FAZ 27.11.2025
08:14 Uhr

Begehrte Sportmarke: Asiatische Firmen prüfen wohl Übernahme von Puma


Laut einem Bericht unter Berufung auf Insider erwägen Konkurrenten eine Übernahme des Sportartikelunternehmens. Zu den möglichen Interessenten sollen auch Unternehmen aus China gehören. Die Puma-Aktie springt zum Handelsstart an die M-Dax-Spitze.

Begehrte Sportmarke: Asiatische Firmen prüfen wohl Übernahme von Puma
Einsatzkräfte sichern den Tatort in der Innenstadt von Washington. (Foto: Mark Schiefelbein/AP)

Der chinesische Sportartikelhersteller Anta Sports Products gehört einem Bericht zufolge zu mehreren Unternehmen, die eine Übernahme der deutschen Sportartikelmarke Puma prüfen. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen, das in Hongkong börsennotierte Unternehmen Anta arbeite dazu mit einem Berater zusammen und könnte sich mit einer Private-Equity-Gesellschaft zusammentun, falls es sich zu einem Angebot entschließe. Li Ning: Führen keine substanziellen Verhandlungen Zu den potenziellen Bietern könnte auch der chinesische Sportartikelhersteller Li Ning gehören, der bereits Finanzierungsoptionen mit Banken erörtere. Auch das japanische Sportartikelunternehmen Asics könnte Interesse an Puma zeigen. Die von dem ehemaligen Weltklasse-Turner Li Ning gegründete gleichnamige Firma erklärte, sie halte an ihrer Ein-Marken-Strategie fest. Zu Puma gebe es „keine substanziellen Verhandlungen oder Evaluierungen“. Puma wollte sich nicht zu dem Bericht äußern. Anta und Asics waren für Stellungnahmen vorerst nicht erreichbar. Der Kurs der Puma-Aktie stieg nach dem Handelsstart im M-Dax um mehr als zwölf Prozent. Puma führt daher die Gewinnerliste im Mittelwerteindex M-Dax. Mit 17 Euro hatte das Papier am Mittwoch nahe eines Zehn-Jahres-Tiefs geschlossen, entsprechend einem Börsenwert von gut 2,5 Milliarden Euro. Allein in diesem Jahr hat sie fast zwei Drittel ihres Wertes verloren. Französischer Puma-Eigner Artemis spielt eine Schlüsselrolle Der Schlüssel zu einer Übernahme von Puma wäre wohl Artemis, die Familienholding des französischen Milliardärs und Kering-Großaktionärs Francois Pinault, die 29 Prozent an Puma hält. Artemis ist hochverschuldet und hatte das Puma-Paket zuletzt als „nicht strategisch“ bezeichnet. Ein Artemis-Sprecher sagte, es gebe Interesse an Puma, man wolle aber zum derzeitigen Börsenkurs nicht verkaufen. Im Moment hat Artemis mit der Sanierung des ehemaligen Puma-Großaktionärs, des französischen Luxuskonzerns Kering, genug zu tun. Anta hatte sich bereits für die Übernahme von Amer Sports mit dem Finanzinvestor FountainVest verbündet. Zu Amer gehören bekannte Marken wie Atomic, Salomon und Wilson, aber auch die Outdoor-Firmen Peak Performance und Arcteryx. Im Frühjahr hatte Anta die deutsche Outdoor-Marke Jack Wolfskin gekauft. Der ehemalige Adidas-Vorstand Arthur Hoeld versucht Puma als Vorstandschef seit einigen Monaten wieder auf Erfolgskurs zu bringen und das Billig-Image abzustreifen. Die neue Strategie soll spätestens 2027 greifen und Puma wieder in die Gewinnzone zurückführen. Die ehemalige Nummer drei auf dem Sportartikelmarkt war zuletzt hinter Marken wie New Balance, Skechers und Lululemon zurückgefallen. Hoelds Vorgänger Arne Freundt musste nach zweieinhalb Jahren gehen.