Manche Fußball-Fans haben nicht mehr alle Tassen im Schrank. Nicht nur diejenigen, die Feuerwerkskörper auf andere Menschen abfeuern. Manchmal reicht es, wenn ein Trainer aus dem falschen Behältnis trinkt. So wie Tottenhams Thomas Frank. Er nippte an einem Kaffeebecher, auf dem das Logo des Erzrivalen Arsenal London prangte. Das sei keine Absicht gewesen, sagte er später. Zu spät, die Fans zürnten schon. Genau wie manche Bayern-Fans. Ihnen missfiel, dass ihr Spieler Lennart Karl, ein 17 Jahre alter Teenager, von seinem Traum erzählte, irgendwann bei Real Madrid zu spielen. So schnell kann Fanliebe abkühlen. Die Anhänger von Union Berlin handhaben die Dinge anders. Ihr Wohlwollen gilt nicht nur dem eigenen Team. Am Samstag kehrte Unions früherer Trainer Urs Fischer mit seinem neuen Verein Mainz 05 nach Berlin zurück. Der Schweizer hatte die Köpenicker von der zweiten Liga in die Champions League geführt. Als die Erfolge ausblieben, endete zwar die Zusammenarbeit, aber nicht die Verbundenheit mit den Fans. Nicht überschwänglich, aber doch mit „Fußball-Gott“-Rufen begrüßten sie ihren alten Coach. Und machten aus der Alten Försterei in diesen kalten Wintertagen einen Ort der Wärme.
