Solche Nachrichten tun dem Selbstbewusstsein Frankfurts gut: Bei der Vermietung von Büroflächen hat die Mainmetropole 2025 die drei größten deutschen Städte überholt und sich an die Spitze gesetzt. Während das Maklernetzwerk German Property Partners aus Berlin, Hamburg und München einen Rückgang des Flächenumsatzes von bis zu 18 Prozent meldet, verzeichnet es für Frankfurt ein sattes Plus von 59 Prozent. Das ist ein erfreuliches Zeichen für die Attraktivität des Standorts. Dabei ist allerdings zu beachten, dass 2025 ein außergewöhnliches Jahr mit mehreren großen Abschlüssen war. Allein die Anmietung des Central Business Towers durch die Commerzbank macht ein Achtel des gesamten Vermietungsvolumens aus. Mit einer Fläche von 73.000 Quadratmetern handelt es sich um die größte Anmietung des Jahres in ganz Deutschland. Das lässt sich nicht jedes Jahr wiederholen. Die hohen Umsätze sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass keineswegs mehr Büros benötigt werden. Bei den großen Anmietungen geht es ausschließlich um Umzüge innerhalb der Stadt oder der Region. Unternehmen wollen sich zwar bei Lage und Ausstattung verbessern und nehmen dafür auch höhere Mieten in Kauf, reduzieren aber wegen Homeoffice und neuen Arbeitswelten gleichzeitig ihre Büroflächen. 1,5 Millionen Quadratmeter ungenutzt Wenn die Commerzbank 2028 ihre neuen Räume im Bankenviertel bezieht, wird sie mehrere dezentrale Standorte in Frankfurt und der Region aufgeben. Das wird dazu führen, dass der Leerstand in älteren Immobilien zunimmt. Schon heute sind etwa 1,5 Millionen Quadratmeter ungenutzt. Selbst beim erst 2011 eröffneten und damals als zukunftsweisend gepriesenen Bürokomplex „The Squaire“ am Flughafen wird es nicht leicht sein, Nachmieter zu finden, wenn sich dort die Unternehmensberatung KPMG in Richtung Innenstadt verabschiedet. Zu einem Problem wird der Leerstand nicht nur für die Eigentümer, sondern auch für die Stadtentwicklung. Ungenutzte Gebäude können negativ auf das gesamte Quartier ausstrahlen. Plötzlich rechnen sich Gastronomie, Einzelhandel und Dienstleistungen nicht mehr: Wo weniger Menschen arbeiten, sinkt auch die Nachfrage nach einem Mittagsimbiss. Die Lösung wird in vielen Fällen nur eine Umnutzung sein können. Frankfurt ist weit vorne, wenn es darum geht, Wohnungen in ehemaligen Büros zu schaffen. Das ist aber aus wirtschaftlichen Gründen nicht in jedem Fall möglich. Entwickler können sich damit leicht übernehmen, wie die Insolvenz eines Unternehmens zeigt, das im Westend aus einem Bürohaus eine Seniorenresidenz machen wollte. Deshalb führt kein Weg daran vorbei, die Vorschriften für den Umbau von Bestandsgebäuden zu vereinfachen. Sonst werden immer mehr Ruinen das Stadtbild prägen.
