Der ehemalige Formel-1-Fahrer Adrian Sutil ist wegen Betrugsverdachts festgenommen worden und sitzt in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart wirft dem 42 Jahre alten Deutschen gemeinschaftlichen Betrug im besonders schweren Fall und gemeinschaftliche Unterschlagung vor, wie ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte. Nach Angaben seines Anwalts bestreitet Sutil die Vorwürfe. Es sei kein wirtschaftlicher Schaden gegenüber Dritten entstanden, hieß es in einer Mitteilung des Rechtsanwalts unter anderem an die F.A.Z. Die Untersuchungshaft sei angeordnet worden, weil Sutil über keinen Wohnsitz in Deutschland verfüge, sondern nur in Monaco. Am vergangenen Donnerstag sind vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg mehrere Objekte durchsucht worden, darunter auch eines in Sindelfingen bei Stuttgart, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Dort sei Sutil festgenommen worden. Das Amtsgericht Stuttgart habe schon zuvor auf Antrag der Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl erlassen. Worum es bei den Vorwürfen geht und ob weitere Menschen festgenommen wurden, sagte der Sprecher nicht. Sutil behauptet seinem Anwalt zufolge, dass sein „Ruf gezielt und in irreführender Weise“ beschädigt werden solle. Er sei selbst „Opfer einer großen Vermögensstraftat im europäischen Umfeld“ geworden, die aktuellen Erlebnisse seien für ihn traumatisch. Aufsehen hatte Sutil 2011 erregt, als er den Mitbesitzer des Rennstalls Lotus in einem Nachtklub in Schanghai mit einem Glas in der Hand geschlagen und schwer am Hals verletzt hatte. 2012 wurde er deshalb in München wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten auf Bewährung verurteilt. Sutil hatte seine Formel-1-Karriere 2007 beim damaligen Spyker-Team begonnen, das im Jahr danach unter dem Namen Force India antrat. Er blieb bis Ende 2013 bei diesem Rennstall. Seine Formel-1-Karriere beendete er nach der Saison 2014. Bis zum rechtskräftigen Abschluss des jüngsten Verfahrens gilt die Unschuldsvermutung.
