FAZ 23.02.2026
12:03 Uhr

Beamte berichten: Andrew soll Massagen als Spesen abgerechnet haben


Während die Polizei den ehemaligen Wohnsitz des früheren Prinzen durchsucht, tauchen weitere Vorwürfe gegen Andrew auf: In seiner Rolle als Sonderbeauftragter für Handel soll er zu hohe Reisekosten verursacht haben.

Beamte berichten: Andrew soll Massagen als Spesen abgerechnet haben

Der frühere Prinz Andrew soll in seiner Rolle als Sonderbeauftragter des Vereinigten Königreiches für Handel und Investitionen zu hohe Reisekosten verursacht und Massagen als Spesen abgerechnet haben. Diese Vorwürfe haben zwei einstige Ministerialbeamte gegenüber dem Sender BBC erhoben, die anonym bleiben wollten. Der Sender berichtet, einer der beiden Beamten, der vor mehr als 20 Jahren im Londoner Wirtschaftsministerium tätig war, habe sich weigern wollen, die Kosten einer Massageleistung abzuzeichnen, die Andrew als Reisekosten eingereicht habe. Ein zweiter Beamter habe angegeben, er habe ähnliche Abrechnungen gesehen. Andrew Mountbatten-Windsor war zwischen 2001 und 2011 ein Jahrzehnt lang als Sonderbotschafter des Vereinigten Königreiches für Handel und Investitionen unterwegs. Die Funktion war nicht mit einem Gehalt verbunden, jedoch wurden ihm anfallende Spesen und Reisekosten erstattet. Die BBC sah sich in ihrer Berichterstattung über die Angaben der beiden anonymen Beamten auch zu dem Hinweis veranlasst, dass es in den Abrechnungen „keinen Hinweis gibt, der darauf schließen lässt, dass sich Andrew nicht gesetzeskonform verhalten hat“. Ermittlungen können noch Jahre dauern Anders liegen die Dinge in der Frage, ob Andrew in seiner Zeit als Sonderbotschafter Interna weitergab, zu denen er im Zuge seiner Tätigkeit Zugang hatte. Notizen aus den amerikanischen Ermittlungsakten gegen Andrews Freund, den Finanzier und Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, legen das nahe. Die Polizeibehörde des Thames Valley, in deren regionale Zuständigkeit Andrews früherer Wohnsitz im Park von Windsor fällt, ermittelt daher wegen des Verdachts des Fehlverhaltens im öffentlichen Amt gegen ihn. Ermittler haben insgesamt vier Tage lang Durchsuchungen in Andrews früherem Wohnsitz Royal Lodge angestellt. Auch am Montag sollten die Durchsuchungen mehreren Medienberichten zufolge weitergehen. Politische Erwägungen in London, den früheren Prinzen auch aus der Thronfolge auszuschließen, in der er gegenwärtig den achten Platz einnimmt, würden erst akut, nachdem die Ermittlungen gegen ihn beendet sind. Nach Schätzungen von Beobachtern kann das Monate oder Jahre dauern.