FAZ 09.12.2025
18:08 Uhr

Bestes Interview 2025: Michael Martens gewinnt Deutschen Reporterpreis


Der F.A.Z.-Korrespondent  für Südosteuropa wurde für ein Gespräch mit dem serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić in der Kategorie „Bestes Interview“ ausgezeichnet.

Bestes Interview 2025: Michael Martens gewinnt Deutschen Reporterpreis

Dem Südosteuropa-Korrespondenten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Michael Martens, ist am Montagabend in Berlin der Deutsche Reporterpreis in der Kategorie „Bestes Interview“ verliehen worden. Ausgezeichnet wurde ein Streitgespräch mit dem serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić, das stattfand, nachdem Vučić einen Artikel von Martens scharf kritisiert hatte. Dieser frühere Artikel über die Zusammenarbeit der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung mit Vučićs Regierungspartei SNS war über mehrere Tage das entscheidende innenpolitische Gesprächsthema in Serbien gewesen. Das nun ausgezeichnete Interview handelte von der Frage, wie Serbiens enge Verbindungen zu Russland das Verhältnis zu Deutschland beeinträchtigen. Es war im September in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung erschienen. Das Streitgespräch mit Vučić lesen Sie hier: „Das habe ich nie gesagt“ Die Jury würdigte das Gespräch als „besondere Leistung“ und begründete die Preisvergabe damit, dass Martens „etwas Seltenes“ gelinge: „Da ist jemand zum Interview bei einem Politiker, der ein Populist und Autokrat ist – und er schafft es gegenzuhalten“, hieß es in der Laudatio. „Vučić wiegelt ab, er relativiert, er geht zum Gegenangriff über, bezichtigt Medien der Lüge. Der Interviewer pariert. Er ist bestens vorbereitet. Er hält gegen. Er lässt sich nicht einseifen. Er antwortet mit Fakten – auch mal mit Ironie.“ In der offiziellen Begründung hieß es: „Die Jury sieht in dem Interview einen Moment journalistischer Ermächtigung mit Vorbildcharakter.“ Neben Martens wurden weitere Journalisten ausgezeichnet, in der Kategorie „Beste Reportage“ etwa die „Spiegel“-Journalistin Julia Kopatzki. Den „besten Podcast“ produzierten die „Zeit“-Journalisten Simone Gaul und Bastian Berbner. Die „beste Investigation“ stammte von den „Spiegel“-Journalisten Jörg Diehl, Roman Höfner, Martin Knobbe, Roman Lehberger, Fidelius Schmid, Thomas Schulz, Wolf Wiedmann-Schmidt und Anika Zeller. Das „beste Essay“ schrieb der Schweizer „Republik“-Reporter Elia Blülle.