FAZ 06.01.2026
11:12 Uhr

Berta-Jourdan-Schule: Die Grünen ziehen die Reißleine


Die Grünen in Frankfurt wollen den Umzug der Berta-Jourdan-Schule in ein „überteuertes“ Gebäude nicht mittragen. Ihre Absage klingt unwiderruflich, zumal Wahlkampf ist.

Berta-Jourdan-Schule: Die Grünen ziehen die Reißleine

Inge Meichsner war in den vergangenen Monaten häufig im Frankfurter Rathaus zu Besuch. Es verging kaum eine Sitzung des Bildungsausschusses, in der die Leiterin der Berta-Jourdan-Schule nicht das Wort ergriff und für den Umzug ihrer Schule warb. Deren Gebäude im Nordend ist inzwischen nämlich so eng geworden, dass die Berufsschule kaum noch zusätzliche Erzieher ausbilden kann. Für Frankfurter Kitas, denen Personal fehlt, ist das fatal. Meichsner weiß, was die Stunde geschlagen hat. Wenn die Stadtverordneten nicht bis zur Kommunalwahl im März beschließen, dass die Berta-Jourdan-Schule in die alte DB-Zentrale im Gallus zieht, war es das wohl mit diesen Umzugsplänen. Diese Hoffnung wird Meichsner aber wohl begraben müssen. Denn für das Projekt gibt es unter den derzeitigen Rahmenbedingungen keine Mehrheit. Seit Monaten hängt die Vorlage schon im Magistrat fest. Die Grünen haben sich jetzt entschieden, die Reißleine zu ziehen. Sie wollen sich nicht über die Bedenken der Kontrollämter hinwegsetzen, die das Projekt für unwirtschaftlich halten. Denn der Mietpreis, den der Eigentümer verlangt, sei viel zu hoch für ein Schulgebäude. Grüne: Weber ist „stur“ Die Grünen fordern von Bildungsdezernentin Weber endlich einen „Plan B“. Sie wollen, dass die Stadt zunächst die Gebäude, die sie schon angemietet oder erworben hat, nutzt und auf „Luftschlösser“ verzichtet. Weber solle sich endlich intensiv darum kümmern, statt stur an den überteuerten Plänen für die DB-Zentrale festzuhalten. Die Absage der Grünen klingt unwiderruflich, zumal Wahlkampf ist. Da bringt es der Bildungsdezernentin wenig, dass sie im Vertrauen darauf, die Grünen doch noch ins Boot zu holen, schon eine Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung organisiert hat. Die CDU-Fraktion ist zwar geneigt, dem Vorhaben zuzustimmen. Doch wenn der grüne Bündnispartner von der Fahne geht, gibt es schon im Magistrat keine Mehrheit. Ein Muster wird erkennbar: Wieder einmal wollte Weber mit dem Kopf durch die Wand. Schon seit Jahren versucht sie, das Projekt gegen die Widerstände der Kontrollämter durchzudrücken. Doch mit dieser Strategie scheint sie diesmal keinen Erfolg zu haben.