Bamberg gegen Berlin – das ist das Duell der Mannschaften, die den deutschen Basketball in diesem Jahrhundert mehr geprägt haben als alle anderen. Sie haben nicht nur siebzehn von fünfundzwanzig Meisterschaften gewonnen, sondern auch Spieler entwickelt, die dann später in der Euroleague und in der NBA in den ganz großen Spielen zu kleinen Stars ihres Sports geworden sind. Am Sonntag standen sich Bamberg und Berlin dann mal wieder selbst in einem größeren Spiel gegenüber, im deutschen Pokalfinale. Doch dass ihre Mannschaften die Vormachtstellung verloren haben, konnte man schon daran sehen, wo dieses Spiel stattgefunden hat. Und wo es weiter stattfinden wird. Der Vorsprung der Bayern ist zu groß geworden Vor dem Finalspiel des Pokalwettbewerbs hat die Basketball-Bundesliga (BBL) verkündet, dass das Finalwochenende nicht nur 2026, sondern auch 2027 und 2028 in München ausgetragen wird. Dort, wo der FC Bayern spätestens seit der Fertigstellung des SAP Garden eine Kombination aus Spitzensport und Spitzenpräsentation anbieten kann, die es so bei keinem anderen Klub in Deutschland gibt. Nicht in Berlin, wo weiter ein Weg dahin wäre, aber kein Wille, das wenig nachhaltige Geschäftsmodell der Euroleague zu akzeptieren. Schon gar nicht in Bamberg. Doch warum durften dann sie in der Arena in München um den Pokal spielen? Weil die Bayern auch in dieser Saison unter den eigenen Möglichkeiten bleiben. Am Samstag sind die Bayern, die viele, viele Millionen Euro mehr für ihre Mannschaft ausgeben als jeder Verein in Deutschland, im Halbfinale gegen Bamberg ausgeschieden. Sie hatten der Energie, mit der das Team des Trainers Anton Gavel spielte, zu wenig entgegenzusetzen. Anders war das am Sonntag, als den Berlinern nicht die Energie, sondern in den entscheidenden Momenten die Klasse fehlte. Das Spiel zwischen Bamberg und Berlin war spannend, die Geschichte des Siegers Gavel ist es auch. Aber wer in der Arena in München sonst Euroleague sieht und wer früher auch schon Bamberg und Berlin in der Euroleague gesehen hat, der konnte zu dem Ergebnis kommen: Da hat wegen der Bedeutung dieses einen Spiels kurz etwas geglänzt, das gerade keinen Glanz mehr hat. Bamberg gegen Berlin – das war in dieser Saison das Duell um den Pokal, aber das wird so gut wie sicher nicht das Duell um die Meisterschaft sein. Dafür ist der Vorsprung des FC Bayern im deutschen Basketball zu groß geworden. Und dafür ist die Unberechenbarkeit in den Play-offs zu klein: In einem Spiel können die Bayern geschlagen werden, in einer Fünf-Spiele-Serie aber kaum.
