Eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung auf deutschen Autobahnen hält Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) mit Blick auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt für nicht sinnvoll. „Ein Tempolimit würde die Spaltung im Land noch einmal verstärken, weil es viele als Einschränkung ihrer Freiheit empfinden würden“, sagte Bilger den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Viele Menschen führen schon heute mit Tempomat oder freiwillig langsamer. Daher zweifle er daran, dass es ein „großes Potenzial an CO₂-Einsparungen durch ein Tempolimit“ gäbe. Auch bei der Verkehrssicherheit sieht der Politiker „keinen nennenswerten Effekt“: Die deutschen Autobahnen seien sicherer als die meisten Autobahnen in europäischen Ländern mit Tempolimit. Für das Erreichen der Klimaziele setzt er vielmehr auf Elektromobilität. Selbst ADAC-Mitglieder für Tempolimit Überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit sind Ursache Nummer 1 für tödliche Verkehrsunfälle, wie Zahlen des ADAC zeigen. In einer Umfrage des Automobilclubs hatte sich Anfang 2024 eine Mehrheit der Mitglieder (55 Prozent) für ein Tempolimit auf Autobahnen ausgesprochen. Bilger sieht indes einen Zusammenhang zwischen AfD-Erfolgen und Frust über die Verkehrsinfrastruktur. So sorgten lange Bauzeiten bei Verkehrsprojekten für Unzufriedenheit. Und: „Seit ich im Amt bin, werde ich am häufigsten auf die Probleme bei der Bahn angesprochen“, sagte Bilger, der am 29. Juli vereidigt wurde. Der aktuelle Zustand der Bahn sei „völlig unzureichend“. Für Rückkehr der Familienreservierung Zudem kündigte der Minister an, mit der Bahn über eine Wiedereinführung der Familienreservierung zu sprechen, die vor gut einem Jahr abgeschafft worden war. Bis dahin konnten Familien für 10,40 Euro bis zu fünf Sitzplätze gemeinsam reservieren. Seitdem muss für jeden Platz einzeln bezahlt werden. Eine vom Verkehrsclub Deutschland gestartete Petition für die Wiedereinführung unterzeichneten mehr als 128.000 Menschen. Bilger sagte, wegen des Wegfalls der Familienreservierung gebe es „zurecht viel Unzufriedenheit“. „Deswegen habe ich es damals auch kritisiert.“ Zugleich betonte er: „Die Bahn hat für Familien grundsätzlich viele gute Angebote.“
