FAZ 07.09.2026
13:39 Uhr

Betrugsversuch: Die ARD warnt vor gefälschten Presseanfragen


Die ARD warnt vor Betrug: In gefälschten E-Mails, die angeblich von Kulturredakteuren stammen, werden Autoren zu Interviews zur Frankfurter Buchmesse eingeladen und dann zur Kasse gebeten.

Betrugsversuch: Die ARD warnt vor gefälschten Presseanfragen

Vor dem Beginn der Frankfurter Buchmesse kursieren gefälschte Presseanfragen, die angeblich von ARD-Kulturredakteuren stammen. Das teilte die ARD mit. Sie warnt davor, auf die entsprechenden E-Mails zu antworten. In diesen werden Autorinnen und Autoren – vermeintlich – zu Podcastgesprächen oder Interviews im öffentlich-rechtlichen Rundfunk eingeladen. Wer auf die Anfrage eingeht, erhält daraufhin das Angebot, ein „Medienpaket“ zu buchen, das zwischen 200 und 500 Euro kostet. Als vermeintliche Absender erscheinen hier Mitarbeiter der Kulturredaktionen von MDR, WDR, SWR, Radio Bremen und Saarländischem Rundfunk. Der Name der MDR-Literaturredakteurin Katrin Schumacher wurde mehrfach für Betrugsversuche missbraucht, wie das „Börsenblatt“ berichtet. Sie wisse von zehn Falschnachrichten, die in ihrem Namen verschickt worden seien. Glaubwürdig wirken diese E-Mails, weil die Absender konkret auf das Genre der Bücher der Autoren eingehen und deren Qualitäten loben. „Die gefälschten Mails diskreditieren zum einen unsere journalistische Arbeit, weil wir ja niemals Geld für ein Interview verlangen würden. Zum anderen wird mit dem Vertrauen und den Erwartungen der Autoren gespielt“, sagte Katrin Schumacher dem „Börsenblatt“. Der MDR hat Anzeige erstattet. Die ARD warnt auf Linkedin vor den Betrugsversuchen und gibt Hinweise, wie man gefälschte Anfragen erkennen kann: E-Mails von privaten Konten, die unter „Gmail“ oder „Yahoo“ liefen, seien verdächtig. Presseanfragen versende man bei der ARD ausschließlich von dienstlichen E-Mail-Adressen aus. Zudem verlange die ARD für redaktionelle Berichterstattung grundsätzlich kein Geld. Bei Zweifeln an der Echtheit einer Anfrage könnten sich Betroffene an die Pressestelle der jeweiligen ARD-Anstalt wenden und sollten die Mails bei den jeweiligen Anbietern als Spam oder Betrug melden.