FAZ 30.11.2025
13:42 Uhr

Bayern-Torhüter macht Fehler: Wie sieht die Zukunft von Manuel Neuer aus?


Gegen den FC Arsenal verspekuliert sich der Torhüter des FC Bayern, gegen den FC St. Pauli sieht er beim Gegentor ebenfalls nicht gut aus. Gefragt wird Manuel Neuer nach dem Spiel aber nach etwas anderem.

Bayern-Torhüter macht Fehler: Wie sieht die Zukunft von Manuel Neuer aus?
Aaron Anselmino köpft das Tor zum 1:0. (Foto: Ina Fassbender/AFP)

Es ist fast egal, was Oliver Baumann macht, ob der Torhüter der TSG Hoffenheim nur gut hält, im Verein und in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, oder sogar sehr gut: Die Debatte wird Bundestrainer Julian Nagelsmann noch bis zur Nominierung für die Weltmeisterschaft im kommenden Sommer begleiten. Ob er den dann 40 Jahre alten Manuel Neuer im Karriere-Spätherbst zurückholen sollte, ist gerade wieder ein Thema. Der Zeitpunkt erstaunt, weil der ehemalige Welttorhüter des FC Bayern gerade nicht mit Welttorhüter-Paraden auf sich aufmerksam macht, sondern eher mit diskutablen Entscheidungen. Am Mittwoch in London hatte sich Bayerns Kapitän vor dem dritten Tor des FC Arsenal kräftig verspekuliert, als er getan hatte, was er seit vielen Jahren macht, wenn ein Gegenspieler allein auf ihn zustürmt: Er rannte weit aus seinem Tor. Nur grätschte er dieses Mal ins Leere, vorbei am Ball und auch an Gabriel Martinelli. Für Neuer war das „kalkuliertes Risiko“. So ähnlich hätte er wahrscheinlich auch das Führungstor von St. Pauli am Samstag erklärt. Da ließ Neuer viel Platz in der kurzen Ecke, das Lückchen zwischen Pfosten und abwehrbereitem rechten Fuß sowie ausgestrecktem rechten Arm des Münchner Torhüters nutzte Andréas Hountondji. Aber Neuer musste nichts erklären, denn er wurde gar nicht nach dem Gegentor gefragt, vermutlich weil die Bayern doch noch 3:1 gewonnen haben. Stattdessen ging es am Samstag vor dem Sky-Mikrofon erst einmal wieder um die Nationalmannschaft und anschließend um Neuers Zukunft beim FC Bayern. Man kann nun viel hineininterpretieren in die Antworten des Torhüters zu einem möglichen Comeback bei Nagelsmann. „Fakt ist, dass ich absichtlich zurückgetreten bin“, sagte er nur und lenkte das Gespräch anschließend sofort auf den FC Bayern. Der Fokus liege „ganz klar auf dem Verein und darauf, was wir mit der Mannschaft erreichen können“. Damit schloss er aber nicht aus, dass ihn eine Rückkehr in die Nationalmannschaft doch reizt. Neuer, der noch immer gut ist, allerdings eben nicht ganz so souverän wirkt wie früher, muss sich zudem überlegen, ob er noch einmal ein Jahr dranhängt beim FC Bayern, wo sein Vertrag im Sommer endet. „Entscheidend wird sein, wie ich mich gerade in der Rückrunde fühle. Richtung März hin in der Nationalmannschaftspause muss ich mir Gedanken machen, wie es weitergeht“, sagte Neuer am Samstag. Die Verantwortlichen des FC Bayern müssen das aber auch. Ob sie dabei zu demselben Ergebnis wie Neuer kommen, scheint nach den jüngsten Eindrücken nicht so sicher, wie es einmal war.