Die Frau des französischen Präsidenten, Brigitte Macron, hat sich für ihre umstrittenen Äußerungen über feministische Aktivistinnen entschuldigt. Ohne zu wissen, dass sie gefilmt wurde, hatte sie diese in ungewöhnlich deftigem Ton als „sales connes“ bezeichnet, also als „blöde Kühe“ oder wörtlich „unangenehme Idioten“. In der Sendung „Brut“ am Montagabend sagte die 72 Jahre alte Première Dame: „Es tut mir leid, wenn ich betroffene Frauen verletzt habe.“ Ihre Äußerungen seien privat gewesen und hätten den Komiker Ary Abittan beruhigen sollen. Die Vorstellung des Komikers im Pariser Theater Folies Bergère war am 6. Dezember von Aktivistinnen der feministischen Bewegung #NousToutes („Wir alle“) unterbrochen worden. Die Aktivistinnen skandierten im Saal „Abittan Vergewaltiger“. Die Bewegung prangert sexuelle Übergriffe auf Frauen an. Slogan feministischer Aktivistinnen Eine Frau hatte 2021 Anzeige gegen Abittan erstattet, weil er sie vergewaltigt haben soll. Die Ermittlungen wurden jedoch aus Mangel an Beweisen eingestellt. Als Brigitte Macron die Vorstellung besuchte, befürchtete der Komiker, dass diese wieder unterbrochen werden könnte. Die Unterhaltung zwischen den beiden wurde von Macrons Kommunikationsagentur versehentlich an die Regenbogenpresse weitergegeben und führte zu großer Empörung. Der Kraftausdruck der Première Dame, „sales connes“, ist inzwischen zum neuen Slogan der feministischen Aktivistinnen avanciert. Bekannte Schauspielerinnen wie Marion Cotillard und Romane Bohringer bezeichneten sich in den sozialen Netzwerken als „sales connes“. Brigitte Macron sagte im Fernsehen, sie könne ihre Worte nicht bereuen. „Ich bin zwar die Frau des Präsidenten der Republik, aber in erster Linie bin ich ich selbst. Und im Privatleben kann ich mich völlig unangemessen verhalten.“
