FAZ 16.12.2025
13:15 Uhr

„Besessen vom Präsidenten“: Trump irritiert mit Kommentar zu totem Regisseur Reiner


Nach dem Tod von Rob Reiner kondolieren Stars und Politiker – nur US-Präsident Trump schlägt einen anderen Ton an. Und nimmt auch nach Kritik aus den eigenen Reihen nichts zurück.

„Besessen vom Präsidenten“: Trump irritiert mit Kommentar zu totem Regisseur Reiner

US-Präsident Donald Trump hat mit einem Kommentar zum Tod von US-Regisseur Rob Reiner und dessen Ehefrau Michele für Irritationen und Entrüstung gesorgt. Reiner sei Berichten zufolge gestorben, weil er Wut ausgelöst habe mit seiner Aufregung über den US-Präsidenten, schrieb Trump bei seinem Onlinesprachrohr Truth Social. „Er war bekannt dafür, dass er die Menschen verrückt gemacht hat mit seiner rasenden Besessenheit mit Präsident Donald J. Trump.“ Die Äußerung erntete Kritik von vielen Seiten – auch aus den eigenen Parteireihen. „Egal, wie man zu Rob Reiner stand, das ist ein unangebrachter und respektloser Diskurs über einen Mann, der gerade brutal ermordet wurde“, schrieb der republikanische US-Kongressabgeordnete Thomas Massie bei der Onlineplattform X. Die ebenfalls republikanische Kongressabgeordnete Marjorie Taylor Greene kommentierte: „Das ist eine Familientragödie, es geht nicht um Politik oder politische Feinde.“ Die Schauspielerin Whoopi Goldberg erklärte, Trump sei „nicht ihr Präsident“. In der Fernsehsendung „The View“ fragte Goldberg an den Präsidenten gerichtet: „Haben Sie kein Schamgefühl? Gar keins? Können Sie noch tiefer sinken? Ich glaube nicht.“ Präsident Trump nahm sich die Kritik offenbar nicht zu Herzen. Als er bei einem späteren Event im Oval Office darauf angesprochen wurde, erklärte er, er sei „absolut kein Fan“ Reiners gewesen. „Er war eine geisteskranke Person.“ Rob Reiner sei sehr schlecht für sein Land gewesen, fügte Trump noch hinzu. Reiner und seine Ehefrau waren am Sonntag tot in ihrem Haus in Los Angeles aufgefunden worden. Ihr Sohn steht unter Mordverdacht. Reiner war mit Filmen wie „Stand By Me – Das Geheimnis eines Sommers“, „Harry und Sally“, „Misery“, „Die Braut des Prinzen“ und „Eine Frage der Ehre“ weltberühmt geworden. Auch als liberaler Aktivist engagierte er sich – und hatte US-Präsident Trump bei zahlreichen Themen immer wieder scharf kritisiert.