beschichtungen sowie Hochleistungsbeschichtungen für Papierverpackungen und grafische Anwendungen“, wie Henkel erklärte. Diese Beschichtungen werden in den Bereichen „Auto, Mode und Lifestyle“ benötigt. Der Umsatz von Stahl betrug im vergangenen Jahr rund 725 Millionen Euro. Bisheriger Mehrheitsbesitzer ist die französische Investmentgesellschaft Wendel. 

 Der Energietechnikkonzern Siemens Energy investiert eine Milliarde Dollar in den Ausbau seiner US-Produktion für Stromnetz- und Gasturbinenkomponenten. Der Münchener Konzern reagiert damit auf den enormen Energiebedarf für Rechenzentren, die für Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz (KI) benötigt ​werden. „Die USA sind derzeit der heißeste Strommarkt der Welt“, sagte Siemens-Energy-Chef Christian Bruch der Nachrichtenagentur Reuters. „Und ich sehe nicht, dass das aufhört.“ Der Markt sei bereits im vergangenen Jahr ​der größte für den Auftragseingang des Dax-Konzerns gewesen.Die Pläne umfassen den Bau einer neuen Fabrik in Mississippi zur Herstellung von Stromnetz-Ausrüstung. Bruch zufolge wird dies die weltweit größte derartige Anlage von Siemens Energy sein. Die ⁠Investition sei Teil eines Sechs-Milliarden-Euro-Programms. Ein großer Teil ​der Nachfrage wird von Rechenzentren angetrieben. „Wir haben rund 20 Gigawatt an Erzeugungsleistung für Rechenzentren, allein in den USA.“ Dies ⁠umfasse sowohl Aufträge als auch Reservierungsvereinbarungen. Durch die Erweiterung in den USA, wo der Konzern 22 Prozent ‍seines Umsatzes erzielt, ‍werde die weltweite Produktionskapazität für große Turbinen um etwa ein Fünftel erhöht. Durch die Investition würden mehr als 1500 Arbeitsplätze geschaffen. Siemens Energy beschäftigt in den USA mehr als 12.000 Mitarbeiter an insgesamt ⁠25 Standorten. 

 Die neue Spielkonsole Switch 2 treibt die Geschäfte des japanischen Videospiele-Konzerns ​Nintendo. Der Umsatz verdoppelte sich in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 auf 1,9 Billionen Yen (rund 10,4 Milliarden Euro), der operative Gewinn sprang um 21 Prozent auf 300,3 Milliarden Yen, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Die neue Version der erfolgreichen Konsole ​Switch war Mitte 2025 auf den Markt gekommen und wurde bis Ende des Jahres 17,4 millionenfach verkauft. Investoren debattieren jedoch darüber, ob diese Dynamik anhalten kann. Nintendo bestätigte ​seine Prognose für das Gesamtjahr 2025/26, wonach der operative Gewinn um fast ein Drittel auf 370 Milliarden Yen steigen und 19 Millionen Switch 2 verkauft werden sollen.Der Konzern aus Kyoto muss derzeit Lieferkettenprobleme bewältigen, die durch ⁠den Handelskrieg von US-Präsident Donald Trump verursacht ​wurden. Zudem kämpfen Hardware-Hersteller mit stark steigenden Preisen für Speicherchips, da der Boom bei Künstlicher Intelligenz (KI) die Nachfrage antreibt. ⁠Nintendo sei hier jedoch besser aufgestellt als die Konkurrenz, schrieb Jefferies-Analyst Atul Goyal: „Beträchtliche Lagerbestände und langfristige Verträge werden ‍das Unternehmen für ... ‍mehrere Quartale schützen.“ An der Tokioter Börse kletterten die Nintendo-Aktien knapp zwei Prozent.